Helmut Hartung

„Das Publikum hat uns gerettet“

„Das Publikum hat uns gerettet“

von am 26.10.2021

Kinos rechnen für 2021 mit einem Umsatzminus von 50 Prozent im Vergleich zu 2019

26.10.2021. Interview mit Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HdF Kino

James Bond lässt mit seinem neuesten Kino-Hit „Keine Zeit zu sterben“ wieder die Kassen klingeln. In Deutschland steht er weiterhin auf Platz 1und hat inzwischen die 4-Millionen-Marke an Besuchern überschritten. Weltweit hat der Film bis zum vergangenen Wochenende ein Einspielergebnis von gut 525 Millionen Dollar erreicht. 800 Millionen Dollar sind allerdings erforderlich, um „Keine Zeit zu sterben“, zu refinanzieren. Insgesamt hatten die Kinos in Deutschland zwischen Juli und Ende September an die 25 Millionen Tickets verkauft. Im Jahr 2019 lag die Zahl der Kinobesucher bei 113 Millionen. Gegenüber 2019 geht der HdF Kino, für 2021 zurzeit von einem Verlust von über 50 Prozent aus wie Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HdF Kino, in einem medienpolitik.net-Interview sagt. Man hoffe, dieses Jahr zumindest die Kosten decken zu können. Dadurch seien aber die aufgenommenen Kredite und Stundungen von Mieten etc. noch lange nicht abgebaut. Diesen Berg tragen die Kinos weiter vor sich her, erläutert Christine Berg. Damit der Kinostandort Deutschland erhalten bleibe, sei ein weiteres, flächendeckendes Investitionsprogramm in Höhe von 120 Millionen Euro innerhalb der nächsten Legislaturperiode erforderlich.
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Der Länder müssen sich ehrlich machen

Der Länder müssen sich ehrlich machen

von am 25.10.2021

Neuformulierung des Auftrages ebnet den Weg für neue Online-Projekte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

25.10.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Die Einigung der für Medienpolitik der Länder Verantwortlichen Ende vergangener Woche auf einen Entwurf für eine Novellierung des öffentlich-rechtlichen Auftrages kam auf Druck der Öffentlichkeit und unter Zeitdruck zustande. Nur wenn bis Ende nächsten Jahres die Reform auch von den Landtagen beschlossen wird, können die Ergebnisse bei der nächsten Berechnung des Rundfunkbeitrages für die Zeit ab 2025 durch die KEF berücksichtigt werden. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, ist das noch möglich: So soll die Online-Anhörung Mitte November beginnen und zwei Monate dauern. Anfang nächsten Jahres sollen die Stellungnahmen geprüft und möglicherweise auch berücksichtigt werden. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz im März will man den Entwurf beschließen und in die Landesparlamente geben. Wenn es hier diesmal keine Ablehnungen gibt, könnten die Regierungschefinnen und -chefs den neuen Medienstaatsvertrag Ende 2022/Anfang 2023 unterschreiben. Im Januar/Februar 2023 legt die KEF ihre nächste Beitragsempfehlung vor.
Es war ein steiniger Weg bis zur einmütigen Verständigung am 20. Oktober. Noch wenige Tage vor diesem Termin herrschten in vielen Staatskanzleien eher Skepsis und Ratlosigkeit…
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Eine Reform, die Teil einer Strategie ist

Eine Reform, die Teil einer Strategie ist

von am 20.10.2021

ARD will beim Auftrag anscheinend vollendete Tatsachen schaffen

20.10.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Am vergangenen Freitag beschlossen die Intendanten der ARD ihr „Reformpaket“. Es mag ein Zufall sein, dass sich die Führungsspitze der Landesrundfunkanstalten und des Ersten unmittelbar vor der heutigen Sitzung der Rundfunkkommission der Länder - und außerhalb der regelmäßigen Intendantenrunden - auf programmliche und strukturelle Veränderungen verständigt hat, vielleicht ist es aber auch Strategie. Heute wollen die für Medien in den Landesregierungen Verantwortlichen wieder einmal versuchen, sich bei der Novellierung des Auftrages für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verständigen. Bekanntlich sind noch immer zehn Formulierungsvorschläge umstritten. Vielleicht hoffen die Intendanten und Intendantinnen mit ihrem Konzept, das den Titel trägt „Ein Angebot für die ganze Bevölkerung schaffen“ die Diskussion in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das heißt, dass die Länder doch nicht so sehr aufs Geld schauen, sondern vor allem auf die Möglichkeiten einer Angebotserweiterung. Zumal „die Programmreform schrittweise – beginnend mit dem Jahr 2022“ – umgesetzt werden soll, wie es in der Pressemeldung heißt.

