Helmut Hartung

„ARD Kultur als Knotenpunkt in einem öffentlich-rechtlichen Netzwerk“

„ARD Kultur als Knotenpunkt in einem öffentlich-rechtlichen Netzwerk“

von am 31.05.2023

Das Portal als geplanter Navigator durch die deutsche Kulturlandschaft mit Fehlstellen

31.05.2023. Interview mit MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille und MDR-Programmdirektorin Jana Brandt

Die ARD Kultur ist eine der umstrittensten Gemeinschaftseinrichtungen innerhalb des Senderverbundes der letzten Jahre. Die Plattform ist am 26. Oktober vergangenen Jahres mit einer Beta-Version online gegangen. Die Federführung hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Für das Kulturportal wurde auf eigene technische Entwicklungen verzichtet und der vorhandenen ARD-Modul-Baukasten, wie etwa die Player aus der Audiothek oder Mediathek, für dieses neue Projekt genutzt. Karola Wille verweist im Gespräch auf den Beitrag von ARD Kultur für ein regional verankertes Inhalte-Netzwerk des Senderverbundes. Die neue Gemeinschaftseinrichtung in Weimar sei „ein wichtiger Knotenpunkt, mit digitaler Kompetenz im Kulturellen, ein Netzwerkort mit vitalisierender Kraft, um Kultur für alle zu befördern und erlebbar zu machen.“ Die erste Kraftanstrengung war für ARD Kultur die Leipziger Buchmesse Ende April. Mit einem großen Literatur-Special auf ardkultur.de sowie einem „Best-of-Programm“ vom ARD-Forum wurde vom mitteldeutschen Literaturtreffpunkt berichtet. Zudem veranstaltete ARD Kultur zusammen mit den Kulturwellen der ARD eine dreistündige Buchmesse-Nacht. Eine erste Bilanz nach sieben Monaten ziehen Karaola Wille und Jana Brandt im Gespräch.
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„Die Auswahl der Quellen zeigt einen klaren Fokus auf subjektive Informationen“

„Die Auswahl der Quellen zeigt einen klaren Fokus auf subjektive Informationen“

von am 30.05.2023

OBS-Studie analysiert erstmals publizistische Formate von Funk zwischen 2016 und 2022

30.05.2023. Die bekannten Reportage-Formate Y-Kollektiv, STRG_F, reporter, follow me.reports und Die Frage gelten als innovative Aushängeschilder des jungen öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerks funk. Sie alle praktizieren eine sehr spezielle Form des Journalismus, die auf offenen ‚Subjektivismus‘ und eine konsequente Personalisierung setzt. Diese Merkmale gelten vielen als Faktoren für ihren messbaren Publikumserfolg, sind aber auch immer wieder Anlass für scharfe Kritik. Die neue Studie der Otto Brenner Stiftung (OBS) „Journalistische Grenzgänger. Wie die Reportage-Formate von funk Wirklichkeit konstruieren“ hat erstmals medienwissenschaftlich die journalistische Machart und Qualität der Dokumentationen untersucht. Das Ergebnis: Überwiegend gelingt es den Angeboten, kohärente Beiträge zu produzieren und die Stärken ihres journalistischen ‚Subgenres‘ auszuspielen. Hinsichtlich Themenauswahl, Ereignisorten und qualitativen Ansprüchen besteht jedoch Verbesserungsbedarf. „Fast 80 Prozent der Beiträge von Y-Kollektiv & Co. sind als ‚New Journalism‘ zu qualifizieren. Diese kontrovers diskutierte journalistische Strömung wurde in den 1970er Jahren durch Autoren wie Hunter S. Thompson und Norman Mailer berüchtigt“, so Autor Janis Brinkmann, Professor für Publizistik in der digitalen Informationswirtschaft an der Hochschule Mittweida (FH). „Das Subgenre bricht mit vielen der ‚klassischen‘ journalistischen Normen und setzt statt auf nüchterne Information radikal auf Subjektivität, Personalisierung und Emotionen.“ Insgesamt wurden 1.155 Filme und mehr als 325 Stunden Videomaterial, analysiert.

