Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

„Ganze Zivilgesellschaften müssen jetzt radikal umdenken“

„Ganze Zivilgesellschaften müssen jetzt radikal umdenken“

von am 26.03.2020

Online-Angebote der Deutschen Welle mit Rekordzahlen bei der Nutzung

26.03.2020. Interview mit Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle

Auf die Verunsicherung vieler User weltweit angesichts des Coronavirus reagiert die Deutsche Welle mit mehreren neuen Social-Media-Angeboten, die im Laufe dieser Woche starten. Die DW-Accounts bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube in vielen Sprachen verzeichnen derzeit hohe Abrufzahlen. Im täglichen COVID-19 Special im englischsprachigen TV-Programm und auf dem YouTube-Kanal von DW News analysieren internationale Experten, überwiegend Wissenschaftler, vielfältige Pandemie-Themen. Die erste Ausgabe befasst sich unter anderem mit der sogenannten Herdenimmunität. Eine Reportage zeigt, wie sich das Biotech-Unternehmen Qiagen auf die hohe Nachfrage nach seinem neu entwickelten Corona-Schnelltest einstellt. Wie Peter Limbourg in einem medienpolitik.net-Interview betont, stiegen die die Abrufe und Klickzahlen besonders stark in den Ländern, in denen es nur begrenzte Informationen zu Corona gäbe. „Sehr eindrucksvolle Zahlen gibt es dazu aus der Türkei, aber auch Abrufe aus Indien an unseren englischsprachigen Artikeln zum Thema sind kräftig angestiegen“; so der Intendant der Deutschen Welle.
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„Fakten statt Fake News, Einordnung statt Panikmache“

„Fakten statt Fake News, Einordnung statt Panikmache“

von am 23.03.2020

ZDF arbeitet trotz Corona-Krise mit Hochdruck an neuen Unterhaltungsformaten

23.03.2020. Interview mit Dr. Norbert Himmler, Programmdirektor des ZDF

Auch das ZDF verbucht gegenwärtig bei Informationsangeboten und Unterhaltungssendungen Rekordmarken. So erreichte am Sonntag die „Terra Xpress“-Spezialausgabe rund um das Virus 3,84 Millionen Zuschauer und 13 Prozent Marktanteil. Auf 6,9 Millionen Zuschauer stieg das Interesse bei den „heute“-Nachrichten. Das entspricht 21 Prozent Marktanteil. Den Inga Lindström-Film in der Primetime sahen 5,55 Millionen Zuschauer. Auf der anderen Seite muss auch das ZDF fiktionale Produktionen abbrechen oder verschieben. Die für den 25. April 2020 geplante Show "Willkommen bei Carmen Nebel" entfällt zum Beispiel und die "Traumschiff"-Dreharbeiten pausieren. Viele Produktionen im Fiktion- und Showbereich werden nicht mehr fertig gestellt. Das wird Auswirkungen auf die ZDF-Programmplanung haben. „In angespannten Zeiten braucht es umso mehr auch Momente der Ent-Spannung“; sagt dazu Dr. Norbert Himmler, Programmdirektor des ZDF. Das ZDF arbeite deshalb sehr konzentriert und mit Hochdruck an Formen und Formaten, die auch mal ablenken, zum Schmunzeln bringen. „Die konstitutive Wirkung von Humor in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen“, so Himmler.

