13.1.16 – Öffentliches Fachgespräch im Kultur- und Medienausschuss über Angriffe auf Journalisten

von am 18.01.2016

© Deutscher Bundestag 2015

Journalisten in Deutschland werden immer öfter Opfer verbaler und gewaltsamer Übergriffe aus der rechtsextremen und rechtspopulistischen Szene. Im vergangenen Jahr sei es zu mindestens 49 solcher Übergriffe auf Pressevertreter gekommen, berichtete Martin Hoffmann vom Europäischen Zentrum für Presse- und Medienvertreter am Mittwoch, 13. Januar 2016, im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs vor dem Kultur- und Medienausschuss. In 29 Fällen habe es sich um Gewalttaten, in 13 Fällen um Sachbeschädigung und in sieben um gravierende verbale Bedrohungen gehandelt. Die Dunkelziffer sei allerdings deutlich höher, da viele Journalisten solche Übergriffe nicht anzeigen würden, sagte Hoffmann. Allein 30 der Übergriffe seien in Sachsen, meist während Demonstrationen und Kundgebungen der Pegida-Bewegung und der AfD verzeichnet worden.

Die Leiterin des ZDF-Landesstudios Brandenburg, Britta Hilpert, und der Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks, Stefan Raue, führten an, dass ihre Sender Journalisten nur noch auf freiwilliger Basis zur Berichterstattung über Pegida-Kundgebungen entsenden und diesen verstärkt Personenschutz zur Seite stellen würden.

Liste der geladenen Sachverständigen

  • Britta Hilpert, Leiterin des ZDF-Landesstudios Brandenburg in Potsdam, Vorstandsmitglied von „Reporter ohne Grenzen“
  • Martin Hoffmann, Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit
  • Jaafar Abdul Karim, Journalist und Moderator bei der „Deutschen Welle“
  • Stefan Raue, Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks
  • Tom Strohschneider, Chefredakteur „Neues Deutschland“
  • Prof. Dr. Frank Überall, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes

Eine Zusammenfassung der Sitzung können Sie hier nachlesen.

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