Rundfunk:

„Digitalisierung des Hörfunks: Hat UKW eine Zukunft?“

von am 11.11.2013 in Allgemein, Archiv, Digitale Medien, Internet, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Rede, Rundfunk

<h4>Rundfunk:</h4>„Digitalisierung des Hörfunks: Hat UKW eine Zukunft?“
Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer FB Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) I © Christof Wagner / RTR

Die Zukunft der UKW-Übertragung hängt entscheidend davon ab, mit welchen Angeboten DAB+ für sich wirbt.

11.11.13 Von Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer für den Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH)

Bei seiner Rede auf dem Symposium „Eigene Gattung, eigene Regulierung? – Hörfunk vor der Herausforderung Konvergenz“ der Veranstalter RTR, die medienanstalten und der Landesmedienanstalt Saarland ging Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer für den Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, auf die Entwicklung und Vorzüge des digitalen Radios ein und drängte auf die baldige UKW-Abschaltung. Wichtig wäre es DAB+ für die Zuhörer attraktiver zu machen, wie zum Beispiel durch visuelle Angebote, den Einbau von Displays in den Digitalradios und eine höhere Programmvielfalt. Für die Radioveranstalter lägen die Vorteile von DAB+ mit den deutlich geringeren Verbreitungskosten hingegen auf der Hand.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Vor wenigen Tagen, genauer gesagt: am 29. Oktober 2013, feierte hier in Berlin der öffentliche Rundfunk sein 90jähriges Bestehen. Am 29. Oktober 1923 begann der deutsche Rundfunk im Berliner VOX-Haus seine erste offizielle Radiosendung mit einfacher Musik und mit schlichten Gesangsvorträgen.

Zu Österreich könnte man in der „Radio-Geschichte“ vereinfachend sagen: „Radio erfunden, aber keiner hat’s gemerkt“. Es war nämlich der Tiroler Physiker Otto Nußbaumer, der bereits im Jahr 1904 die „drahtlose Telefonie“ erfand und erstmals Musik und Sprache auf Radiowellen übertrug. Wir wissen leider nicht, warum diese Entdeckung von Otto Nußbaumer nicht konsequent weiterverfolgt und kein Patent angemeldet wurde.

Nun aber zurück von Österreich ins Berlin des Oktober 1923: Damals, zwei Wochen vor dem großen Start des Radios in Deutschland, war in der ersten Ausgabe der Programmzeitschrift „Der Deutsche Rundfunk“ nachzulesen, welch große, gesellschaftliche Bedeutung der Rundfunk-Pionier und damalige deutsche Staatssekretär für das Telegrafen-, Fernsprech- und Funkwesen, Hans Bredow, dem Rundfunk beimaß. Vor dem Hintergrund der aufziehenden Weltwirtschaftskrise vertrat Bredow damals die Ansicht, der Rundfunk könne „einem freudlosen Volk Anregung und Freude bringen!“ Ja, er könne mit seinen Sendungen „der geistigen Verarmung der Bevölkerung entgegen wirken, für Erholung, Unterhaltung und Zerstreuung sorgen sowie die Arbeitsfreude steigern.“

Nun, was davon das Radio aus heutiger Sicht tatsächlich erreicht hat, mag jeder selbst- und Viele wahrscheinlich unterschiedlich beurteilen. Damals jedenfalls konnte sich leider gerade das“ freudlose Volk“ noch auf Jahre hinaus einen Rundfunkempfänger nicht leisten. Dass es dann ausgerechnet der „Volksempfänger“ aus der Propaganda-Maschinerie der Nationalsozialisten war, der das Radio zum Massenmedium machte, gehört sicher zu den weiteren Aspekten seiner Geschichte.

Jedenfalls hat Hans Bredow letztlich die Wirkung des Radios auf die Menschen sehr zutreffend vorausgesehen.

Die Einführung des UKW-Rundfunks nach dem zweiten Weltkrieg hat dem Medium seine zweite Blütezeit beschert. Und auch der in den 60er Jahren begonnene Siegeszug des Fernsehens hat bis heute nichts daran geändert, dass kein Medium täglich so viele Menschen erreicht, wie das  Radio. Dabei hat es ungeheure Entwicklungen durchlaufen. Die Einführung des Privatfunks und die damit einhergehende Programmvielfalt haben entscheidend zur bis heute anhaltenden Attraktivität der Gattung beigetragen – auch wenn das Radio seit Einführung des Fernsehens den Stempel „Begleitmedium“ trägt.

