Filmwirtschaft

„Die deutsche Filmwirtschaft sichern“

„Die deutsche Filmwirtschaft sichern“

von am 13.02.2020

Gemeinsamer Vorschlag der CDU/CSU und SPD-Bundestagsfraktionen zur Novellierung des FFG

13.02.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur Medienpolitik.net

Das ist ein Novum in der jahrzehntelangen Förderung des deutschen Films und der über 50-jährigen Geschichte des Filmförderungsgesetzes: Erstmals legen die Fraktionen einer Regierungskoalition einen gemeinsamen Vorschlag für die Novellierung des FFG vor. In dem Eckpunktepapier wollen die Fraktionen von CDU/CSU und SPD des Deutschen Bundestages nach eigenen Worten die deutsche Filmwirtschaft sichern und den deutschen Film als Wirtschafts- und Kulturgut stärken. Die Umsetzung dieses Konzeptes setzt an mehreren Stellen eine einvernehmliche Einigung innerhalb der Branche voraus. Das scheint nach den in den letzten Tagen öffentlich ausgetragenen Kontroversen aber schwierig.
Die Koalitionsfraktionen verfolgen, wie es in einer gemeinsamen Pressmeldung heißt, zwei filmpolitische Ziele: Sie setzen sich für die Hebung der Qualität des deutschen Films ein, um den Erfolg beim Publikum zu erhöhen. Außerdem wollen sie den Etat der Filmförderungsanstalt (FFA) in Höhe von rund 50 Millionen Euro sichern helfen.
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Die Dissonanzen in der Filmbranche werden größer

Die Dissonanzen in der Filmbranche werden größer

von am 11.02.2020

Verleiher halten „Zwangskorridor“ bei Erlösen aus Kinofilmen für nicht verfassungsgerecht

11.02.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur www.medienpolitik.net

Die Einigkeit scheint vorbei, die Dissonanzen werden größer: Es geht um Zukunftsperspektiven, um Fördermittel, um Geschäftsmodelle und auch um die Zukunft des deutschen Films. Wir sind mitten in der Debatte um die Novellierung des FFG. Haben im vergangenen Jahr alle Beteiligten noch erklärt, man wolle gemeinsam nach Lösungen suchen, wie der deutsche Film erfolgreicher werden, wie er mehr Zuschauer erreichen und wie davon alle Seiten also Produzenten, Verleiher, Kinos und natürlich auch die Besucher profitieren können. Man war sich verbal einig, dass die produzierten Filme ein größeres Budget benötigen, die Drehbücher mehr Zeit und eine bessere Qualität erfordern, dass das Marketing verbessert und personalisiert werden müsse und die Kino modernsten Standard aufweisen sollten. Das alles zusammen würde mehr Geld, mehr Fördermittel bedeuten. Nur eine Umverteilung würde zulasten eines Gliedes in der Produktions- und Verwertungskette gehen. Zudem hat eine FFA-Studie ergeben, dass die Einnahmen der Filmförderungsanstalt mittelfristig sinken können. Damit droht möglicherweise sogar weniger Geld anstatt mehr. Also preschten im Januar die Produzentenverbände vor und forderten eine Neuregelung der Erlösverteilung bei Kinofilmen zwischen Produzenten und Kreativen sowie Verleihern. Jetzt zogen AG Verleih und der Verband der Filmverleiher in einem offenen Brief nach.

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„Wir brauchen einen konzertierten Vorschlag aus der Branche“

