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„Es ging schlicht um Sein oder nicht Sein“

von am 05.11.2018 in Aktuelle Top Themen, Interviews, Medienpolitik, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Rundfunk

<h4>medienpolitik:</h4>„Es ging schlicht um Sein oder nicht Sein“
Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen I © Radio Bremen/Klaus Fittschen

Radio Bremen strukturiert seine Produktions- und Dienstleistungen neu

5.11.2018. Interview mit Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen

Radio Bremen ordnet sein Produktionsgeschäft neu und gibt bei der Produktion von Sendungen wie „buten un binnen“, „3nach9“ und dem „Tatort“ die Zusammenarbeit mit der Bavaria Film GmbH auf. Die beiden bisherigen Partner haben zwölf Jahre lang die Bremedia betrieben und dafür das technische Personal von Radio Bremen eingesetzt. Der Sender will die 49 Prozent der Bavaria-Anteile übernehmen. Die Bremedia wird dadurch zur hundertprozentigen Tochter. Die Radio Bremen Media GmbH, zuständig für die Vermarktung der Werbezeiten im Hörfunk des Senders, wird aufgelöst. Das Werbegeschäft der GmbH bekommt die Bremedia. Die Übernahme der Bavaria-Anteile soll bis Ende des Jahres vollzogen und die Umstrukturierung der Radio Bremen-Gruppe bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.
Wie Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, in einem medienpolitik.net-Interview betont, bedeutet die Trennung von der Bavaria nicht, dass die Outsourcing-Strategie der ARD gescheitert ist: „Im Gegenteil: Würden alle Landesrundfunkanstalten ihre Produktionsbetriebe in marktnahen Töchtern wie der Bremedia organisieren, mit eigenständigen Tarifverträgen und einem höheren Innovations- und Veränderungsdruck ausgesetzt, dann würde dies zu erheblichen Einsparungen im Gesamtsystem führen. Aus grundsätzlichen Erwägungen ist dies für andere Landesrundfunkanstalten gegenwärtig jedoch kein Weg.“

medienpolitik.net: Herr Metzger, Sie wollen an der Bremedia, eine gemeinsame Tochterfirma mit der Bavaria, 100 Prozent übernehmen und sich von der Bavaria trennen. Warum?
Metzger: Der Hintergrund ist, dass Radio Bremen seine Tochter-Unternehmen neu ordnet: Künftig sollen neben den Produktions- auch weitere Dienstleistungen für Radio Bremen bei der Bremedia Produktion GmbH zusammengefasst werden. Die Ziele dieser Veränderung sind eine Vereinfachung der Unternehmensstruktur von Radio Bremen und eine entsprechende Minderung des damit verbundenen Aufwandes, eine möglichst sinnvolle Arbeitsteilung zwischen der Muttergesellschaft und den Töchtern und in diesem Zuge auch die Neuaufstellung der Kommunikationsabteilung von Radio Bremen, die sich zurzeit noch teilweise in der Tochter Radio Bremen Media befindet.
Praktisch heißt das: Das Werbegeschäft geht von der Radio Bremen Media in die Bremedia. Die Marketingabteilung der Radio Bremen Media, die früher schon zum Teil direkt bei Radio Bremen war, kommt zurück zu Radio Bremen und wird dort zusammen mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der internen Kommunikation zu einer neuen Kommunikationsabteilung in der Intendanz verschmolzen. Die Radio Bremen Media wird dadurch als eigenständige Tochtergesellschaft Radio Bremens überflüssig und soll aufgelöst werden.
Um unter diesen veränderten Umständen die Gremienaufsicht sowohl über die hoheitlichen als auch über die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Radio Bremen-Familie weiterhin sicherzustellen, hat es sich als notwendig herausgestellt, dass die Bremedia Produktion GmbH von Radio Bremen vollständig gesteuert werden kann. Zurzeit gehören Radio Bremen 51 Prozent an der Bremedia, die übrigen 49 Prozent gehören noch der Bavaria Film GmbH, die ebenfalls eine öffentlich-rechtliche Tochter ist. Deshalb hatte Radio Bremen Gespräche mit der Bavaria aufgenommen, die jetzt zum Verkauf der Bavaria-Anteile an Radio Bremen führen.
Unsere Aufsichtsgremien haben diesem Vorgehen zugestimmt. Die Übernahme der Bavaria-Anteile soll bis Ende des Jahres vollzogen und die Umstrukturierung der Radio Bremen-Gruppe bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