Doch wir alle erleben auch, dass sich der Medienmarkt insgesamt seit einigen Jahren rasant verändert. Die Themen Digitalisierung und Internet haben selbst den klassischen Printbereich überrollt. Auch das Radio ist längst digital verfügbar – wenn nicht schon als digitaler Hörfunk, dann zumindest über das Internet. Jeder Sender, der es sich leisten kann, verlängert sein Angebot an die Konsumenten und an die Werbewirtschaft in den online-Bereich. Und praktisch kein Sender kann es sich leisten, dies nicht zu tun. Natürlich muss das Radio auf jenen zeitgemäßen Plattformen vertreten sein, auf denen seine Hörer sich bewegen. In diesem Umfeld kann sich das Radio der Diskussion um die Zukunft seiner UKW-Verbreitung wohl nicht mehr entziehen – mit aus meiner Sicht jedoch nur schwer absehbarem Ausgang.

Immerhin blicken wir in Europa auf einen bald 20jährigen Zeitraum zurück, in dem in verschiedenen Ländern an einer Etablierung der digitalen Hörfunkübertragung gearbeitet wird.

Ich selbst hatte erstmals intensiven Kontakt mit dem Thema „DAB“ – also Digital Audio Broadcasting – vor bereits mehr als 13 Jahren: Ich war damals Geschäftsführer des ersten Privatradios in Österreich, nämlich der Antenne Steiermark, und wir hatten damals eine inhaltliche Veranstaltung, anlässlich unseres fünften Geburtstages,  zur Zukunft des Radios. Bei dieser Veranstaltung referierte ein technischer Spitzenexperte des Bayerischen Rundfunks über die Digitalisierung des Hörfunks. Ich dachte mir damals: Das ist ja ganz einfach und klar, es kommt zur Digitalisierung im Fernsehbereich und nun eben auch im Hörfunk! Dass die Digitalisierung im Hörfunkbereich nicht mit der TV-Digitalisierung vergleichbar ist, ja in kaum einer Art – weder technisch, noch zeitlich, noch von der Versorgung mit den terrestrischen Angeboten – war damals keinesfalls klar.

Es hat sich in diesen Jahren, Ende der 90er Jahre und am Beginn des vergangenen Jahrzehnts, in Österreich der Österreichische Rundfunk mit dem digitalen Radio auf der Basis der Technologie DAB befasst. So gab es über mehrere Jahre einen Versuchsbetrieb für die Verbreitung von DAB im Bereich unserer Hauptstadt Wien, weiters gab es auch einen DAB-Betrieb im Bundesland Tirol, gewissermaßen um den deutschen Autofahrern auch in Österreich, teilweise auf der Durchreise nach Italien, den DAB-Genuss nicht vorzuenthalten. Dieser DAB-Versuchsbetrieb wurde aber bereits vor mehreren Jahren wieder eingestellt.

Natürlich widmen auch wir uns in Österreich massiv der Zukunftsentwicklung des Hörfunks. So haben wir eine Interessengemeinschaft Digitaler Hörfunk gegründet, an der alle Radioveranstalter, nämlich der ORF, die privaten kommerziellen Radios sowie die Freien Radios teilnehmen. Weiters nahmen auch Mitarbeiter der KommAustria sowie der RTR-GmbH, des Bundeskanzleramtes, der Infrastrukturfirmen – wie die ORS – , Autofirmen sowie insbesondere Experten aus unseren Nachbarländern, nämlich aus Deutschland und der Schweiz daran teil. Ich möchte mich gerade hier in Berlin bei Dr. Gerd Bauer aus dem Saarland, dem Hörfunkbeauftragten der deutschen Landesmedienanstalten, sowie bei Marcel Regnotto vom schweizerischen BAKOM sehr herzlich für diese ausgezeichnete, mehrjährige Kooperation bedanken!!

