Archiv August 2020

„Wir reduzieren deutlich den Aufwand“

„Wir reduzieren deutlich den Aufwand“

von am 27.08.2020

MDR Media nimmt am 1. September in Erfurt den Betrieb auf

27.08.2020. Interview mit Boris Lochthofen, Direktor des Landesfunkhausen Thüringen des MDR und Sprecher der MDR-Media-Geschäftsführung

Am 1. September 2020 werden die MDR-Beteiligungen – MDR Werbung GmbH (MDRW) und Drefa Media Holding GmbH (Drefa), in denen die Dreiländeranstalt ihre Vermarktungs- und Technikaktivitäten bündelt – in Erfurt zur gemeinsamen MDR Media fusionieren. Damit folgt der MDR auch der KEF-Empfehlung die Beteiligungsstrukturen weiter zu verschlanken und noch mehr Synergien zu erzeugen. Die ca. 100 Mitarbeiter der Holding werden in einen neuen Bauabschnitt des Kindermedienzentrums Erfurt einziehen, der Ende 2021 fertiggestellt sein soll. Die Drefa beschäftigt insgesamt ca. 600 Mitarbeiter in ihren insgesamt 13 Beteiligungen. In den vergangenen Jahren erwirtschaften Drefa und MDR Werbung durchschnittlich einen kumulierten Jahresumsatz von ca. 80 Millionen Euro. Mit der Fusion werde der Aufwand deutlich reduziert, betont der neue Sprecher der MDR-Media-Geschäftsführung. „Aber wir streben auch mittel- und langfristige Synergieeffekte durch eine Effizienzsteigerung an“, erläutert Boris Lochthofen. Lochthofen, der zugleich Direktor des Thüringer Landesfunkhauses des MDR ist, kündigte „einen fairen Umgang“ mit freien Dienstleister und Produzenten an. Dazu gehörten Transparenz über Ressourcen, über die der MDR verfüge, und hinsichtlich der Möglichkeiten, für den MDR Programm zu machen.

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Pressefreiheit in Gefahr

Pressefreiheit in Gefahr

von am 26.08.2020

Referentenentwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Verfassungsschutzrechts: Gefahr für verfassungsrechtlich garantierte Pressefreiheit und weitere Grundrechte

26.08.2020. Von Tabea Rößner, Mitglied und netzpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bundestag

Der aktuelle Referentenentwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Verfassungsschutzrechts des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom 17.06.2020 birgt in sich eine große Gefahr für die verfassungsrechtlich garantierte Pressefreiheit und weitere Grundrechte.
Der Entwurf verfolgt nach Angaben des Ministeriums das Ziel, „den aktuellen Herausforderungen durch Terrorismus und Extremismus mit zeitgemäßen Befugnissen zum Schutz unserer Freiheit und Sicherheit“ zu begegnen. Ein zentrales Element ist die Ausweitung der Befugnis zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) auf die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern. Hinter der Quellen-TKÜ verbirgt sich die Überwachung verschlüsselter Kommunikation über Telefon, E-Mail oder Messenger-Dienste, auch zwischen Journalist:innen und deren Quellen. Hierzu wird ein Staatstrojaner eingesetzt, der meist in Form einer Software unter bewusster Ausnutzung von Sicherheitslücken in der digitalen Infrastruktur heimlich auf die Endgeräte aufgespielt wird und die Daten an die Behörden ausleitet.

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„‘Tenet‘ kann eine Trendwende bedeuten“

„‘Tenet‘ kann eine Trendwende bedeuten“

von am 25.08.2020

Cinedom-Geschäftsführer fordert mehr Vertrauen und Unterstützung durch die Verleiher