„Wir brauchen einen konzertierten Vorschlag aus der Branche“

von am 04.02.2020

Bayern erwartet eine Neujustierung der Filmförderung des Bundes

04.02.2020. Interview mit Judith Gerlach, Bayerischen Staatsministerin für Digitales

In einem Interview mit Medienpolitik.net fordert Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales und auch für die Entwicklung der Filmwirtschaft sowie für Games und innovative audiovisuelle Formate zuständig, von der Filmbranche „einen konzertierten Vorschlag“ für die Stärkung des deutschen Films vorzulegen. Angesichts divergierender Positionen, die von Produzenten, Verleihern und Kinobetreibern in den letzten Tagen im Zusammenhang mit der Debatte zur Novellierung des FFG geäußert worden sind, ist das ein deutlicher Appell zu mehr Einigkeit. Eigentlich sehe sie einen großen Konsens bei allen Beteiligten, Kinobetreibern, Produzenten und Verleihern, dass in Deutschland insgesamt zu viele und zu oft unterfinanzierte, nicht ausreichend entwickelte Stoffe ins Kino kämen, betont die Ministerin. „Besser ausgestattete Kinoproduktionen“, wie oft gefordert, benötigten längere Entwicklungsvorläufe, Produktionsfinanzierung, aber auch ein ausreichendes Marketing-Budget. Judith Gerlach bekräftigt, dass die „großen Instrumente der Förderung im Bund nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre“ neu justiert und besser strukturiert werden müssten. Die Länderförderungen würden sich dann automatisch diesem System anpassen.
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„Wir sehen in den neuen Playern am Markt deutlich mehr Chancen als Risiken“

„Wir sehen in den neuen Playern am Markt deutlich mehr Chancen als Risiken“

von am 22.01.2020

Durchschnittbudgets der Filme stagnieren oder werden wegen sinkender Finanzierungsbeiträge der Sender und der Verleiher geringer

22.01.2020. Interview mit Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer Produzentenallianz

Bei der Debatte um die Novellierung des FFG geht es auch darum, wie deutsche Filme mehr Besucher erreichen und wie sie international erfolgreich sein können. Die Produzentenallianz hat die Ursachen für den Erfolg des deutschen Films in den letzten 20 Jahren analysiert. Wie Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer Produzentenallianz in einem Gespräch mit medienpolitik.net informiert, waren erfolgreiche Kinojahre dadurch gekennzeichnet, dass es eine Handvoll oder mehr deutsche Filme gab, die mehr als zwei, drei oder vier Mio. Besucher hatten. Und das waren im Durchschnitt Filme, die relativ hohe Budgets aufwiesen. „Insofern“, so Palmer „muss es besorgen, dass die Durchschnittbudgets der Filme stagnieren oder – auch wegen der kontinuierlich sinkenden Finanzierungsbeiträge der Sender und der Verleiher – sogar geringer werden. Dem kann aber die Novelle des FFG nicht allein entgegenwirken.“ Hierzu sollte unter anderem im DFFF die Förderintensität für alle Produktionen auf mindestens 25 Prozent angehoben werden, um zumindest teilweise einen Ausgleich für wegbrechende andere Finanzierungsbestandteile zu schaffen. Fragen an Dr. Christoph Palmer zu Finanzausstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, zur „Fokussierung“ des Programms, zur Finanzierung der FFA und zur Präsenz von „Netflix“-Filmen in Kinos.
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Für eine lebendige Dokumentarfilmkultur

Für eine lebendige Dokumentarfilmkultur

von am 20.01.2020

Die AG Dokumentarfilm wird 40

20.01.2020. Von Thomas Frickel, Vorsitzender und Geschäftsführer, Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm e.V. / AG DOK

„Das Fernsehen hat den Dokumentarfilm zum bebilderten Journalismus degradiert, für das Kommerzkino ist er erst recht nicht existent. Dieser Entwicklung wollen wir nicht mehr tatenlos zusehen. Deshalb schließen wir uns in der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm zusammen. Was wir brauchen, ist eine lebendige Dokumentarfilmkultur!“ Sätze aus der Gründungs-Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm vom 19. September 1980. Und zugleich Sätze, die ich nach vierzig Jahren immer noch bedenkenlos unterschreiben könnte. Sie haben nichts von ihrer Aktualität verloren.
Also: alles auf Anfang? Hat sich der größte Berufsverband der deutschen Film- und Medienbranche 40 Jahre lang in einer Zeitschleife verhakt? Waren 40 Jahre AG Dokumentarfilm, waren 40 Jahre des Aufbäumens gegen die Geringschätzung des Genres und seiner Möglichkeiten nur ein nicht enden wollender Murmeltier-Tag?
Natürlich nicht. Die Geschichte der AG DOK lässt sich viel besser als Erfolgsstory erzählen.

