Filmpolitik:

Kreative müssen an der Referenzfilmförderung beteiligt werden, Claudia Roth MdB, (Bündnis 90/Die Grünen)

von am 17.04.2013 in Allgemein, Archiv, Filmwirtschaft, Kreativwirtschaft, Medienförderung, Medienpolitik, Medienregulierung, Regulierung

<h4>Filmpolitik:</h4> Kreative müssen an der Referenzfilmförderung beteiligt werden, Claudia Roth MdB, (Bündnis 90/Die Grünen)
Claudia Roth MdB, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN I © Laurence Chaperon

16.04.13 Stellungnahme von Claudia Roth MdB, (Bündnis 90/Die Grünen) zur Öffentlichen Anhörung des Auschusses für Kultur und Medien „7. Novelle zum Filmförderungsgesetz und Förderung des Kinderfilms“ Stellungnahme Claudia Roth zur FFG-Anhörung vom 15. April 2013

Die Anhörung hat erneut gezeigt, dass die Filmförderung des Bundes ein unverzichtbares Element in der deutschen Filmförderlandschaft ist. Bei allem Reformbedarf im Detail darf diese Filmförderung nicht zur Disposition stehen.

Hervorzuheben sind die Ausführungen der Experten, die die Stellschrauben beim FFG stärker in Richtung Qualität und Nachhaltigkeit drehen wollen, in Richtung auf Filme, die anspruchsvollen Maßstäben genügen. Hier liegt die Zukunft, und nicht in einer Nivellierung des Angebots. Zurecht kritisiert wurde deshalb die von der Regierung vorgesehene Absenkung der möglichen Referenzpunkte für Filme, die mit Auszeichnungen versehen wurden. Wenn „Exzellenz“-Kriterien abgesenkt werden, schafft das auch mit Blick auf den zuletzt schweren Stand deutscher Filme bei großen internationalen Filmfestivals falsche Anreize.

Als problematisch erwies sich auch, dass die von uns Grünen zusammen mit vielen Kreativen geforderte Beteiligung der Kreativen an der Referenzfilmförderung im Entwurf der Novelle nicht berücksichtigt wird. Eine solche Einbeziehung wäre wichtig, gerade um erfolgreiche Drehbuchautoren und Regisseure langfristig an den Kinofilm zu binden und ihre Abwanderung in Bereiche, die kontinuierlichere Verdienstmöglichkeiten bieten, zu verhindern.

Begrüßt wurde, dass nun auch eine VertreterIn der Kreativen Mitglied im Präsidium der FFA sein soll. Kritik gab es jedoch daran, dass diese positive Entwicklung durch die Streichung eines Sitzes der Kreativen in der Vergabekommission wieder konterkariert wird, wobei die AG Kurzfilm ganz aus der Vergabekommission herausfallen soll.

Als Problembereich der Filmförderung erwiesen sich die „originären“ Kinderfilme, also Filme, die sich auf unsere Lebenswirklichkeit beziehen und dabei nicht nur Kinoadaptionen von bekannten Kinderbüchern oder Märchenstoffen sind. Ein Antrag der Koalition hat zwar auf diesen Missstand hingewiesen, aber keine wirklichen Problemlösungen in der Filmförderung des Bundes aufgezeigt. Aus den Reihen der Experten wurde daher unsere Forderung unterstützt, klare und zielführende Regelungen zur besseren Förderungen von originären Kinderfilmen in das FFG aufzunehmen und nicht nur unverbindliche und unbestimmte Hinweise.

Von den Experten kritisiert wurde schließlich der geplante Wegfall der Förderungshilfen für die Fortentwicklung von Drehbüchern und auch von Fördermaßnahmen zur Weiterbildung sowie für Forschung, Rationalisierung und Innovation. Das sollte noch einmal überdacht werden – auch wenn die Nachfrage nach den entsprechenden Förderungen teilweise nicht ausreichend war. Angesichts der Qualitätsanforderungen und der großen Umbrüche im Filmbereich werden gerade diese Bereiche immer wichtiger.

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