Plattformen und Aggregatoren:

„Sky ist die Nummer Eins im Serienbereich“

von am 15.10.2014 in Archiv, Plattformen und Aggregatoren

<h4>Plattformen und Aggregatoren: </h4>„Sky ist die Nummer Eins im Serienbereich“
Gary Davey, Executive Vice President Programming bei Sky Deutschland

Sky Deutschland plant weitere fiktionale Eigenproduktionen

15.10.14 Interview mit Gary Davey, Executive Vice President Programming bei Sky Deutschland

Sky Deutschland und HBO haben ihren bestehenden Exklusivvertrag vorzeitig verlängert. Sky sichert sich damit bis zum Ende des Jahrzehnts die Ausstrahlungsrechte der hochqualitativen HBO-Programme. Alle hochkarätigen neuen Produktionen feiern in Deutschland und Österreich weiterhin exklusiv ihre Premiere bei Sky. Direkt nach Abschluss der Ausstrahlung bei HBO starten Serien wie „Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“ oder „True Detective“ in Originalsprache bei Sky. Home Box Office, Inc ist die Premium-TV-Tochtergesellschaft von Time Warner Inc. und der weltweit erfolgreichste Pay-TV-Anbieter. Wie Gary Davey in einem medienpolitik.net-Gespräch betont, hat Sky weitere Kooperationen aktuell verlängert. So mit Disney, MGM, NBCUniversal und Twentieth Century Fox. „Sky“, so Davey, „ist die Nummer Eins im Serienbereich. 2014 werden wir 125 Serienpremieren auf Sky zeigen, darunter ist das Beste, was es an Serien gibt.“

medienpolitik.net: Herr Davey, Welche Konsequenzen hat der  Netflix-Start für Sky?

Gary Davey: Zuerst einmal heißen wir Netflix ganz herzlich willkommen in Deutschland. Jeder neue Player im Markt trägt dazu bei, bei den Konsumenten das Bewusstsein für Video-On-Demand und Pay-TV grundsätzlich zu steigern und so den Pay-TV-Markt weiter zu erschließen. Sky ist hervorragend aufgestellt und verfügt über langfristige und umfangreiche Lizenzvereinbarungen mit den großen Hollywoodstudios und zahlreichen Independents. So haben wir unter anderem exklusive Erstausstrahlungsrechte für unzählige Blockbuster und herausragende HBO-Serien wie „Game of Thrones“ und „True Detective“. Durch die Verlängerung unserer exklusiven Partnerschaft mit HBO bleibt Sky bis zum Ende des Jahrzehnts ‚Home of HBO‘ und alle hochkarätigen neuen Produktionen werden exklusiv als TV Premiere bei uns zu sehen sein. Auch für die Serie „House of Cards“ haben wir basierend auf einem Life-Of-Series-Commitment exklusive Erstverwertungsrechte erworben und zeigen auch zukünftig alle neuen Staffeln der Serie exklusiv und immer zuerst bei Sky. Die aktuellsten Top-Serien gibt es sogar zeitgleich zur US-Premiere auf Sky Go, dem besten Online-Fernsehen in Deutschland und Österreich, das für alle Sky Kunden kostenlos freigeschaltet ist. Mit Snap bedienen wir die steigende Nachfrage nach VOD-Inhalten mit noch mehr großartigen Filmen, Serien und Kinderprogrammen auf Abruf – und das zum unschlagbaren Preis von monatlich nur € 3,99. Snap ist damit der einfachste Eintritt in die Welt von Sky und wir garantieren unseren Abonnenten auch zukünftig ein unvergleichbares Portfolio an Entertainment-Inhalten.

medienpolitik.net: Netflix basiert auf einem Abo-System, Sky basiert auf einem Abo-System. Müssen sie nicht fürchten dass Ihnen Kunden abwandern? Schließlich kann man sein Geld nur einmal ausgeben…

Gary Davey: Unser Kerngeschäft ist unser Pay-TV-Abonnement. Darüber hinaus bieten wir mit Snap by Sky für alle Bestandskunden eine Erweiterung für Ihr Abonnement und einen günstigen Eintritt in die Welt von Sky für alle ohne Sky-Abonnement. Ein Sky-Bestandskunde bekommt also für monatlich zusätzlich nur € 3,99 tausende Filme, Serien und Kinderprogramme zu seinem Abonnement hinzu – das eine schließt also das andere nicht aus.

medienpolitik.net: Wie sehen Sie die Gefahr für Sky, dass Partner, die bisher mit Ihren Inhalten bei Ihnen vertreten sind, zu VoD-Plattformen abwandern?