Nun, was hat die Interessensgemeinschaft Digitaler Hörfunk bei uns in Österreich, bereits im Jahr 2009, bewirkt:

  1. Haben wir darauf hingewirkt, dass inzwischen gesetzliche Vorsorge getroffen worden ist, dass nunmehr eine Ausschreibung einer Multiplex-Plattform für digitalen terrestrischen Hörfunk nach § 15 des Privatradiogesetzes möglich ist.
  2. Haben auch wir in Österreich alle Vorkehrungen getroffen, damit auch in frequenztechnischer Hinsicht genügend Frequenzen für die Verbreitung von digitalem Hörfunk zur Verfügung stehen. Insgesamt stehen sieben verschiedene Layer für nationale oder regionale Verbreitung des digitalen Hörfunks zur Verfügung.
  3. Schließlich haben wir uns auch bereits vor mehreren Jahren daraufhin verstanden, dass in Österreich insbesondere DAB+ für den digitalen Hörfunk Verwendung finden sollte.
  4. Weiters beobachten wir auch intensiv die Entwicklung in anderen Ländern Europas, um den Erfolg des digitalen Hörfunks begleiten und allenfalls auch in Österreich umsetzen zu können. Und wenn ich hier wieder von „wir“ spreche, dann meine ich damit vor allem die Programmverantwortlichen der Hörfunkbetreiber, nämlich sowohl des Österreichischen Rundfunks, der privaten Radios wie auch der Freien Radios.

Und wie sehen wir nun die Entwicklung des digitalen Hörfunks in Europa?

In unseren Augen gilt Großbritannien als erfolgreichster der großen Märkte. Dort startete man 1995. Heute entfallen in Großbritannien rund 21% aller gehörten Radiostunden auf DAB, weitere 11 % auf Internet-Streaming. Das heißt andererseits, dass 68% aller Radiostunden weiterhin via UKW gehört werden.

In Deutschland wurde 2011 ein Neustart mit DAB+ unternommen, nachdem verschiedenste Gründe einen Erfolg des 1999 gestarteten DAB „alt“ vereitelt haben. 2,7 Millionen Empfangsgeräte sind nun laut einer aktuellen Erhebung der Kommission für Zulassung und Aufsicht, der „ZAK“, in deutschen Haushalten vorhanden. Ein Erfolg, der aber auch in Relation zu knapp 40 Millionen Haushalten und zu rund 140 Millionen in Benutzung befindlichen, analogen Radiogeräten zu stellen ist. Dem Digitalisierungsbericht der deutschen Medienanstalten, ist zudem zu entnehmen, dass 5% der deutschen Radiohörer DAB+ nutzen, aber auch, dass nur 0,5% der Deutschen das Digitalradio bevorzugen.

Über Bekanntheit und Nutzung von Digitalradio wurde von ARD und WDR eine Studie durch das Institut forsa im September 2012 und im Februar 2013 im Wege von Telefonbefragungen durchgeführt. Daraus habe ich lernen können, dass 44 % aller Befragten Anfang 2013 in der Bundesrepublik Deutschland schon einmal etwas von „Digitalradio“ gehört haben.7,4 % besaßen nach dieser Studie ein Digitalradio und 2,1 % planten die Anschaffung eines Digitalradios. 91 % aller Befragten wünschten sich einen „störungsfreien Empfang“, während das größere Programmangebot gegenüber dem UKW-Empfang hingegen bundesweit am wenigsten bedeutsam war. In der Zusammenfassung dieser Studie steht u.a. abschließend auch, dass bezogen auf diejenigen, die bereits vom Digitalradio gehört haben, eine Kaufabsicht mit rund 6 Prozent als eher gering eingeschätzt wird. Aber dazu werden wir sicher heute noch weitere – auch andere und bessere Einschätzungen zu hören bekommen.

Das größte Problem des Digitalradios scheint der Erfolg von UKW zu sein. UKW-Empfang ist praktisch überall und in sehr guter oder zumindest – aus Sicht der Konsumenten – in offenbar zufrieden stellender Qualität verfügbar. Anders als beim Boom der Flachbildschirme im Fernsehmarkt, ist beim Radio auf Geräteseite kaum etwas am Markt, das besondere Schwächen der analogen Übertragung offenbaren würde. Das Argument der hervorragenden Klangqualität des Digitalradios kann die Konsumenten jedenfalls wohl nicht in dem Maße erreichen und auch überzeugen, wie es dem HD-Effekt beim Fernsehen gelingt. Letztlich verfügt die große Mehrheit der angebotenen und verkauften DAB+ Empfänger auch nur über einen Lautsprecher und bietet somit nicht einmal Stereogenuss.