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„Es ist sinnvoll, die öffentlich-rechtlichen Angebote zu bündeln“

„Es ist sinnvoll, die öffentlich-rechtlichen Angebote zu bündeln“

von am 09.01.2020

Die ARD will in der Mediathek mehr Exklusives anbieten. Bei der Degeto wurden dafür Mittel umgeschichtet

09.01.2020. Interview mit Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen

Im Abendprogramm – zwischen 20:00 und 23:00 Uhr – ist Das Erste im Jahr 2019 mit einem Marktanteil von 14,3 Prozent das meistgesehene Programm geworden, gefolgt vom ZDF mit 13,9 Prozent. RTL kommt auf 9,4 Prozent, SAT.1 auf 5,4 Prozent und ProSieben auf 4,7 Prozent. Bezogen auf den gesamten Sendetag entfallen die größten Teile des Fernsehkonsums auf das ZDF (13,1 %). Bei einer aktuellen Befragung des Institut Kantar „Welcher Sender insgesamt die qualitativ besten Programme anbietet“, erhielt Das Erste mit 24 Prozent die meisten Nennungen, vor dem ZDF mit 14 und RTL mit 13 Prozent. Auch wenn es um die Unverzichtbarkeit der Sender für das Publikum geht, liegt Das Erste mit 20 Prozent weit vorne. 15 Prozent der Befragten nannten RTL und 12 Prozent das ZDF. Diese gute Position will Das Erste in diesem Jahr mit einer Verstärkung seiner Mediathek durch exklusive Produktionen ausbauen. Zudem will Programmdirektor Volker Herres, wie er in einem medienpolitik.net-Gespräch erläutert, große Stoffe, die 2020 im Ersten zu sehen sein werden, vorab als ganze Serien in die Mediathek stellen. Herres geht davon aus, dass für die neuen Angebote keine zusätzlichen Mittel bereit stünden, sondern die vorhandenen Etats umgeschichtet werden müsse.

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„Qualität vor Quantität“

„Qualität vor Quantität“

von am 29.11.2019

SPD-Bundestagsfraktion fordert von VoD-Plattformen angemessenen Beitrag zur Filmförderung

29.11.2019. Interview mit Martin Rabanus, MdB, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion

Die SPD-Bundestagsfraktion möchte mit der geplanten Novelle des Filmförderungsgesetzes (FFG) den deutschen Film als Kultur- und Wirtschaftsgut stärken sowie die Qualität und Vielfalt des deutschen Filmschaffens unterstützen. Das Gesetzgebungsverfahren startet im Frühjahr 2020, das Gesetz soll am 01.01.2022 in Kraft treten. Bis dahin plant sie einen regelmäßigen Austausch mit allen Interessengruppen um die Expertise der Branche zu nutzen. Als Basis für den Gesetzentwurf der Novelle des Filmförderungsgesetzes will die SPD-Fraktion zudem gemeinsam mit der Unionsfraktion ein Eckpunktepapier erarbeiten. Nach Auffassung des SPD-Politikers Martin Rabanus, geht es in der deutschen Förderlandschaft darum, die verschiedenen Fördertöpfe auf Bundesebene (FFA, DFFF 1 & 2, GMPF und die kulturelle Filmförderung) besser zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. „In diesem Zusammenhang“, so der Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, „müssen wir auch darüber diskutieren, ob sich die FFA auf Kernaufgaben reduzieren sollte und wenn ja, welche Aufgaben ihren Kern bilden.“ Rabanus sprach sich auch dafür aus, das „Zukunftsprogramm Kino“ deutlich aufzustocken.

