Filmpolitik:

Mit dem FFG die Filmförderung zukunftsfest gestalten, Dr. Claudia Winterstein MdB (FDP)

von am 17.04.2013 in Allgemein, Archiv, Filmwirtschaft, Kreativwirtschaft, Medienpolitik, Medienregulierung, Regulierung

<h4>Filmpolitik:</h4>Mit dem FFG die Filmförderung zukunftsfest gestalten, Dr. Claudia Winterstein MdB (FDP)
Dr. Claudia Winterstein, MdB, Berichterstatterin für Filmpolitik der FDP-Bundestagsfraktion

16.04.13 Stellungnahme von Frau Dr. Claudia Winterstein MdB (FDP) zur Öffentlichen Anhörung des Auschusses für Kultur und Medien „7. Novelle zum Filmförderungsgesetz und Förderung des Kinderfilms“

Die Filmförderung des Bundes ist für den deutschen Film sehr wichtig. Die Förderung ist die Grundlage für die hohe Qualität und die Vielfältigkeit des deutschen Films. In der gestrigen öffentlichen Anhörung wurde der Entwurf eines Siebten Gesetzes zur Änderung des Filmfördergesetzes mit 14 Experten aus der Filmbranche intensiv diskutiert.

Ein wichtiger Punkt für die Koalition ist die bessere Teilhabe behinderter Menschen. Ca. 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen sowie weitere Millionen gehörlose, schwerhörige und ertaubte Menschen in Deutschland können das Filmerlebnis nur eingeschränkt erleben, da das Angebot von barrierefreien Filmen in Deutschland bisher leider sehr gering ist. So ist es nur folgerichtig, dass in den Katalog der zwingenden Fördervoraussetzungen durch § 15 Abs. 1 Ziff. 7 die Anfertigung einer barrierefreien Fassung (Audiodeskription und mit deutschen Untertiteln) aufgenommen wurde. Positiv ist auch zu bewerten, dass für Kinomodernisierungsmaßnahmen, die der Herstellung von Barrierefreiheit dienen, zukünftig Zuschüsse und nicht Darlehen vergeben werden. Diese von uns vorgesehenen  Maßnahmen wurden von den anwesenden Experten durchgehend als sinnvoll erachtet und positiv begrüßt.

Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines Siebten Gesetzes zur Änderung des Filmförderungsgesetzes (FFG) hat das Ziel, die Leistungsfähigkeit und die Strukturen der deutschen Filmwirtschaft weiter zu verbessern und das Gesetz den neuesten technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Um den hochdynamischen Marktveränderungen bedingt durch den technischen Wandel Rechnung zu tragen, sieht der Entwurf eine Geltungsdauer von zunächst zweieinhalb Jahren vor. Die verkürzte Geltungsdauer des FFG wurde von den anwesenden Experten begrüßt, jedoch plädierten sie für eine volljährige Geltungsdauer, um Planungssicherheit für das dann laufende Geschäftsjahr zu erhalten. Uneinigkeit herrschte jedoch über die volljährige Laufzeit. Während sich die eine Hälfte der Sachverständigen für eine zweijährige Laufzeit aussprach, plädierte die andere Hälfte für eine dreijährige Geltungsdauer. Über diesen Aspekt wird in den anstehenden Ausschussberatungen noch zu diskutieren sein.

Zudem wurde erstmals die Digitalisierung des Filmerbes in den Aufgabenkatalog der FFA aufgenommen. Hiermit wird die Grundlage geschaffen, um das nationale Filmerbe für die Zukunft zu sichern und zugänglich zu machen. Die eingeladenen Experten bezeichneten diese Neuerung als positive Entwicklung, stellten allerdings gleichzeitig fest, dass noch ein weiter Weg für ein umfassendes nationales Filmerbe zurückzulegen sei.

Schließlich zeigte sich, dass die vorgeschlagenen Änderungen zum FFG zur Stärkung des Deutschen Kinderfilms, welche die Koalition mit dem Antrag „Originäre Kinderfilme aus Deutschland stärker fördern“ formuliert hat, richtig sind. Sowohl Filmschaffende als auch die öffentlich-rechtlichen Sender begrüßten die Initiative der Koalition und sehen einen Handlungsbedarf beim Deutschen Kinderfilm. Die Koalition beabsichtigt, u.a. in der Referenzfilmförderung den Zeitraum zur Erreichung von 25.000 Zuschauern von zwei auf drei Jahre zu verlängern, um originäre Kinderfilme wieder verstärkt auf die Leinwand zu bringen und im Fernsehen zu zeigen.

Die Anhörung hat gezeigt, dass wir mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf zur Änderung des Filmfördergesetzes auf dem richtigen Weg sind. Wir werden die Anregungen der Experten in den anstehenden Beratungen im Ausschuss aufgreifen und diskutieren. Auch werden wir sicherlich noch die eine oder andere Korrektur am Entwurf vornehmen, um den Deutschen Film weiter zu stärken.

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