Journalismus

„Die lokalen Sender sind in dieser schweren Zeit wichtige Ankerpunkte“

„Die lokalen Sender sind in dieser schweren Zeit wichtige Ankerpunkte“

von am 02.04.2020

Bayerische Landesmedienanstalt fordert Soforthilfe für lokale Rundfunkanbieter

02.04.2020. Interview mit Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM)

Siegfried Schneider, der Präsident der BLM, hat sich an Ministerpräsident Dr. Markus Söder gewandt und um Soforthilfe für den lokalen Rundfunk im Freistaat aufgrund der Corona-Krise gebeten. Der BLM-Präsident schlug dem Ministerpräsidenten vor, ein Gesamtpaket für die Branche zu schnüren, die durch erschwerte Arbeitsbedingungen sowie den Ausfall von Werbeeinnahmen zum Teil bereits akut gefährdet sei. Besonders unter Druck stehe das lokale Fernsehen, weil das Fördermodell nach Artikel 23 des Bayerischen Mediengesetzes den Anbietern nicht die Möglichkeit bietet, Gewinne zu erzielen und entsprechende Rücklagen fehlen. Deshalb seien weitere Soforthilfemaßnahmen des Freistaats nötig, um die Handlungsfähigkeit der lokalen Redaktionen in Bayern aufrecht zu erhalten. Wie Siegfried Schneider in einem medienpolitik.net-Interview bekräftigte, bestünden für die BLM nur geringe Spielräume, eigene Mittel für eine zusätzliche Unterstützung der Rundfunkanbieter freizumachen. Die Landeszentrale habe in ihrem Wirtschaftsplan 2020 bereits jetzt mehr als 15 Millionen Euro, das entspricht fast 50 Prozent des Gesamtbudgets, für Fördermaßnahmen eingeplant.
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„Ausprobieren, lernen, besser machen“

„Ausprobieren, lernen, besser machen“

von am 31.03.2020

RTL will live TV weiter ausbauen – kein Engpass bei täglichen Serien

31.03.2020. Interview mit Jörg Graf, Geschäftsführer von RTL Television

„Wir stellen seit der Bekanntgabe der verschärften Maßnahmen ab 13. März einen massiven Anstieg der durchschnittlichen linearen TV-Sehdauer um ca. 17 Prozent auf durchschnittlich 213 Minuten am Tag bei den 14- bis 59-Jährigen fest. Dabei haben auch die Unterhaltungsprogramme extrem starke Reichweiten“, schildert Jörg Graf, Geschäftsführer von RTL Television gegenüber medienpolitik.net die aktuelle Situation. Viele Menschen sehnten sich nach einem Stück Normalität, nach Tagesstruktur und auch Ablenkung. Wir machen beides, weil beides wichtig ist: Information und Unterhaltung. Die Corona Krise, so Graf, setze eine unglaubliche Kreativität frei. „Die Frage, der man sich als Programmmacher aus meiner Sicht stellen muss“ gibt der RTL-Geschäftsführer zu bedenken, „ist die: Wenn Menschen täglich viele Nachrichten empfangen, die bedrohlich wirken und Angst machen, wenn man zugunsten der Gemeinschaft die eigene Freiheit etwas einschränken muss, welche Bedürfnisse und Sehnsüchte treten dann verstärkt auf und wie können wir programmlich damit verantwortungsvoll umgehen?“
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„Fakten statt Fake News, Einordnung statt Panikmache“

„Fakten statt Fake News, Einordnung statt Panikmache“

von am 23.03.2020

ZDF arbeitet trotz Corona-Krise mit Hochdruck an neuen Unterhaltungsformaten

23.03.2020. Interview mit Dr. Norbert Himmler, Programmdirektor des ZDF

Auch das ZDF verbucht gegenwärtig bei Informationsangeboten und Unterhaltungssendungen Rekordmarken. So erreichte am Sonntag die „Terra Xpress“-Spezialausgabe rund um das Virus 3,84 Millionen Zuschauer und 13 Prozent Marktanteil. Auf 6,9 Millionen Zuschauer stieg das Interesse bei den „heute“-Nachrichten. Das entspricht 21 Prozent Marktanteil. Den Inga Lindström-Film in der Primetime sahen 5,55 Millionen Zuschauer. Auf der anderen Seite muss auch das ZDF fiktionale Produktionen abbrechen oder verschieben. Die für den 25. April 2020 geplante Show "Willkommen bei Carmen Nebel" entfällt zum Beispiel und die "Traumschiff"-Dreharbeiten pausieren. Viele Produktionen im Fiktion- und Showbereich werden nicht mehr fertig gestellt. Das wird Auswirkungen auf die ZDF-Programmplanung haben. „In angespannten Zeiten braucht es umso mehr auch Momente der Ent-Spannung“; sagt dazu Dr. Norbert Himmler, Programmdirektor des ZDF. Das ZDF arbeite deshalb sehr konzentriert und mit Hochdruck an Formen und Formaten, die auch mal ablenken, zum Schmunzeln bringen. „Die konstitutive Wirkung von Humor in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen“, so Himmler.

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„Wir müssen dort hingehen, wo die Menschen sind“

„Wir müssen dort hingehen, wo die Menschen sind“

von am 20.03.2020

ARD erreicht in der Corona-Krise über soziale Netzwerke viele junge Nutzer

20.03.2020. Interview mit Jürgen Ebenau, Hauptabteilungsleiter Online des SWR, Leiter ARD Partnermanagement Social Media

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk baut angesichts der Coronavirus-Epidemie seine Präsenz in sozialen Netzwerken aus und erzielt damit auch eine hohe Nutzung, vor allem bei Informationssendungen wieder „Tagesschau“. Jetzt zahlt sich aus, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio ihre Angebote über soziale Netzwerke seit Mai vergangenen Jahres, mit der Umsetzung des Telemedienstaatsvertrages systematisch ausgebaut haben.
So sind 6,6 Milliarden Video-Streams im vergangenen Jahr von offiziellen Accounts der ARD bei YouTube und Facebook abgerufen worden. Zudem nutzen User mehr als 22 Millionen Facebook- und 10,4 Millionen YouTube-Abos von ARD-Angeboten. Bei Facebook, Twitter, YouTube und Instagram wurde mehr als 300 Millionen Mal mit Kommentaren, Shares oder Likes auf die Inhalte reagiert. Mit 2,6 Millionen Followern ist die „Tagesschau“ auf Twitter der meistgefolgte deutsche News-Kanal. Auch auf Instagram liegt die „Tagesschau“ mit rund 1,4 Millionen Fans an der Spitze.
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Am Scheideweg: Politik für eine freie Presse – oder für Google und Facebook?

Am Scheideweg: Politik für eine freie Presse – oder für Google und Facebook?

von am 04.03.2020

Das Ziel des Medienstaatsvertrages, Intermediäre einer Regulierung zu unterwerfen, droht durch die Entwurfsbegründung in ihr Gegenteil verkehrt zu werden

04.03.2020. Von Dr. Harm-Randolf Döpkens, Stv. Leiter Regulierung der VG Media

Inzwischen ist es ein Gemeinplatz: Die wirtschaftliche Lage der Presse hat sich im Zuge der Digitalisierung dramatisch verschlechtert. Dies liegt auch daran, dass die Online-Geschäftsmodelle der Presseverleger von marktmächtigen Online-Plattformen behindert werden, die Inhalte der Presseverleger nutzen, ohne dafür eine angemessene Vergütung zu zahlen. Von Seiten der Politik fehlt es nicht an Lippenbekenntnissen zur Bedeutung der Presse für die demokratische Meinungsbildung. Wenn es aber um konkrete gesetzgeberische Maßnahmen geht, bleiben diese Bekenntnisse leider oft ohne Folgen. Es drängt sich im Gegenteil der Eindruck auf, dass auf Bundes- und Landesebene Politik nicht zum Schutz der Presse, sondern im Interesse von Google und Facebook gemacht wird.
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Polarisierung beim Medienvertrauen nimmt zu

