Filmwirtschaft

„Angebotserweiterungen durch eine externe Stelle überprüfen“

„Angebotserweiterungen durch eine externe Stelle überprüfen“

von am 03.05.2021

Kern des novellierten Auftrages sollte die Schärfung des Informationsprofils sein

03.05.2021. Interview mit Prof. Dr. Hubertus Gersdorf, Universität Leipzig, Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Medienrecht

Die demokratiestabilisierende Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks manifestiere sich nicht in Spielshows und sonstigen Unterhaltungsformaten, die in dieser Form ebenso bei den Privaten zu finden seien, sondern in Sendungen aus den Bereichen Information, Bildung und Kultur. Deshalb, so der Medienrechtler Prof. Dr. Hubertus Gersdorf in einem medienpolitik.net-Gespräch, sei der Informationsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu schärfen. „Der Gesetzgeber ist berechtigt, den Angebotsauftrag der Sendeanstalten dahin zu konkretisieren, dass sie schwerpunktmäßig in den Bereichen Information, Bildung und Beratung senden. Eine solche Schwerpunktsetzung dürfte der Gesetzgeber nicht nur für das System als Ganzes, sondern auch für einzelne Programme wie namentlich die Hauptprogramme von ARD und ZDF regeln“, betont der Leipziger Jurist. Er schlägt vor, für einzelne (Teil-) Sparten wie Dokumentationen, den künstlerischen Dokumentarfilm, den Kurzfilm, den Experimentalfilm, den anspruchsvollen Spielfilm und das anspruchsvolle Fernsehspiel gesetzlich bestimmte Mindestbudgets vorzusehen. Um die Produktion anspruchsvoller Inhalte zu sichern, soll Produzenten direkt ein bis zwei Prozent des Beitragsaufkommens zugewiesen werden.

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„Jede Nutzung muss vergütet werden“

„Jede Nutzung muss vergütet werden“

von am 22.04.2021

Ausübende Künstler und Urheber fordern, eine Nutzung ihrer Werke untersagen zu können

22.04.2021. Interview mit Nina George, Schriftstellerin und Journalistin und Matthias Hornschuh, Komponist

Der Deutsche Bundestag diskutiert gegenwärtig die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie in deutsches Recht. Bei der Anhörung des Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucherschutz zum Thema „Änderungen im Urheberrecht“ forderte Professor Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht eine weitere Stärkung der Positionen der Kreativen im Gesetzestext: „Die Urheber erwarteten, dass die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten der „Uploader“ für deren private Nutzungen nicht nur sämtlich, sofern sie nicht auf vertraglicher Grundlage ermöglicht werden, angemessen vergütet werden, sondern ausschließlich im Rahmen der erforderlichen und gebotenen Grundrechtsabwägungen gewährt werden.“ Die Richtlinie muss zum 7.Juni.2021 in nationales Recht umgesetzt werden. Anlässlich des morgigen Welttags des Buches und des Urheberrechts und des Welttags des Geistigen Eigentums am 26.April sprechen wir mit Nina George, Schriftstellerin, und Matthias Hornschuh, Komponist, die sich in der Initiative Urheberrecht, die über ihre knapp 40 Organisationen rund 140.000 Urheber und ausübende Künstler vertritt, engagieren.

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Dem Missbrauch von Marktmacht vorbeugen

Dem Missbrauch von Marktmacht vorbeugen

von am 21.04.2021

AG Kino: Filmförderungsgesetz ohne Veränderungen verlängern

21.04.2021. Die AG Kino – Gilde Deutscher Filmkunsttheater, die vor allem die Interessen der Betreiber von Arthouse- und kleineren Kinos vertritt, schlägt in einer Stellungnahme eine Verlängerung des Filmförderungsgesetzes in der gültigen Fassung vor. Das würde den aktuellen Regierungsentwurf für eine kleine Novellierung, über den gegenwärtig der Bundestag berät, obsolet machen. Die aktuelle Krise und ihre noch unabsehbaren Folgen bedürften der intensiven Begleitung, so der Filmkunsttheaterverband: „Die Pandemie werde vor allem zu einer Beschleunigung der schon vor der Krise sichtbaren Tendenzen führen – gleich ob diese als Chancen oder Risiken verstanden werden. Jetzt gilt es, diese Entwicklung zu steuern. Auch wenn vieles in seiner Folgewirkung noch nicht völlig absehbar ist, ist klar, dass die Weichen für die Zukunft jetzt gestellt werden. Die Vorbereitung der Novellierung des Filmförderungsgesetzes für die Zeit nach der Krise, also für den Zeitraum ab 2024 muss daher auch schon jetzt beginnen.“ Entscheidend sei, dass bereits jetzt umfassende Marktanalysen erstellt und in den Gremien der FFA diskutiert würden, heißt es in der Stellungnahme. Zugleich unterbreitet die AG Kino Änderungsvorschläge für eine kleine Novellierung. Dazu gehören eine Neuregelung der Medienchronologie, um die Marktdynamik aufzugreifen und einen fairen Marktzugang für die unabhängigen Betriebe zu sichern, eine Präzisierung der Referenzkinoförderung sowie eine „uneingeschränkte Transparenz der Abgabezahlungen“ an die FFA.
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Die Auswertungskaskade ist Geschichte

Die Auswertungskaskade ist Geschichte

von am 20.04.2021

Verband der Filmverleiher zur kleinen FFG-Novelle: Ausfallfonds für Verleihfirmen, Abgabe auf Centerebene

20.04.2021. Die Covid-19 Pandemie trifft die Kinobranche mit voller Wucht: der Umsatzrückgang (2020 zu 2019) im Kino betrug an die 70 Prozent, vergleichbar war und ist der Rückgang für die Filmverleiher. Im ersten Quartal 2021 lag der Rückgang im Kino bei 99 Prozent; nur einige wenige Autokinos können überhaupt Filme öffentlich vorführen. Die Perspektive 2021 ist schlecht; eine halbe Milliarde Euro Box-Office Umsatz für das 1. Halbjahr 2021 kann wohl bereits abgeschrieben werden. Ob und wann die Kinos wieder bundesweit öffnen können, ist weiterhin völlig unklar. Wir hoffen auf eine Öffnungsperspektive, die evidenzbasierten Regeln folgt mit einer klaren, transparenten und bundesweiten Geltung, die dann regional nach identischen Kriterien umgesetzt wird.
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Ein klare und verlässliche Perspektive für die Film- und Kinobranche

Ein klare und verlässliche Perspektive für die Film- und Kinobranche

von am 15.04.2021

Wer Zukunft für großes Kino will, muss die deutsche Filmförderung im europäischen
Kontext reformieren

15.04.2021. Von Thomas Hacker, Medienpolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag und Obmann im Ausschuss für Kultur und Medien

Die Vorfreude auf genau diesen einen Film, der Geruch von frischem Popcorn schon an der Kasse, die Suche nach dem richtigen samtbezogenen Sitzplatz bis hin zum erlösenden Kino-Gong. Es sind diese unbeschwerten Momente, die wohl jedem Kino-Fan nach über einem Jahr Corona-Pandemie schlicht und einfach fehlen. Momente, die uns unmissverständlich zeigen, dass Kino eben weitaus mehr ist, als nur einen Film zu gucken. Die deutsche Kinowirtschaft und die bundesweit 1728 Spielstätten blicken auf ein katastrophales Jahr zurück. Und die Perspektive für dieses fortgeschrittene Jahr 2021 könnte kaum miserabler sein.
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„Sperrfristen durch Vereinbarung der Verbände regeln“

„Sperrfristen durch Vereinbarung der Verbände regeln“

von am 14.04.2021

Forderung des HDF Kino: Flexibilisierung der Sperrfristen bereits in der aktuellen Novelle berücksichtigen

14.04.2021. Interview mit Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF KINO e.V.

Der Deutsche Bundestag diskutiert gegenwärtig den Regierungsentwurf für eine Novellierung des Filmfördergesetzes (FFG), das ab 1. Januar 2022 in Kraft treten soll. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt die Neufassung des Filmförderungsgesetzes nicht für fünf, sondern nur für zwei Jahre. Die Filmförderungsanstalt (FFA), kann Ausnahmen gewähren – zum Beispiel, wenn einzelne Förder- oder Auszahlungsvoraussetzungen aufgrund höherer Gewalt nicht erfüllt werden können. Außerdem soll die Auswertung von Filmen im Kino durch eine Online-Auswertung auf kostenpflichtigen Videoabrufdiensten ersetzt werden können. In einem Gespräch mit medienpolitik.net fordert Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF KINO, in dem Übergangsgesetz anstelle der bisher vorgesehenen sechs Monate bereits eine Flexibilisierung des exklusiven Kinoauswertungsfensters vorzusehen. Diese flexiblere Lösung, die einen geringeren Zeitraum umfassen kann, soll auf einer Vereinbarung der Branchenverbände beruhen. Zudem müsse definiert werden so Berg, was eine „maßgebliche Beteiligung“ der Kinos bei eine durch „höhere Gewalt“ bedingte Auswertung von Kinofilmen auf Streaming-Plattformen konkrete bedeute.
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„Wir möchten produzieren statt administrieren“

„Wir möchten produzieren statt administrieren“

von am 25.03.2021

VAUNET: Beim Urheberrecht drohen Zwangskollektivierung und Einschränkungen der Vertragsfreiheit

25.03.2021. Interview mit Claus Grewenig, Vorsitzender des Fachbereichs Fernsehen und Multimedia beim VAUNET und Bereichsleiter Medienpolitik bei der Mediengruppe RTL Deutschland

Heute soll im deutschen Bundestag die erste Lesung der Urheberrechtsnovelle stattfinden. Mit ihr soll bis Juni die EU-Urheberrechtsnovelle in deutsches Recht umgesetzt werden. Der Entwurf ist auf starke Kritik von Verbände und Institutionen von Rechteinhabern verschiedener Branchen gestoßen. Zu den immer wieder geäußerten Kritikpunkten gehören eine praxisferne Ausgestaltung von Ansprüchen und Lizenzverhältnissen sowie massive Eingriffe in etablierte und zukünftige Lizenzmärkte. Vor allem die sogenannte Bagatellschranke ist von vielen Seiten scharf kritisiert worden. Die deutsche Kreativbranche befürchtet, dass sie gegenüber den globalen Mitbewerbern schlechter gestellt und dem Kreativstandort Deutschland nachhaltigen Schaden zugefügt werde. Aus der Perspektive der Sendeunternehmen und der audiovisuellen Medienunternehmen, so Claus Grewenig vom VAUNET, der zugleich Bereichsleiter bei RTL ist, sei noch kein zufriedenstellender Ausgleich zwischen Nutzern und Kreativen gefunden worden. Perspektivisch würden alle verlieren, wenn weniger kreative Inhalte produziert werden können. „Vor allem“, so Grewenig, „sind Zwangskollektivierung und Einschränkungen der Vertragsfreiheit keine Garantie für eine im Ergebnis höhere Vergütung, da der Kuchen nicht größer wird.“
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Mehr Probleme, aber nicht mehr Jugendschutz

Mehr Probleme, aber nicht mehr Jugendschutz

von am 23.03.2021

Der Jugendmedienschutz braucht eine neue Bund-Länder-Kommission

23.03.2021. Von Dr. Thomas Negele, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO)

Das im Bundestag beschlossene Jugendschutzgesetz bleibt weit entfernt von dem im Koalitionsvertrag definierten Ziel: der Schaffung eines zukunftsfähigen und kohärenten Rechtsrahmens. Grund dafür ist der weiterhin ungelöste Kompetenzkonflikt zwischen Bund und Ländern. Inhaltliche Regelungen wurden im Novellierungsprozess zur Verhandlungsmasse. Das Ergebnis ist ein Gesetz, das mit dem Schutz der persönlichen Integrität, der Förderung von Orientierung und der Berücksichtigung von Nutzungsrisiken positive Impulse setzt, aber in der Sache an vielen Punkten zu neuen Unklarheiten, Doppelstrukturen und zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Das schadet letztlich dem Jugendschutz. Es bleibt zu hoffen, dass die Länder bei der nun anstehenden Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages sich nicht noch weiter von dem gemeinsamen Ziel eines kohärenten Rechtsrahmens entfernen. Sonst droht ein gesetzgeberischer Überbietungswettbewerb. Wir plädieren daher nachdrücklich dafür, den Rahmen für die Zukunft des Jugendmedienschutzes wieder in einer Bund-Länder-Kommission zu setzen, um das Ziel einer einheitlichen Regelung, die auch die europäische und internationale Dimension einbezieht, nicht aus den Augen zu verlieren.
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Angriff aus Hollywood

