Rundfunk:

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Was ist sein Auftrag?

von am 21.05.2013 in Allgemein, Archiv

<h4>Rundfunk:</h4>Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Was ist sein Auftrag?
Helmut Hartung, Chefredakteur promedia und medienpolitik.net

21.05.13 Kommentar von Helmut Hartung, Chefredakteur promedia und medienpolitik.net

Im nächsten Jahr wird die Arbeitsgruppe Beitragsstabilität der Länder, die vom Chef der Sächsischen Staatskanzlei Dr. Johannes Beermann geleitet wird, ihren Bericht präsentieren. Zeit wird es. Seit 2010 denken Staatskanzleichefs und- Chefinnen in dieser AG darüber nach, wie der monatliche Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro auch für die nächsten Jahre stabil gehalten werden kann. Bis 2016 wird es – so hat es Beermann im Interview im aktuellen promedia-Heft bestätigt – keine Anpassung geben. Aber danach? Die Länder versuchen gegenwärtig die Quadratur des Kreises: Die Qualität der öffentlich-rechtlichen Programme soll steigen, das Online-Angebot soll möglichst ausgebaut werden, ein Jugendkanal etabliert und die Eigenproduktionen und Beteiligungen an Kinofilmen mindestens beibehalten werden. Zudem sollen Produzenten an der digitalen Verwertung finanziell beteiligt und natürlich der Breitensport durch entsprechende Berichterstattung gefördert werden. Nicht zu vergessen die Orchester und die Unterstützung für kulturelle Highlights in den Regionen. Das ist nur eine Auswahl aus dem Füllhorn der Erwartungen an die öffentlich-rechtlichen Sender.

Es wird Zeit, dass die Ministerpräsidenten der Länder das Aufgabenfeld klarer bestimmen und Prioritäten setzen. Diese Prioritäten müssen im Programm liegen, das zum einen alle Altersgruppen erreicht und zum anderen die Inhalte präsentiert, die private Anbieter nicht oder nur unzureichend bieten. Dazu kommt eine Verknüpfung der TV- oder Radio-Inhalte mit unterschiedlichen Verbreitungswegen. Wie das effektiv und modern aussehen kann, zeigt ARTE sehr anschaulich.

Das auszutarieren ist sicher nicht immer einfach, auch weil die Grenzen in den Rundfunkstaatsverträgen relativ weit gesteckt sind. Diese Grenzen muss die Politik enger ziehen und da reicht es nicht aus, einige Digitalkanäle abzuschalten. Es geht vor allem darum, ob sich ARD und ZDF weiter als Konkurrenten und Wettbewerber begreifen und damit weiterhin vieles doppelt und parallel anbieten, oder ob es künftig eine sinnvolle Arbeitsteilung und ein Höchstmaß an Kooperationen gibt. Dann könnten auch 17,98 für die nächsten Jahre reichen.

Lesen Sie dazu hier die drei Interviews mit:

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