Filmwirtschaft:

Produzentenstudie 2012: Filmeigentum bedeutet Rechteeigentum

von am 05.02.2013 in Allgemein, Archiv, Filmwirtschaft

<h4>Filmwirtschaft:</h4>Produzentenstudie 2012: Filmeigentum bedeutet Rechteeigentum
© VISTAS/Fotolia_Thomas_Oswald

Analysen zur Rechteverteilung bei Filmproduktionen in der aktuellen Produzentenstudie 2012

05.02.13 Kurz vor Beginn der Internationalen Filmfestspiele Berlinale liegen mit der Produzentenstudie 2012 erstmals seit 2002 aktuelle Kennzahlen zur wirtschaftlichen Lage der Film- und Fernsehproduzenten in Deutschland vor.

Die Produzentenstudie 2012 wurde von der FFA Filmförderungsanstalt, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien beauftragt und von der Hamburg Media School und der Goldmedia GmbH durchgeführt. Förderer der Studie waren auch der FilmFernsehFonds Bayern, die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, nordmedia, das Medienboard Berlin-Brandenburg, die Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein und die Mitteldeutsche Medienförderung. Die Studie basiert auf einer umfangreichen Primärdatenerhebung mittels schriftlicher Befragung aller Film- und Fernsehproduzenten in Deutschland.

Die Produzentenstudie 2012 – Daten zur Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland 2011/2012 liefert viele wichtige Kennzahlen, darunter Umsatzgrößen, Vergleichsdaten zu anderen Medienbranchen, Zahlen zur Anzahl und Struktur der Beschäftigten, Analysen zu Aufwand- und Kostenstrukturen, zu Finanzierung und Finanzierungsquellen oder qualitative Standortbetrachtungen. Thema der Studie ist auch die Rechteverteilung zwischen TV-Sendern und Produktionsunternehmen.

Lesen Sie dazu auf medienpolitik.net einen Auszug aus der Produzentenstudie 2012, den Abschnitt „Rechteverteilung“ (Seiten 123 – 129):

I. Rechteverteilung

I. Einleitung

„Das wesentliche Gut, das Produktionsunternehmen bei ihrer Geschäftstätigkeit generieren, sind Rechte an audiovisuellen Produktionen. Filmeigentum bedeutet Rechteeigentum. Der Wert einer Produktionsfirma bemisst sich vor allem auf der Basis der beim Unternehmen liegenden langfristigen Filmrechte, der sogenannten „library“. Die Verteilung der Rechte zwischen  Produktionsunternehmen und ihren Geschäftspartnern in einem vertikalen Markt (d. h. im Verhältnis zu den kreativ Mitwirkenden einerseits und zu den Abnehmern, wie etwa TV-Sendern oder Filmverleihern, andererseits) gehört deshalb zu den zentralen Parametern eines Marktes, seiner Struktur, seiner Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Debatte über die Verteilung von Rechten zwischen TV-Sendern und den Fernsehproduzenten wird seit Ende der neunziger Jahre unter dem Stichwort „Terms of Trade“ geführt. Hintergrund ist die traditionelle Rechteverteilung, die zu Zeiten des öffentlich-rechtlichen Monopolfernsehens überall in Europa entstanden war. Sie ist geprägt durch das sogenannte „Buy-Out“-Prinzip und das „HU-&-Gewinn“-Modell. Danach beauftragt der Sender den Produzenten mit der Herstellung einer Produktion und übernimmt sämtliche Kosten, die mit der Produktion verbunden sind. Der Auftragnehmer erhält eine Gemeinkostenpauschale, genannt „HU“, von 6 % der Herstellungskosten sowie einen festen Gewinnaufschlag von 7,5 %. Im Gegenzug muss der Produzent sämtliche Nutzungsrechte an der Produktion abgeben; er wird deshalb „ausgekauft“ („Buy-Out“). Die Herstellungskosten werden in einem Verhandlungsprozess mit dem Sender, der sogenannten „Budgetverhandlung“, gemeinsam definiert. Der Produzent verpflichtet sich, die audiovisuelle Produktion zu diesen vereinbarten Kosten herzustellen. Wird die Produktion teurer, z. B. weil das Wetter bei den Dreharbeiten nicht mitspielt, trägt er die Kosten. Der Produzent trägt somit das sogenannte „Überschreitungsrisiko“ einer Produktion.“ […]

>> weiter zum vollständigen Artikel der Produzentenstudie 2012

Weitere Informationen zur Studie

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