Auch Klagen über einen Mangel an Programmvielfalt hört man in Bezug auf das Radio eher selten – insbesondere nicht in den Ballungsgebieten, denen auch in der digitalen Verbreitungswelt das besondere Interesse vor allem der privaten Radioveranstalter gilt.

Dass aber andererseits neue, besondere Programmangebote durchaus ein Treiber für das Digitalradio sein können, hat hier in Deutschland das Beispiel des Fußballradios „90elf“ gezeigt. Als „90elf“ die Bundesligarechte verlor, wurde dies als spezifischer Nachteil der digitalen Hörfunkübertragung gewertet. Das Beispiel zeigt aber auch, welche Herausforderung es ist,  überzeugende, neue Programmangebote zu entwickeln, mit denen die Konsumenten zum Kauf neuer Empfangsgeräte zu bewegen sind.

Zukünftige Zusatzdienste, die erst umständlich erklärt werden müssen, sind selten ein starkes Argument. Dennoch wird ein Hörfunkangebot, das UKW ablösen soll, neben überzeugenden Programmangeboten wohl auch in „Look and Feel“ Neues anbieten müssen. Dafür spricht, dass schon heute rund 11% der jüngeren Hörer bis 39 Jahren Radio lieber über das Internet streamen. Auch dies belegt die Untersuchung der deutschen Landesmedienanstalten. Ein Großteil dieser Internetradio-Nutzung findet dank Flatrates am Smartphone statt, obwohl diese Geräte fast ausnahmslos auch UKW-Empfänger enthalten. Es sind wohl also unter anderem auch die optischen Angebote wie Bilder von CD-Covern und zusätzliche Textangebote am Bildschirm, die das Internetradio für die Jüngeren attraktiv machen.

Dies könnte dafür sprechen, dass Veranstalter und Geräteindustrie entsprechende Inhalte und leistbare Geräte mit Display anbieten sollten, wenn sie mit dem digitalen Hörfunk beim Hörer ankommen wollen. Und letztlich wird das visuelle Radio wohl auch ein attraktives Argument gegenüber der Werbewirtschaft sein können. Die Möglichkeit, auch Bilder und Zusatzdienste auf digitale Radiogeräte übertragen zu können, lässt weiters verbesserte Werbemodelle zu und ermöglicht dem Radio ein zeitgemäßes Erscheinungsbild, das gerade die jüngeren Zielgruppen anspricht. Das alles bedeutet Investitionen, die aber wohl notwendig sind, wenn der Mehrwert einer digitalen Hörfunkübertragung erklärt werden soll.

Während es also nicht leicht erscheint, die Konsumenten mit eingängigen Botschaften von den Vorzügen des digitalen Hörfunks zu überzeugen, scheinen die Vorteile für die Radioveranstalter weitaus greifbarer zu sein. Dazu zählen deutlich geringere Verbreitungskosten, sofern eine UKW-Abschaltung erst einmal vollzogen ist. Und die baldige UKW-Abschaltung ist auch ein Thema, das immer häufiger von den Experten promotet wird. Auch die deutlich größere Programmvielfalt, die mit der digitalen Hörfunkübertragung ermöglicht wird, ist im Vergleich mit dem Angebot im World Wide Web eine geradezu überschaubare Wettbewerbsherausforderung. Hinzu kommt, dass es sich aus heutiger Sicht kein Radioveranstalter wünschen kann, dass sein Programm massenhaft über das Internet abgerufen wird, denn mit jedem weiteren Nutzer steigen auf diesem Weg die Verbreitungskosten. Für ein Massenmedium bleibt Broadcast weiterhin die preisgünstigste Alternative.

In Norwegen beispielsweise gibt es den Plan, die UKW-Verbreitung bereits 2017 abzuschalten. Auch aus Deutschland hören wir immer häufiger Hoffnungen bzw. Planungen einer baldigen UKW-Abschaltung. Folgerichtig war in den vergangenen Tagen von Herrn Dr. Willi Steul, dem Intendanten des Deutschlandradios und gleich Gesprächsteilnehmer im folgenden Panel, in mehreren Medien der Aufruf zu einer baldigen Abschaltung des UKW-Radios zu lesen. Für ihn, dessen Wellen „Deutschlandfunk“ und „Deutschlandradio Kultur“ nicht nur auf dem bundesweiten DAB+ Multiplex verbreitet werden, sondern zwischen Altenburg und Zwickau auch auf unzähligen UKW-Frequenzen, ist das Einsparungspotential enorm.

