Archiv August 2021

TikTok überholt Facebook bei den Jugendlichen in der Schweiz

TikTok überholt Facebook bei den Jugendlichen in der Schweiz

von am 31.08.2021

Neue Studie zur Mediennutzung: Netflix erreicht in der Schweiz 42 Prozent der Bevölkerung

31.08.2021. Corona treibt die Digitalisierung in der Schweiz voran. Die Nutzung von E-Banking, Online-Shopping und Streamingdiensten nimmt markant zu. Das beschert Zoom, Netflix, Twint, TikTok und Co. neue User. Erstmals ist TikTok bei den 15- bis 24-Jährigen beliebter als Facebook. Trotz der digitalen Konkurrenz nutzen die Schweizerinnen und Schweizer weiterhin stark die klassischen Medien TV und Radio - von jung bis alt. Das zeigt die jährliche Studie Digimonitor von der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der WEMF AG für Werbemedienforschung. TikTok, Instagram und LinkedIn legen um 200’000 bis 300’000 neue User zu. Facebook hat 3 Millionen (45 Prozent der Bevölkerung), verliert aber junge Nutzer. Während TikTok 310'000 User zwischen 15 und 24 Jahren hat, sind es bei Facebook nur noch 260'000. Auch Netflix gewinnt: 500'000 neue User. Netflix hat 2,8 Millionen User (42 Prozent der Bevölkerung). YouTube kommt auf 4,6 Millionen (68 Prozent). Klassisches Fernsehen hat mit 6,3 Millionen (94 Prozent) mehr als doppelt so viele Zuschauerinnen und Zuschauer wie Netflix und 1,7 Millionen mehr als YouTube. Jede dritte Person in der Schweiz (2,2 Mio.) nutzt inzwischen Spotify. Die meisten leisten sich ein kostenpflichtiges Spotify-Abo. Mit 6,1 Millionen (91 Prozent) hat Radio fast dreimal so viele Hörerinnen und Hörer wie Spotify.
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„Wir müssen mit der Zielgruppe gehen und flexibel bleiben“

„Wir müssen mit der Zielgruppe gehen und flexibel bleiben“

von am 30.08.2021

ARD baut Engagement auf Drittplattformen wie TikTok aus

30.08.2021. Interview mit Tanja Hüther, Bayerischer Rundfunk, Leiterin des ARD-Distributionsboards

Die ARD ist mit mehreren Angeboten auf TikTok präsent. Dazu gehört auch der Nachrichtenkanal „nicetoknow“, für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren, den der WDR produziert. Dieser Kanal hat bereits 55.000 Follower. Seit Februar 2021 erscheint auf dem TikTok-Kanal jeden Tag ein 60-sekündiges Video. Fünf junge Influencer wechseln sich mit der Präsentation ab. Sie drehen die Filme gemeinsam mit Social Media Producern. Das Engagement der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf Drittplattformen ist umstritten. Mehrere Bundesländer fordern eine Reduzierung, Begrenzung und Konzentration auf eigene Plattformen. „TikTok hat aktuell eine besondere Position in der sehr jungen Zielgruppe. Wir sehen hier eine Chance, junge Menschen mit hochwertigen und ausgewogenen Inhalten zu erreichen – wie z. B. mit der "Tagesschau" oder dem Angebot zur Bundestagswahl“, begründet Tanja Hüther, Leiterin des ARD-Distributionsboards die Präsenz. Allerdings habe die ARD die Prioritäten in diesem Jahr neu gesetzt. Übergeordnetes Ziel sei es, die eigenen digitalen Plattformen zu stärken. Drittplattformen sollen genutzt werden um Nutzer zu den ARD-Angeboten zu führen.
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„Fernsehkameraleute sind Urheber“

„Fernsehkameraleute sind Urheber“

von am 24.08.2021

Studie räumt Fernsehkameraleuten größere Chancen ein, für Verwertungsrechte angemessen vergütet zu werden

24.08.2021. Interview mit Frank Trautmann, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes der Fernsehkameraleute (BVFK)