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„Wir müssen dort hingehen, wo die Menschen sind“

„Wir müssen dort hingehen, wo die Menschen sind“

von am 20.03.2020

ARD erreicht in der Corona-Krise über soziale Netzwerke viele junge Nutzer

20.03.2020. Interview mit Jürgen Ebenau, Hauptabteilungsleiter Online des SWR, Leiter ARD Partnermanagement Social Media

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk baut angesichts der Coronavirus-Epidemie seine Präsenz in sozialen Netzwerken aus und erzielt damit auch eine hohe Nutzung, vor allem bei Informationssendungen wieder „Tagesschau“. Jetzt zahlt sich aus, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio ihre Angebote über soziale Netzwerke seit Mai vergangenen Jahres, mit der Umsetzung des Telemedienstaatsvertrages systematisch ausgebaut haben.
So sind 6,6 Milliarden Video-Streams im vergangenen Jahr von offiziellen Accounts der ARD bei YouTube und Facebook abgerufen worden. Zudem nutzen User mehr als 22 Millionen Facebook- und 10,4 Millionen YouTube-Abos von ARD-Angeboten. Bei Facebook, Twitter, YouTube und Instagram wurde mehr als 300 Millionen Mal mit Kommentaren, Shares oder Likes auf die Inhalte reagiert. Mit 2,6 Millionen Followern ist die „Tagesschau“ auf Twitter der meistgefolgte deutsche News-Kanal. Auch auf Instagram liegt die „Tagesschau“ mit rund 1,4 Millionen Fans an der Spitze.
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„Die Bedrohung für die Produktionslandschaft ist existentiell“

„Die Bedrohung für die Produktionslandschaft ist existentiell“

von am 18.03.2020

Die Sender sollen ungenutzte KEF-Mittel für Unterstützung der Produzenten einsetzen

18.03.2020. Interview mit Marco Mehlitz, Vorstandsmitglied des Produzentenverbandes, Produzent und Geschäftsführer von Lago Film

ARD und ZDF haben beschlossen, dass für alle Auftragsproduktionen die geschlossenen Verträge fortgelten und diese fertig gestellt werden sollen. Kommt es zu Drehverschiebungen und entstehen dadurch Kosten, werden sich die ARD-Sender und das ZDF an den nachgewiesenen Mehrkosten mit 50 Prozent beteiligen. In einem medienpolitik.net-Interview bezeichnet Marco Mehlitz, Produzent und Geschäftsführer von Lago Film, die Bedrohung für die Produktionslandschaft als „existentiell“. „Der Überlebenskampf einzelner Branchenteilnehmer darf jedoch nicht dazu führen, dass Solidarität und Zusammenhalt untereinander aufgegeben werden. Die Film- und Fernsehbranche und insgesamt die Kultur- und Kreativwirtschaft können nur überleben, wenn alle Beteiligten weitestgehend unbeschadet aus der Krise finden“, so das Vorstandsmitglied des Produzentenverbandes. Mehlitz fordert eine schnelle, unbürokratische und flexible Hilfe für alle Betroffenen durch Förderungen und Sender. Es müsse alles denkbar sein, was Linderung bringt und zu einer Schadensminderung führt. Das Angebot von ARD und ZDF, bei Auftragsproduktionen 50 Prozent der Mehrkosten zu tragen, sei nicht ausreichend, da die Produktionsunternehmen die anderen 50 Prozent schwerlich selber tragen können. Die Sender könnten für die Übernahme der Mehrkosten z.B. in umfassender Höhe auf ungenutzten KEF-Mittel zurückgreifen.
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„Die KEF ist essenzieller Bestandteil unserer Medienordnung“

„Die KEF ist essenzieller Bestandteil unserer Medienordnung“

von am 16.03.2020

KEF-Vorsitzender: Wenn nicht alle Landtage der Erhöhung des Rundfunkbeitrages zustimmen, bleibt es bei 17,50 Euro

16.03.2020. Interview mit Dr. Heinz Fischer-Heidlberger, Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF)

Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben am vergangenen Donnerstag einer Anhebung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent auf dann 18,36 Euro im Monat zugestimmt. Sie folgten damit einer Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Sowohl Sachsen als auch Sachsen-Anhalt machten nach der Abstimmung deutlich, dass sie in einer Selbstverpflichtung der Anstalten erwarten, dass der Reformprozess fortgesetzt werde. In einem Interview mit medienpolitik.net betont Dr. Heinz Fischer-Heidlberger, Vorsitzender der KEF, dass seine Kommission „essenzieller Bestandteil unserer Medienordnung und wichtiger Garant für die Rundfunkfreiheit“ ist. Auch der 22. Bericht zeige: Die KEF arbeitet unabhängig und lasse sich politisch nicht beeinflussen. Die Ergebnisse widerlegten die theoretischen Diskussionen zur Indexierung. Die KEF müsse aktuelle Entwicklungen berücksichtigen. Aber auch die Wirtschaftlichkeitspotenziale auf der Aufwandsseite seien zu analysieren. „Die KEF“, so Dr. Heinz Fischer-Heidlberger weiter, „hat das Indexmodell immer abgelehnt, weil die Entkopplung vom tatsächlichen Finanzbedarf regelmäßig zu einer Über- oder gegebenenfalls auch Unterfinanzierung der Anstalten führen würde.“
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Jetzt sind die öffentlich-rechtlichen Sender am Zug

Jetzt sind die öffentlich-rechtlichen Sender am Zug

von am 13.03.2020

Länder stimmen für neuen Rundfunkbeitrag – Sachsen-Anhalt enthielt sich

13.03.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Er ist auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel: Der Rundfunkbeitrag in Höhe von 18,36 Euro ab 1. Januar 2021. Die Länder haben sich gestern in der Ministerpräsidentenkonferenz darauf einstimmig verständigt. Sie folgten damit einer Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). „Der Beitrag ist elf Jahre lang nicht erhöht worden. Und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben von den Rundfunkanstalten große Sparmaßnahmen eingefordert. Gleichzeitig stehen die öffentlich-rechtlichen Anstalten mit der digitalen Transformation und weiteren Investitionen vor großen Herausforderungen“, sagte die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, im Anschluss an die Konferenz.
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„Machen! Nicht nur darüber reden!“

„Machen! Nicht nur darüber reden!“

von am 03.03.2020

MDR und ZDF entwickeln gemeinsam neue digitale journalistische Angebote

03.03.2020. Interview mit Matthias Montag, Geschäftsführer der Innovations- und Digitalagentur (ida)

Die gemeinsame Innovations- und Digitalagentur (ida) von MDR und ZDF soll am 1. April ihre Arbeit aufnehmen. Zum künftigen Angebot von ida gehören unter anderem technische Services und Produkte, Digitales Storytelling, Datenjournalismus sowie Innovations- und Dialogmanagement. Um die entsprechenden Entwicklungsprozesse für die Nutzerinnen und Nutzer weiter konsequent voranzutreiben, setzen MDR und ZDF Digital mit der neuen Agentur auf die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen. Zunächst sollen 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Leipzig tätig sein. Im Herbst dieses Jahres wird darüber hinaus ein Standort in Erfurt eröffnet, in dem digitale Angebote für Kinder im Fokus stehen. Nach Ansicht von Matthias Montag, ida-Geschäftsführer geht es im Wettbewerb um Aufmerksamkeit vor allem darum, „mit vielfältigen qualitativ hochwertigen Inhalten die Menschen zu erreichen“. Dazu müssten vor allem die unterschiedlichen Angebote für digitalen Journalismus: von Audio über Daten, von interaktiven Formaten, über Live-Video bis hin zu Virtual- oder Augmented Reality ausgebaut werden.
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„Vertrauen schaffen und Akzeptanz erzielen ist für uns tägliches Brot“

„Vertrauen schaffen und Akzeptanz erzielen ist für uns tägliches Brot“

von am 28.02.2020

SR-Intendant fordert, dass die ARD ihre Kostenstruktur überprüft und spürbar senkt