Polarisierung beim Medienvertrauen nimmt zu

von am 04.03.2020

04.03.2020. Langzeitstudie der Uni Mainz: 28 Prozent der Deutschen äußern grundsätzliches Misstrauen gegenüber Berichterstattung

Der Vorwurf bleibt, aber der Widerspruch gegen den "Lügenpresse"-Vorwurf steigt. Ob es an den Medien selbst oder an den Mediennutzern selbst liegt? Rund 28 Prozent der Bundesbürger äußern aktuell ein grundsätzliches Misstrauen gegen die Berichterstattung etablierter Medien. Das zeigen die Zahlen der am Dienstag veröffentlichten Langzeitstudie "Medienvertrauen" der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität. Dabei ist Anteil der skeptisch eingestellten Menschen 2019 im Vergleich zu 2018 um sechs Prozentpunkte angestiegen, 2017 hatte der Wert bei 17 Prozent gelegen. Auf der anderen Seite vertrauen 43 Prozent der Deutschen grundsätzlich bei wichtigen Themen. 2018 wurden 44 Prozent ermittelt, im Jahr davor 42 Prozent.
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„Machen! Nicht nur darüber reden!“

„Machen! Nicht nur darüber reden!“

von am 03.03.2020

MDR und ZDF entwickeln gemeinsam neue digitale journalistische Angebote

03.03.2020. Interview mit Matthias Montag, Geschäftsführer der Innovations- und Digitalagentur (ida)

Die gemeinsame Innovations- und Digitalagentur (ida) von MDR und ZDF soll am 1. April ihre Arbeit aufnehmen. Zum künftigen Angebot von ida gehören unter anderem technische Services und Produkte, Digitales Storytelling, Datenjournalismus sowie Innovations- und Dialogmanagement. Um die entsprechenden Entwicklungsprozesse für die Nutzerinnen und Nutzer weiter konsequent voranzutreiben, setzen MDR und ZDF Digital mit der neuen Agentur auf die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen. Zunächst sollen 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Leipzig tätig sein. Im Herbst dieses Jahres wird darüber hinaus ein Standort in Erfurt eröffnet, in dem digitale Angebote für Kinder im Fokus stehen. Nach Ansicht von Matthias Montag, ida-Geschäftsführer geht es im Wettbewerb um Aufmerksamkeit vor allem darum, „mit vielfältigen qualitativ hochwertigen Inhalten die Menschen zu erreichen“. Dazu müssten vor allem die unterschiedlichen Angebote für digitalen Journalismus: von Audio über Daten, von interaktiven Formaten, über Live-Video bis hin zu Virtual- oder Augmented Reality ausgebaut werden.
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„Vertrauen schaffen und Akzeptanz erzielen ist für uns tägliches Brot“

„Vertrauen schaffen und Akzeptanz erzielen ist für uns tägliches Brot“

von am 28.02.2020

SR-Intendant fordert, dass die ARD ihre Kostenstruktur überprüft und spürbar senkt

