„Im Krieg der Desinformationen“

von am 18.07.2019 in Aktuelle Top Themen, Archiv, Digitale Medien, Kommunikationswissenschaft, Medienwissenschaft, Netzpolitik, Netzpolitik, Social Media

„Im Krieg der Desinformationen“

Dritte Ausgabe des Forschungsmonitors zu Informationsintermediären

18.07.2019. Auch die neueste Ausgabe des Forschungsmonitors zu Informationsintermediären, herausgegeben von der Landesanstalt für Medien NRW, gibt einen Überblick zu neuen Veröffentlichungen, aktuellen Forschungsprojekten und Veranstaltungshinweisen. Das vorliegende Papier legt dieses Mal seinen Schwerpunkt auf den Einfluss algorithmischer Entscheidungsprozesse auf die politische Meinungsbildung. Insbesondere das Thema Desinformation wurde im Kontext der Europawahl intensiv bearbeitet und die Forschung thematisiert zunehmend Strukturen eines „Informationskriegs“. Dabei arbeiten auf der einen Seite Trolle, engagiert von Staaten oder Parteien, aktiv an der Schwächung einzelner Personen und Meinungen, während auf der anderen Seite die Verteidigerinnen und Verteidiger des freien und demokratischen Diskurses für dessen Erhalt kämpfen. Daran schließen sich natürlich unmittelbar die spannenden Fragen an, wer für diesen Krieg verantwortlich ist und wie die Rollen darin zukünftig verteilt sein können.

Außerdem berichtet die Forschung nach wie vor von Schwierigkeiten in Bezug auf die Analyse der Wirkweise dieser machtvollen Inhalte-Vermittler und beklagt vor allem mangelnde Transparenz. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass man sich einer konsensfähigen Definition dessen, was unter Informationsintermediären zu verstehen ist, annähert. Dabei steht die Annahme im Zentrum, dass Algorithmen zunehmend die jeweilige mediale Wirklichkeit jedes Einzelnen kuratieren. Die Grundlage für diese Kuratierung bilden massenhaft gesammelte Daten von Nutzerinnen und Nutzern, mit deren Hilfe Algorithmen bestimmen, was beispielsweise auf die personalisierten Ergebnisseiten der Suchmaschinen gelangt, und private Newsfeeds von Social Media-Profilen gestalten. Informationsintermediäre sind also vielfach zwischen (den Rezipienten und der Information) Person und Information geschaltet und erfüllen eine vermittelnde Funktion. Dabei schaffen sie ein jeweils individualisiertes Angebot, welches für die allgemeine Öffentlichkeit nicht einsehbar ist und sich nicht nach Relevanz, sondern eher persönlichen Interessen richtet.

Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel „Im Krieg der Desinformationen – Trolle gegen die Verteidiger des demokratischen Diskurses“ und beinhaltet folgende Kapitel:

I. NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN

Insight 1: Korrekte Informationen gegen Trolle und „Fake“

Insight 2: Desinformation im EU-Wahlkampf überschätzt

Insight 3: Sind Filterblasen Fake News?

Insight 4: Trolle – die Krieger im „LikeWar“

Insight 5: Die Unfassbarkeit von Fake News

Insight 6: Zeig mir deine Daten und ich sag dir, wen du wählst

II. AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE

Insight 7: Soziale Netzwerke als Instrument des Populismus‘ in Deutschland

Insight 8: Facebook öffnet erstmals seine Datentresore

Insight 9: Die Suche nach sinnvollen Regulierungen

Der Forschungsmonitor zum Download:  https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/lfm-nrw/Foerderung/Forschung/Dateien_Forschung/Forschungsmonitor_Informationsintermediare_3.Ausgabe.pdf

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