medienpolitik.net: Die Zusammenarbeit besteht seit 2006. Welche Rolle spielten damals Effektivitätsüberlegungen, also billiger produzieren zu können?
Metzger: Das wichtigste Motiv für die Ausgliederung der kompletten Produktion von Radio und Fernsehen in eine Tochter-Gesellschaft gemeinsam mit der Bavaria war damals, den Produktionsstandort Bremen zu erhalten. Nach der Halbierung des ARD-internen Finanzausgleichs ab 1999 musste Radio Bremen sein Programm, seine Produktion und in der Folge auch sein Personal deutlich reduzieren. Unter diesen Umständen war ein Produktionsbetrieb im Haus nicht aufrechtzuerhalten. Die Alternative zu einer Ausgliederung in eine öffentlich-rechtliche Tochter wäre gewesen, die eigenen Produktionsaktivitäten vollständig aufzugeben und nur noch am Markt einzukaufen. Insofern ging es damals schlicht um Sein oder nicht Sein.
Effektivitäts-Überlegungen haben dabei natürlich auch eine Rolle gespielt: Für die neue Tochter wurde mit den Gewerkschaften ein eigenständiger Tarifvertrag vereinbart, der in stärkerem Maße branchen- und ortsüblich war, als dies in einer Produktionsabteilung innerhalb von Radio Bremen der Fall gewesen wäre. Mit anderen Worten: Er war um etwa ein Drittel niedriger. Mitarbeitende von Radio Bremen wurden zu ihren alten Konditionen in der Tochter Bremedia übernommen – neu Eingestellte wurden und werden zum Tarifvertrag der Bremedia eingestellt. Im Zuge der Demographie ist über die Jahre der Anteil von Beschäftigten zu den Konditionen des Haustarifvertrages naturgemäß gewachsen. Der Anteil derjenigen, die zu Radio Bremen-Konditionen beschäftigt werden, ist dagegen gesunken. Durch die auf diese Weise veränderte Kostenstruktur der Produktion von Radio, Fernsehen und Online hat Radio Bremen in den vergangenen Jahren seine Produktionskosten, trotz normaler Tarif- und Kostensteigerungen, im Wesentlichen stabil halten können. Für den Sender bedeutet dies eine reale Ersparnis und eine große Erleichterung – es stehen dadurch mehr Mittel zur Verfügung, die wiederum für mehr Programm aufgewendet werden können. Das sichert dann wieder Arbeitsplätze in der Produktionstochter bzw. schafft dort inzwischen auch schon neue Jobs. Insofern hat sich die Ausgliederung für Radio Bremen sehr bewährt.
Als vorteilhaft für Preise und Qualität hat sich nach Anpassungsschwierigkeiten in den ersten Jahren auf Dauer auch erwiesen, dass die Bremedia als unabhängiges Unternehmen mit einer eigenen Identität und mit eigener Initiative unter Marktkonditionen operiert. Dies hat positive Effekte für unsere tagtägliche Produktion im Fernsehen, vor allem „buten un binnen-TV“, für unsere verschiedenen Radiowellen und für Online. So zeigt sich zum Beispiel in der Zusammenarbeit zwischen der Bremedia und unserer Plattform für junge Inhalte „Bremen NEXT“, wie Innovation am Markt für die Produktion öffentlich-rechtlicher Inhalte eingesetzt werden kann: An der Nahtstelle zwischen Bremedia und „Bremen NEXT“ sind mit den auch inhaltlich arbeitenden Mediengestaltern und Webproducern neue Arbeitsabläufe und Berufsbilder für die Produktion öffentlich-rechtlicher Inhalte entstanden, wie sie woanders im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht existieren. Innovation am Markt – sowohl in technischer Hinsicht als auch bei Workflows – erreicht uns über unsere Tochter einfach schneller.

