Rundfunk:

„Sky ist und bleibt die Nummer 1 im Sport“

von am 23.05.2018 in Allgemein, Archiv, Digitale Medien, Dualer Rundfunk, Internet, Interviews, Medienwirtschaft, Rundfunk

<h4>Rundfunk: </h4>„Sky ist und bleibt die Nummer 1 im Sport“
Carsten Schmidt, CEO von Sky Deutschland

Sky verbessert Nutzung der Angebote, kooperiert mit Netflix und produziert mehr exklusive Serien

24.05.18 Interview mit Carsten Schmidt, CEO von Sky Deutschland

Anfang Mai hat Sky Deutschland die Nutzung seiner Angebote für die Kunden deutlich verbessert. Mit Sky Q erhalten Sky-Kunden alles, was sie sich wünschen, auf einer Plattform: Live- und On Demand Fernsehen sowie Apps, alles eingebettet in eine neue Benutzeroberfläche, die einen einfachen und schnellen Zugang zu persönlichen Empfehlungen und vielen neuen Funktionen bietet. Nach der bereits erfolgten Erneuerung der Services Sky Go, Sky Kids und Sky+ Home wird die Innovationsoffensive mit dem Start von Sky Q fortgesetzt. Die Nutzung ist auf bis zu fünf Geräten gleichzeitig möglich. Das neue Sky stellt konsequent die Wünsche der Zuschauer in den Mittelpunkt, sei es über neue und verbesserte Produkte und Services für jeden Kunden und eine einfachere und übersichtlichere Angebotsstruktur.

medienpolitik.net: Herr Schmidt, wie sieht sich Sky 2018 als Plattform oder als eine kuratiertes Programmangebot, einem Sender vergleichbar?

Carsten Schmidt: Sky ist ein Entertainment-Angebot, das seinen Kunden all das bietet, was sie sich wünschen: Sowohl hochwertige lineare Sender als auch ein riesiges On Demand Angebot – beides mit hochqualitativen und exklusiven Inhalten, die Kunden so nur bei Sky sehen können. Nutzer können auf diese überall dort zugreifen, wo es für sie am komfortabelsten ist, sei es zuhause über den Receiver oder die Sky Q App oder unterwegs über Sky Go. Für all diejenigen, die sich nicht lange binden möchten, bieten wir zudem mit Sky Ticket einen monatlich kündbaren Streamingservice. Mit Sky Q haben wir am 2. Mai ein neues Angebot gestartet, das einfach das beste Fernseherlebnis bietet, auf fünf Geräten gleichzeitig, mit vielen innovativen Funktionen, Ultra HD und Zugriff auf Apps wie denen von ARD und ZDF, Red Bull TV, Vevo und vielen weiteren. Das alles ist jedoch erst der Beginn, bereits in den kommenden Monaten werden wir weitere Services launchen, wie z.B. die Sky Soundbox, die das beste Sounderlebnis für das Sky Programm bietet, und die Möglichkeit Sky Q per Sprachsteuerung zu bedienen.

medienpolitik.net: In einer der Informationen zum Start von Sky Q heißt es, Sky Q sei die größte Revolution seit dem Start von Sky Go. Was ist daran so revolutionär?

Carsten Schmidt: Sky Q ist einfach das beste Fernseherlebnis in Europa. Es integriert optimal lineares Fernsehen mit einer riesigen Auswahl an On Demand und Streaming Inhalten. Sky Q vernetzt alle Bildschirme – seien es Fernseher oder mobile Geräte optimal miteinander. Es bietet Funktionen wie Restart, Autoplay sowie Continue Watching und die Möglichkeit Sport, Filme und Serien in Ultra HD zu sehen. Sky Q ist personalisiert, einfach und komfortabel.

medienpolitik.net: Sie wollen über Sky Q auch Netflix anbieten. Ist das nicht eine Kannibalisierung von Sky?

Carsten Schmidt: Wir sehen in neuen und innovativen Partnerschaften, wie der mit Netflix, insbesondere Chancen und noch größeren Komfort für unsere Kunden. Die Kooperation mit Netflix wird zunächst in Großbritannien starten und danach auch in Deutschland und Österreich.

medienpolitik.net: Sie lassen einen wichtigen Konkurrenten auf Ihre Plattform…

Carsten Schmidt: Ziel ist es, das Sky-Erlebnis so einfach und komfortabel wie möglich für unsere Kunden zu machen. Dazu gehören für uns neue Partnerschaften, wie diejenige mit Netflix. Aber auch im Rahmen unserer Kooperation mit der ARD im Rahmen der preisgekrönten Serie „Babylon Berlin“ oder nun mit der Integration der Mediatheken von ARD und ZDF auf Sky Q haben wir bewiesen, dass wir innovative Wege gehen.

medienpolitik.net: Sie sagen: „Unsere Innovationsoffensive steht erst am Anfang“. Was heißt das konkret?

