Die digitale Zukunft des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks

von am 22.10.2012 in Archiv, Dualer Rundfunk, Top Themen

Die digitale Zukunft des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing

„Die digitale Zukunft des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks“ – Podiumsdiskussion der Evangelischen Akademie Tutzing mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut und BR-Intendant Ulrich Wilhelm

Ein Kommentar von Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing

Die Öffentlich Rechtlichen Sender spielen in der Medien-Öffentlichkeit nach wie vor eine zentrale Rolle, doch das Durchschnittsalter des Stammpublikums beginnt bei 60. Der viel zitierte Generationenabriss ist ein reales Schreckgespenst. Wie erreicht man eine junge Zuschauerschaft? Eine Antwort lautet: durch Digitalkanäle. ARD und ZDF unterhalten je drei. Ein Jugendkanal ist – bislang – nicht darunter. Ihn zu errichten, ist plausibel – und überhaupt nicht umstritten. Bei Politikern nicht – wie Ministerpräsident Seehofer bekundete. In den Rundfunkgremien nicht – wie der ZDF-Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz unlängst versicherte. Und bei den Intendanten auch nicht – wie Thomas Bellut und Ulrich Wilhelm andeuteten. ARD und ZDF könnten – wie beim Kinderkanal Ki.Ka – zusammenarbeiten. Jedoch scheint der Meinungsbildungsprozess in den ARD-Anstalten noch nicht abgeschlossen. Die zu klärenden Fragen sind gewichtig, wie die beiden vielleicht wichtigsten zeigen: Was darf ein solcher Sender kosten (angesichts des Sparzwangs)? Welche Anstalt (Standortfrage) soll Partner des ZDF werden? Darüber hinaus muss geklärt werden, welche Digitalkanäle ggf. eingestellt werden. Vor allem aber: Wie der trimediale Anspruch – Fernsehen, Hörfunk, Internet (mit Social Media) bei einem Projekt, das die 13- bis 29-Jährigen in den Blick nimmt, eingelöst werden kann angesichts der Beschränkungen, die den Öffentlich rechtlichen im Online-Bereich auferlegt sind. Das Podiumsgespräch in München hat gezeigt, dass es nicht mehr um das „ob“, sondern um das „wie“ geht. So viel Übereinstimmung nährt die Hoffnung, dass ein Jugendkanal immer wahrscheinlicher wird.

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