28.02.2020. Interview mit Professor Thomas Kleist, Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR)

Der Saarländische Rundfunk ist nach Radio Bremen die zweitkleinste ARD-Anstalt. Bei beiden Sendern reicht der Rundfunkbeitrag aus ihrem Bundesland nicht aus, um ein Programm anzubieten, das dem Auftrag entspricht. Deshalb hat die ARD einen neuen Finanzausgleich vereinbart. Ungeachtet dessen verbleibt für beide Anstalten eine beachtliche Finanzierungslücke, die sie schließen müssen, jedoch nicht ganz aus eigener Kraft schließen können. „Deshalb“, so SR-Intendant Thomas Kleist gegenüber medienpolitik.net „wird der SR genau darauf achten, dass auch die ARD insgesamt ihre Kostenstrukturen überprüft und im Laufe der Beitragsperiode spürbar senkt, was sich dann auch kostenmindernd auf den SR auswirken wird.“ Daran, so Kleist müssten auch die anderen Landesrundfunkanstalten ein hohes Interesse haben, denn die Beitragsempfehlung der KEF stelle alle Sender vor große Herausforderungen und mache weitere Kostenreduzierungen notwendig. Vertrauen will die ARD-Anstalt vor allem durch die Einhaltung der journalistischen Spielregeln und das Einordnen und Gewichten des täglichen Geschehens schaffen. Akzeptanz soll erreicht werden, indem man sich als Teil der Lebenswelt, Partner und täglicher Begleiter der Saarländerinnen und Saarländer sieht, ihnen Heimat und Orientierung geben und Identität stiften will.
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Neuer KEF-Bericht: Transparent und Kompetent

Neuer KEF-Bericht: Transparent und Kompetent

von am 21.02.2020

Neuer Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro liegt unter einem möglichen Betrag durch ein Index-Modell

21.02.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur www.medienpolitik.net

Ein Glück, dass es die KEF gibt! Das könnte man, sicher etwas euphorisch, ausrufen, nachdem man den 411 Seiten starken Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten etwas genauer betrachtet hat. In dem detaillierten, sachkundigen und faktenreichen Dokument wird nicht nur sehr präzise belegt, wie hoch der aktuelle Finanzbedarf von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Arte ist, sondern es wird auch aufgelistet, wie er gedeckt werden kann und warum die Beitragsanmeldungen der Anstalten unrealistisch waren.
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„Der qualitätsvolle deutsche Kinofilm braucht eine breitere Unterstützung“

„Der qualitätsvolle deutsche Kinofilm braucht eine breitere Unterstützung“

von am 17.02.2020

Filmverleiher fordern, dass BKM - FFA- und DFF-Förderung gleichermaßen justiert werden

17.02.2020. Interview mit Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des VdF e.V. - Verband der Filmverleiher e.V.

In einem Interview mit medienpolitik.net betont Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des VdF, dass die Verleiher gemeinsam mit den Produzentenverbänden die Erlössituation der Produzenten „bei erfolgreichen Kinofilmen“ verbessern wollen. Die Gesprächsrunden der letzten Wochen hätten gezeigt, dass im Bereich der Kinofilmproduktion ein Mechanismus gesucht werde, der die Produzenten im Erfolgsfall früher an den Erlösen aus der Verwertung des Films partizipieren lasse. Dazu schlagen die Verleiher vor, die Verleihförderung neu zu gestalten. „Die Tilgung dieser Förderung soll nicht wie bisher zu 100 Prozent an den Förderer, sondern zu 50 Prozent an den Produzenten und zu 50 Prozent an den Förderer erfolgen.“ Ein zwingender Erlöskorridor – wie im Eckpunktepapier der CDU/CSU und SPD-Bundestagsfraktionen angeregt - wird abgelehnt. „Er würde das Risiko-Investment der Verleiher deutlich reduzieren und zu sinkenden Besucher- und Umsatzzahlen deutscher Filme führen“, erläutert der VdF-Geschäftsführer. Zugleich kritisieren die Verleiher das rückläufige Engagement der öffentlich-rechtlichen Sender bei Kinoproduktionen sowie deren Blockade eines Auswertungen über Pay-TV und S-VoD.
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