Archiv Mai 2021

„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Ankermedium“

„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Ankermedium“

von am 27.05.2021

Den Ländern geht es bei der „Plattform-Diskussion“ zunächst vor allem um eine gemeinsame Strategie der Sender

27.05.2021. Interview mit Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei

Die Rundfunkkommission der Länder will sich in ihrer nächsten Sitzung Anfang Juni erneut mit der Auftrags- und Strukturreform für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk befassen. In einem Interview mit medienpolitik.net betont Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Thüringer Staatskanzlei, dass man den vieldiskutierten Begriff der „Flexibilisierung“ nicht auf den Aspekt Linearität oder Non- Linearität reduzieren dürfe. Es gehe darum, zielgenau öffentlich-rechtliche Public Serviceangebote zu produzieren. Entscheidend am Auftrag sei, dass das Programm nicht bloß einzelne, lukrative Zielgruppen in den Blick nehme, sondern sich an die gesamte Gesellschaft zu richten habe. Auf welchen Wegen öffentlich-rechtliche Inhalte am besten ihr Publikum erreichen, solle künftig nicht mehr die Politik entscheiden.
Aktuell, so Hoff, seien noch vier Grundsatzfragen zu klären: Die konkrete Ausgestaltung der Auftragsdefinition und damit einhergehende Flexibilisierungsmöglichkeiten; das Qualitätsmanagement zu Aspekten der Auftragserfüllung im Rahmen der Gremienbefassungen ; Probebetriebsmöglichkeiten, um Zukunftsformate testen zu können sowie Art und Umfang von Plattform-Überlegungen und gemeinsamen Strategien.

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Die nächste Reform muss grundlegender sein

Die nächste Reform muss grundlegender sein

von am 26.05.2021

Grüne Vorschläge zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes

26.05.2021. Von Tabea Rößner, MdB, Netz- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Die Filmbranche in Deutschland ist unter Druck - nicht erst seit der Pandemie. Die Ursachen liegen nicht zuletzt in den Strukturen der Filmförderung. Turnusgemäß muss das Filmförderungsgesetz des Bundes jetzt novelliert werden. Zu einem großen Wurf ist es indes – pandemiebedingt – nicht gekommen. Vielmehr hat der Bundestag eine Mini-Novelle verabschiedet, die nur an einigen wenigen Punkten ansetzt. Problematisch ist dabei, dass zwar einige zentrale Fragen der Filmförderung adressiert werden, die Lösungen nicht zu Ende gedacht erscheinen oder erst gar nicht versucht werden.
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„Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional“

„Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional“

von am 25.05.2021

Der Journalismus in Deutschland benötigt eine systematische Innovationspolitik

25.05.2021. Interview mit Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow, Juniorprofessor für „Organisation und vernetzte Medien“ Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar

Als Ende April die Bundesregierung die geplante Presseförderung absagte, bekam die Debatte über das Für und Wider dieser Hilfe für den Journalismus einen neuen Schub. Die FAZ, schrieb von einem Schock für die Verlage und keinem guten Tag für die Pressefreiheit. „Ein guter Tag für die Pressefreiheit wäre es, hätte sich die Bundesregierung eine faire Presseförderung einfallen lassen, die niemanden benachteiligt“, so die Zeitung. Bereiteis im September 2020 hatten Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow und Prof. Dr. Christian-Mathias Wellbrock (Universität zu Köln) in einem Gutachten festgestellt, dass die beste Hilfe für den professionellen Journalismus eine Innovationsförderung wäre. Die Wissenschaftler hatten eine erhebliche Finanzierungslücke für Innovationen im Journalismus ausgemacht: Während private Mittel für Neugründungen und einzelne Medienschaffende kaum verfügbar sind investieren etablierte Verlage ihre Innovationsbudgets offenbar schwerpunktmäßig in digitalen Geschäftsfeldern abseits des Journalismus. Angesichts dieses Finanzierungsproblems ist die direkte finanzielle Unterstützung von journalistischer Innovation durch die öffentliche Hand geboten. Fragen an Christopher Buschow zum Scheitern der Presseförderung und den Schlussfolgerungen.
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„Weg von Bagatellfällen – hin zu den Kernfragen der Vielfaltssicherung“

„Weg von Bagatellfällen – hin zu den Kernfragen der Vielfaltssicherung“

von am 20.05.2021

Bewertung von Video-Streaming-Angeboten bleibt im Rahmen der medienkonzentrationsrechtlichen Kontrolle weiterhin schwierig

