Rundfunk:

Kein zusätzliches Geld für ARD-ZDF-Jugendkanal

von am 10.05.2013 in Allgemein, Archiv, Dualer Rundfunk, Infrastruktur, Internet, Jugendkanal, Medienordnung, Medienpolitik, Medienregulierung, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Regulierung, Rundfunk

<h4>Rundfunk:</h4>Kein zusätzliches Geld für ARD-ZDF-Jugendkanal

ZDF-Intendant kündigt mehr Transparenz an

10.05.13 Konsens bei der Beurteilung des dualen Systems – Dissens bei der Verwendung des Rundfunkbeitrages. Zum Abschluss des Medientreffpunktes Mitteldeutschland diskutierten die Chefin der Staatskanzlei Thüringens, Marion Walsmann, der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Dr. Johannes Beermann, MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille, ARD-Vorsitzender Lutz Marmor, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Tobias Schmid, VPRT-Vorsitzender, Julian Geist, ProSiebenSat.1-Sprecher und Dr. Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten über die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie die Veränderungen für das Fernsehen durch die Medienkonvergenz.

Mit der Einführung des Rundfunkbeitrags wurde eine der größten Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks umgesetzt. Nicht weniger tief greifend sind die technischen Veränderungen, die das klassische Fernsehen immer stärker mit digitalen Medien zusammenwachsen lassen. Prominente Politiker und Rundfunkvertreter diskutierten beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland über die neuen Entwicklungen.

Marion Walsmann zeigte sich in Leipzig von der gelungenen Einführung des Rundfunkbeitrags überzeugt. Sie betonte, dass man nun für Klarheit in der Verwendung der Gelder sorgen müsse. Dr. Johannes Beermann lobte in diesem Zusammenhang das Auftreten von ZDF und ARD. So habe sich Dr. Thomas Bellut in einer Talkshow mit den Fragen der Beitragszahler auseinandergesetzt. Auf dem Podium betonte Bellut, dass es wichtig sei, sich auch den Kritikern zu stellen: „Wir sind zur stärkeren Transparenz als früher verpflichtet.“

Julian Geist stellte klar, dass die privaten Sender hinter dem dualen System stünden. Die neuen Gelder sollten aber nicht für zusätzliche Angebote verwendet werden. Auch Dr. Tobias Schmidt plädierte für eine konzentriertere Aufstellung und gegen neue Kanäle. So kam das umstrittene Projekt eines Jugendkanals von ARD und ZDF zur Sprache. Lutz Marmor konstatierte, dass ein anspruchsvolles Fernsehangebot für Jugendliche fehle. Prof. Dr. Karola Wille stimmte ihm zu und verwies auf die positiven Erfahrungen mit dem gemeinsamen Kinderkanal KiKA. Dr. Bellut sagte, es spreche nichts gegen ein solches Vorhaben, aber man müsse es bezahlen können. Dass es kein zusätzliches Budget geben könne, sondern dem Grundsatz der Beitragsstabilität gefolgt werden müsse, machten Ministerin Walsmann und Staatsminister Dr. Beermann deutlich.

Diskutiert wurde außerdem die fortschreitende Konvergenz von linearem Rundfunk und digitalen Telemedien. Einig war man sich darin, dass das Fernsehen ein Leitmedium bleiben werde. Was sich aber ändere, sei seine Form. „Es gibt keinen isolierten Fernsehmarkt mehr“, sagte Schmid. Er kritisierte, dass die Regulierungsbehörden nicht auf diesen Wandel reagiert hätten. Dr. Jürgen Brautmeier benannte die Notwendigkeit einer „digitalen Medienordnung“. Im Gegensatz zu Geist wollte er sich aber nicht für eine zentrale Regulierungsstelle nach britischem Vorbild aussprechen und hob stattdessen die Vorteile des deutschen Föderalismus hervor. Marmor plädierte für mehr Gelassenheit in der Regulierungsdiskussion. Auch wenn Internet-Anbieter wie Google wichtiger würden, bleibe die Tagesschau eines der wichtigsten Medien der Meinungsbildung: „Wir haben einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“

 

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen