Filmwirtschaft

„Der digitale Wandel schwächt Bereiche mit hohen analogen Umsätzen“

„Der digitale Wandel schwächt Bereiche mit hohen analogen Umsätzen“

von am 19.10.2021

Bereits 2022 wird die Entertainment- und Medienbranche das Niveau von 2019 erreichen

19.10.2021. Interview mit Werner Ballhaus, Global Entertainment & Media Sector
Leader, PricewaterhouseCoopers GmbH

Die deutsche Entertainment- und Medienbranche verzeichnete im Jahr 2020 starke Umsatzeinbußen. Mit einem Rückgang von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Gesamtumsatz bei 55,4 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Umsatzrückgang in der Geschichte des German Entertainment & Media Outlooks. Nichtsdestotrotz verbuchten die digitalen Segmente im Jahr 2020 ein sprunghaftes Wachstum. Die mobile Onlinewerbung übertraf mit einem Zuwachs von 12,6 Prozent erstmals die TV-Werbung. Wie asymmetrisch die Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Segmente auch sind, für das Jahr 2021 ist bereits wieder ein Anstieg des Branchenumsatzes auf 59 Milliarden Euro zu erwarten. Bis 2025 sollen die Umsätze bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent auf 69 Milliarden Euro steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt der "German Entertainment & Media Outlook 2021-2025" (GEMO) der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der GEMO ist die umfangreichste Studie zur Medien- und Unterhaltungsbranche in Deutschland und wird seit 2002 von PwC erstellt und herausgegeben.
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Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt der Medien in Deutschland sichern

Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt der Medien in Deutschland sichern

von am 11.10.2021

Neue Bundesregierung muss Zukunft der audio- und audiovisuellen Medien als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft aktiv gestalten

11.10.2021. Von Daniela Beaujean und Frank Giersberg, Geschäftsführer des VAUENT – Verband Privater Medien

Der VAUNET als Spitzenverband der audiovisuellen Medien in Deutschland vertritt eine Branche, die als enormer Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland für Umsätze von mehr als 13 Milliarden Euro, bei Einbeziehung der vor- und nachgelagerten Stufen ein Vielfaches dessen, steht. Und sie sind Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft, deren wichtigsten Akteure sich gemeinsam mit dem VAUNET in der Koalition Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d) in einem offenen Bündnis zusammengeschlossen haben.
Radio und Fernsehen sind in Deutschland die meistgenutzten Medien und beliebteste Freizeitbeschäftigung. Die audio- und audiovisuellen Medien in Deutschland stehen für redaktionelle Verantwortung sowie Achtung der Grundwerte und des Jugendschutzes. Sie handeln inklusiv und nachhaltig, ökologisch und sozialverträglich und bieten mit ihren Public Value Inhalten einen verlässlichen Gegenpol zu Desinformation im Netz.
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Den Filmstandort Deutschland für Investitionen attraktiver machen

Den Filmstandort Deutschland für Investitionen attraktiver machen

von am 08.10.2021

SPIO: Was die nächste Bundesregierung in der Filmpolitik anpacken muss

08.10.2021. Von Christian Sommer, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO)

Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Bundesregierung personell und strukturell in Sachen Kultur- und Kreativwirtschaft aufstellen wird. Klar ist, dass die radikalen Marktveränderungen für die Filmwirtschaft grundsätzliche Zukunftsfragen aufwerfen. Branche und Politik sind gefragt, gemeinsame Antworten zu suchen. Ein zentrales Anliegen der Filmwirtschaft ist es, innerhalb des Bundes aber auch in Abstimmung mit den Ländern besser aufeinander abgestimmte Strukturen zu schaffen. Als einer der Initiativverbände der neuen Koalition der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d) wollen wir, dass die Belange der Kultur- und Kreativwirtschaft strukturierter in der Regierungsarbeit und besonders im Zusammenspiel des Bundes mit den Ländern abgebildet werden.