25.08.2020. Interview mit Holger Pfaff, Geschäftsführer Cinedom Köln

Am morgigen 26. August soll erstmals nach vier Monaten wieder ein amerikanischer Blockbuster in den deutschen Kinos starten: „Tenet“. Der Kinofilm hat mehr als 200 Millionen Dollar gekostet, dazu kommen mehrere Millionen für Werbung. In den USA ist nur ein Fünftel der Kinos offen. Deshalb wurden in den vergangenen Monaten bei vielen US-Filmen die Starttermine ausgesetzt. Auch „Tenet“ hätte längst starten sollen: Fünf Mal wurde er verschoben. Doch nun hat „Tanet“ zuerst außerhalb der USA in insgesamt 70 Ländern Premiere. Ein Novum. Die deutschen Kinobetreiber hoffen, nun endlich wieder neu, mit ausreichend Besuchern, starten zu können. „‘Tenet‘ kann eine Trendwende für die Verleiher bewirken“, betont Holger Pfaff, Geschäftsführer des Cinedom Köln, „falls der Film erfolgreich in den Kinos anläuft. Wir nehmen derzeit bei den Vorverkäufen für den Film ein großes Interesse wahr.“ In dieser Situation, so Pfaff müssten sich Kinobetreiber und Verleiher gegenseitig unterstützen, daher wäre aus seiner Sicht ein gemeinschaftlicher Ansatz zur Belebung des Kino- und Filmmarkts notwendig. Der Cinedom ist ein Multiplex-Kino in Köln. Es bietet 3748 Sitzplätze in 14 Sälen und ist damit das fünftgrößte deutsche Kino seiner Art.

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„Es wird auf allen Ebenen mit Hochdruck gearbeitet“

„Es wird auf allen Ebenen mit Hochdruck gearbeitet“

von am 24.08.2020

Hilfsgelder des Bundes für private Hörfunkanbieter noch nicht ausgezahlt

24.08.2020. Interview mit Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg

Die Bundesregierung hatte am 4. Juni 2020 ein “Rettungs- und Zukunftspaket Kultur” in Höhe von einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht. In diesem Rettungspaket sind Bundeshilfen in Höhe von 20 Millionen Euro für private Hörfunkveranstalter vorgesehen. Diese sind durch den Einbruch von Werbeeinnahmen schwer getroffen und haben angesichts des enormen Informationsbedarfes der Öffentlichkeit weiterhin hohe Personalkosten. Die 20-Millionen-Hilfe ergänzt einzelne Aktivitäten in den Bundesländern. Im Privatradio lagen die Umsatzrückgänge zwischen März und Mai bei 75 bis 80 Prozent pro Monat. Kleine lokale Anbieter verzeichnen Umsatzrückgänge von bis zu 90 Prozent. Auf das Gesamtjahr 2020 bezogen wird mit Umsatzrückgängen von 25 bis 30 Prozent gerechnet. Gleichzeitig ist die Rundfunkwirtschaft durch sehr hohe Fixkosten geprägt. Diese müssen in der Krise – trotz der erheblichen Corona-bedingten Umsatzausfälle – in voller Höhe getragen werden. Neben den Personalkosten stellen Verbreitungskosten einen der größten Fixkostenblöcke dar. Allerdings müssen die Sender weiterhin auf ihr Geld warten. Die Auszahlung der Mittel soll durch die Landesmedienanstalten erfolgen. Voraussetzung zur Auszahlung sei, wie Dr. Wolfgang Kreißig gegenüber medienpolitik.net betonte, eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern, die noch in Prüfung sei. Diese müsse dann noch vom Bund und den Ländern ratifiziert werden.
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„Ehrlich gesagt, finde ich das ein Unding“

„Ehrlich gesagt, finde ich das ein Unding“

von am 19.08.2020

Thüringen kritisiert Filmversicherungen, zeigt sich aber skeptisch gegenüber einem Ausfallfonds

19.08.2020. Interview mit Malte Krückels, Die Linke, Staatssekretär für Medien sowie Bevollmächtigter beim Bund des Freistaats Thüringen