Immer mehr Berufsgruppen im Medienbereich melden Ansprüche im Urheberrecht an. Auch Fernsehkameraleute können Urheber sein. Im modernen Verständnis der Bildgestaltung liege die Urheberschaft bei professionellen Bildaufnahmen typischerweise vor, und umgekehrt generieren professionelle Bildaufnahmen Urheberrechte. So das Fazit eines Gutachtens, das der Bundesverband der Fernsehkameraleute bei Professor Dr. Karl-Nikolaus Peifer, Direktor des Instituts für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität Köln, in Auftrag gegeben hat. Urheberverbände können beispielsweise gemeinsame Vergütungsregeln verhandeln und Schlichtungsverfahren hierzu führen. Für Urheber bestehen Ansprüche auf angemessene Vergütung, die zu Nachzahlungen für die genutzten Rechte führen können, wie es im Fall von Jost Vacano, dem Kameramann von dem Film „Das Boot“, der Fall war. Eine generelle Vorgabe, ob ein Bild Urheberrechtsschutz genießt oder „nur“ leistungsschutzrechtlich geschützt ist, existiert aber nicht. Es kommt auf den Gestaltungspielraum des Kameramanns an und wie dieser genutzt wird. Je mehr Gestaltungsspielräume genutzt werden und je ungewöhnlicher und individueller dies geschieht, desto eher besteht ein Urheberrecht. Die Juristen sprechen von Schöpfungskraft und grenzen die Tätigkeit dann vom rein handwerklichen Schaffen ab.
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„Ein Indexmodell hat politisch kaum Realisierungschancen“

„Ein Indexmodell hat politisch kaum Realisierungschancen“

von am 23.08.2021

Indexmodell für den Rundfunkbeitrag hat nach dem Entwurf des Koalitionsvertrages in Sachsen-Anhalt kaum noch Chancen

23.08.2021. Interview mit Prof. Dr. Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM), öffentlich-rechtliche Abteilung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

„Ein Indexmodell für den Rundfunkbeitrag steht für uns nicht zur Diskussion und ist abzulehnen.“, so heißt es im Entwurf des Koalitionsvertrages von CDU, SPD und FDP in Sachsen-Anhalt. Eine Entscheidung über die Empfehlung der KEF zur Veränderung des Rundfunkbeitrages werde die Landesregierung im Lichte der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 20. Juli 2021 in der Verantwortungsgemeinschaft mit den anderen Ländern treffen, gegebenenfalls auch im Hinblick auf eine Abweichung von der Empfehlung der KEF. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird jedoch gleichzeitig ermahnt, dass die Finanzierung der Anstalten durch Bürger und Unternehmen über den Rundfunkbeitrag zu besonderer Wirtschaftlichkeit verpflichte und „mit einer modernen Auffassung des Rundfunkauftrages in Einklang zu bringen“ sei.
Nach Auffassung des Verfassungsrechtlers Prof. Dr. Bernd Holznagel von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, habe ein Indexmodell nach dem Koalitionsvertrag in Sachsen-Anhalt kaum Realisierungschancen. Die hervorgehobene Rolle der KEF könne aber dazu führen, dass die Länder Anreize setzen, um bestimmte Programminhalte (Informationen, Dokumentationen, Kultur etc.) zu priorisieren. Denkbar sei auch, dass die KEF Absenkungspfade für bestimmte Kosten bestimme. Fehlende Einnahmen könnten durch Produktivitätsfortschritte ausgeglichen werden.
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Medienpolitik muss vielfältige Podcast-Landschaft sichern

Medienpolitik muss vielfältige Podcast-Landschaft sichern

von am 19.08.2021

Studie: Podcasts sind dabei, sich einen festen Platz im Medienensemble zu sichern

19.08.2021. Eine Auswertung der deutschen Top-50-Podcasts der führenden Audiostreaming-Plattform Spotify ergab, dass sich zwei Fünftel der meistgehörten Podcasts in Deutschland mit Nachrichten, Politik und Wissen beschäftigten. Die meisten Info-Formate zeichnen sich durch Ausführlichkeit, thematischen Tiefgang und nicht zuletzt durch ein hohes Maß an Meinungsvielfalt aus. „Den richtigen Ton treffen: Der Podcast-Boom in Deutschland“ – so lautet der Titel der ersten umfassenden wissenschaftlichen Studie über Podcasts in Deutschland, der Otto Brenner Stiftung (OBS). Die beiden Kommunikationswissenschafler Lutz Frühbrodt und Ronja Auerbacher kommen zu dem Befund: Podcasts sind dabei, sich einen festen Platz im Medienensemble zu sichern. Mit Blick auf die weitere Entwicklung wirft die Studie insbesondere die Frage auf, inwiefern der Podcast-Landschaft das „YouTube-Syndrom“ drohe. „Mit dem deutlich erkennbaren Bestreben von Spotify und Apple Podcasts, die Ausspielwege für Podcasts zu beherrschen, drohen Kommerzialisierung und Privatisierung einer weiteren Teilöffentlichkeit“, bekräftigt Jupp Legrand, Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung, und fordert: „Es gilt, eine künftige infrastrukturelle Abhängigkeit der journalistischen Podcast-Akteure von den Entscheidungen eines profitorientierten Unternehmens zu verhindern: Das muss schon heute das vorrangige Ziel von Medienpolitik, öffentlich-rechtlichen und privaten Medienakteuren sein.“
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„ARD Plus wird fortlaufend ausgebaut“