28.02.2020. Interview mit Professor Thomas Kleist, Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR)

Der Saarländische Rundfunk ist nach Radio Bremen die zweitkleinste ARD-Anstalt. Bei beiden Sendern reicht der Rundfunkbeitrag aus ihrem Bundesland nicht aus, um ein Programm anzubieten, das dem Auftrag entspricht. Deshalb hat die ARD einen neuen Finanzausgleich vereinbart. Ungeachtet dessen verbleibt für beide Anstalten eine beachtliche Finanzierungslücke, die sie schließen müssen, jedoch nicht ganz aus eigener Kraft schließen können. „Deshalb“, so SR-Intendant Thomas Kleist gegenüber medienpolitik.net „wird der SR genau darauf achten, dass auch die ARD insgesamt ihre Kostenstrukturen überprüft und im Laufe der Beitragsperiode spürbar senkt, was sich dann auch kostenmindernd auf den SR auswirken wird.“ Daran, so Kleist müssten auch die anderen Landesrundfunkanstalten ein hohes Interesse haben, denn die Beitragsempfehlung der KEF stelle alle Sender vor große Herausforderungen und mache weitere Kostenreduzierungen notwendig. Vertrauen will die ARD-Anstalt vor allem durch die Einhaltung der journalistischen Spielregeln und das Einordnen und Gewichten des täglichen Geschehens schaffen. Akzeptanz soll erreicht werden, indem man sich als Teil der Lebenswelt, Partner und täglicher Begleiter der Saarländerinnen und Saarländer sieht, ihnen Heimat und Orientierung geben und Identität stiften will.
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„Die Medienregulierung muss länderübergreifend agieren“

„Die Medienregulierung muss länderübergreifend agieren“

von am 19.02.2020

Das Nachrichtenrepertoire Heranwachsender setzt sich aus verschiedenen Offline- und Online-Quellen zusammen

19.02.2020. Interview mit Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut

Die Mehrheit der europäischen Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 16 Jahren nutzt ihr Smartphone "täglich" oder "fast ständig". Damit ist sowohl der Anteil der Smartphone-Nutzer als auch die Dauer ihrer Internetnutzung im Vergleich zu 2010 erheblich gestiegen. In einigen Ländern hat sich die Zeit, die Heranwachsende jeden Tag online verbringen, sogar fast verdoppelt. Trotzdem erhalten viele Kinder bisher wenig Unterstützung und Hinweise für eine sichere Online-Nutzung - weder von Eltern noch von Lehrern oder Freunden. Dabei sind vor allem Eltern und Freunde als Ansprechpartner bei negativen Online-Erfahrungen gefragt, Lehrer oder Fachkräfte hingegen werden nur selten um Rat gebeten. Dies sind Ergebnisse der international vergleichenden EU-Kids-Online-Studie. Das Fazit von Prof. Dr. Uwe Hasebrink: „Das Ziel, dass alle Kinder und Jugendlichen Ratschläge und Hinweise zum sicheren Umgang mit dem Internet erhalten, ist noch nicht erreicht; die entsprechenden Initiativen der letzten Jahre sind daher fortzuführen und insbesondere mit Blick auf schwer erreichbare Gruppen zu intensivieren.“
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„Die KEF gewährleistet eine bedarfsgerechte Finanzierung“

„Die KEF gewährleistet eine bedarfsgerechte Finanzierung“

von am 12.02.2020

ZDF-Fernsehrats-Vorsitzende sieht KEF-Festsetzung des Rundfunkbeitrages gelassen entgegen

12.02.2020. Interview mit Marlehn Thieme, Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates

Am 20. Februar will die KEF ihren Bericht über die Festsetzung des Rundfunkbeitrages ab Januar 2021 präsentieren. In den vergangenen Wochen fanden dazu Gespräche mit den Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender und der Rundfunkkommission der Länder statt. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die KEF ihren ersten Vorschlag von 18,36 Euro aufstocken wird. Damit wird die Erhöhung deutlich unter den Anmeldungen auch des ZDF liegen. Marlehn Thieme, Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, sieht diesem Datum dennoch unaufgeregt entgegen. In einem medienpolitik.net-Gespräch erläutert sie: „Die KEF geht davon aus, dass ihre Beitragsempfehlung eine bedarfsgerechte finanzielle Ausstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewährleistet.“ Das ZDF müsse mit den zur Verfügung stehenden Mitteln den Spagat zwischen den berechtigten Anliegen der Beitragszahler und dem Programmauftrag bewältigen. Auch eine geplante Fokussierung des Programmprofils bereitet ihr anscheinend keine schlaflosen Nächte, denn in der Selbstverpflichtungserklärung des ZDF für 2019-2020 sei ein solches Profil schon ziemlich konkret herausgearbeitet worden.
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