Thüringens Medienstaatssekretär kritisiert gegenüber medienpolitik.net, dass die Versicherungen nicht für coronabedingte Produktionsausfälle aufkommen wollen. Allerdings ist er nicht davon überzeugt, dass der gegenwärtig favorisierten Ausfallfonds „das richtige Instrument“ sei. Die konzertierte Hilfsaktion von Bund- und Länderförderern im April und Mai, als kurzfristig eine große Zahl an Kino-Produktionen eingestellt werden musste, habe dagegen gut funktioniert. Durch die Corona-Pandemie sei die Medienvielfalt im Freistaat gefährdet, betont Malte Krückels: „Gerade durch seine spezielle Struktur ist der Medienmarkt in Thüringen eine sehr sensible Branche.“ Ziel einer staatlichen Förderung müsse es deshalb sein, pandemiebedingte Insolvenzrisiken einzelner Veranstalterinnen und Macher zu reduzieren, damit insgesamt langfristig irreparable Schäden von der Medienlandschaft abgewendet werden könnten. Thüringen hat deshalb ein Hilfs-Sonderfonds in Höhe von fünf Millionen Euro bereitgestellt. Von der 20-Millionen-Euro-Unterstützung für private Hörfunksender werden ca. 500.000 Euro nach Thüringen fließen.
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„Redaktionen und Verlag haben einen Kulturwandel vollzogen“

„Redaktionen und Verlag haben einen Kulturwandel vollzogen“

von am 18.08.2020

FUNKE NRW erreicht bei Digitalabos inklusive E-Paper einen Anteil von nahezu 20 Prozent

18.08.2020. Interview mit Thomas Kloß, Geschäftsführer von FUNKE NRW

Seit Neuaufstellung von waz.de, nrz.de, wp.de und wr.de vor genau einem Jahr verzeichnet FUNKE NRW eine Verdreifachung der Abo-Zuwachsrate für die Online-Inhalte auf seinen Nachrichtenseiten. Vor allem lokale und regionale Artikel sorgen für Abo-Abschlüsse auf den Markenportalen. Diese Artikel bedienen Themen wie Veränderungen im Stadtbild, Bauprojekte, Nahverkehr, Servicegeschichten zu neuen Restaurants, Ausflugszielen und den Entwicklungen im Lokalsport. Seit „User First“, so der Geschäftsführer von FUNKE NRW, „wird in den Redaktionen zuerst an die Onlineleser, dann an die Printproduktion gedacht. Wir schaffen es, über Daten und Analysen noch stärker als bislang auf die Leserinteressen zu reagieren, also die richtigen Themen aufzugreifen, aber auch dann schnell zu sein, wenn die aktuelle Nachrichtenlage das erfordert.“ Die Personalisierung sei ein Erfolgsfaktor, erläutert Thomas Kloß. Personalisierung sei ein Weg, den Lesern ein besseres, weil auf sie zugeschnittenes, Produkt zu bieten. „Je mehr interessante Beiträge wir ihnen aus ihrem Lebensumfeld anbieten, umso eher werden sie bereit sein, dafür zu bezahlen“, so Kloß. FUNKE NRW bewegt sich inzwischen bei den Digitalabos inklusive E-Paper auf die 20 Prozent-Marke zu.
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„Wir haben die Sorgen der Branche sehr ernst genommen“

„Wir haben die Sorgen der Branche sehr ernst genommen“

von am 17.08.2020

Bayern fordert TV-Sender zur Beteiligung am Ausfallfonds auf

17.08.2020. Interview mit Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales

Bayern ist einer der wichtigsten Filmstandorte in Deutschland. Deshalb ist es für die Filmbranche auch über die Landesgrenzen hinaus von zentraler Bedeutung, wie Drehbuchautoren, Produzenten, Verleiher oder Kinobetreiber durch die Pandemie kommen. Die Staatsregierung hatte, wie Judith Gerlach betont, „die Film- und Kinowirtschaft bereits seit Beginn der Pandemie intensiv im Blick.“ Der Anteil des Freistaates an einem Nothilfefonds der Filmförderer von 15 Millionen Euro beträgt rund 3,4 Millionen Euro. Für die Kinos stehen 12 Millionen Euro als Anlaufhilfe nach deren Wiedereröffnung zur Verfügung. Auch die Filmtheater-Programmprämien des FFF Bayern wurden verdoppelt. Als eines von bisher vier Ländern hat die Landesregierung auch sehr schnell eine Beteiligung an einem Ausfallfonds zugesagt. „Der Ausbau des staatlichen Ausfallfonds“ so bekräftigt die Bayerische Staatsministerin für Digitales, „kann nur in enger Partnerschaft mit den TV-Sendern ermöglicht werden.“ Daher würde es Bayern begrüßen, wenn die TV-Sender eine starke Bereitschaft signalisieren würden, sich an dem Ausfallfonds zu beteiligen.
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Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie: Pro & Contra

Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie: Pro & Contra

von am 13.08.2020

Stellungnahmen zum Diskussionsentwurf der Reform des Urheberrechts veröffentlicht

13.08.2020. Das Bundesjustizministerium (BMJV) hat die Stellungnahmen zum Diskussionsentwurf für ein Zweites Gesetz zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarkts auf seiner Webseite veröffentlicht. Diverse Akteure aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Recht nutzten die Möglichkeit, sich an der Diskussion zu beteiligen und ihre Ansichten zur geplanten Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie zu veröffentlichen. Der Entwurf stieß dabei wie zu erwarten auf ein geteiltes Echo, welches hier auszugsweise wiedergegeben werden soll. Hier ein Überblick des Instituts für Urheber- und Medienrecht München.
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Die 100 Jahre alte Filmkultur ist bedroht

Die 100 Jahre alte Filmkultur ist bedroht

von am 12.08.2020

12.08.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

„Unsere Unternehmen, die zum Teil in mehreren Generationen aufgebaut wurden und mit insgesamt mehr als 50 Prozent aller Leinwände Kinokultur und Unterhaltung anbieten, sehen ihr Lebenswerk bedroht, wenn nicht kurzfristig weitere Hilfen ganz konkret auch unseren Unternehmertypus unterstützen“, schildern mittelständische, familiengeführte Filmtheaterunternehmen, die in großer Sorge über ihre wirtschaftliche Zukunft sind, ihre schwierige Lage in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters. In den letzten fünf Jahren hatten die Unterzeichner sowie weitere Kinobetreiber mehrere 100 Millionen Euro in den deutschen Kinopark investiert, heißt es in dem Schreiben weiter. Es wurden Standorte in der Provinz mit hochwertigen Kinoangeboten versehen, neue Servicekonzepte entwickelt und die Anzahl und Vielfalt der Filmangebote deutlich erhöht. Diese Infrastruktur und die über 100 Jahre alte und einzigartige Art des Filmgenusses sei zurzeit dramatisch bedroht. Auch ohne eine neue pandemiebedingte Schließungswelle werde ein nennenswerter Teil der deutschen Filmtheater diese Krise ohne weitere Hilfen nicht überleben. Deshalb fordern die Filmtheater kurzfristig zusätzliche Hilfen und einen Kinogipfel. Was sind die Gründe für diesen dramatischen Appell?

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„Wenn wir erst eine Krise benötigen, um kreativ zu sein, stimmt was nicht.“

„Wenn wir erst eine Krise benötigen, um kreativ zu sein, stimmt was nicht.“

von am 11.08.2020

RTL mit wenig Programmausfällen in der Corona-Krise und keiner Reduzierung von fiktionalen Produktionen

11.08.2020. Interview mit Jörg Graf, Geschäftsführer von RTL Television

RTL hat während der Corona-Pandemie drei tägliche Serien („Unter Uns“, „Alles was zählt“, „GZSZ“) ohne Sendeunterbrechung produziert. Das sei für ihn, so Jörg Graf „das größte Event“. „Wir wollten unbedingt vermeiden“, so der RTL-Geschäftsführer, die Wiederholungsquote massiv zu steigern.“ Man sei glücklich und stolz, dass das gemeinsam mit den Produzenten-Partnern gelungen sei, für das 2. Halbjahr und nach den Sommerferien wieder mit vielen, frischen Programmen an den Start gehen zu können. Auch geplante Event-Produktionen wie „Faking Hitler“, „König von Palma“ oder „Boris Becker“ (AT) sollen alle realisieret werden. Die einzige Frage sei, „wann können wir wo und was so produzieren, dass es verantwortbar ist und den hoch angesetzten Qualitätslevel nicht beeinträchtigt, erläutert Graf. RTL wolle seiner LocalHero-Strategie in der Krise umso mehr folgen und hier gute Inhalte maßgeschneidert für sein Publikum produzieren.

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