Carsten Schmidt: Wir haben das Jahr 2018 als das Jahr der Kunden bei Sky definiert und angekündigt jedes einzelne Sky Produkt besser zu machen. Zu Jahresbeginn haben wir Sky Go, Sky Kids und Sky+ Home runderneuert, mit Sky Q erlebt unsere Innovationsoffensive ihren ersten Höhepunkt. Aber das ist erst der Anfang, schon im Laufe der kommenden Wochen wird es das neue Sky Ticket geben. Zudem wird die Sky Q App dann auch über Samsung TVs verfügbar sein. Im Sommer geht es mit dem Launch der Sky Soundbox und der Einführung der Funktion Voice Control für Sky Q weiter. Übergreifend können wir sagen, dass wir jeden Monat neue Verbesserungen für unsere Kunden hervorbringen werden.

medienpolitik.net: Sky Q soll auch mit Sprachsteuerung funktionieren. Welche Bedeutung hat diese neue Technologie für Sie?

Carsten Schmidt: Es liegt in der DNA von Sky seinen Kunden die neuesten Innovationen möglichst früh zu bieten. Dazu gehört auch die Möglichkeit Sky Q per Voice Control zu steuern. Dies ist ein weiterer Service, um das Fernseherlebnis unserer Kunden so bequem und einfach wie möglich zu machen.

medienpolitik.net: Sie haben im 1. Quartal 2018 im Vergleich zu Dezember 2017 Abonnenten verloren. Liegt das am geringeren Fußballangebot?

Carsten Schmidt: In Folge einer Neuausrichtung unserer Sales-Strategie und einer damit einhergehenden höheren Kündigungsquote verzeichneten wir im dritten Quartal unseres Geschäftsjahres einen leichten Kundenrückgang – um 30.000 Kunden oder 0,6 Prozent unserer Kundenbasis. Dies ist eine von uns erwartete Entwicklung, die unseren strategischen Plänen für dieses Quartal entsprochen hat, denn wir haben bewusst weniger Rabattangebote eingesetzt. Diese Maßnahme hat sich wiederum in einem um zwei Euro gestiegenen Umsatz pro Neukunde niedergeschlagen.

medienpolitik.net: Werden Sie eine reduzierte Berichterstattung beim Fußball durch neue Sportevents ausgleichen oder verabschiedet sich Sky mittelfristig von teuren aber massenattraktiven Sportevents?

Carsten Schmidt: Sky ist und bleibt die Nummer 1 im Sportbereich. Wir haben bereits im letzten Jahr massiv in Sportrechte investiert. Seit der Saison 2017 zeigt Sky exklusiv die größten Turniere der ATP Tour im deutschen und österreichischen Fernsehen. Damit ist Sky „The Home of Tennis“. Die Partnerschaft mit der DKB Handball-Bundesliga macht Sky zur Heimat für alle Handballfans. Bereits mit unseren Live-Übertragungen der Velux EHF Champions League und der vergangenen Handball-WM haben wir unsere redaktionelle Kompetenz in der Handball-Berichterstattung unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit der DKB Handball-Bundesliga und unseren Partnern ARD/ZDF wollen wir diesen großartigen TV-Sport in den kommenden Jahren in einer Qualität präsentieren, wie man es zuvor in Deutschland noch nicht kannte. Ab der kommenden Saison ist zudem die UEFA Champions League in Deutschland erstmals ausschließlich im Pay-TV zu sehen. Nur Sky zeigt auch in Zukunft alle Spiele und Tore der UEFA Champions League live in der Original Sky Konferenz. Keiner zeigt mehr Einzelspiele mit deutscher Beteiligung als Sky – live und in voller Länge, darunter alle Entscheidungsspiele der deutschen Mannschaften nach der Gruppenphase. Zudem bleibt Sky die Heimat der Fußball Bundesliga, der 2. Bundesliga und des DFB Pokals. Last but not least präsentieren wir die wichtigsten Golf-Turniere und als Höhepunkt dieses Sommers haben wir uns die exklusiven Ultra HD Rechte an 25 Spielen der Fifa Fußball WM in Russland gesichert: Wir zeigen jeden Tag das Topspiel in UHD, natürlich inklusive aller deutschen Spiele, des Halbfinals und Finals.

medienpolitik.net: Seit 3 bis 4 Jahren setzt Sky auf eigene exklusive Serien. Hat Ihnen das neue Abonnenten, aus anderen Milieus als den Sportbegeisterten, gebracht?