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„Die Rundfunkanstalten haben noch diverse ‚Aufträge‘ der KEF abzuarbeiten“

„Die Rundfunkanstalten haben noch diverse ‚Aufträge‘ der KEF abzuarbeiten“

von am 25.05.2023

Bundesländer wollen im Herbst einen Reformstaatsvertrag vorlegen, auch ein Moratorium scheint möglich

25.05.2023. Fragen an Minister Dirk Schrödter (CDU), Chef der Staatskanzlei von Schleswig-Holstein und Prof. Dr. Bernd Holznagel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Im Reformprozess beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist im Moment etwas Ruhe eingekehrt:
Der achtköpfige Zukunftsrat ist beauftragt und die Fragen, die beantwortet werden müssen, sind formuliert. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben am 28. April ihre Anmeldung für einen höheren Rundfunkbeitrag abgegeben. Die KEF rechnet gegenwärtig den notwendigen Aufwand gegen Einsparmöglichkeiten und die Mittel aus der Sonderrücklage III. In der Rundfunkkommission sind mehrere Arbeitsgruppen gebildet worden, die einen Entwurf für den nächsten Reformstaatsvertrag erarbeiten. Im Herbst wird es mit der scheinbaren Ruhe vorbei sein: Die Ergebnisse des Zukunftsrates sollen bei den Reformplänen Berücksichtigung finden und in den nächsten Änderungsstaatsvertrag einfließen und die KEF wird wissen, ob es eine Anhebung des Rundfunkbeitrages geben muss, damit die öffentlich-rechtlichen Anstalten bedarfsgerecht finanziert sind. Möglicherweise reichen aber die 350 Millionen Euro aus der Sonderrücklage, die Sparvorschläge, die die ARD-Intendanten im Juni verabschieden wollen sowie die Einsparmöglichkeiten, die die KEF-Experten ermitteln, aus, um eine Null-Runde für die nächste Beitragsperiode zu ermöglichen oder die Länder beschließen – um Zeit zu gewinnen – ein Moratorium.
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Mit Recht gegen Hass im Netz

Mit Recht gegen Hass im Netz

von am 24.05.2023

Entwurf eines Digitalen Gewaltschutzgesetzes der Gesellschaft für Freiheitsrechte soll Opfer besser schützen

24.05.2023. Dem Kampf gegen Hassrede und strafbare Inhalte im Netz kommt große Bedeutung für die Kommunikation und demokratische Debattenkultur zu. Um den Schutz vor strafbarer digitaler Hetze zu verbessern, soll der Betroffene von sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook, eine Sperrung der Hetz-Accounts fordern können. Das sehen die Eckpunkte für ein geplantes „Digitales Gewaltschutzgesetz“ der Bundesregierung vor, die Justizminister Marco Buschmann (FDP) vergangenen Monat vorgelegt hatte. Nun reagiert die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) mit einem fertigen Gesetzentwurf. Damit sollen die Rechte der Bürger gestärkt werden, die im Netz Hass, Verleumdungen und Lügen ausgesetzt sind und bedroht werden. Nach dem Entwurf können die Opfer darauf bestehen, dass der entsprechende Inhalt nicht mehr zugängig ist. Die „angemessene Dauer“ der Sperre soll sich nach der Schwere des Angriffs richten. Zudem sollen die Opfer auch beantragen können, dass der Account des entsprechenden Täters „für eine angemessene Zeit“ gesperrt wird, da im Internet häufig Pseudonyme verwendet werden, bei denen die Person nicht ermittelt werden kann.
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Die „Plattformrevolution“ beeinflusst die Meinungsbildung nachhaltig

Die „Plattformrevolution“ beeinflusst die Meinungsbildung nachhaltig

von am 16.05.2023

Die KEK fordert in ihrem aktuellen 23.Jahresbericht dringende Reform der konzentrationsrechtlichen Regelungen

