Interviews

Google ist gefühlt von Anfang an da(bei)

Google ist gefühlt von Anfang an da(bei)

von am 28.05.2019

In der Bevölkerung existiert ein unkritisches und naives Bild von Intermediären und Algorithmen

28.05.2019. Interview mit Prof. Dr. Birgit Stark, Institut für Publizistik Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Direktorin des Mainzer Medieninstituts

Algorithmen sind als digitale Komponenten in vielen Bereichen unseres Lebens im Einsatz und prägen einen Großteil unserer Informations- und Kommunikationssituationen. Eine zentrale Eigenschaft von Algorithmen besteht darin, dass sie im Hintergrund agieren und sich größtenteils unserer Kontrolle entziehen. Diese mangelnde Transparenz sowie das massive Einflusspotential von Algorithmen sind Gegenstand einer breiten Debatte über die gesellschaftlichen Folgen algorithmischer Entscheidungen. Doch was wissen Nutzerinnen und Nutzer über Algorithmen? Welche Vorstellungen haben sie von deren Funktionsweisen und wie beeinflusst diese Wahrnehmung ihr Nutzungsverhalten? Das Institut für Publizistik Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist diesen Fragen in einer aktuellen Studie nachgegangen. „Die Ergebnisse bestätigten“, erläutert Prof. Dr. Birgit Stark, Direktorin des Mainzer Medieninstituts in einem mdienpolitik.net-Gespräch, „ein durchweg unkritisches, naives Bild von Google als Unternehmen, das sich auch im Umgang mit der Suchmaschine spiegelt. In der alltäglichen Nutzung vertrauen viele Nutzer blind auf die Auswahl- und Rangentscheidungen, ohne diese kritisch zu evaluieren.“ Die Menschen sollten verstehen lernen, so Stark, dass Themen und Meinungen in sozialen Medien nicht als Stimmungsbarometer der Gesamtgesellschaft zu deuten seien.
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„Die Kanäle folgen Zielgruppe und Thema“

„Die Kanäle folgen Zielgruppe und Thema“

von am 24.05.2019

„Tagesspiegel“ als einzige Regionalzeitung deutschlandweit mit Auflagenplus

24.05.2019. Interview mit Sebastian Turner, „Tagesspiegel“ - Herausgeber

Bei nahezu allen Lokal- und Regionalzeitungen gingen, nach den jüngsten IVW-Auflagenzahlen, auch im ersten Quartal 2019 die verkauften Ausgaben zurück. So gab es beim Express Köln/Bonn ein Minus von 12,6 Prozent und bei den NRW-Titeln der Funke-Mediengruppe von 6,4 Prozent. Unter den 82 größten Regionalzeitungen kann einzig der „Tagesspiegel“ aus Berlin mit einem Plus von 1,3 Prozent zulegen - ausschließlich durch E-Paper-Abos. Die stärksten Rückgänge verzeichnen die Boulevardblätter. In der Hauptstadt geht der Abwärtstrend bei der „Berliner Zeitung“ und dem „Berliner Kurier“ weiter. Die beiden Titel liegen mit 10,4 Prozent bzw.11,5 Prozent unter den Zahlen von 2018. Bei der B.Z. beträgt das Minus 4,6 Prozent. In einem Gespräch mit medienpolitik.net führt Sebastian Turner, einer der drei Herausgeber des „Tagesspiegel“, den Erfolg auf eine klare inhaltliche Segmentierungs-Strategie zurück: „Wir haben Felder bestimmt, in denen wir besonders gut sein wollen. Jeder umfasst über 100.000 potentielle Leser allein in Berlin. Dieses Felder bearbeiten wir intensiv. Es sind Politik/Verwaltung, Medizin, Wissenschaft, Kultur und Digitalsektor.“

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„Deutschlandradio gilt als erste Adresse für Information und Kultur“

„Deutschlandradio gilt als erste Adresse für Information und Kultur“

von am 15.05.2019

Deutschlandradio verstärkt Podcast-Angebote - drei der zehn reichweitenstärksten Podcasts 2018 auf iTunes

15.05.2019. Interview mit Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios

Das 1994 gegründete Deutschlandradio steht für den nationalen öffentlich-rechtlichen Hörfunk in Deutschland. Jeden Tag entstehen in den Funkhäusern in Berlin und Köln über 72 Stunden hochwertiges Radioprogramm, das die föderale Vielfalt in Deutschland wiedergibt und bundesweit werbefrei zu empfangen ist. Die drei Programme erreichen täglich mehr als 2,6 Millionen Hörerinnen und Hörer. In einem medienpolitik.net-Interview betont Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios, dass der Programmauftrag aus dem Gründungsjahr noch heute zeitgemäß ist: „In einer Zeit, in der unsere demokratische Grundordnung und unsere offene Gesellschaft von vielen Seiten in die Zange genommen oder zumindest kritisch hinterfragt wird, ist der Auftrag, einen Raum für Austausch und Verständigung zu schaffen, doch aktueller denn je. Diesen Auftrag erfüllen wir – auch schon allein wegen unserer eigenen Ost-West-Geschichte.“
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„Ein Gegenmodell zu den    US-amerikanischen Plattformen“