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„Fernsehkameraleute sind Urheber“

„Fernsehkameraleute sind Urheber“

von am 24.08.2021

Studie räumt Fernsehkameraleuten größere Chancen ein, für Verwertungsrechte angemessen vergütet zu werden

24.08.2021. Interview mit Frank Trautmann, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes der Fernsehkameraleute (BVFK)

Immer mehr Berufsgruppen im Medienbereich melden Ansprüche im Urheberrecht an. Auch Fernsehkameraleute können Urheber sein. Im modernen Verständnis der Bildgestaltung liege die Urheberschaft bei professionellen Bildaufnahmen typischerweise vor, und umgekehrt generieren professionelle Bildaufnahmen Urheberrechte. So das Fazit eines Gutachtens, das der Bundesverband der Fernsehkameraleute bei Professor Dr. Karl-Nikolaus Peifer, Direktor des Instituts für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität Köln, in Auftrag gegeben hat. Urheberverbände können beispielsweise gemeinsame Vergütungsregeln verhandeln und Schlichtungsverfahren hierzu führen. Für Urheber bestehen Ansprüche auf angemessene Vergütung, die zu Nachzahlungen für die genutzten Rechte führen können, wie es im Fall von Jost Vacano, dem Kameramann von dem Film „Das Boot“, der Fall war. Eine generelle Vorgabe, ob ein Bild Urheberrechtsschutz genießt oder „nur“ leistungsschutzrechtlich geschützt ist, existiert aber nicht. Es kommt auf den Gestaltungspielraum des Kameramanns an und wie dieser genutzt wird. Je mehr Gestaltungsspielräume genutzt werden und je ungewöhnlicher und individueller dies geschieht, desto eher besteht ein Urheberrecht. Die Juristen sprechen von Schöpfungskraft und grenzen die Tätigkeit dann vom rein handwerklichen Schaffen ab.
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„ARD Plus wird fortlaufend ausgebaut“

„ARD Plus wird fortlaufend ausgebaut“

von am 18.08.2021

ARD-Inhalte, die nicht mehr in der Mediathek stehen, können über VoD-Plattformen kostenpflichtig genutzt werden

18.08.2021. Interview mit Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR mediagroup GmbH und der ARD Plus GmbH

Die ARD betreibt nicht nur die Mediathek, sondern mit ARD Plus und ARD Kids auch kostenpflichtige Kanäle, die gegenwärtig bei Magenta TV, Amazon und seit Februar diesen Jahres bei Apple TV kommerziell angeboten werden. Die Inhalte werden vom neu gegründeten kommerziellen Unternehmen ARD Plus GmbH, einer Tochter der WDR Mediagroup vermarktet. In den ARD Plus-Channels stünden Filme und Serien zur Verfügung, die aus rechtlichen Gründen nicht mehr in den linearen Programmen der ARD gesendet oder in die Mediathek gestellt werden dürfen. Zum einen sei die ARD in der Mediathek an bestimmte Verweildauern gebunden und darf Sendungen nur zeitlich begrenzt frei im Netz anbieten. Und zum anderen gebe es Sendungen, bei denen die Anstalten nur zeitlich begrenzt Rechte erwerben konnten – zum Beispiel, weil ein längerer Rechteerwerb finanziell nicht vertretbar sei, wie Michael Loeb Geschäftsführer der ARD Plus GmbH erläutert. ARD Plus präsentiert TV-Filme, Serien, Dokumentationen, Shows und Comedy-Formate. Dazu zählen unter anderem das weltweit größte „Tatort“-Archiv, die bekanntesten deutschen Kinderfilme und -serien sowie Kult-Klassiker aus 70 Jahren Fernsehgeschichte. Seit November 2020 ist die ARD mit dem Kanal “ARD Plus” auch bei Amazon vertreten.
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Jegliche Nabelschau beenden