Gary Davey: Wie gesagt, haben wir langfristige und umfangreiche Partnerschaften mit den meisten Hollywoodstudios und einer Vielzahl an Independents. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Viele dieser Kooperationen haben wir erst vor kurzem verlängert und um zusätzliche Rechte erweitert. Darunter fallen unter anderem HBO, Disney, MGM, NBCUniversal und Twentieth Century Fox.

medienpolitik.net: Wie stark verändern VoD-Plattformen generell unser Fernsehverhalten?

Gary Davey: Der Video-on-Demand-Markt wird in den nächsten Jahren dynamisch wachsen. Dies passiert ergänzend und parallel zum klassischen Fernsehen. Wir verbinden lineares Fernsehen und Video-on-Demand und orientieren uns dabei ganz an den Sehgewohnheiten und Bedürfnissen unserer Kunden. Denn unsere Abonnenten haben die freie Wahl, ob sie den Fernseher lieber zum linearen Ausstrahlungstermin einschalten, einen Film oder eine ganze Serie auf dem Sky+ Festplattenreceiver aufnehmen und zeitversetzt genießen oder Inhalte direkt auf Knopfdruck über Sky Go, Snap oder Sky Anytime abrufen. Damit ermöglichen wir bereits jetzt die größtmögliche Flexibilität, die besten Programminhalte zu genießen. Dinge ändern sich, aber lineares Fernsehen wird es noch eine lange Zeit geben.

medienpolitik.net: Kann es eine „friedliche Koexistenz“ zwischen VoD-Plattformen, Pay-Sendern und Free-TV geben?

Gary Davey: Wir sind Pay-TV-Anbieter und verfügen gleichzeitig mit unseren Services Sky Go, Sky Anytime und Snap auch über VoD-Plattformen. Diese Koexistenz, die sich bei Sky perfekt ergänzt, ist für uns also bereits Realität.  VoD-Plattformen wollen vor allem durch ein breites Angebot Kunden gewinnen.

medienpolitik.net: Welche Rolle spielt für Sky die Exklusivität von Inhalten?

Gary Davey: Exklusivität spielt neben Qualität bei Sky eine sehr wichtige Rolle. So verfügt Sky über das exklusivste Portfolio in den Bereichen Live-Sport, Filme und Serien in Deutschland und Österreich. Unter anderem durch unsere exklusive Kooperation mit HBO können wir unseren Kunden die neuesten Serien nur wenige Stunden nach der US-Premiere bereits exklusiv im Original auf Sky Go zeigen.

medienpolitik.net: Netflix gewinnt Abonnenten und sorgt für PR durch exklusive fiktionale Produktionen. Geraten Sie nicht jetzt unter Druck, auch stärker in exklusive fiktionale Inhalte – und nicht nur in Sport – zu investieren?

Gary Davey: Im Sportbereich sind wir bereits sehr intensiv im Bereich Eigenproduktionen aktiv. Im fiktionalen Bereich arbeiten wir an den Co-Produktionen „100 Code“ und „Diabolik“ – letztere gemeinsam mit BSkyB und Sky Italia. Weitere lokale Eigenproduktionen werden folgen, wir werden uns hierfür jedoch die nötige Zeit nehmen, um zur gegebenen Zeit das bestmögliche Produkt präsentieren zu können.

medienpolitik.net: Was versprechen Sie sich von solchen Eigenproduktionen: Mehr Abonnenten oder soll es mehr Ihr Image stärken?

Gary Davey: Sowohl als auch. Wenn wir eine eigene Serie produzieren, passiert das mit dem Ziel, weitere Abonnenten zu gewinnen und unseren Bestandskunden ein noch breiteres Programmportfolio zu bieten. Dass sich eine Eigenproduktion auch positiv auf das Image auswirkt, ist ein zusätzlicher positiver Effekt.

medienpolitik.net: Sky hat „Game of Thrones“ zeitnah ausgestrahlt. Was hat es Ihnen gebracht?