„ARD Plus wird fortlaufend ausgebaut“

von am 18.08.2021

ARD-Inhalte, die nicht mehr in der Mediathek stehen, können über VoD-Plattformen kostenpflichtig genutzt werden

18.08.2021. Interview mit Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR mediagroup GmbH und der ARD Plus GmbH

Die ARD betreibt nicht nur die Mediathek, sondern mit ARD Plus und ARD Kids auch kostenpflichtige Kanäle, die gegenwärtig bei Magenta TV, Amazon und seit Februar diesen Jahres bei Apple TV kommerziell angeboten werden. Die Inhalte werden vom neu gegründeten kommerziellen Unternehmen ARD Plus GmbH, einer Tochter der WDR Mediagroup vermarktet. In den ARD Plus-Channels stünden Filme und Serien zur Verfügung, die aus rechtlichen Gründen nicht mehr in den linearen Programmen der ARD gesendet oder in die Mediathek gestellt werden dürfen. Zum einen sei die ARD in der Mediathek an bestimmte Verweildauern gebunden und darf Sendungen nur zeitlich begrenzt frei im Netz anbieten. Und zum anderen gebe es Sendungen, bei denen die Anstalten nur zeitlich begrenzt Rechte erwerben konnten – zum Beispiel, weil ein längerer Rechteerwerb finanziell nicht vertretbar sei, wie Michael Loeb Geschäftsführer der ARD Plus GmbH erläutert. ARD Plus präsentiert TV-Filme, Serien, Dokumentationen, Shows und Comedy-Formate. Dazu zählen unter anderem das weltweit größte „Tatort“-Archiv, die bekanntesten deutschen Kinderfilme und -serien sowie Kult-Klassiker aus 70 Jahren Fernsehgeschichte. Seit November 2020 ist die ARD mit dem Kanal “ARD Plus” auch bei Amazon vertreten.
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„Influencer-Kommunikation ist oft sehr suggestiv“

„Influencer-Kommunikation ist oft sehr suggestiv“

von am 17.08.2021

Influencer sind für viele Kinder Vorbilder und „Freunde“

17.08.2021. Interview mit Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz

Die Werbeindustrie setzt zunehmend auf Influencer als Werbebotschafter. Influencer sind für viele Kinder Vorbilder und Bezugspunkte, die sie mitunter auch zu ihren Freunden zählen. Dabei werden Kinder und Jugendliche, die Influencern folgen, zwangsläufig auch mit Werbung konfrontiert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Wissenschaft und Forschung | Medien e. V. (ZWF/Medien) im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Wenn sich Influencer-Werbung gezielt auch an Kinder richtet, sind die Vorgaben des § 6 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags einzuhalten. Danach sind insbesondere direkte Kaufappelle, die die Leichtgläubigkeit und Unerfahrenheit von Kinder ausnutzen, untersagt. Als besonders bedenklich seien Werbeformen aufgefallen, die Kinder zu Kaufhandlungen verleiten, damit sie Zutritt zu bestimmten Communities bekommen, erläutert Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender KJM die Studienergebnisse. Zum Beispiel gäbe es eine Einladung für einen geheimen Chat – allerdings nur durch Kauf von Merchandise-Produkten.
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„Die Online-Medien haben stark an Bedeutung gewonnen“