Jegliche Nabelschau beenden

von am 08.07.2021

Neue Märkte, neue Player – die Branche im Umbruch

08.07.2021. Von Arne Birkenstock, Dokumentarfilmer, Geschäftsführer von Fruitmarket Kultur und Medien

Covid-19 war eine Vollbremsung für uns alle, schädlich für die meisten, existenzbedrohend für viele von uns. Pandemie und Lockdown wirkten aber auch wie ein Brennglas auf Entwicklungen, die lange vorher begonnen haben. Und in dieser Hinsicht ist Covid-19 vielleicht eine Chance für uns Dokumentarfilmer, die wir uns der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit verschrieben haben. Die Chance nämlich, nicht weiter ausgerechnet jene Wirklichkeit zu ignorieren, die den Konsum und die Auswertung unserer Filme prägt: Pandemie und Lockdown haben eine Entwicklung verschärft und verdeutlicht, die wir Dokumentarfilmer schon seit einigen Jahren schmerzhaft spüren: Einerseits steigt dank der Streamer die Nachfrage nach hochwertigen, inhaltlich komplexen und aufwändig produzierten Dokumentarfilmen und -Serien, andererseits funktioniert die klassische Auswertungskaskade für unser Genre schon lange nicht mehr.
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„Nachwuchsförderung muss neu gedacht und ihr Stellenwert erhöht werden“

„Nachwuchsförderung muss neu gedacht und ihr Stellenwert erhöht werden“

von am 07.07.2021

Viele Nachwuchsfilmschaffende können von ihrem erlernten Beruf nicht leben

07.07.2021. Interview mit Alexandra Krampe, Produzentin und Saralisa Volm, Produzentin und Schauspielerin, Leiterinnen der Nachwuchssektion des Produzentenverbandes

Für den überwiegenden Teil der Nachwuchsfilmschaffenden ist es nach ihrem Studium an einer der sieben staatlichen Filmhochschulen nicht leicht, „den Lebensunterhalt mit dieser hauptberuflichen Tätigkeit als Produzent, Regisseur oder Drehbuchautor zu finanzieren“, das ist das Fazit einer Studie der Goldmedia Strategy Consulting, die der Produzentenverband im Rahmen des Filmfest München 2021 präsentierte. Nachwuchsfilmschaffende gaben wiederholt an, parallel verschiedene Berufe ausüben zu müssen. Besonders schwierig sei es für Frauen im Bereich Produktion: 71 Prozent der Männer stünden nur 38 Prozent der Frauen gegenüber, die in diesem Bereich mit ihrem Beruf ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Es handelt sich um die erste Studie, die sich mit dem Thema Nachwuchsförderung in Deutschland auseinandersetzt. Durch die differenzierte Betrachtung der Entwicklung der letzten 10 Jahre und der aktuellen Situation soll die "Nachwuchsstudie“ eine Grundlage für einen ergebnisorientierten Branchendialog bilden. Fragen an die Initiatorinnen der Studie, Alexandra Krampe und Saralisa Volm, die die Nachwuchssektion des Produzentenverbandes leiten, zur Situation des Nachwuchses und der Verantwortung der Branche.
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„Das Kino steht an einem Wendepunkt“

„Das Kino steht an einem Wendepunkt“

von am 06.07.2021

Am ersten Wochenende nach Wiedereröffnung hatten die Kinos 830.000 Besucher

06.07.2021. Interview mit Holger Pfaff, Geschäftsführer des Cinedom Köln

Seit erstem Juli sind die Kinos in Deutschland wieder geöffnet. Zwar konnten aufgrund der geltenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen nur reduzierte Sitzplatzkapazitäten angeboten werden, dennoch strömten am ersten Besucherwochenende von Donnerstag bis Sonntag bundesweit bereits wieder knapp 830.000 Besucher in die Kinos – ein unter den bestehenden Auflagen sehr gutes Ergebnis. Von den insgesamt zehn Neustarts überschritten gleich vier Filme die sechsstellige Besucherzahlgrenze. Zu den geöffneten Kinos zählt auch das Cinedom in Köln. Mit 3511 Sitzplätze in 14 Sälen ist es das fünftgrößte deutsche Kino seiner Art. Für Cinedom-Geschäftsführer Holger Pfaff stehe das Kino aufgrund der Pandemie an einem Wendepunkt, der auch viele Chancen bietet. „Wir müssen mit den Trends und Anforderungen dieser Zeit mitgehen, ohne dabei das Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren. Es wird langfristig jedoch nicht ausreichen nur Filme zu zeigen. Bei der Gestaltung des Kinos der Zukunft wird es entscheidend sein, Besucher und ihre Bedürfnisse und Anforderungen mehr in den Mittelpunkt zu rücken“, so Pfaff.
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„Mit Mittelware durchmogeln war schon vor der Pandemie vorbei“

