Kurt Beck (SPD), Dr. Hans Hege (mabb) und Jens Redmer (Google): Regulierte Zugangssicherung und Auffindbarkeit von Smart TV (Medienkongress 2012)

von am 17.09.2012

 Medienwoche@IFA 2012: medienpolitik@IFA: Panel Von „Must Carry“ zu „Must Be Found“

Unter dem diesjährigen Motto „Digitale Werte“ präsentierte sich die Medienwoche gewohnt impulsreich und überaus international. Auf dem Medienkongress wurden u.a. die Potenziale und Herausforderungen des Fernsehens der nächsten Generation diskutiert, aber auch neue Wege.

Laut Twitter UK-Chef Tony Wang nutzen bereits 80 Prozent der Menschen Inhalte über den sogenannten Second Screen. Social Media-Kanäle spielen bei der Nutzung dieses zweiten Bildschirms eine signifikante Rolle. Hier entscheidet der Nutzer und nicht mehr die Sender. Social-TV sei für alle Beteiligten eine Bereicherung, so Wang. Zum einen werden wieder mehr Zuschauer in das TV-Programm gelotst und zum anderen bringt der öffentliche Diskurs mehr Transparenz für die Produktionsbranche. Diese Prognosen bekräftigte Carine Chardon, Leiterin Medienpolitik, beim Industrieverband ZVE: „Durch  Smart-TV hat die Fernsehnutzung um dreißig Prozent zugenommen, somit profitieren sowohl die etablierten TV-Sender als auch kleinere Dienste-Anbieter, die sich eine Rundfunkverbreitung bisher nicht leisten konnten.“ Angesichts dieser technologischen Entwicklungen überrascht der Einstieg von Google ins TV-Geschäft keineswegs. Jens Redmer, Direktor Business Development Google hob in der Diskussion im Rahmen der Veranstaltung ‚Von „Must Carry“ zu „Must be Found“‘ hervor, dass es sich bei Google-TV nicht um ein klassisches Fernsehprogramm handle, sondern um ein Betriebssystem. Rundfunkanbieter klassischer Fernsehprogramme befürchten allerdings, dass Zuschauer ihr Programm in solch einer Online-Umgebung nicht mehr oder nur schlecht auffinden würden. Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), betonte im Zusammenhang um die Diskussion zur Rolle von Smart-TV, dass die Auffindbarkeit von Inhalten eine Schlüsselfunktion in der gegenwärtigen Medienpolitik einnehme. Letztlich sei jedoch entscheidend, dass der Nutzer auch künftig frei entscheiden kann, welche Inhalte er auf seinem Fernseher zulässt, so der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Rundfunkkommission, Kurt Beck.

Positiv betrachtet auch Prof. Karola Wille, Intendantin des MDR, die Smart-TV-Entwicklung: „Sie bietet uns die Chance, auch andere, jüngere Zuschauer zu gewinnen“. Allerdings konstatiert sie die noch fehlenden Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen regulierten Bereiche. Dies gilt es aus ihrer Sicht zu diskutieren.

Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, mahnte hingegen auf „eine gewisse Missbrauchsgefahr“ hin. Er sieht das größte Problem in der mangelnden Transparenz von Suchergebnissen. Das verschleiere Machtpositionen und begründe die Notwendigkeit der Regulierung seitens der Politik, betonte Hege. Ministerpräsident Beck sehe hingegen im Bereich Smart-TV zunächst keinen Regulierungsbedarf. (kk)

Das Video sowie die dokumentarische Betreuung der Medienwoche@IFA 2012 ist ein Projekt von Alex-Berlin TV.

 

 

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