medienpolitik.net: Eine Erwartung war, durch diese Konstruktion vermehrt Drittgeschäfte abschließen zu können, um die Produktionskapazitäten besser auszulasten. Warum hat das nicht funktioniert?
Metzger: Nach der Gründung der gemeinsamen Firma ist über mehrere Jahre hinweg durch die Bavaria zusätzliches Drittgeschäft aus ganz Deutschland nach Bremen geflossen. Die ungeplanten und für die Bremedia damals gravierenden Kostensteigerungen beim Projekt „Nils Holgersson“, einem ambitionierten Märchenfilm, im Jahr 2011 haben uns jedoch gezeigt, dass Projekte in einer solchen Größenordnung für ein kleines Haus wie Radio Bremen / Bremedia zu riskant sind. Der Aufsichtsrat der Bremedia hat daher damals im Einvernehmen mit Radio Bremen beschlossen, das Volumen von einzelnen Projekten im Drittgeschäft auf die Größe von Tatorten oder üblichen TV-Spielfilmen zu begrenzen. Die neue Inhalte-Geschäftsführung der Bremedia hat dann vor etwa drei Jahren die Akquise von Drittgeschäft in die eigenen Hände genommen. Seitdem wächst das Drittgeschäft wieder – zwar langsamer, aber dafür nachhaltig – durch Aufträge von ARD, ZDF und anderen Sendern, aber auch durch den Aufbau von Geschäften für Unternehmen und Institutionen im Nordwesten, zum Beispiel im Bereich Content-Marketing.

medienpolitik.net: Hätte die Bremedia nicht enger mit anderen ARD-Anstalten kooperieren können?
Metzger: Radio Bremen kooperiert wie alle anderen eng in den verschiedensten Netzwerken der Landesrundfunkanstalten der ARD. Das geht vom Korrespondenten-Netz über den Programmaustausch, über Zulieferungen zur WDR-Hörfunkwelle Cosmo bis hin zu bilateralen Kooperationen mit unserem großen Nachbarn, dem NDR. Die tägliche Brot- und Butterproduktion von aktuellen Fernseh- und Radioprogrammen von einer anderen Landesrundfunkanstalt machen zu lassen, hätte allerdings weder unter praktischen, noch unter finanziellen oder strategischen Gesichtspunkten Vorteile gehabt. Deshalb war sie im Moment der Auslagerung der Produktion in eine Tochtergesellschaft keine Option. Auch heute wäre sie keine sinnvolle Option.

medienpolitik.net: Welche Konsequenzen hat die Trennung von der Bavaria für Ihre Sendungen? Wird es hier Reduzierungen geben?
Metzger: Keine. Die Bremedia ist mit oder ohne Beteiligung der Bavaria in der Lage, täglich „buten und binnen-TV“, unsere Radio Programme, „Bremen NEXT“ und unserer Online-Inhalte zu produzieren. An der Zusammenarbeit zwischen Radio Bremen und unserer Tochter wird sich insofern nichts ändern.

medienpolitik.net: Das heißt, Radio Bremen verfügt noch über die Ressourcen und das Know-how, die Produktionen allein zu realisieren?
Metzger: An den Ressourcen Radio Bremens, die Produktion seiner Programme an die Bremedia und an andere Dienstleister zu beauftragen, hat sich durch den Rückzug der Bavaria nichts geändert. Ebenso wenig hat sich durch den Rückzug der Bavaria etwas an der Fähigkeit der Bremedia verändert, Stoffe zu finden, neue Formate – auch für andere Auftraggeber – zu entwickeln und diese umzusetzen. Auf die Inhalte-Produktion der Bremedia, z.B. Dokumentationen, Märchenfilme und den Tatort hatte die Bavaria schon in den vergangenen Jahren keinen Einfluss.