Carsten Schmidt: Unser Ziel ist ein Sky für alle. Im Sport und auch Filmbereich sind wir traditionell stark, haben hier aber vor allem eine männliche Zielgruppe angesprochen. Mit dem Start von Sky 1, unserem einzigartigen Portfolio der besten internationalen Serien u.a. von HBO und Showtime, Sky Eigenproduktionen wie „Gomorrha“, „The Young Pope“, „Der Grenzgänger“ und „Babylon Berlin“, eigenproduzierten Shows wie „MasterChef“, „Quatsch Comedy Club“, „Xaviers Wunschkonzert“ und ab Ende August „X Factor“ sprechen wir nun auch verstärkt eine weibliche Zielgruppe und Familien an. Die guten Einschaltquoten und auch das Feedback unserer Kundinnen und Kunden zeigen, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind.

medienpolitik.net: Werden Sie die Auftragsproduktion von Serien und Unterhaltungsformaten verstärken?

Carsten Schmidt: Die europäische Sky Gruppe ist bereits jetzt – über alle Inhalte hinweg – der führende Contentproduzent in Europa. In Deutschland und Österreich sind wir in den vergangenen Jahren neben den bereits seit Jahren maßstabsetzenden Sportproduktionen auch in den Bereich der eigenproduzierten Shows und Serien eingestiegen. Mit „Babylon Berlin“ im Bereich Serie sowie „MasterChef“, „Quatsch Comedy Club“, Wontorra – Der Fußball-Talk“ und „Eine Liga für sich – Buschis Sechserkette“ haben wir bereits großartige Erfolge gefeiert, auf die wir in Zukunft aufbauen werden. So starten wir am 27. August auf Sky 1 die Show „X Factor“, eine große Musikentertainmentshow mit Sido, Thomas Anders und Lions Head in der Jury, moderiert von Charlotte Würdig. Serienfans dürfen sich auf die deutschen Sky Original Produktionen „Acht Tage“ im Herbst, „Das Boot“ Ende des Jahres und „Der Pass“ Anfang 2019 freuen. Und es geht weiter: eine weitere Staffel von „Babylon Berlin“ befindet sich in der Entwicklung und wir haben bereits die Serie „Hausen“, die das Horror-Genre bedient, angekündigt. Sie sehen also, wir sind in allen Bereichen Sport, Fiction, Entertainment und Show sehr ambitioniert.

medienpolitik.net: Können Sie sich dabei weitere Kooperationen mit öffentlich-rechtlichen oder auch privaten TV-Veranstaltern vorstellen?

Carsten Schmidt: Wir stehen grundsätzlich allen Kooperationen offen gegenüber. Entscheidend ist, dass sie für unsere Kunden und uns als Unternehmen Sinn machen.

medienpolitik.net: Sky hat vor einem Jahr eine Vereinbarung mit HBO über die gemeinsame Produktion von Serien abgeschlossen. Die erste Serie soll 2018 laufen. Wie ist der Stand?

Carsten Schmidt: Die fünfteilige Eventserie Tschernobyl ist das erste gemeinsame Serienprojekt, das im Rahmen der neuen Produktionspartnerschaft zwischen Sky und HBO in Auftrag gegeben wurde. Die Eventserie basiert auf der wahren Geschichte einer der größten von Menschen verursachten Umweltkatastrophen in Europa und erzählt unter anderem von mutigen Männern und Frauen, die unfassbare Opfer bringen, um Europa vor einer schlimmeren Katastrophe zu bewahren. Die Hauptrolle übernimmt Jared Harris („Mad Men“, „The Crown“). Die Dreharbeiten zur Serie laufen zurzeit.

medienpolitik.net: Nicht nur Netflix und Amazon setzen auf stärker personalisierte Angebote und Empfehlungen, auch ARD und ZDF gehen diesen Weg bei ihren Mediatheken. Wie weit ist Sky hier? Schließlich verfügen Sie durch die Abo-Daten Ihrer Kunden hier für hervorragende Voraussetzungen?

Carsten Schmidt: Unser neuen Angebot Sky Q und auch das neue Sky Ticket verfügen über die Möglichkeit sich persönliche Empfehlungen anzeigen zu lassen. Dazu gibt es natürlich Funktionen wie persönliche Aufnahmen und Favoritenlisten, die das TV Erlebnis auf die persönlichen Wünsche zuschneiden. Davon abgesehen werden wir die jahrelange Expertise unserer Redaktion weiterhin unseren Kunden zur Verfügung stellen, um auch hier das Finden von Programmen so einfach und kompetent wie möglich zu gestalten.

Der Beitrag ist eine Vorveröffentlichung der promedia-Ausgabe 06/18.

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