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Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2013: Interview mit Dr. Andreas Bereczky und Siegfried Schneider zu DVB-T

von am 08.05.2013 in Allgemein, Archiv, Dualer Rundfunk, Infrastruktur, Internet, Interviews, Medienpolitik, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Rundfunk

<h4>Rundfunk</h4>Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2013: Interview mit Dr. Andreas Bereczky und Siegfried Schneider zu DVB-T
Dr. Andreas Bereczky und Siegfried Schneider

08.05.13 Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland wurden am Dienstag zahlreiche aktuelle Themen diskutiert, darunter auch die Frage “DVB-T – Wie geht es weiter?”. Hierzu befragte medienpolitik.net Dr. Andreas Bereczky (Produktionsdirektor des ZDF) und Siegfried Schneider (Präsident der BLM).   

„DVB-T liegt nicht auf der Intensivstation“

… so Dr. Bereczky (ZDF) anläßlich des Podiums „DVB-T Wie geht es weiter“ auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig. Mit Siegfried Schneider (Bayerische Landesmedienanstalt) war er sich einig, dass es zwar sehr bedauerlich und ein schlechtes Signal sei, dass RTL beschlossen habe, sich ab 2016 von DVB-T als digitalem terrestrischen Übertragungsweg zu verabschieden. Schließlich, so Schneider, sei RTL ein großer Player auf dem Fernsehmarkt. Da die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und nun mehr auch PRO7SAT1 dabei blieben, könne von einem AUS dieser Technik in Deutschland aber keine Rede sein.

Schneider und Bereczky wiesen auf die Bedeutung dieser Technologie für die Abdeckung Gesamtdeutschlands mit einem Fernsehen auf hohem Qualitätsniveau. Dieses gelte im übrigen auch für DVB-T2, welches die doppelte Leistung bzw
noch mehr Qualität bringe. Sicherlich seien auf Seiten der Sender Aufwendungen notwendig, diese seien aber ebenso wie die Investitionen bei den Zuschauern für die erforderlichen Boxen durchaus gerechtfertigt und überschaubar. Wichtig sei jetzt ein Zeitplan, damit sich alle Player darauf einstellen können, 2015 sei da nicht unrealistisch, so Bereczky.

„Wir haben ein großes Interesse, dass alle großen Medienunternehmen dabei sind“, sagt Dr. Andreas Bereczky auf die Frage, ob sich die öffentlich-rechtlichen Sender überhaupt von DVB-T verabschieden könnten.

  • Es ist ja bekannt, dass sich RTL von DVB-T verabschiedet hat. Ist das das Ende oder welche anderen Konsequenzen hat das, Herr Schneider?
  • Herr Dr. Bereczky, befindet sich DVB-T nach dieser Entscheidung auf der Intensiv-Station?
  • Müßten die öffentlich-rechtlichen Sender nicht sowieso DVB-T anbieten? Könnten sie sich überhaupt verabschieden wie RTL?

„Deutschland darf keinen Sonderweg gehen“, meint Herr Schneider auf die Frage:

  • Welche Konsequenzen hätte es denn, wenn man sich von DVB-T verabschiedet?

„Wir brauchen bis 2015 eine Lösung“, so Dr. Bereczky auf die Fragen:

  • Was muss jetzt in nächsten Schritt passieren?
  • Wann könnte der Start zu DVB-T 2 liegen?

„Es ist wichtig, dass sich die Bundesrepublik auf der Frequenzen-Konferenz 2015 für ein klares „Ja“ für die Rundfunkfrequenzen ausspricht“, so Siegfried Schneider.

  • Herr Schneider, ist der Aufwand für die Einführung von DVB-T 2 zu rechtfertigen (80 € Geräteanschaffungskosten für den Verbraucher)?
  • Was wäre ihr Wunsch, Herr Dr. Bereczky?

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