„Die Online-Medien haben stark an Bedeutung gewonnen“

von am 16.08.2021

ZDF-Nachrichtensendungen erreichen linear und online signifikant mehr Zuschauer

16.08.2021 Interview mit Dr. Peter Frey, Chefredakteur des ZDF

„Es ist ein großer Unterschied, ob man über Emotionen berichtet, die man vor Ort registriert, oder ob man Emotionen schürt“, so ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey im Interview. Er verweist damit auf die Betroffenheit von Journalisten sowohl bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe als auch bei der Debatte über den Klimawandel. Es sei die Pflicht von Journalisten, dort, wo Menschen Angehörige, ihr Hab und Gut, ihre Existenz verloren hätten, auch die Emotionen der Betroffenen zu zeigen. Auf der anderen Seite solle die Berichterstattung aber auch einen Beitrag zur Versachlichung leisten. Peter Frey verweist auf eine umfangreiche, sachlich und kritische Berichterstattung des ZDF über die jüngste Hochwasserkatastrophe. Mit Blick auf die Informationsverantwortung des ZDF stellt er fest: „Uns braucht niemand zu belehren, wie wichtig schnelle Reaktionen und die Bereitschaft, aus dem geplanten Programm auszusteigen, für das Profil sind.“ Auf den Wahlkampf angesprochen, betont der ZDF-Chefredakteur, die öffentlich-rechtlicher Sender hätten den Auftrag zu informieren, aber auch deutlich zu machen, warum es einen Unterschied mache, seine Stimme abzugeben oder nicht.
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Die Medienkompetenz ist bei Kindern gewachsen

Die Medienkompetenz ist bei Kindern gewachsen

von am 11.08.2021

Neue Studie: Lineares Fernsehen ist bei Kindern weiterhin die wichtigste Quelle für Bewegtbild

11.08.2021. Medien sind aus dem Alltag von Mädchen und Jungen zwischen vier und 13 Jahren nicht mehr wegzudenken. Abhängig vom jeweiligen Alter nutzen sie regelmäßig ein vielfältiges Medienrepertoire: Zuschauen, zuhören, lesen, chatten sind fest im Kinderalltag verankert. Die Nase vorn haben dabei klassische Medien wie lineares TV und Print. Die digitale Medienkompetenz der Kids hat, aus Sicht der Eltern, durch Lockdown und Homeschooling einen echten Boost erfahren. Das sind Ergebnisse des KINDER MEDIEN MONITOR 2021. So ist das lineare Fernsehen die wichtigste Quelle für Bewegtbild bei Kindern: 80 Prozent der Kinder sehen Serien, Filme und Videos mindestens mehrmals pro Woche genau dann, wenn sie gerade im Fernsehen laufen. YouTube und ähnliche Videoplattformen sind ab neun Jahren relevant, wohingegen die kostenpflichtigen Streamingdienste auch schon jüngere Kinder erreichen. Bei Grundschülern besonders beliebt sind Apps oder Mediatheken der Fernsehsender, die zeitversetzt die aus dem TV bekannten Inhalte anbieten. Wenn es ums Zuhören geht, ist Musik der Inhalt, der bei Klein und Groß den meisten Zuspruch erhält.
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„Eine staatsferne Aufsicht aus einer Hand in vielen Bereichen der digitalen Medien“

„Eine staatsferne Aufsicht aus einer Hand in vielen Bereichen der digitalen Medien“

von am 10.08.2021

Nahezu alle Satzungen zur Regelung von Medienplattformen, Intermediären und Video-Sharing-Diensten sind ab 1. September in Kraft

10.08.2021 Interview mit Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Medienanstalten und Direktor der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) in Baden-Württemberg

„Das Bundesverfassungsgerichts hat die Notwendigkeit bekräftigt, Meinungsvielfalt und Informationsqualität gerade auch mit Blick auf Phänomene wie Desinformation und Fake News in der digitalen Medienwelt zu sichern. Mit seiner Entscheidung schafft das Bundesverfassungsgericht auch für die Medienanstalten eine verlässliche Finanzierungsbasis, mit der die Medienanstalten gerade auch die ihnen übertragenen wichtigen neuen Aufgaben weiterhin zielgerichtet angehen können“, kommentierte Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Medienanstalten die aktuelle Entscheidung der Verfassungsrichter zum Rundfunkbeitrag. Die Ländergesetzgeber haben den Medienanstalten mit dem Medienstaatsvertrag im November 2020 einen neuen, erweiterten Auftrag erteilt, um auch an den zunehmend wichtiger werdenden, digitalen Schnittstellen zu Medienplattformen und Intermediären den diskriminierungsfreien Zugang und die Auffindbarkeit privater und öffentlich-rechtlicher Inhalte und damit Meinungsvielfalt zu sichern. Zum Stand der Arbeiten und den Einwänden aus Brüssel zur Kontrolle der Intermediäre, Fragen an Dr. Wolfgang Kreißig.
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