16.05.2023. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat ihren 24. Jahresbericht für das Jahr 2022 veröffentlicht. Im zurückliegenden Jahr hat die KEK insgesamt 33 Verfahren abgeschlossen. Neben ihrer Prüftätigkeit hat die KEK im Berichtsjahr ihren siebten Konzentrationsbericht veröffentlicht. Der Konzentrationsbericht verdeutlicht abermals, dass Gefahren der einseitigen Beeinflussung der Meinungsbildung längst nicht mehr allein vom linearen Fernsehen ausgehen. Daneben besteht eine große Bandbreite an internetbasierten Angeboten, denen in ihrer Gesamtheit eine ganz erhebliche Relevanz für die Meinungsbildung zukommt. Hierauf kann mit dem geltenden Medienkonzentrationsrecht nur unzureichend reagiert werden. Die Länder beraten aktuell konkret über ein Modell zur Reform des Medienkonzentrationsrechts, das die notwendige Abkehr von der fernsehzentrierten Konzentrationskontrolle vorsieht. Die KEK ist in diesen Prozess eingebunden. Sie hat zu dem bislang intern diskutierten Konzept im März 2022 und April 2023 ihre Stellungnahmen abgegeben. „Die KEK hat ihre Hausaufgaben gemacht, es ist nun an den Ländern zu entscheiden, ob, wann und wie der Reformprozess umgesetzt wird”, so der Vorsitzende der KEK, Prof. Dr. Georgios Gounalakis.

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„Es besteht dringender Handlungsbedarf“

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“

von am 15.05.2023

Mehr Fördergelder und stärkere Automatisierung bei der Vergabe, sollen die Filmwirtschaft wieder international wettbewerbsfähig machen.

15.05.2023. Interview mit Björn Böhning, Produzentenallianz, Susanne Binninger, AG DOK, Martin Heisler, Deutsche Filmakademie, Ingo Fliess, Produzentenverband

Mit einem gemeinsamen Vorschlag für die Novellierung des Filmförderungsgesetzes wollen die Produzentenallianz, der Produzentenverband, die AG Dok und die Deutsche Filmakademie die Filmförderung in Deutschland „revolutionieren“. Sie schlagen vier Instrumente vor, die regulatorische, ökonomische und politische Innovationen für einen Bewegtbild-Aufbruch schaffen sollen. So werden Investitionsverpflichtungen von Plattformen nach französischem Vorbild, ein automatisches Anreizsystem, stärkeres Engagement der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender sowie eine neue Rolle für die Filmförderungsanstalt (FFA) gefordert. Diese Überlegungen decken sich teilweise mit den Überlegungen zur Novelle des Filmförderungsgesetzes der Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Die Grünen), die sie anlässlich der diesjährigen Berline präsentierte, gehen aber noch darüber hinaus und konkretisieren sie. Es brauche eine gemeinsame Kraftanstrengung von privater Wirtschaft und öffentlichen Institutionen, um das Ziel zu erreichen, den deutschen Kinofilm wieder relevant und deutsche Streaming- und TV-Produktionen international wettbewerbsfähig zu machen, heißt es in der Erklärung.
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Die Unterscheidung zwischen Information und Desinformation fällt schwer

Die Unterscheidung zwischen Information und Desinformation fällt schwer

von am 11.05.2023

Generation Z: Meinungsbildung mit Instagram, TikTok und Co

11.05.2023. Von Regina Deck und Bettina Pregel, Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)

Null Informationsinteresse? Das ist ein Vorurteil gegenüber der Generation Z, das wissenschaftlich nicht zu belegen ist. Verändert haben sich aber die Informationsquellen und die Art und Weise der Rezeption. YouTube, Instagram, TikTok & Co. sind für die 14- bis 29-Jährigen mittlerweile die wichtigste Info- und Nachrichtenquelle. Die Nachrichtennutzung über Social Media bringt jedoch spezielle Anforderungen an die Informationskompetenz mit sich. Denn oft bleibt unklar, wer der eigentliche Absender der Information ist. Und die Abgrenzung von Information, Desinformation, Meinung und Werbung fällt vielen schwer. Rund 30 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nennen in der Mediengewichtungsstudie der Medienanstalten 2022 I Soziale Medien als ihre wichtigste Quelle für Nachrichten und Informationen zum aktuellen Zeitgeschehen.
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Es geht weiter

