Rundfunk:

Lutz Marmor/ Dr. Thomas Bellut: „Gemeinsam sind wir stärker“

von am 19.04.2013 in Allgemein, Archiv, Dualer Rundfunk, Internet, Medienpolitik, Medienregulierung, Netzpolitik, Netzpolitik, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

<h4>Rundfunk: </h4>Lutz Marmor/ Dr. Thomas Bellut: „Gemeinsam sind wir stärker“
Clemens Appel, Staatssekretär a. D.

19.04.13 „GEMEINSAM SIND WIR STÄRKER“ sagte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor am Schluß seines Eingangsstatements bei der Veranstaltung „Perspektiven des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ am 18. April im Paul-Löbe-Haus des Bundestages. Gerichtet waren diese Worte an seinen Intendantenkollegen vom ZDF, Dr. Thomas Bellut. Verbale Abrüstung also in einer Auseinandersetzung zwischen den öffentlich-rechtlichen über die Digitalkanäle?

Von Clemens Appel, Staatssekretär a. D. 

Die Anzahl und die thematische Ausrichtung von Digitalkanälen sind seit Wochen in der Diskussion. Schon im November kamen die ARD-Intendanten mit der Idee eines gemeinsamenm Jugendkanals von ARD und ZDF. Schon damals hatte Thomas Bellut mehr als zurückhaltend reagiert, kein Geld und keine tragfähigen Konzepte! Nun Anfang der Woche der – auch für den ZDF-Intendanten überraschenden, zumal erst aus der ARD-Intendantensitzung heraus telefonisch unterrichtet – Vorstoß der ARD, mittelfristig aus den sechs digitalen Kanälen der öffentlich-rechtlichen drei gemeinsame Digitalkanäle zu machen. Konkret wurden die ARD-Intendanten auch noch: Eins Plus und ZDF Kultur sollen zu einem Programm für junge Menschen zwischen 14 und 29 werden, Eins Festival und ZDFneo zu einem Kanal für junge Erwachsene und tagesschau24 und ZDFinfo zu einem Nachrichtensender werden.

Bei der Veranstaltung kam es dann zum ersten öffentlichen Zusammentreffen der beiden Intendanten seit der Verkündung der Idee. Ergebnis: Verbale Abrüstung ja, aber in der Sache kam die glasklare Ablehnung des ZDF-Intendanten, der sich für den Versuch der „freundlichen Teilübernahme der ZDF-Digitalkanäle durch die ARD“ süffisant bedankte!! Die Verschmelzungsmodelle werden aus seiner Sicht nicht funktionieren, zudem sieht er beim ZDF weder die finanziellen Möglichkeiten noch die personellen
Resourcen, um solcherlei neue Vorhaben anzustoßen. Erst einmal müßten konzetionelle Ideen her und dann müßten sich die Länder damit befassen, um ggf. die entsprechenden Mittel vorzusehen. Bis 2017 ist das für ihn alles nicht realistisch! Der Zeitpunkt erscheint nun wiederum dem ARD-Intendanten Lutz Marmor zu spät.

Einig sind sich beide: Wir müssen reden – genug Gelegenheit werden sie auf den zahlreichen Medienveranstaltungen im Frühjahr und Herbst ja dann auch haben!

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