Angriff aus Hollywood

von am 01.03.2021

Was es für den deutschen Streaming- und Fernsehmarkt bedeutet, wenn Hollywood-Studios zu Konkurrenten werden

01.03.2021. Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau, Ricarda Schauerte, Niko Herborg, Veronika Schneid, Jun. Prof. Dr. Nico Wiegand

Mit dem Aufkommen von Video-Streamingdiensten hat sich die Medienlandschaft grundlegend gewandelt. Während TV-Sender Anfang der 2000er Jahre den Bewegtbildmarkt dominierten, sehen sich die Fernsehhäuser heute mit neuen Konkurrenten wie Netflix oder Amazon Prime Video konfrontiert. Mit Disney+ stieg Anfang 2020 ein weiterer namhafter Wettbewerber in das Streaminggeschäft ein – der erste Streamer „Made in Hollywood“, dem weitere Unterhaltungskonzerne folgen werden. In der Studie „Angriff aus Hollywood“ von Prof. Dr. Hennig-Thurau und Ricarda Schauerte vom Lehrstuhl für Marketing & Medien der Universität Münster in Kooperation mit der Unternehmensberatung Roland Berger und Juniorprofessor Nico Wiegand von der Universität Amsterdam, werden neuen Daten zu dieser für die klassischen TV-Sender problematischen Entwicklung dargestellt. Mit Blick auf den Markteintritt von Disney+ haben die Forscher herausgefunden, dass die Kannibalisierung des TV, aber auch der anderen Streamer weiter zugenommen hat, aber auch die Nachfrage nach Streaming gewachsen ist. Während die TV-Sender anscheinend die eindeutigen Verlierer sind, sind die Folgen für Netflix und Amazon zweischneidig. medienpolitik.net publiziert einen Teil der Studie.
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„Kino muss wieder sichtbar sein“

„Kino muss wieder sichtbar sein“

von am 15.02.2021

Wiedereröffnung der Kinos: Idealerweise zu Ostern mit bundesweit einheitlichem Termin

15.02.2021. Interview mit Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater (HDF KINO) und Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher (VdF)

In einem Brief hat sich die Allianz aller Kino- und Verleihverbände an die Kanzlerin, den Chef des Kanzleramtes sowie sämtliche Ministerpräsidenten gewandt, um auf die für die Kinos notwendigen Rahmenbedingungen bei einer kommenden Wiedereröffnung hinzuweisen. Die Verbände AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater, AG Verleih – Verband unabhängiger Verleiher, der Bundesverband kommunale Filmarbeit, der HDF KINO sowie der Verband der Filmverleiher betonen die Notwendigkeit einer baldigen, konkreten Öffnungsperspektive, um die enormen Schäden nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Kulturorte wie Kinos dürften in der Wiedereröffnungsplanung zeitlich nicht benachteiligt werden, heißt es in dem Schreiben.
Angesichts der Tatsache, dass Kulturstätten wie auch die Kinos mit fest installierten Sitzplätzen und Lüftungsanlagen sowie bewährten Hygienekonzepten und einer funktionierenden Kontaktverfolgung als vergleichsweise besonders sicher gelten, wäre es kaum begreiflich und auch rechtlich äußerst fragwürdig, wenn Handel und Gastronomie vor den Kulturorten öffnen dürften. Sofern sich die positive Entwicklung des Infektionsgeschehens fortsetze und die Pandemie auch mit Mutationen beherrschbar bleibe, plädieren die Kinos für einen Wiedereröffnungstermin zu Ostern.

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