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„Wir brauchen mehr Klasse statt Masse“

„Wir brauchen mehr Klasse statt Masse“

von am 20.11.2019

Debatte um FFG-Novelle: Fördermittel umschichten

20.11.2019. Interview mit Yvonne Magwas, MdB, filmpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich in dieser Legislaturperiode bereits mehrfach mit der Filmwirtschaft befasst. So diskutierten kürzlich die Medienpolitiker dieser Fraktion bei einem Expertengespräch über die anstehende Novelle des Filmförderungsgesetzes. Die Koalitionsfraktionen wollen ein Eckpunktepapier erarbeiten, das die Basis für den Gesetzentwurf zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes dienen soll. In einem Interview mit medienpolitik.net betonte Yvonne Magwas, filmpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, dass die Branche an gemeinsamen Lösungen interessiert sei, so wurde bei dem Expertengespräch u.a. angekündigt, sich intern zum zukünftigen Verhältnis von Produktions- und Herausbringungsförderung zu einigen. Für die Hebung der Qualität des deutschen Films benötige man, so Magwas, nicht mehr Geld, sondern eine bessere Verteilung der ohnehin gut gefüllten Fördertöpfe. Dafür müsse man „natürlich auch an anderen Stellschrauben drehen, z.B. bei der Gewinnbeteiligung der Produzenten am Film.“
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„Im Netz treffen Dokfilme auf ein jüngeres Publikum“

„Im Netz treffen Dokfilme auf ein jüngeres Publikum“

von am 19.11.2019

MDR wünscht sich mehr Vorschläge für investigative Dokfilme von den Produzenten

19.11.2019. Interview mit Dr. Katja Wildermuth, Programmdirektorin des MDR für Kultur und Wissen sowie die Jungen Angebote des MDR und MDR JUMP

Der Dokumentarfilm-Wettbewerb der ARD, „Top of the Docs“, zieht von Berlin nach Leipzig und gesellt sich ab 2020 zu dem dortigen Filmfest im Herbst. Während des Dokumentarfilm-Festivals DOK Leipzig sollen künftig die Kandidaten präsentiert und der Sieger verkündet werden. 2020 wird der Preisträger letztmalig bei der Berlinale in Berlin bekanntgegeben. An dem Wettbewerb „Top of de Docs“ sind die Landesrundfunkanstalten der ARD beteiligt. Sie übernehmen Produktionskosten in Höhe von 250.000 Euro. Außerdem gibt es für den ausgewählten Film einen Sendeplatz im Ersten. Sie sehen, der Stellenwert von Dokumentarfilmen ist bei uns plattformübergreifend hoch und nachhaltig. Wie Dr. Katja Wildermuth, Programmdirektorin des MDR, in einem Interview mit medienpolitik.net betont, sei der Stellenwert von Dokumentarfilmen beim MDR „plattformübergreifend hoch und nachhaltig“. Sie wünsche sich jedoch noch mehr Vorschläge für investigative Dokumentarfilme. „Denn aus meiner Sicht ist der Dokfilm als Genre geradezu prädestiniert, die aktuellen Themen unserer Zeit kritisch aufzugreifen.“
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Eine Hauptrolle für das Kino

Eine Hauptrolle für das Kino

von am 18.10.2019

Im 1. Quartal 2020 soll das Zukunftsprogramm Kino starten

18.10.2019. Von Prof. Monika Grütters, CDU, Staatsministerin für Kultur und Medien

Nach den ein wenig unbefriedigenden Umsatz- und Besucherzahlen des Kinojahres 2018 und der - sagen wir es mal vorsichtig - nicht immer optimistisch stimmenden Berichterstattung dazu in den Feuilletons freuen wir, die wir mit Filmpolitik und Filmförderung zu tun haben, uns doch nach diesen goldenen Oktobertagen ausnahmsweise mal über einen herbstlichen Wetterbericht. Ausgedehnte Tiefdruckgebiete mit nasskaltem Schauerwetter verheißen in der Regel ja gut gefüllte Kinosäle. Und wenn das Kinoprogramm dann auch noch mit fesselnden Geschichten und außergewöhnlichen Leinwanderlebnissen aufwartet, wenn über Filme kontrovers diskutiert wird, dann dürfte das Gemeinschaftserlebnis Kino deutlich verlockender sein als der einsame Serienkonsum auf der heimischen Couch. Genau das jedenfalls muss unser Ziel sein, eine Hauptrolle für das Kino, wenn es um Filmgenuss geht!

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