Kulturpolitik:

SPD schmiedet Kreativpakt

von am 11.04.2013 in Archiv, Internet, Medienpolitik, Musikwirtschaft, Netzpolitik, Netzpolitik, Urheberrecht, Verlage

<h4>Kulturpolitik:</h4>SPD schmiedet Kreativpakt

11.04.13 Der Kreativpakt – ein Bündnis von Kultur, Wirtschaft und Politik

„Wir brauchen einen Kreativpakt.“ Das forderten  Filmemacher und Oscar-Preisträger Pepe Danquart, DJ und Musikproduzent Paul van Dyk, der  Musikproduzent und Autor Tim Renner und andere Kreativschaffende in einem Aufruf im Jahr 2009 in der Tageszeitung WELT. Dieser Forderung haben sich zahlreiche Kreative, Künstler, Politiker, Wissenschaftler sowie Entrepreneure angeschlossen. Denn die Kreativwirtschaft ist zu einer entscheidenden wirtschaftlichen Größe und zum Impulsgeber für gesellschaftliche Erneuerung geworden. Sie ist Zukunftslabor und Avantgarde, Beschäftigungsmotor und Wachstumstreiber. Buchmarkt, Musikwirtschaft, Film, Rundfunk und Bühne, bildende Kunst, Architektur und Design, die Software- und Games-Branchen sowie die Werbewirtschaft beschäftigen in Deutschland rund eine Million Menschen und erzielen einen jährlichen Umsatz von rund 137 Milliarden Euro. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt deutlich vor etwa der Chemiebranche. Gemeinsam wurde im Kreativpakt eine progressive Agenda zur Entwicklung der Kreativwirtschaft formuliert. Thesen des Kreativpakts lauten:

  • Urheberrecht: Vergüten statt verbieten: Die reale Nutzung des Netzes muss zur legalen Nutzung werden. Dabei gilt es, eine angemessene Vergütung für Urheberinnen und Urheber zu gewährleisten. Wir brauchen ein modernes Urheberrecht, das Kreative und Urheber stärkt, ihnen faire Einkommen ermöglicht und das Recht mit neuen digitalen Nutzungspraktiken in Einklang bringt.
  • Soziale Sicherung: Springen können, sicher fallen: Es ist Zeit, die soziale Sicherung der neuen kreativen und digitalen Arbeitswelt anzupassen. Deshalb wollen wir die Künstlersozialversicherung modernisieren und erweitern. Auch die allgemeinen Sozialversicherungssysteme müssen angepasst werden. Grundlage jeder sozialen Sicherung sind faire und stabile Einkommen.
  • Kulturförderung: Wettbewerb der Ideen statt starrer Strukturen: Die Förderung von Kunst und Kultur muss sich an den Bedürfnissen der Kultur- und Kreativschaffenden orientieren. Statt „einmal gefördert, immer gefördert“ brauchen wir ein System, das Experimente zulässt, die Avantgarde befördert und Anreize für Neues schafft.
  • Wirtschaftsförderung: Kreativität ist Wertschöpfung: Die Kreativwirtschaft ist eine eigene Wirtschaftsform und Zukunftsbranche. Sie ist mit ihrem hohen wirtschaftlichen Potenzial mindestens so zu fördern wie die klassischen Industrien. Vor allem die Existenzgründungsförderung muss neu zugeschnitten werden
  • Bildungspolitik: Kompetenzen neu denken und fördern: Bildung und Weiterbildung müssen den neuen, von der Kreativwirtschaft aufgezeigten Anforderungen der Arbeitswelt gerecht werden. In der Lehrer- und Erzieherausbildung muss deshalb die kulturelle Bildung stärker verankert werden. Der Umgang mit neuen Medien ist genauso wichtig wie Lesen und Schreiben und muss Querschnittsfach sein.
  • Netzpolitik: Internet ist ein Grundrecht unserer digitalen Gesellschaft: Der schnelle Zugang zum Internet muss für alle und überall möglich sein. Eine gesetzlich verankerte Netzneutralität und die Diskriminierungsfreiheit der Infrastrukturen und Inhalte müssen die Grundlage für ein freies und innovationsfreundliches Internet sein.

Diese Thesen sind konkreter ausgeführt in der Publikation des Kreativpaktes unter http://www.kreativpakt.org/wp-content/uploads/2012/08/web_kreativpakt_A5.pdf

Gerade in der Medien-Metropole Hamburg spielt die Kultur- und Kreativwirtschaft eine wichtige Rolle. Der Kreativwirtschaftsbericht 2012 für Hamburg belegt das. Rund 8 Prozent der Hamburger Erwerbstätigen arbeiten hier. Laut dem Kreativwirtschaftsbericht 2012 lag die Wachstumsrate der Erwerbstätigkeit in der Kreativwirtschaft in Hamburg zwischen 2003 und 2008 bei 9,7 Prozent. Hamburg hat im Vergleich zu Berlin, Köln und München den größten Umsatz (2008: 10,6 Mrd. Euro). Presse, Werbung, Design und Software/Games sind dabei die wesentlichen Wachstumstreiber.

Wie die Potenziale der Kreativwirtschaft zielstrebig entwickelt werden können, wird am Freitag, den 12. April 2013 ab 13.30 Uhr im Zukunftsforum Kreativpakt in einer öffentlichen Veranstaltung der Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Bürgerschaftsfraktion diskutiert. Zu Gast sind SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und zahlreiche Vertreter des Kreativpaktes. Mehr Infos zu der Veranstaltung gibt es hier.

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