20.05.2021. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat im Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis zum 31. Dezember 2020 62 Prüfverfahren abgeschlossen. Diese betrafen medienkonzentrationsrechtliche Prüfungen im Zusammenhang mit Zulassungsanträgen, Veränderungen von Beteiligungsverhältnissen sowie Regionalfensterverfahren, wird im 22. Jahresbericht festgestellt. Neben den Prüfverfahren hat sich die KEK schwerpunktmäßig mit der Zukunft des linearen Fernsehens, Ansätzen für eine Nutzungserfassung von Video-Streaming-Angeboten und den im Medienstaatsvertrag vorgesehenen neuen Möglichkeiten, Bagatellfälle von der medienkonzentrationsrechtlichen Prüfung auszunehmen, auseinandergesetzt. „Es ist richtig, dass sich die KEK nicht mehr mit Prüfanträgen befassen muss, die ersichtlich nur geringe Bedeutung für die Sicherung der Meinungsvielfalt haben“, so der Vorsitzende der KEK, Prof. Dr. Georgios Gounalakis. „Dies gibt der KEK die Möglichkeit, sich auf die Kernfragen der Vielfaltssicherung zu konzentrieren. Gefahren für eine einseitige Beeinflussung der Meinungsbildung gehen längst nicht mehr allein vom linearen Fernsehen aus. Die vielfach geforderte und angekündigte Reform des Medienkonzentrationsrechts sollte nun zügig angegangen werden.“
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„Journalismusförderung ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer“

„Journalismusförderung ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer“

von am 19.05.2021

Lokale Zeitungsverlage fordern: Bei einer Förderung, kein Einfluss auf Inhalte und den Tendenzschutz

19.05.2021. Interview mit Martin Wieske, Geschäftsführer, Verband Deutscher Lokalzeitungen

Wissenschaftler des Mainzer Medieninstituts halten in einem Gutachten eine staatliche Förderung von lokal- und regionaljournalistischen Angeboten für möglich. So wäre beispielsweise eine Bundesförderung durch einen Innovationsfonds und einer Produktionsunterstützung verfassungsrechtlich grundsätzlich unbedenklich. Eine schwerpunktmäßige Ausrichtung auf den wirtschaftlichen Wettbewerb sei dafür jedoch die Bedingung. Anlass für das Gutachten im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen waren die gescheiterten Pläne der Bundesregierung für eine einmalige Presseförderung in Höhe von 220 Millionen Euro. Aufgrund rechtlicher Bedenken wird sie vom Bundeswirtschaftsministerium nun nicht realisiert. Die angespannte Corona-Situation und die Verteuerung der Zustellkosten, hätten die Zeitungen an die Belastungsgrenze gebracht, so Martin Wieske, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen. „Wir benötigen daher dringend eine Förderung der Zustellung“, so Wieske. „Journalismusförderung ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer. Die Unabhängigkeit der Presse ist ein unschätzbares und einzigartiges Gut. Hier hat der Staat im Grundsatz nichts zu verloren“, betont der Verbandschef der Lokalzeitungen. Finanzielle Einmalhilfen, wie in der Studie vorgeschlagen, würden auch im Nonprofitbereich und im Bereich der reinen Onlinemedien nicht dazu beitragen, dauerhaft hochwertigen Journalismus anzubieten.
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„Die Filmindustrie braucht das Kino“

„Die Filmindustrie braucht das Kino“

von am 18.05.2021

Fehlende strategische Planbarkeit als größtes Problem der Filmwirtschaft

18.05.2021. Interview mit Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA)

Für Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt, ist für die Filmwirtschaft gegenwärtig die fehlende Planbarkeit das größte Problem. Dazu zählten nicht nur die kurzfristigen Fragen, wann und zu welchen Bedingungen die Kinos wieder öffnen und Festivals und Märkte international wieder bei voller Kapazität liefen, sondern auch die mit der Pandemie einhergehende Verunsicherung. „Welchen tektonischen Verschiebungen sehen wir uns filmwirtschaftlich in den nächsten 1 bis 2 Jahren ausgesetzt? Welche Rolle werden die VoD-Plattformen spielen, welche die Kinos? Werden aus dieser Pandemie übermächtige, dominierende Player entstehen wie nach der Spanischen Grippe in den USA vor hundert Jahren? Und: Wer hat genügend wirtschaftliche Reserven, diese Situation überhaupt zu überstehen“, fragt Peter Dinges. Die FFA spielt bei den Corona-Hilfsmaßnahmen eine wichtige Rolle, mehr als eine halbe Milliarde Euro liefen dafür, so Dinges, über seine Einrichtung.
2020 hatte die Filmförderungsanstalt deutlich weniger Filme gefördert, bedingt auch durch verschobene Projekte. Derzeit, so der FFA-Chef, normalisierten sich Antrags- wie Förderzahlen zunehmend, so dass er nicht von einem Minus ausgehe.
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Der Kongress tanzt nicht