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„Der digitale Wandel schwächt Bereiche mit hohen analogen Umsätzen“

„Der digitale Wandel schwächt Bereiche mit hohen analogen Umsätzen“

von am 19.10.2021

Bereits 2022 wird die Entertainment- und Medienbranche das Niveau von 2019 erreichen

19.10.2021. Interview mit Werner Ballhaus, Global Entertainment & Media Sector
Leader, PricewaterhouseCoopers GmbH

Die deutsche Entertainment- und Medienbranche verzeichnete im Jahr 2020 starke Umsatzeinbußen. Mit einem Rückgang von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Gesamtumsatz bei 55,4 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Umsatzrückgang in der Geschichte des German Entertainment & Media Outlooks. Nichtsdestotrotz verbuchten die digitalen Segmente im Jahr 2020 ein sprunghaftes Wachstum. Die mobile Onlinewerbung übertraf mit einem Zuwachs von 12,6 Prozent erstmals die TV-Werbung. Wie asymmetrisch die Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Segmente auch sind, für das Jahr 2021 ist bereits wieder ein Anstieg des Branchenumsatzes auf 59 Milliarden Euro zu erwarten. Bis 2025 sollen die Umsätze bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent auf 69 Milliarden Euro steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt der "German Entertainment & Media Outlook 2021-2025" (GEMO) der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der GEMO ist die umfangreichste Studie zur Medien- und Unterhaltungsbranche in Deutschland und wird seit 2002 von PwC erstellt und herausgegeben.
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Individualkommunikation nicht zulasten der Massenmedien

Individualkommunikation nicht zulasten der Massenmedien

von am 18.10.2021

APR: Bund und Länder müssen Medien gemeinsam in der EU schützen

18.10.2021. Von Prof. Dr. Stephan Ory, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR)

Der Bund hat keine spezifische Regelungskompetenz für die Medien, weshalb diese Fragen mit den Ländern zu diskutieren sind. Man sollte auch nicht über Bande spielen, wie beispielsweise bei der weiteren Entwicklung der terrestrischen Hörfunkübertragung: Der Bund hat den Ländern nicht vorzugeben, welche Konzepte bei UKW und DAB+ sie verfolgen, sondern er hat beides entsprechend den Bedarfsmitteilungen der Länder zu ermöglichen, muss also weiter Chancen offenhalten und nicht Vertriebswege durch das Bundesrecht schließen. Jenseits der direkten Medienregulierung hat die Politik des Bundes jedoch enorme Auswirkungen auf die Branche der elektronischen Medien.
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Games-Standort Deutschland – nicht nur Zuschauer, sondern Akteur

Games-Standort Deutschland – nicht nur Zuschauer, sondern Akteur

von am 15.10.2021

Deutschland muss eine wichtigere Rolle beim Medium des 21. Jahrhunderts spielen

15.10.2021. Von Felix Falk, Geschäftsführer des game - Verband der deutschen Games-Branche

In der abgelaufenen Legislaturperiode ging es für die Games-Branche in Deutschland einen wichtigen Schritt nach vorn: Die Einführung der bundesweiten Games-Förderung in Höhe von jährlich 50 Millionen Euro hat auch weit über Branchenkreise aufhorchen lassen. Mittlerweile ist das Förderprogramm für die Entwicklung von Computer- und Videospielen beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur angelaufen. Im selben Hause wurde zudem eine eigenes Games-Referat eingerichtet und eine Strategie für den deutschen Games-Standort vorgestellt. Diese wichtigen Erfolge dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Games-Politik noch viele Baustellen darauf warten, von der neuen Bundesregierung angegangen zu werden. Denn so dynamisch wie sich die globale Games-Branche entwickelt und so schwach wie Deutschland darin als Produktionsstandort noch immer ist, so wichtig ist es, die richtigen politischen Weichen zu stellen.
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Kein europäisches Plattformschutzgesetz!

Kein europäisches Plattformschutzgesetz!

von am 14.10.2021

Rahmenbedingungen für die Zukunft der Presse in der digitalen und analogen Welt

14.10.2021. Von Helmut Verdenhalven, Leiter Medienpolitik, Mitglied der Geschäftsleitung des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)

Mit 344 gedruckten Titeln und 2.800 digitalen journalistischen Angeboten der Zeitungsverlage (u.a. Zeitungswebsites, E-Paper-Apps, Podcasts, redaktionelle Newsletter, News-Apps) verfügt Deutschland über eine lokale, regionale und überregionale Zeitungsvielfalt wie kaum ein anderes Land in der Welt. Die Gesamtauflage der gedruckten Zeitungen liegt bei rund 16 Millionen. Zusätzlich steigt der Verkauf digitaler Abos deutlich. So werden mit digitalen und Printprodukten im Monatsschnitt etwa 90 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren erreicht. Auch wenn die digitalen Umsätze noch vergleichsweise gering sind, wachsen sie doch überproportional.
Mit dem Wachstum des digitalen Journalismus und des digitalen Handels sind zum Teil neue (Markt-)Regeln entstanden. Die hieraus entstehenden Chancen für neue journalistische Produkte werden schon jetzt mit zum Teil grundlegenden Änderungen der Arbeitsweise in den Verlagen genutzt. Hierzu sind aber auch die richtigen rechtlichen und medienpolitischen Rahmenbedingungen zentral.
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„Wir benötigen einen grundlegenden Konsens im Länderkreis“

