Medienpolitik

Die Vermessung                     des Internets

Die Vermessung des Internets

von am 24.04.2019

Nicht vor Größe und Macht von Unternehmen und scheinbaren Zwängen der Globalisierung kapitulieren

24.04.2019. Von Uwe Conradt, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland (LMS)

Viele Menschen brauchen Wohnraum und müssen von dort an den Arbeitsort fahren. Die Bereitstellung von Grundstücken und die Regelung der Verkehrsströme sind zwei Probleme der analogen Welt. Grundlage der Vermeidung eines Verkehrskollaps und des Angebots an Bauland sind Messdaten - die Vermessung von Grundstücken und die Verkehrszählung. Die Daten sind Voraussetzung für ein planvolles Verwaltungshandeln, nicht anders verhält es sich in der digitalen Welt. Das Netz ist längst ein riesiger Marktplatz - neben dem der Wirtschaftsgüter und Dienstleistungen auch der der Ideen.
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Entscheidung für die Vielfalt

Entscheidung für die Vielfalt

von am 23.04.2019

Die EU Online-SatCab-Richtlinie: Ein europäisches Bekenntnis zu Film und Fernsehen in Europa

23.04.2019. Von Heiko Wiese, Rechtsanwalt, Beauftragter der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO)

Am 28. März 2019 hat das Europäische Parlament der Online-SatCab-Richtlinie mit großer Mehrheit (460 gegen 53 Stimmen bei acht Enthaltungen) zugestimmt. In der letzten Woche passierte die Richtlinie nun auch den Rat. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union haben die Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit, die Online SatCab RL in nationales Recht umzusetzen. Dies wird voraussichtlich bis Mai/Juni 2021 zu geschehen haben. Die besonnene und differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema im Europaparlament und in den anschließenden Trilogverhandlungen hat zu einer ausbalancierten Ausgestaltung der Online SatCab-RL geführt. Das abschließende Ergebnis ist ein positives und zugleich hoffnungsvolles Signal für den Film in Europa. Nicht nur die europaweite Verbreitung und Zugänglichmachung von Fernsehinhalten wird gefördert, sondern es werden auch die speziellen Produktions- und Vermarktungsbedingungen audiovisueller Inhalte ausdrücklich berücksichtigt.
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„Unsere Formate funktionieren bei den Radio-Wellen, im Internet und in sozialen Netzwerken“

„Unsere Formate funktionieren bei den Radio-Wellen, im Internet und in sozialen Netzwerken“

von am 17.04.2019

ARD-Audio-Angebote erreichen mehr Jugendliche

17.04.2019. Interview mit Martin Wagner, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission und Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks

Rund 37 Millionen Hörerinnen und Hörer schalten täglich (Montag - Freitag) mindestens einen öffentlich-rechtlichen Radiosender ein. Das entspricht einem Anteil von 52,5 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Kommerzielle Radioprogramme werden von täglich 30,1 Millionen Menschen genutzt, das sind 42,7 Prozent, so die Ergebnisse der jüngsten media analyse 2019 Audio I. Bei den 14- bis 29-Jährigen steigt die Reichweite von 40,6 Prozent auf 41,0 Prozent. Täglich entscheiden sich über 6 Millionen junge Hörer für mindestens ein ARD-Hörfunkprogramm. Über 7 Millionen Hörer nutzen täglich die öffentlich-rechtlichen Informations- und Kulturangebote. Wie Martin Wagner, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission in einem Interview mit medienpolitik.net betont, sei es sehr erfreulich, dass die Audio-Angebote gegenwärtig einen Boom erleben. „Wir begrüßen es, wenn andere Anbieter mit qualitativ hochwertigen Produkten den Markt bereichern“, so Wagner.
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Es wird Zeit für konstruktive und pragmatische Lösungen

Es wird Zeit für konstruktive und pragmatische Lösungen

von am 15.04.2019

Das Ende der Meinungsfreiheit ist nicht in Sicht, wenn Nutzungsverträge mit Urhebern oder deren Leistungsverwertern abgeschlossen werden müssen