„Ein Gegenmodell zu den US-amerikanischen Plattformen“

von am 13.05.2019

SPD will einen gemeinsamen europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk

11.05.2019. Interview mit Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

In der öffentlichen Diskussion findet die Idee einer Plattform von Qualitätsangeboten, unabhängig von den globalen Playern, im Internet immer mehr Zuspruch. Dabei werden mehrere Modelle diskutiert, wie etwa eine offene nicht-kommerzielle Plattform der öffentlich-rechtlichen Anbieter als „Public Open Space“ mit öffentlich-rechtlich produzierten Inhalten und Angeboten von öffentlichen Institutionen aus Kultur, Bildung und Wissenschaft wie Museen und Hochschulen. Ein anderes Modell wäre eine Plattform öffentlich-rechtlicher sowie privater Rundfunkanbieter mit Angeboten von Verlagen und unterschiedlichen Institutionen. In einem Gespräch mit medienpolitik.net fordert Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, eine solche Plattform über die öffentlich-rechtlichen Medien zu finanzieren. Diese Plattform könnte auch die Basis für einen gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Rundfunk Europas bilden.
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„Wir versuchen unser Programm zu schützen“

„Wir versuchen unser Programm zu schützen“

von am 09.05.2019

Ein Jahr nach „No Billag“: Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft setzt
100-Millionen-Franken-Sparprogramm um

09.05.2019. Interview mit Gilles Marchand, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG /SSR)

„Die SRG befindet sich in einer sehr schwierigen finanziellen Situation – mit einer Reduktion und einer Plafonierung ihrer Gebührengelder bei gleichzeitigem massivem Rückgang ihrer Werbeeinnahmen“, betont Gilles Marchand, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG /SSR) in einem medienpolitik.net-Gespräch. Es sei ein Widerspruch, die Zustimmung von 71 Prozent der Stimmen für den Erhalt beliebter Programmleistungen zu erreichen und gleichzeitig einen Rückgang von beinahe acht Prozent der Mittel abfedern zu müssen, erläutert Marchand. Im März vergangenen Jahres war die No-Billag-Initiative gescheitert. Die Schweizer Stimmberechtigten lehnten die Volksinitiative mit 71,6 Prozent ab. Vor der Abstimmung hatte die SRG zugesagt mehr sparen zu wollen, zudem wurde die Rundfunkgebühr durch den Bundesrat ab Januar 2019 von 390 auf 316 Euro gesenkt. Kurz nach der Abstimmung kündigte die SRG ein 100-Millionen-Franken schweres Reformpaket an. Konkret will man in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur, Technik, Produktionsprozesse und Verwaltung sparen. 200 Stellen wurden gestrichen.
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„Unsere Formate funktionieren bei den Radio-Wellen, im Internet und in sozialen Netzwerken“

„Unsere Formate funktionieren bei den Radio-Wellen, im Internet und in sozialen Netzwerken“

von am 17.04.2019

ARD-Audio-Angebote erreichen mehr Jugendliche

17.04.2019. Interview mit Martin Wagner, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission und Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks

Rund 37 Millionen Hörerinnen und Hörer schalten täglich (Montag - Freitag) mindestens einen öffentlich-rechtlichen Radiosender ein. Das entspricht einem Anteil von 52,5 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Kommerzielle Radioprogramme werden von täglich 30,1 Millionen Menschen genutzt, das sind 42,7 Prozent, so die Ergebnisse der jüngsten media analyse 2019 Audio I. Bei den 14- bis 29-Jährigen steigt die Reichweite von 40,6 Prozent auf 41,0 Prozent. Täglich entscheiden sich über 6 Millionen junge Hörer für mindestens ein ARD-Hörfunkprogramm. Über 7 Millionen Hörer nutzen täglich die öffentlich-rechtlichen Informations- und Kulturangebote. Wie Martin Wagner, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission in einem Interview mit medienpolitik.net betont, sei es sehr erfreulich, dass die Audio-Angebote gegenwärtig einen Boom erleben. „Wir begrüßen es, wenn andere Anbieter mit qualitativ hochwertigen Produkten den Markt bereichern“, so Wagner.
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„Presseförderung darf niemals Selbstzweck sein“