Der Kongress tanzt nicht

von am 17.05.2021

Kinokongress des HDF Kino debattiert existentielle Probleme der Branche

17.05.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Seit gut einem halben Jahrhundert trifft sich die Filmtheater-Branche jährlich zum Kinokongress des HDF Kino, zumeist in Baden-Baden. Bisher ging es vor allem um neue Filme, innovative Technik, wirkungsvolleres Marketing und medien- und kulturpolitische Rahmenbedingungen. Seit der Corona-Pandemie hat sich die Agenda für das Kino geändert. Im vergangenen wurde der Kongress abgesagt und 2021 wird die morgen beginnende Veranstaltung digital stattfinden. Auch dieses Jahr werden wieder neue Kinofilme vorgestellt, doch die inhaltlichen Themen im zweiten Corona-Jahr betreffen vor allem existentielle Fragen: „Wie können neue Auswertungsstrategien aussehen“, „Endlich wieder Kino - Die Wiedereröffnung“, „Kino 2030: Wie sieht die Zukunft der Branche aus?“ und „Kino in Corona Zeiten“. „Wir sind in einem weiteren Pandemie-Jahr mit großen Umsatzeinbruch. Dazu kommt die Unsicherheit, welche weiteren Herausforderungen noch vor uns liegen, z.B. Beispiel, unter welchen Rahmenbedingungen wir öffnen werden oder welche Kapazität wir anbieten können“, beschreibt Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino die aktuelle Situation gegenüber medienpolitik.net. „Der Kongress ‚KINO DIGITAL 2021‘ soll hier Raum für Diskussion schaffen, Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft des Kinos aufzeigen sowie konkrete Lösungsansätze bieten“, so Berg weiter.
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Die Qual der Wahl – oder das Jonglieren mit den Medienkanälen

Die Qual der Wahl – oder das Jonglieren mit den Medienkanälen

von am 10.05.2021

Studie "Medien-Hinwendung" der RTL-Gruppe: Koexistenz zwischen TV und Streaming in deutschen Haushalten

10.05.2021. Inhaltliche und technologische Kreativität haben die Medienlandschaft in den letzten Jahren dynamischer, attraktiver und noch abwechslungsreicher gemacht. Die wachsende Auswahl an Medienangeboten spiegelt das wider und macht die Auswahl für Nutzende um einiges schwieriger. Die DATA Alliance, der Fachbereich für Forschung und Daten bei der Mediengruppe RTL Deutschland, hat mit den Experten für technologie- und datengetriebenes Marketing der annalect bei über 15.500 Deutschen nachgefragt, welche Medien sie am Vortag genutzt haben und in welchem Nutzungskontext die Medienkontakte stattfanden. Die Multi-Client-Studie "Medien-Hinwendung" liefert aktuelle Daten und Fakten zur Mediennutzung und bestätigt gleichzeitig die Erkenntnisse vieler Grundlagenstudien zu den psychologischen Funktionalitäten medialer Angebote.
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Intermediäre mit wachsendem Einfluss auf die Meinungsbildung

Intermediäre mit wachsendem Einfluss auf die Meinungsbildung

von am 06.05.2021

Reflexionen zur Meinungsfreiheit im digitalen Medienraum

06.05.2021. Von Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)

Informationen als öffentliches Gut. Das Motto des diesjährigen Internationalen Tages der Pressefreiheit, der sich gerade zum dreißigsten Mal jährt, ist wohlüberlegt. In einer Zeit der verwirrenden Fülle an verfügbaren medialen Inhalten in unserer von Krisen geschüttelten Welt regen die Vereinten Nationen damit zur Reflektion an, welche Bedingungen zur Förderung eines freien Zugangs zu verlässlichen und vertrauenswürdigen Informationen nötig sind. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, aus diesem Anlass den Blick auf den Regulierungsrahmen der Medienanstalten zu lenken und darzustellen, welchen Beitrag die Medienanstalten in Deutschland für die Meinungsvielfalt in unserer digitalen Medienwelt leisten.

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„Der ‚Zukunftsdialog‘ ist keine ARD-Fanveranstaltung“

„Der ‚Zukunftsdialog‘ ist keine ARD-Fanveranstaltung“

von am 05.05.2021

Offener Dialog soll ehrliche Meinung der Bürger zur Zukunft des Senderverbundes ermitteln

05.05.2021. Interview mit Birand Bingül, Leiter der ARD-Kommunikation

Wie nehmen die Menschen in Deutschland die ARD wahr? Welche Erwartungen haben sie? Was wünschen sie sich von der ARD in Zukunft? Um weitere Antworten auf diese Fragen zu bekommen, startet der Senderverbund den ARD-Zukunftsdialog: Bürger in Deutschland haben die Möglichkeit, sich in den kommenden Wochen und Monaten in die Diskussion um die Zukunft der ARD einzubringen. Der ARD-Zukunftsdialog beginnt am 8. Mai 2021 und läuft bis November. Zum Start werden in einer digitalen Großgruppenveranstaltung rund 200 ausgelosten Bürgern mit gut 30 Vertretern der ARD zusammenkommen. Die Ergebnisse dieses Workshop-Tags sind Grundlage der nächsten Projektphase: Alle Bürger haben dann vom 31. Mai an vier Wochen lang die Chance, sich über eine öffentliche Onlineplattform am ARD-Zukunftsdialog zu beteiligen. Die Erkenntnisse aus der Auftaktveranstaltung und der Debatte auf der Onlineplattform fließen zurück in die ARD und sollen dort weiter diskutiert werden. Im November wird in einer virtuellen Abschlussveranstaltung der Beteiligungsprozess abgeschlossen. Fragen an den ARD-Kommunikationschef Birand Bingül, der auch diese Aktion leitet.
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