medienpolitik.net: Welche Rolle spielte bei Ihrer Entscheidung der gewachsene Spardruck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Metzger: Für Radio Bremen als kleinste und damit finanziell schwächste Landesrundfunkanstalt ist Spardruck nichts Neues. Seit der Halbierung des ARD-internen Finanzausgleichs ab 1999 hat der Sender nicht nur Programm abgebaut, sondern permanent auch seine Strukturen und seine Arbeitsweise optimiert – um am langen Ende noch möglichst viel Programm für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler im Lande Bremen herstellen zu können.
Die gegenwärtige Spar-Diskussion um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist für uns dennoch nicht einfach eine Sparrunde mehr: Durch die tiefgreifenden Strukturreformen, welche die ARD auf den Weg gebracht hat, werden zahlreiche sogenannte ‚sekundäre Prozesse’ in Technik, Produktion und Verwaltung nachhaltig verändert werden. Radio Bremen muss dabei darauf achten, dass uns im Zuge dieses Prozesses die Einsparungen angerechnet werden, die wir im Gegensatz zu anderen Häusern schon vor Jahren erbracht haben.
Um einige Beispiele zu nennen: Der dezentrale Beitragseinzug wird seit Jahren beim NDR gemacht. Wir haben anders als andere Landesrundfunkanstalten keine eigene Senderbetriebstechnik mehr. Teile der Personalverwaltung finden ebenfalls in Kooperation mit dem NDR statt. Auch unsere jährlichen Revisionen führen Kolleginnen und Kollegen der NDR-Revision durch, sodass wir uns keine eigene Abteilung dafür leisten müssen.
Wir müssen also bei jeder Veränderung der Sekundär-Prozesse in der ARD genau darauf achten, ob diese bei uns zu konkreten Einsparungen führt oder ob wir diese Einsparungen früher nicht schon aus eigener Kraft organisiert und erbracht haben. Insofern ist die ARD-Strukturreformen für Radio Bremen als kleinste Landesrundfunkanstalt ein ziemlicher Drahtseilakt.
Inmitten dieser tiefgreifenden Umstrukturierung der ’sekundären Prozesse’ in der ARD wollen wir durch die Neuordnung unserer Unternehmensgruppe sicherstellen, dass wir als kleinste Landesrundfunkanstalt für diese Veränderungen optimal organisiert sind. Dafür brauchen wir eine starke Tochtergesellschaft, die möglichst viele dieser Tätigkeiten für uns leistet.

medienpolitik.net: Bedeutet ihr Rückzug aus der Kooperation mit der Bavaria, dass die Outsourcing-Strategie bei der ARD ein falscher Weg ist, um zu sparen?
Metzger: Nein, im Gegenteil: Würden alle Landesrundfunkanstalten ihre Produktionsbetriebe in Markt-nahen Töchtern wie der Bremedia organisieren, mit eigenständigen Tarifverträgen und einem höheren Innovations- und Veränderungsdruck ausgesetzt, dann würde dies zu erheblichen Einsparungen im Gesamtsystem führen. Aus grundsätzlichen Erwägungen ist dies für andere Landesrundfunkanstalten gegenwärtig jedoch kein Weg.

medienpolitik.net: Die Debatte um den Rundfunkbeitrag ab 2021 ist noch in vollem Gange. Welche Vorteile hätte eine Indexierung und Flexibilisierung, wie es einige Länder vorschlagen, für Radio Bremen?
Metzger: Wie alle anderen Landesrundfunkanstalten auch, kann Radio Bremen der Idee Einiges abgewinnen, die Entwicklung des Rundfunkbeitrages an die tatsächliche Teuerung zu koppeln und innerhalb eines solchen Korridors zu einer größeren Planungssicherheit zu kommen. Entscheidend sind bei der Umsetzung dieser Idee natürlich, welcher Absprungpunkt und welche Steigerungsraten gewählt werden. An dieser Stelle sind die beiden kleinen Landesrundfunkanstalten, der Saarländische Rundfunk und Radio Bremen, besonders verletzlich. Wir werden diese Idee in der Runde der Gemeinschaft deshalb nur mittragen können, wenn dadurch die Verbesserungen nicht wieder zurückgenommen werden, die wir durch die jüngste Veränderung des ARD-Finanzausgleichs erreicht haben. Denn diese Verbesserungen haben zum ersten Mal seit 15 Jahren dazu geführt, dass wir finanziell nicht üppig, aber doch einigermaßen ausreichend ausgestattet sind. Eine Indexierung, die uns wieder unter die Wasserlinie drückt, ist für uns kein gangbarer Weg. Diese Position vertreten im Übrigen auch unsere beiden Länder Saarland und Bremen.