„Presseförderung darf niemals Selbstzweck sein“

von am 12.04.2019

Thüringen plant Bürgermedien auch aus Landesmitteln zu fördern – Landesmedienanstalten sollen höheren Anteil aus dem Rundfunkbeitrag erhalten

12.04.2019. Interview mit Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei

„Die EMR Studie“, so Minister Hoff in einem medienpolitik.net-Gespräch, „bietet eine ganze Reihe von Denkanstößen für die medienpolitische Diskussion. Sie zeigt, dass die Tendenz zur Medienförderung jedenfalls in unseren Nachländern steigend ist. Das betrifft u. U. die Entscheidung für neue Modelle bzw. neue mediale Erscheinungsformen der Angebote.“ Der Thüringer Medienminister setzt sich sowohl für eine Förderung von Bürgermedien aus Landesmitteln als auch für einen höheren Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag ein. Die aktuelle Studie des Instituts für Europäisches Medienrecht „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“ hat die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen der Förderung inhaltlicher Qualität in lokalen/regionalen Presse-, Rundfunk- und Online-Angeboten untersucht. Das Gutachten wurde im Auftrag der Thüringer Landesmedienanstalt und der Thüringer Staatskanzlei erstellt.
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Lokale und regionale   Medien haben einen      hohen Stellenwert

Lokale und regionale Medien haben einen hohen Stellenwert

von am 12.04.2019

12.04.2019. Zusammenfassung der Studie zu lokalen und regionalen Medien

Dr. Jörg Ukrow und Prof. Dr. Mark D. Cole vom Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) haben in ihrer Studie „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“ die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen der Förderung inhaltlicher Qualität in lokalen/regionalen Presse-, Rundfunk- und Online-Angeboten untersucht. Das Gutachten wurde im Auftrag der Thüringer Landesmedienanstalt und der Thüringer Staatskanzlei erstellt. Eine vergleichbare Untersuchung existiert bisher nicht und soll vor allem Handlungsempfehlungen für die Länder aufzeigen, um die Meinungsvielfalt im lokalen und regionalen Bereich zu sichern, die auch durch die negative Entwicklung bei den Regionalzeitungen bedroht ist.

Zusammenfassung der Studie „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“
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„Die Medienpolitik            muss endlich gestalten“

„Die Medienpolitik muss endlich gestalten“

von am 11.04.2019

Die Anpassung des Auftrages für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss auch das Radio berücksichtigen

11.04.2019. Interview mit Klaus Schunk, Vorsitzender der Geschäftsführung/Programmdirektor Radio Regenbogen und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VAUNET

Die Reichweite der Audioangebote in Deutschland liegt laut den Ergebnissen der ma 2019 Audio I der agma bei 98,9 Prozent. Die Nutzer von klassischen, linearen Radioangeboten bleiben ihren Sendern mit einer durchschnittlichen Tagesreichweite von 77,0 Prozent weiterhin treu. Die Privatradioprogramme erreichen dabei monatlich 84 Prozent aller Radiohörer. Wie Klaus Schunk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VAUNET betont, bestehe aber eine Wettbewerbsverzerrung mit den ARD-Anstalten. Das gelte für garantierten Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag inklusiver zweckgebundener Mittel für die Digitalisierung ihrer Radioangebote ebenso wie für ihre immense Frequenzausstattung, die die ARD-Kollegen mit großer Selbstverständlichkeit für eine Expansion nutzten, ohne dass es politische Grenzziehungen gebe. [mehr…]

„Ich lasse mich                    gern überraschen“

„Ich lasse mich gern überraschen“

von am 09.04.2019

ZDF-Intendant sieht Idee einer europäischen Plattform weiterhin sehr skeptisch – Gespräche über Vernetzung der Mediatheken von ARD und ZDF

09.04.2019. Interview mit Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF

Andere diskutieren und propagieren Ideen und das ZDF handelt. Wie so oft, auch bei ZDFkultur, einem digitalen Kulturraum. Dieses neue ZDF-Angebot hat die Ministerpräsidenten auf Anhieb überzeugt, so dass sie nach ihrer jüngsten Tagung im März den Beschluss fassten, dass „die Anstalten gebeten werden, eine gemeinsame Plattformstrategie zu entwickeln“. Für Malu Dreyer, Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, ist die neue Kultur-Plattform dafür ein gutes Vorbild: „Daran können wir lernen“, so Dreyer, „was die Anstalten miteinander stärker machen könnte, um tatsächlich a) eine Antwort auf die neue Zeit zu haben und b) auch effektiver zu arbeiten“.
In einem Interview für medienpolitik.net übt sich ZDF-Intendant Thomas Bellut trotz des vielen Lobs im Understatement: „ZDFkultur ist keine Plattform, sondern ein neugestalteter Themenbereich innerhalb der ZDFmediathek.“ [mehr…]