15.04.2019. Von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburgs

Demokratie bedeutet, dass unterschiedliche Interessen zu einem Ausgleich gebracht werden. Demokratie bedeutet auch, ausgleichende oder regulierende Gesetzgebungen für sich widerstrebende Grundrechte zu finden – also beispielsweise Meinungsfreiheit auf der einen und Urheberrecht auf der anderen Seite. Demokratie bedeutet vor allem, die Fähigkeit zum Kompromiss und eine gute Debattenkultur. In dem Buch “How democracies die“ beschreiben die Autoren Steven Levitzky und David Ziblatt, dass die Fähigkeit, den jeweils anderen in seiner Position anzuerkennen, eine “guardrail of democracy“ sei. Wenn das verloren ginge, dann sei auch die Demokratie in Gefahr.

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„Presseförderung darf niemals Selbstzweck sein“

„Presseförderung darf niemals Selbstzweck sein“

von am 12.04.2019

Thüringen plant Bürgermedien auch aus Landesmitteln zu fördern – Landesmedienanstalten sollen höheren Anteil aus dem Rundfunkbeitrag erhalten

12.04.2019. Interview mit Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei

„Die EMR Studie“, so Minister Hoff in einem medienpolitik.net-Gespräch, „bietet eine ganze Reihe von Denkanstößen für die medienpolitische Diskussion. Sie zeigt, dass die Tendenz zur Medienförderung jedenfalls in unseren Nachländern steigend ist. Das betrifft u. U. die Entscheidung für neue Modelle bzw. neue mediale Erscheinungsformen der Angebote.“ Der Thüringer Medienminister setzt sich sowohl für eine Förderung von Bürgermedien aus Landesmitteln als auch für einen höheren Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag ein. Die aktuelle Studie des Instituts für Europäisches Medienrecht „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“ hat die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen der Förderung inhaltlicher Qualität in lokalen/regionalen Presse-, Rundfunk- und Online-Angeboten untersucht. Das Gutachten wurde im Auftrag der Thüringer Landesmedienanstalt und der Thüringer Staatskanzlei erstellt.
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„Lokale Medien geben vor Ort ein Stück Sicherheit“

„Lokale Medien geben vor Ort ein Stück Sicherheit“

von am 12.04.2019

Medienvielfalt in Thüringen profitiert von Bürgermedien und privatem Lokalfernsehen – Förde-rung soll ausgebaut werden

12.04.2019. Interview mit Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM)

„Die TLM ist sich der teilweise schwierigen finanziellen Situation kleiner Lokalredaktionen, sei es Fernsehen, Hörfunk oder auch der Presseverlage, durchaus bewusst“, betont Jochen Fasco, Di-rektor der Thüringer Landesmedienanstalt, in einem Interview mit medienpolitik.net. Gerade mit Blick auf die Rundfunkveranstalter sei es ein wichtiges Anliegen, die relevanten Akteure gemein-sam an einen Tisch zu bringen und bestehende Fördermodelle zu überprüfen. Thüringen sei ein Bürgermedienland, so Fasco. Die sechs Bürgerradios werden durch die TLM jeweils mit 132.500 Euro pro Jahr gefördert. Aus Sicht der TLM sollte es künftig möglich sein, private Veranstalter auch bei den Inhalten zu fördern – so wie dies bereits in anderen Branchen üblich sei, zum Bei-spiel in der Filmbranche. Dabei müsse auf Staatsferne, Transparenz und pluralistisch zusam-mengesetzte Gremien geachtet werden. Über die konkrete Ausgestaltung des Fördersystems lie-fere das Gutachten des EMR eine gute Basis.
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Lokale und regionale   Medien haben einen      hohen Stellenwert

Lokale und regionale Medien haben einen hohen Stellenwert

von am 12.04.2019

12.04.2019. Zusammenfassung der Studie zu lokalen und regionalen Medien

Dr. Jörg Ukrow und Prof. Dr. Mark D. Cole vom Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) haben in ihrer Studie „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“ die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen der Förderung inhaltlicher Qualität in lokalen/regionalen Presse-, Rundfunk- und Online-Angeboten untersucht. Das Gutachten wurde im Auftrag der Thüringer Landesmedienanstalt und der Thüringer Staatskanzlei erstellt. Eine vergleichbare Untersuchung existiert bisher nicht und soll vor allem Handlungsempfehlungen für die Länder aufzeigen, um die Meinungsvielfalt im lokalen und regionalen Bereich zu sichern, die auch durch die negative Entwicklung bei den Regionalzeitungen bedroht ist.

