Für eine planbare und langfristige Games-Förderung

von am 10.09.2019 in Aktuelle Top Themen, Archiv, Computer- und Videospiele Industrie, Kreativwirtschaft, Medienförderung, Medienwirtschaft

Für eine planbare und langfristige Games-Förderung
Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche

Anteil deutscher Spiele-Produktionen auf dem Heimatmarkt sinkt seit Jahren

10.09.2019. Von Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche

In dieser Woche starten die Debatten um den Bundeshaushalt 2020 im Deutschen Bundestag. Von der deutschen Games-Branche werden sie besonders aufmerksam verfolgt. Denn die im vergangenen Jahr erstmals zur Verfügung gestellten Mittel von 50 Millionen Euro für eine bundesweite Games-Förderung fehlten überraschend im Ende Juni veröffentlichten Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2020. Dabei ist die Förderung unter anderem aufgrund der noch ausstehenden EU-Notifizierung bislang noch nicht einmal richtig gestartet. Jetzt bleibt nur noch das parlamentarische Verfahren, damit die Games-Förderung nicht schon vor ihrem Start wieder am Ende ist.

Wie notwendig die Förderung für die Spiele-Entwicklung in Deutschland ist, zeigt die aktuelle Entwicklung: So sinkt der Anteil deutscher Spiele-Produktionen auf dem Heimatmarkt seit Jahren, obwohl der Games-Markt stark wächst. Zuletzt blieben von 100 Euro, die für Computer- und Videospiele ausgegeben wurden, lediglich noch 4,30 Euro bei deutschen Entwicklern. Auch die Anzahl der Beschäftigten ist trotz des starken Marktwachstums weltweit und in Deutschland gesunken: Aktuell gibt es 11.014 Beschäftigte bei Entwicklern und Publishern, das sind 5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei könnte sich die Games-Förderung für den Finanzminister sogar lohnen: So zeigt das Beispiel Frankreich, welche positiven Effekte eine Förderung auslöst: Eine Gesamtförderung von 50 Millionen Euro pro Jahr würde demnach in Deutschland zu zusätzlichen Steuer- und Sozialabgaben von rund 90 Millionen Euro führen. Hinzu kommen Investitionen seitens der Wirtschaft von rund 400 Millionen Euro. Diese ökonomischen Effekte lassen sich jedoch nur erzielen, wenn die Förderung langfristig angelegt ist und nicht Jahr für Jahr neu im parlamentarischen Verfahren eingebracht werden muss.

„Jetzt muss die große politische, parteiübergreifende Unterstützung für die Games-Förderung in konkretes politisches Handeln umgesetzt werden.“

Auf der gamescom Ende August gaben zahlreiche Spitzenpolitikerinnen und -politiker ihre Unterstützung für die Games-Förderung bekannt. Unter anderem warben auch die Generalsekretäre von CDU und SPD, Paul Ziemiak und Lars Klingbeil, sowie der zuständige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Digitalstaatsministerin Dorothee Bär für Fördermittel für die Games-Branche im Bundeshaushalt 2020 und darüber hinaus. Darum schaut die Games-Branche in dieser Woche besonders aufmerksam nach Berlin: Denn jetzt muss die große politische, parteiübergreifende Unterstützung für die Games-Förderung in konkretes politisches Handeln umgesetzt werden. Nur die Games-Förderung schafft international konkurrenzfähige Wettbewerbsbedingungen für die vielen kreativen Games-Entwicklerinnen und -Entwickler in Deutschland und wäre angesichts der sich eintrübenden Konjunktur ein wichtiger wirtschaftspolitischer Impuls – nicht nur für die Games-Branche, sondern für den gesamten Digitalstandort Deutschland!

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