„Mit Mittelware durchmogeln war schon vor der Pandemie vorbei“

von am 29.06.2021

Kinobetreiber fordern schnell bundeweit einheitliche Regelungen für die Wiedereröffnung der Kinos

29.06.2021. Interview mit Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino und Geschäftsführer der Yorck-Kino GmbH in Berlin und der Programmkino Ost GmbH in Dresden

Am 1. Juli wollen die Kinos bundesweit wieder öffnen. Bereits Mitte Mai hatten sich die Kino- und Verleihverbände auf diesen langfristig planbaren Öffnungstermin verständigt. Dennoch fehlen in den meisten Bundesländern bis heute verbindliche Planungsparameter für die Kinos.
Aktuell sind die Kinos mit einem föderalen Flickenteppich von Auflagen konfrontiert. Die Anpassung der Auflagen erfolgt oft in spontanen, wenig transparenten Verfahren, die den Kinos keine Planungssicherheit ermöglichen. Aus Sicht der AG Kino hat die Regelungsflut nur noch wenig mit Infektionsschutz zu tun, den alle Kinobetreiber ausdrücklich befürworten. Es seien willkürliche politische Momententscheidungen, die ein Engagement vorgaukeln sollen, zunehmend rechtlich fragwürdig sind und das verantwortliche Engagement der privatwirtschaftlichen Kulturanbieter geringschätzen, so der Kino-Verband. „Der Trend zur Konzentration von Marktmacht hat sie beschleunigt, auch wenn er vorher schon vorhanden war. Wir beobachten auf Studio-und Verleih-Seite, dass immer weniger Entscheidungen überhaupt noch in Deutschland getroffen werden.“ So Dr. Christian Bräuer. Für den globalen Markt mag das alles funktionieren, aber wenn nur noch fünf Unternehmen bestimmten, was wir für Geschichten sehen – die auch noch kompatibel mit jeweiligen Produktplattformen sein müssten – gehe der Menschheit etwas verloren. Die essenzielle Herausforderung sei daher ein moderner Umgang mit Plattformen und Marktmacht auf Seiten des Gesetzgebers.
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„Kinoanbieter haben auf dem Streamingmarkt eine schwierige Zukunft“

„Kinoanbieter haben auf dem Streamingmarkt eine schwierige Zukunft“

von am 09.06.2021

Offensive der Streamingplattformen wird den Kinos schwer zu schaffen machen

09.06.2021. Interview mit Gabriel Mohr, Principal bei der Strategieberatung Arthur D. Little und Experte für die Entwicklungen in der Medienbranche

Die Unterhaltungsindustrie erlebt gewaltige Umbrüche. Auf dem US-Markt entsteht derzeit ein neuer Riese. AT&T legt sein Mediengeschäft mit dem Anbieter Discovery zusammen. Gleichzeitig wird Amazon sein Prime-Angebot mit der Übernahme von Metro-Goldwyn-Mayer weiter stärken. Es ist absehbar, dass die Streaming-Player sich in den kommenden Monaten und Jahren einen harten Kampf um Marktanteile und Kunden liefern müssen, um die eigenen Angebote bestmöglich skalieren zu können. Neben exklusiven, neuen Inhalte können auch die Archivschätze vermehrt zu Kriterien im Ringen um Kunden werden. Es scheint fraglich, welche Rolle das aufgrund der Pandemie ohnehin schon angeschlagene Kino mittelfristig noch spielen wird. Schon im letzten Jahr hatten einige Content-Anbieter die Exklusivität des Kinos untergraben, indem Inhalte exklusiv bzw. parallel zum Kinostart auch auf den eigenen Plattformen zu sehen waren. „Exklusive Premieren auf Streamingplattformen wird es nach wie vor geben, obwohl dies natürlich im Coronajahr 2020 eine einzigartige Möglichkeit war, um dem breiten Publikum trotz geschlossener Kinos neue Inhalte zu präsentieren. Gerade aufgrund des intensivierten Verteilungskampf könnte diese Strategie ein probates Mittel darstellen, sich von Konkurrenten abzugrenzen“, sagt Gabriel Mohr von der Strategieberatung Arthur D. Little.

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