„Wir benötigen einen grundlegenden Konsens im Länderkreis“

von am 13.10.2021

Ob sich die Länder bis Ende Oktober auf einen Reformvorschlag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einigen können, ist fraglich

13.10.2021. Interview mit Heike Raab (SPD), Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa und Medien, Koordinatorin der Medienpolitik der Länder

Es ist erklärtes Ziel der Länder, durch Veränderungen des Auftrages, auch den Rundfunkbeitrag länger stabil zu halten. Das sei aber nicht allein durch den Medienstaatsvertrag zu bewirken, sondern nur durch „noch engere und verbindlichere Kooperationen“, relativiert Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa und Medien, zu hohe Erwartungen an die laufenden Verhandlungen. Im Gegensatz zum ZDF und dem Deutschlandradio sei die ARD sehr föderal organisiert. Hier sollte die Zusammenarbeit unbedingt verstärkt werden, auch strukturell. Das könne nur über die Mediengesetze und Staatsverträge der einzelnen Länder geregelt werden. Auf dieser Ebene sei vieles festgeschrieben, wie zum Beispiel die Zahl der Hörfunkangebote, was kostenintensiv sei. „Um mehr Kooperationen zu ermöglichen und verbindlich zu regeln, benötigen wir einen grundlegenden Konsens im Länderkreis“. Zugleich unterstützte Raab, die Forderung des KEF-Vorsitzenden Dr. Heinz Fischer-Heidlberger, die Verbreitungskosten bei Fernsehen und Radio in die Prüfung einzubeziehen. „Wenn immer neue Verbreitungswege hinzukommen, führt das zu Kostensteigerungen“, sagt die Koordinatorin der Medienpolitik der Länder.

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„Wir nehmen den Fuß nicht vom Gas“

„Wir nehmen den Fuß nicht vom Gas“

von am 12.10.2021

Seven.One Entertainment zieht positive Zwischenbilanz der Informationsoffensive

12.10.2021. Interview mit Sven Pietsch, Chefredakteur der Seven.One Entertainment Group

„Mit der Zuschauerresonanz und Akzeptanz unserer Angebote sind wir sehr zufrieden. Obwohl wir in einer Frequenz und Vielfalt wie noch nie über die wichtigsten politischen Themen vor der Wahl berichtet haben, war das Interesse durchgehend hoch und ist zum Triell sogar noch angestiegen“, so eine erste Zwischenbilanz von Sven Pietsch, Chefredakteur der Seven.One Entertainment Group zur im Frühsommer gestarteten Informationsoffensive. Die positive Resonanz habe bestätigt, dass die Sendergruppe gegenüber den Konkurrenzformaten bestehen könne. Man habe so Zuschauergruppen erreicht, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wenig oder gar nicht nutzten. Informationsformate seien ein wichtiges Standbein von Seven.One Entertainment. Um von den Streamingdiensten und der Konkurrenz unterscheidbar zu sein, müsse man mehr eigenproduzierte Inhalte anbieten, dazu würde auch die aktuelle Informationsberichterstattung gehören. „Zudem sind wir davon überzeugt, dass es Teil des gesamtgesellschaftlichen Auftrages unserer Mediengruppe ist, für die Meinungsbildung in unserem Land, unseren Zuschauern Angebote zu unterbreiten, die über die Magazinformate hinausgehen“, so Pietsch gegenüber medienpolitik.net.
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Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt der Medien in Deutschland sichern

Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt der Medien in Deutschland sichern

von am 11.10.2021

Neue Bundesregierung muss Zukunft der audio- und audiovisuellen Medien als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft aktiv gestalten

11.10.2021. Von Daniela Beaujean und Frank Giersberg, Geschäftsführer des VAUENT – Verband Privater Medien

Der VAUNET als Spitzenverband der audiovisuellen Medien in Deutschland vertritt eine Branche, die als enormer Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland für Umsätze von mehr als 13 Milliarden Euro, bei Einbeziehung der vor- und nachgelagerten Stufen ein Vielfaches dessen, steht. Und sie sind Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft, deren wichtigsten Akteure sich gemeinsam mit dem VAUNET in der Koalition Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d) in einem offenen Bündnis zusammengeschlossen haben.
Radio und Fernsehen sind in Deutschland die meistgenutzten Medien und beliebteste Freizeitbeschäftigung. Die audio- und audiovisuellen Medien in Deutschland stehen für redaktionelle Verantwortung sowie Achtung der Grundwerte und des Jugendschutzes. Sie handeln inklusiv und nachhaltig, ökologisch und sozialverträglich und bieten mit ihren Public Value Inhalten einen verlässlichen Gegenpol zu Desinformation im Netz.
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