medienpolitik.net: Welche Konsequenzen hätte es für Radio Bremen, wenn der Beitrag ab 2021 weiter bei 17,50 Euro bleiben würde?
Metzger: Wir würden dann mit Sicherheit in unserem ohnehin schmalen Programm-Portfolio tiefe und für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler im Lande Bremen deutlich sicht- und hörbare Einschnitte machen müssen. Da die realen Kosten durch neue Tarifverträge und andere Kostensteigerungen Jahr für Jahr wachsen, würde ein noch längeres Einfrieren des Rundfunkbeitrags auf seiner derzeitigen Höhe einen weiteren realen Kaufkraftverlust bedeuten. Radio Bremen hat in den vergangenen Jahren diese Kostensteigerungen durch den verbesserten Finanzausgleich einigermaßen auffangen können – in Zukunft würden wir wieder an unser Programmvolumen gehen müssen. Insofern sind wir, wie auch die anderen ARD-Landesrundfunkanstalten, unbedingt daran interessiert, dass in der nächsten Beitragsperiode zumindest die realen Kostensteigerungen aufgefangen und ausgeglichen werden. Ein moderater Anstieg des Rundfunkbeitrags würde der Akzeptanz des Öffentlichen Rundfunks in der Gesellschaft weniger schaden als eine fortgesetzte Erosion des Programms – gerade dort, wo es wie in Bremen ohnehin schmal aufgestellt ist.

medienpolitik.net: Welche Schlussfolgerungen ergeben sich für Sie aus dem Rundfunkurteil des BVerfG für Radio Bremen, bzw. den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und für die Länder?
Metzger: Zunächst einmal habe ich mich sehr darüber gefreut, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem jüngsten Urteil die hohe und wachsende Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der digitalen Medienwelt herausgestellt hat: Gerade in Zeiten des Netzes bedarf es eines starken gemeinwohlorientierten, glaubwürdigen und verlässlichen Gegengewichts in der Medienlandschaft. Dies kann der öffentliche Rundfunk aber nur sein, wenn er einerseits ausreichend finanziert ist und andererseits auch im Netz seinen Auftrag erfüllen kann. Dazu bedarf es nach wie vor eines zeitgemäßen Telemedienauftrages. Der jüngste Kompromiss der Länder ist besser als nichts – aber er erfüllt die Erwartungen, die das Bundesverfassungsgericht an uns richtet, bei weiten nicht. Insofern hat das Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichtes hier noch einmal einen wertvollen Impuls gegeben, der uns in den kommenden Jahren im Gespräch mit unseren Auftraggebern, den Ländern, weiter beschäftigen wird.
Was die finanziellen Schlussfolgerungen angeht: Wir sind jetzt gerade dabei, zu ermitteln, was die finanziellen Konsequenzen der vom Bundesverfassungsgericht für nötig gehaltenen Anpassungen bei den Rundfunkbeiträgen sein werden. Wenn wir das wissen, werden wir darüber in das Gespräch sowohl mit der KEF als auch mit den Ländern gehen. Ich gehe davon aus, dass diese Veränderungen dann in die Ermittlung unseres Finanzbedarfs einfließen werden.

Der Beitrag wurde in promedia Heft 11-2018 erstveröffentlicht

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