Archiv März 2022

Eine angemessene, nutzungsbezogene Vergütung ist unverzichtbar

Eine angemessene, nutzungsbezogene Vergütung ist unverzichtbar

von am 04.03.2022

Novellierung des Auftrags kann existenzbedrohende Auswirkungen für unabhängige Produzenten haben

04.03.2022. Die Rundfunkkommission der Länder hatte Mitte November einen Diskussionsentwurf zu Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgelegt. Auch der Produzentenverband e.V. hat, als die maßgebliche Vertretung der unabhängigen Kino-, Streaming- und Fernsehproduzenten in Deutschland, im Rahmen der Online-Anhörung bis zum 14. Januar 2022 Stellung genommen. Die vorgeschlagene Novellierung ist aus Sicht des Produzentenverbandes jedoch nicht weitreichend genug, um Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachhaltig zu optimieren und kann existenzbedrohende Auswirkungen für unabhängige Produzenten haben. Unabhängige Produzenten möchten auch zukünftig die öffentlich-rechtliche Programmvielfalt mit ihren Produktionen stärken. Jedoch muss dies mit einer angemessenen und realistischen Finanzierung der Produktionen und einer angemessenen, nutzungsbezogenen Vergütung eingeräumter Rechte einhergehen.
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„Wenn Informationen nicht gesichert sind, wird dies transparent gemacht“

„Wenn Informationen nicht gesichert sind, wird dies transparent gemacht“

von am 03.03.2022

Sender verifizieren die Informationen über den Krieg gegen die Ukraine sehr genau

03.03.2022. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Seite einer Woche befinden sich die Medien in Deutschland in einem Ausnahmezustand. Am 24. Februar um vier Uhr morgens rückten russische Militärfahrzeuge von Norden, Osten und Süden auf ukrainisches Staatsgebiet vor. Dem Vormarsch ging ein Beschuss ukrainischer Ziele, darunter bei Kiew, mit weitreichenden Waffen voraus. Von dieser Stunde an informieren Tageszeitungen, Hörfunk- und TV-Sender sowohl über die klassischen Verbreitungswege als auch auf ihrer Website und in sozialen Netzwerken aktuell und ausführlich über diesen Überfall durch Russland. Der Krieg gegen die Ukraine ist das Schwerpunktthema der Nachrichten- und Magazinsendungen sowie täglicher Sondersendungen. Ein zunehmendes Problem stellen unbestätigte Bilder und Informationen dar, vor allem aus sozialen Netzen, die überprüft werden müssen. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Auslandskorrespondenten zu, die die oft schwierige Nachrichtenlage mit eigener Analyse und teilweise aus hautnahem Erleben einordnen können. Das Informationsbedürfnis über die russische Invasion ist auch in den jüngeren Altersgruppen sehr hoch. So wurde am gestrigen Mittwoch durch die 1,83 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauer der "Brennpunkt" um 20.15 Uhr die meistgesehene Sendung des Tages. Die höchste informierende Tagesreichweite verzeichnet gegenwärtig das Fernsehen, gefolgt von Internet und Radio.
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„Eine systematische Kampagne der Medienmanipulation und Verfälschung von Fakten“

„Eine systematische Kampagne der Medienmanipulation und Verfälschung von Fakten“

von am 02.03.2022

EU verbietet mit sofortiger Wirkung Verbreitung von Sendungen von RT und Sputnik

02.03.2022. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist auch ein Krieg um die Wahrheit. Bilder und Informationen können entscheidend sein, für die Desinformation der Bevölkerung des Angreifers und für die Moral der Angegriffenen. Putin weiß um die Macht von Bildern und Fakten. Deshalb wurden Propagandasender wie Russian Today geschaffen, der inzwischen in vier europäischen Ländern Ableger hat, deshalb wurden in Russland unabhängige Medien verboten, werden kritische Journalisten getötet, deshalb zeigt sich Putin gern in Siegerposen, deshalb wurde gestern der Fernsehturm in Kiew zerstört. Geht man heute auf die Internetseite von RT DE finden sich dort Schlagzeilen wie: „Deutsche Neonazis suchen den Weg zur Ukrainischen Front“, „Festung Russland, Ukraine-Einsatz und Ende einer Ära der globalen Politik“, „US-Oberst: Wir drängen die Ukrainer, sinnlos zu sterben“ oder auch „Lawrow vor UN-Menschenrechtsrat: Der Arroganz des Westens muss ein Ende bereitet werden“. Zwar spricht inzwischen auch RE DE vom „Ukraine-Krieg“, aber diese Berichterstattung dient einzig dazu, den völkerrechtswidrigen Angriff, das Töten im Nachbarland, die Unterwerfung des „Brudervolkes“ zu rechtfertigen. Gegen diese Desinformation und Manipulation in dem von Russland eröffneten Medienkrieg hat der Rat der Europäischen Union heute eine Verordnung veröffentlicht, nach der jede Verbreitung der Sendungen und Inhalte von RT und Sputnik ab sofort untersagt ist.
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„Das ist ein steiniger Weg“

„Das ist ein steiniger Weg“

von am 01.03.2022

Personalisierung kann bei den Tageszeitungsverlagen Paid-Content-Nutzung beschleunigen

01.03.2022. Interview mit Dr. Christoph Mayer, Partner bei der Unternehmensberatung Schickler

Personalisierung könnte bei den Tageszeitungsverlagen zum Booster für Paid Content werden: Was bei Entertainment und im Handel bereits funktioniert, wird nun auch für die Zeitungsbranche relevant. Verlage bauen Algorithmen für personalisierte Angebote auf. Dabei liegt der Fokus auf Artikelempfehlungen und Newslettern, so eine Analyse der Unternehmensberatung Schickler. 57 Prozent der Mitgliedsverlage im BDZV mit einer verkauften Auflage von > 100.000 Exemplaren schätzen die Relevanz personalisierter Produkte mit Blick auf die nächsten drei Jahre als strategisch hoch oder sehr hoch ein. Binnen fünf Jahren erwarten dies sogar 83 Prozent. Bei Verlagen mit einer Auflage < 100.000 Exemplaren sind die Erwartungen sogar noch größer: Hier billigen binnen drei Jahren 67 Prozent der Personalisierung hohe bis sehr hohe Relevanz zu; in fünf Jahren sind es 91 Prozent. „Niemand scrollt durch alle Seiten, so wie jemand Print durchblättert. Die Startseite ist im Digitalen sehr wichtig“, so Dr. Christoph Mayer, Partner bei der Unternehmensberatung Schickler. Wenn die Nutzer auf der Startseite nicht weit oben etwas Spannendes fänden, springen sie ab. Daher müssten wichtige Teile personalisiert werden. Dies betrefft die Startseite, aber zum Beispiel auch personalisierte Empfehlungen innerhalb der Artikel. [mehr…]