Netzpolitik:

Blogger mit Einfluss

von am 22.07.2013 in Allgemein, Archiv, Internet, Leistungsschutzrecht, Netzpolitik, Netzpolitik, Plattformen und Aggregatoren, Umfrage

<h4>Netzpolitik:</h4>Blogger mit Einfluss
Coskun Tuna, Geschäftsführer und Mitgründer von“ rankseller“

Bloggen – eine neue Finanzierungsquelle für Journalisten?

22.07.13 medienpolitik.net sprach mit Coskun Tuna, Geschäftsführer und Mitgründer von“ rankseller“, über den wachsenden Einfluss von Bloggern mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft.

Früher, so Coskun Tuna, habe er sich immer gewundert, was es alles an Magazinen im Bahnhofszeitungsladen gegeben habe. Gegenüber der Themenvielfalt in der heutigen Bloggerszene sei das allerdings eher ein Minikosmos gewesen.

rankseller“ ein aus Berlin stammender Marktplatz für Blog-Marketing und Blog-Vermarktung, hat eine Umfrage in der Bloggerszene gestartet. 48.000 Kontakte sind angeschrieben worden, 2.344 Blogger haben sich an der Umfrage beteiligt. Das ist sicherlich nicht repräsentativ im forensischen Sinne, aber einige interessante Aspekte sind dennoch zum Vorschein gekommen.

Zu einem erheblichen Teil wird mit den Blogs im Netz Geld eingenommen, 71 % der Antwortenden gaben dies an. Von denen setzen fast 13 % 300 bis 500 € um, fast 11% zwischen 500 und 1.000 € und gut 10 % sogar über 1.000 €. Nachvollziehbar wird das, wenn man sich die Themengebiete anschaut: Heim und Garten, Gesundheit und Ernährung, Reise und Touristik, Elektronik und Computer Lifestyle und Mode etc., im Grunde weitgehend themenspezifische Internetmagazine.

Gut ein Drittel verfügt über einen Blog, ein weiteres Drittel über ein bis drei Blogs und das restliche Drittel hat über fünf Blogs. Nach Einschätzung von Coskun Tuna bewegen sich gute Blogger zwischen ein bis drei Blogs, mehr sind aus seiner Sicht nicht seriös zu beherrschen.

Tuna sieht in der Bloggerszene übrigens ein potentielles Betätigungsfeld für Journalisten, was ihm von dieser Berufsgruppe auch Kritik eingebracht hat, da diese hier eben kein auskömmliches Finanzierungsmodell sehen. Dennoch haben fast 18 % der Blogger einen journalistischen Anspruch und gut 15 % eine journalistische Ausbildung.

Was nicht messbar, aber nach Einschätzung aller Fachleute sicher heute schon Realität ist, ist die wirtschaftliche und redaktionelle Macht, die über die Blogs ausgeübt werden kann, sei es positiv befördernd oder negativ schädigend. Damit hat die Bloggerszene offenkundig keine größeren Probleme, problematischer ist allerdings nach Tunas Sicht der Szene das Urheberrecht und das damit einhergehende Abmahnwesen. Hier (insbesondere bei Bildern im Netz) herrsche große Unsicherheit, was man machen dürfe und was nicht.

Gefragt, wo er Regelungsbedarf für die Politik in Deutschland sehe, gibt Tuna einen sehr pragmatischen Rat: Nicht mit vorschnellen Gesetzen im Grunde keinem etwas geben wie beim Leistungsschutzrecht, sondern dafür sorgen, dass Leistungen, die in Deutschland erbracht und bezahlt werden, auch hier steuerlich erfasst werden – eigentlich für Finanzminister ein interessanter Ansatz.

© rankseller.de

 

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