Gary Davey: Wir haben die exklusive Premiere der vierten Staffel von „Game of Thrones‘‘ nur wenige Stunden nach US-Ausstrahlung im englischen Original gezeigt. Das hatte zur Folge, dass die Serie ihren eigenen Rekord brach: Alle Episoden der Serie wurden zwischen April und Juli 2014 insgesamt über 2,3 Millionen Mal abgerufen. Vor einem Jahr setzte „Game of Thrones‘‘ bereits mit mehr als einer Million Views auf Sky Go neue Maßstäbe. In Kombination mit unseren führenden Innovationen bieten wir mit Programmen wie „Game of Thrones‘‘ das perfekte Angebot für eine neue Generation.

medienpolitik.net: Bei anderen „Edelserien“ wie „Breaking Bad“ oder „Sherlock“ wird man bei Ihnen nicht fündig. Warum nicht? Wonach wählen sie aus?

Gary Davey: Sämtliche Staffeln von „Breaking Bad‘‘ waren über unseren Partnersender AXN auch bei Sky zu sehen. Das Serienfinale mit den Episoden der achten und letzten Staffel haben wir direkt nach US-Start im englischen Original auf Sky Go und Sky Anytime zur Verfügung gestellt. Sky ist die Nummer Eins im Serienbereich. Die Auswahl der Inhalte erfolgt unter Qualitätsaspekten, es ist aber auch unser Ansatz, den richtigen Mix zu finden, um ein vielfältiges Programm für die ganze Familie bereitzustellen. 2014 werden wir 125 Serienpremieren auf Sky zeigen, darunter ist das Beste, was es an Serien gibt.

medienpolitik.net: „Diabolik“ wird gemeinsam mit Sky Italia und BSkyB produziert. Liegt in der Zusammenarbeit innerhalb der Sky-Gruppe nicht insgesamt mehr Potenzial für mehr Eigenproduktionen?

Gary Davey: Wir freuen uns sehr, im Rahmen von „Diabolik‘‘ mit unseren Partnern von Sky Italia und BSkyB zusammenzuarbeiten. Es ist eine tolle Kooperation, die sehr viel Spaß macht. Es liegt nahe, dass wir auch in Zukunft gemeinsame Projekte wohlwollend betrachten werden.

medienpolitik.net: Wie sehen Sie die Chance, dass die von Ihnen in Auftrag gegebenen Serien eine eben solche Qualität wie „House of Cards“ erreichen werden?

Gary Davey: Die Co-Produktion von „100 Code‘‘ hat uns bereits auf Basis des ersten Konzepts überzeugt. Die Produktion inklusive des Casts – u.a. mit Michael Nyqvist und Dominic Monaghan – ist auf höchstem Niveau angesiedelt ist und wird Fans qualitativ hochwertiger Serienunterhaltung ansprechen. Es ist immer schwer, Serien miteinander zu vergleichen, weil jede einzigartig ist. Aber wir sind immer auf der Suche nach komplexen und anspruchsvollen Geschichten – „100 Code‘‘ bildet da keine Ausnahme.

medienpolitik.net: Sie haben kürzlich Sky Go „runderneuert“. Was unterscheidet Sky Go noch vom stationären Sky?

Gary Davey: Die Angebote ergänzen sich optimal und ermöglichen unseren Kunden, das Programm von Sky zu schauen, wo immer und wann auch immer sie möchten. Im Rahmen des Design-Updates von Sky Go haben wir die Benutzeroberfläche erneuert und verbessert für eine noch einfachere Bedienung und schnelleren Zugriff auf die Inhalte. Darüber hinaus wurde das verfügbare Portfolio an Programminhalten ausgebaut. Sky Go ist ein kostenloser Zusatzservice für alle Sky Kunden ab dem Sky Welt Paket, womit sie ihre Programme räumlich und zeitlich völlig flexibel genießen können. Damit haben unsere Kunden das beste Online-Fernsehen in Deutschland und Österreich.

medienpolitik.net: Wie ist die Nutzung von Sky Go? Welche Prognose haben Sie hier?

Gary Davey: Die Sky Go Nutzung wächst unglaublich schnell, was allein schon der Anstieg der Kunden-Logins auf 28,7 Millionen im zweiten Quartal 2014 belegt. Das ist ein Plus von 72% im Vergleich zum Vorjahr. Und ich bin davon überzeugt, dass die Nutzung kontinuierlich weiterwächst.

Der Beitrag wurde in der promedia-Ausgabe Nr. 10/2014 erstveröffentlicht.

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