Es geht weiter

von am 10.05.2023

Das nächste Aus für eine gedruckte Regionalzeitung in einem Landkreis

10.05.2023. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Es geht weiter. Der Landkreis Greiz in Thüringen bleibt nicht die einzige Region, in der keine gedruckte Tageszeitung mehr erscheint. Gestern teilte die Madsack Mediengruppe mit, dass „Der Prignitz-Kurier“ am 30. September 2023 zum letzten Mal haptisch seine Leser erreicht. Das Medienhaus mit Sitz in Hannover begründet diesen Schritt damit, dass die gedruckte Lokalausgabe der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“, der „Prignitz Kurier“ (rund 2.800 Abonnements), „schon längst nicht mehr kostendeckend zugestellt werden kann. Die Region Prignitz im Nordwesten Brandenburgs gehöre zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands. Insgesamt nur rund 76.000 Einwohnerinnen und Einwohner lebten auf einer Fläche, die mehr als zweimal so groß sei wie Berlin. Die bei der Zustellung der gedruckten Lokalausgabe zurückzulegenden Wegstrecken seien weit und damit kostenintensiver als in dicht besiedelten Räumen. Im Umkreis von Greiz sind es 300 Abonnenten der „Ostthüringer Zeitung“, im Landkreis Prignitz – auf halbem Weg zwischen Berlin und Hamburg – sind es 2.800 Leser der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ die nur noch auf digitalem Weg informiert werden können.

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Zahlungsbereitschaft für Medien-Abos steigt

Zahlungsbereitschaft für Medien-Abos steigt

von am 09.05.2023

Zahlungspflichtige Video-Streaming-Angebote wie Netflix oder Amazon Prime Video sind mit einem Anteil von 76 Prozent in den Haushalten am stärksten verbreitet

09.05.2023. Von Dr. Uwe Sander, freiberuflicher Autor und Berater

Mitte der 1990er Jahre hatten General-Interest-Medien in aller Welt ihre Angebote im Internet gestartet. Doch erst 15 Jahre später, im Jahr 2010, trauten sich die ersten Verlagsmanager Preisschilder aufzustellen. Lautstarke Gegner von Paid Content hatten mit der Parole „Information wants to be free“ jahrelang Verwirrung gestiftet. „Frei“, so suggerierten sie, bedeute vor allem „kostenfrei“, zumal die Grenzkosten der digitalen Distribution nahe Null liegen würden. Nur langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Wort „frei“ in „Freiheit“ eine andere Bedeutung hat als in „Freibier“. Und dass gute Inhalte aufwändig produziert werden müssen, bevor sie distribuiert werden können.
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Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesunken

Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesunken

von am 08.05.2023

Medienvertrauen geht leicht zurück, bleibt aber über dem Niveau vor der Corona-Krise

08.05.2023. Im Jahr 2022 ist das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Medien leicht zurückgegangen, es liegt aber auf einem höheren Niveau als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Allerdings ist das traditionell hohe Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesunken. Es befindet sich auf dem niedrigsten Stand, der in der Mainzer Langzeitstudie „Medienvertrauen“ bisher gemessen wurde: 62 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren halten das öffentlich-rechtliche Fernsehen für vertrauenswürdig, im Pandemie-Jahr 2020 waren es 70 Prozent. In den Jahren 2016 bis 2019 schwankte der Wert zwischen 65 und 72 Prozent. Die Langzeitstudie wird seit dem Jahr 2015 von einem Forschungsteam des Instituts für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Instituts für Sozialwissenschaften der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf durchgeführt. Befragt wurden 1.200 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren. Die statistische Fehlertoleranz beträgt maximal 3 Prozentpunkte.
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