Gute Image-Werte für den NDR

von am 23.01.2019 in Archiv, Gastbeiträge, Medienordnung, Medienpolitik, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Rundfunk

Gute Image-Werte für den NDR
Lutz Marmor, Intendant des NDR

Was hinter den Zahlen steckt

23.01.2019. Von Lutz Marmor, Intendant des NDR

Wer Teile der veröffentlichten Meinung verfolgt, könnte angesichts der Ergebnisse der jüngsten Image-Befragung zum NDR womöglich erstaunt sein. Denn während in einigen Medien immer wieder einmal von schwindendem Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Rede ist, sehen das die meisten Menschen in Norddeutschland offensichtlich anders – jedenfalls in Bezug auf den NDR. Um ihn und seine Reputation ging es bei den Telefoninterviews, die das Meinungsforschungs-Institut GfK MCR mit 3100 repräsentativ ausgewählten Erwachsenen im Norden geführt hat.

Mit Zustimmungswerten um die 90 Prozent bescheinigen die Norddeutschen dem NDR Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Aktualität. Bei der Frage, welcher Institution sie Vertrauen schenken, liegt der NDR gemeinsam mit der Polizei ganz vorn. Und selbst beim vielleicht sensibelsten Punkt, dem eigenen Portemonnaie, gibt es für den NDR ein gutes Resultat: Die Aussage „Der NDR ist sein Geld wert“ kommt auf eine deutliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung hier sogar um zwei Prozentpunkte gewachsen.

Skeptiker mögen einwenden: kein Wunder, diese schönen Zahlen – schließlich hat der NDR die Umfrage selbst beauftragt. Stimmt, hat er, so wie in den Jahren zuvor. Aber er hat die Ergebnisse nicht bestellt. Das würde sich jedes Institut, das sein eigenes wissenschaftliches Renommee zu wahren hat, auch verbitten. In den vergangenen fünf Jahren waren es sogar drei verschiedene Institute, die aufgrund von Ausschreibungs-Notwendigkeiten mit der Durchführung betraut waren. Unabhängig davon, welches Institut die Befragung gemacht hat, lagen die Ergebnisse nahezu konstant auf demselben hohen Niveau – ein Indiz für hohe Validität.

Was bedeuten die hervorragenden Werte für uns, den NDR? Sicherlich nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Denn die positiven Rückmeldungen beinhalten die Erwartung, dass wir unsere guten Eigenschaften mindestens bewahren, besser noch ausbauen sollten. Daran werden wir arbeiten. Dass sich dies lohnt, zeigt der kräftige Rückhalt, den der NDR im Norden hat. Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist den Menschen hier wichtig.

Aus den Ergebnissen der Studie:

Der NDR hat bei den Menschen in Norddeutschland nach wie vor ein positives Image. 86 Prozent bewerten den NDR als glaubwürdig. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung (ab 14 Jahre) in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg stimmen der Aussage zu: „Der NDR bringt alles über meine Region.“ Diese und weitere Ergebnisse erbrachte eine repräsentative Befragung des Instituts GfK MCR, das dafür telefonisch 3100 Interviews im Norden geführt hat. Auftraggeber der jährlichen Trendbefragung ist der NDR.

Bei der Frage, welchen von 23 abgefragten Einrichtungen, Organisationen und Firmen sie vertrauen, liegen die Polizei und der NDR gleichauf und teilen sich den Spitzenplatz. Beide Institutionen erreichen 83 Prozent Zustimmung. Die Aussage „Der NDR ist sein Geld wert“ bewerten 70 Prozent als zutreffend. 

Die Eigenschaften des NDR mit den höchsten Zustimmungswerten sind „freundlich“ (93 Prozent), „aktuell“ (91 Prozent), „informativ“ (89 Prozent), „regional“ (89 Prozent), „sachlich“ (88 Prozent) und „kompetent“ (88 Prozent). Richtig findet eine große Mehrzahl der Norddeutschen auch die folgenden Aussagen: „Der NDR hat sachkundige Reporter und Korrespondenten vor Ort“ (79 Prozent), „Der NDR vermittelt die Werte unserer Gesellschaft“ (69 Prozent) sowie „Der NDR spielt eine wichtige Rolle im kulturellen und gesellschaftlichen Leben“ (69 Prozent). 

Es gibt aber auch weniger erfreuliche Resultate. 46 Prozent sprechen dem NDR die Eigenschaft „bürokratisch“ zu, und nur 50 Prozent empfinden ihn als mutig.

Für die jährliche Trenduntersuchung hat GfK MCR vom 3. September bis zum 8. November 2018 insgesamt 3100 repräsentativ ausgewählte Erwachsene (ab 14 Jahren) in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg telefonisch interviewt.  

Print article