Was  wären also denkbare Folgen einer schnellen UKW-Abschaltung?

Die Sorge einiger Radioveranstalter, die Hörer könnten massenweise ganz auf das Radio verzichten, teile ich nicht. Dafür ist es zu sehr in unserem täglichen Leben verankert, bietet Unterhaltung und schnelle, aktuelle Informationen. Aber würden gerade die jungen Hörer bis 39 Jahre Geld in DAB+ Empfänger investieren? Oder würden sie ganz zum Internet-Radio über Smartphone, Tablet und Laptop wechseln? Immerhin sollte man nicht außer Acht lassen, dass die wenigen DAB+ Geräte mit einem attraktiven Display, wie beispielsweise das „Sensia“ von Pure, relativ teuer sind, wie ein Mittelklasse-Smartphone, das ohnehin ein gutes Display, Zusatzdienste und Interaktion erlaubt. Umgekehrt ist die Frage leichter zu beantworten: Ein Betrieb von DAB+ ohne überzeugende neue Angebote und ohne ein baldiges, analoges Abschaltszenario würde wohl einen jahrelangen, teuren Simulcast-Betrieb bedeuten. Gerade in kleineren, umsatzschwächeren Radiomärkten, wie dem unseren in Österreich, wäre die Frage, wer sich das auf Sicht leisten kann. Insoferne bin ich persönlich dafür, dass wir die UKW-Verbreitung bald einstellen sollten, wenn wir auf einen raschen Erfolg von DAB+ setzen wollen.

Die Zukunft der UKW-Übertragung hängt aus meiner Sicht also entscheidend davon ab, mit welchen Angeboten die Alternative DAB+ für sich wirbt. Dazu gehören attraktive, neue Programme neben den etablierten, beliebten Programmen, dazu gehören attraktive Endgeräte mit Displays, die auch optisch einen Mehrwert bieten und dazu gehören Bereitschaft und Investitionswille und -vermögen der Hörfunkveranstalter, solche neuen Zusatzdienste auch zu entwickeln und anzubieten. Wenn das neue, digitale Radio einen überzeugenden, leicht erkennbaren Mehrwert bietet, dann kann es und dann wird es  auch Erfolg haben. Danke!

/p

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2 KommentareKommentieren

  • Dr. Heinz Anderle - 10.07.2014 Antworten

    Ich wohne in privilegierter Lage, mit direkter Sicht auf den wenige Kilometer entfernten Kahlenbergsender, und empfange Ö1 mit einem sehr hochwertigen Analog-UKW-Tuner so sauber und klar, daß ich die hervorragende Qualität dieses Kultursenders in Klang und Inhalt gleichermaßen genießen kann.

    Was soll ich also mit dem zerquetschten Digitalformat? Das mag vielleicht für die zu Tode komprimierten Dudel- und Dodelprogramme mit ihrem Verblödungsauftrag der Massen angemessen sein, nicht aber für einen audiophilen Anspruch auf unverfälschte Übertragung solcher Juwelen wie dem Neujahrskonzert, der Festspielproduktionen, von Opernaufführungen oder von der Alten Musik, und nicht zuletzt auch von Jazz- und Weltmusikkonzerten – seit 50 Jahren inzwischen.

    Hoffen wir also, daß der klassische UKW-Rundfunk in Österreich den Begehrlichkeiten des Unterhaltungselektronikramschhandels noch lange trotzt. Immerhin hat Ö1 eine Reichweite wie sonst kein anderer derartiger Radiosender. Die Technik ist ausgereift, standardisiert und verläßlich – und kann so ruhig weitere 50 Jahre ihre Qualität beweisen.

  • Radio-Hörer - 15.09.2014 Antworten

    Ich denke, es geht der Industrie wieder nur darum, neue Geräte auf den Markt zu werfen, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu holen. So wie bei den ständigen Neuentwicklungen der Mobiltelefone, den Energiesparlampen usw. Die alten Geräte sollen moralisch verschleißen und bei den Radiogeräten dann am besten unbrauchbar werden, dann muss das Kaufvolk ja endlich neues Zeug kaufen. Und Millionen funktionsfähige Radios landen im Müll. Sehr ökologisch!

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