Zusammenfassung der Studie „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“
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„Die Medienpolitik            muss endlich gestalten“

„Die Medienpolitik muss endlich gestalten“

von am 11.04.2019

Die Anpassung des Auftrages für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss auch das Radio berücksichtigen

11.04.2019. Interview mit Klaus Schunk, Vorsitzender der Geschäftsführung/Programmdirektor Radio Regenbogen und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VAUNET

Die Reichweite der Audioangebote in Deutschland liegt laut den Ergebnissen der ma 2019 Audio I der agma bei 98,9 Prozent. Die Nutzer von klassischen, linearen Radioangeboten bleiben ihren Sendern mit einer durchschnittlichen Tagesreichweite von 77,0 Prozent weiterhin treu. Die Privatradioprogramme erreichen dabei monatlich 84 Prozent aller Radiohörer. Wie Klaus Schunk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VAUNET betont, bestehe aber eine Wettbewerbsverzerrung mit den ARD-Anstalten. Das gelte für garantierten Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag inklusiver zweckgebundener Mittel für die Digitalisierung ihrer Radioangebote ebenso wie für ihre immense Frequenzausstattung, die die ARD-Kollegen mit großer Selbstverständlichkeit für eine Expansion nutzten, ohne dass es politische Grenzziehungen gebe. [mehr…]

„Faire Bedingungen              für Verlage schaffen“

„Faire Bedingungen für Verlage schaffen“

von am 09.04.2019

Forderungen der Zeitschriftenverleger an die deutsche Politik

Der Branchenumsatz der Zeitschriften liegen 2018 bei rund 20,6 Mrd. Euro. Das Digitalgeschäft und weitere Geschäftsfelder werden 2019 erstmals über die Hälfte der Umsätze ausmachen. Vor allem mit neuen Magazinkonzepten, erfolgreichen Digital- und Konferenzformaten und der Entwicklung moderner Marketinglösungen bei der Transformation ihres Geschäfts haben die Zeitschriftenverleger unternehmerisch gepunktet. „Die deutsche Politik muss jetzt bei der Umsetzung der EU-Reform des Urheberrechts, der reduzierten Mehrwertsteuer und der balancierten Ausgestaltung der E-Privacy-Verordnung aktiv werden, um faire Bedingungen für Verlage am Markt zu schaffen“, sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin.

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„Ich lasse mich                    gern überraschen“

„Ich lasse mich gern überraschen“

von am 09.04.2019

ZDF-Intendant sieht Idee einer europäischen Plattform weiterhin sehr skeptisch – Gespräche über Vernetzung der Mediatheken von ARD und ZDF

09.04.2019. Interview mit Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF

Andere diskutieren und propagieren Ideen und das ZDF handelt. Wie so oft, auch bei ZDFkultur, einem digitalen Kulturraum. Dieses neue ZDF-Angebot hat die Ministerpräsidenten auf Anhieb überzeugt, so dass sie nach ihrer jüngsten Tagung im März den Beschluss fassten, dass „die Anstalten gebeten werden, eine gemeinsame Plattformstrategie zu entwickeln“. Für Malu Dreyer, Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, ist die neue Kultur-Plattform dafür ein gutes Vorbild: „Daran können wir lernen“, so Dreyer, „was die Anstalten miteinander stärker machen könnte, um tatsächlich a) eine Antwort auf die neue Zeit zu haben und b) auch effektiver zu arbeiten“.
In einem Interview für medienpolitik.net übt sich ZDF-Intendant Thomas Bellut trotz des vielen Lobs im Understatement: „ZDFkultur ist keine Plattform, sondern ein neugestalteter Themenbereich innerhalb der ZDFmediathek.“ [mehr…]