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„Im World Wild West braucht’s einen Sheriff“

„Im World Wild West braucht’s einen Sheriff“

von am 22.07.2022

Medienpolitisches Portrait: Dr. Tobias Schmid

22.07.2022. Medienpolitik.net setzt seine Reihe medienpolitischer Portraits mit einem Beitrag über Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW und Europabeauftragter der Direktorenkonferenz der Medienanstalten fort. Alle Porträts sind im Frühjahr 2022 entstanden. Grundlage hierfür waren Interviews mit Persönlichkeiten aus Politik, Medienaufsicht, Unternehmen und Wissenschaft. Die Autoren sind Studierende des Master-Studiengangs Journalistik der TU Dortmund. Sie verfügen durch studienintegrierte Volontariate bereits über journalistische Praxis und arbeiten größtenteils studienbegleitend für verschiedene Medien. Entstanden sind die Texte im Rahmen des Seminars „Aktuelle medienpolitische Entwicklungen“, das von Prof. Dr. Tobias Gostomzyk, Professur für Medienrecht an der TU Dortmund, begleitet wurde. Tobias Schmid sieht hinsichtlich der Digitalisierung im Wesentlichen drei große Probleme: die Verbreitung von Hass, das Problem der Desinformation und der an vielen Stellen noch fehlende Schutz von Minderjährigen. Die Verantwortung liegt für ihn vor allem beim Gesetzgeber. Lisa Koenig hat sich mit dem Juristen unterhalten.

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„Verbindliche Leitlinien für öffentlich-rechtlichen Journalismus in sozialen Netzwerken festlegen“

„Verbindliche Leitlinien für öffentlich-rechtlichen Journalismus in sozialen Netzwerken festlegen“

von am 08.06.2022

Journalismus in sozialen Netzwerken - ARD und ZDF im Bann der Algorithmen?

08.06.2022. Um alle Teile der Bevölkerung journalistisch zu erreichen und mit Informationen zu versorgen sind soziale Netzwerke für die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland unverzichtbar geworden. Dazu sind die Anstalten auch durch den Medienstaatsvertrag legitimiert. Ein Auftrag der durch die aktuelle Novelle noch verstärkt wird. Im Bestreben, auf den privaten Plattformen hohe Reichweiten journalistischer Angebote zu erzielen, orientieren sich ARD und ZDF auch an den algorithmischen Funktionsweisen der Netzwerke – und gefährden dadurch potentiell die Qualität ihrer Arbeit und stellen ihre Unabhängigkeit in Frage. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Otto Brenner Stiftung über „Journalismus in sozialen Netzwerken“. Der Journalist und Medienwissenschaftler Henning Eichler hat dafür alle Formate der öffentlich-rechtlichen Anbieter in Deutschland erfasst, die für die privaten Plattformen optimierter Journalismus sind. Zusätzlich führte Eichler Interviews mit 18 Personen aus den verantwortlichen Redaktionen und dem Management der Sender zur Frage, ob sich „ARD und ZDF im Bann der Algorithmen“ – so der Untertitel der Arbeit – befinden.
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Die asymmetrische Macht der Algorithmen

Die asymmetrische Macht der Algorithmen

von am 21.04.2022

Russische Propaganda passt sich Empfehlungssystemen sozialer Netzwerke an

21.04.2022. Von Dr. Marco Bastos, City University of London

Facebook kann die russische Desinformation nicht bekämpfen. Das zeigen Daten, die WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" ausgewertet haben. Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen kritisiert die Maßnahmen des Unternehmens als unzureichend. Sie weist darüber hinaus auf ein grundsätzliches Problem hin: Die Algorithmen geben den extremsten Positionen die größte Reichweite. Unsere aktuelle Studie “Fact-Checking Misinformation: Eight Notes on Consensus Reality” kombiniert Datenanalyse mit mehrstufiger Verarbeitung visueller Kommunikation, um die visuellen Rahmen staatlich geförderter Propaganda in sozialen Medien zu klassifizieren. Dabei stützten wir uns auf die Wahlintegritätsdaten von Twitter, um Propagandaziele der russischen „Internet Research Agency“ zu untersuchen. Sie prüfen, inwieweit ihre Operationen von der kanonischen Staatspropaganda abweichen, die durch Symbole der nationalen Identität und heroische Männlichkeit gekennzeichnet ist. Die Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine in sozialen Medien bestätigt nachträglich unsere Analyse.
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Zwei Jahre Corona: Jeden Tag 10 Stunden am Bildschirm

Zwei Jahre Corona: Jeden Tag 10 Stunden am Bildschirm

von am 28.01.2022

Seniorinnen und Senioren stürmen das Internet / Mehrheit sorgt sich um Corona-Fake-News in sozialen Netzwerken

28.01.2022. Ob Smartphone, Laptop oder Fernseher: Seit Corona verbringen die Menschen mehr Zeit vor dem Bildschirm. So beträgt die durchschnittliche Bildschirmzeit derzeit 10 Stunden pro Tag, 70 Stunden in der Woche. Dieser Wert ist seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren von damals 8 um 2 Stunden pro Tag gewachsen. Starke Anstiege verzeichnen vor allem Videostreaming, Videotelefonie und Online-Shopping. Knapp ein Viertel der zusätzlichen Bildschirmzeit, im Durchschnitt 24 Minuten pro Tag zusätzlich, werden Videos, Filme oder Serien gestreamt – insgesamt fast eine Stunde am Tag (57 Minuten). Videotelefonate gab es vor der Pandemie so gut wie gar nicht. Gerade einmal 5 Minuten täglich wurde privat per Video telefoniert, jetzt ist es fast eine halbe Stunde (27 Minuten). Auch die Zeit, die man mit Online-Shopping zubringt, hat sich mehr als verdoppelt. Für die Shopping-Tour im Web wird im Schnitt täglich eine Viertelstunde zusätzlich investiert, 24 Minuten sind es unter dem Strich jeden Tag. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung von mehr als 1.000 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.
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„Wichtige Weichenstellungen in der Medienpolitik“

„Wichtige Weichenstellungen in der Medienpolitik“

von am 27.01.2022

ANGA: Internetzugangsanbieter haften grundsätzlich nicht für die Inhalte / Game: Abbau bürokratischer Hürden bei der Förderung

27.01.2022. Fragen an Dr. Andrea Huber, Geschäftsführerin, ANGA und Felix Falk, Geschäftsführer game - Verband der deutschen Games-Branche

Für die ANGA, gibt es in diesem Jahr drei prioritäre Themen: Die Umsetzung des Medienstaatsvertrages, die Verantwortlichkeit von Internetzugangsanbietern für illegale Inhalte sowie die nächste Novellierung des Filmförderungsgesetzes. Der Digital Services Act der EU-Kommission werde unter anderem die E-Commerce-Richtlinie ablösen, so die Geschäftsführerin Dr. Andrea Huber, die ein System der abgestuften Verantwortlichkeit für Internetinhalte begründet habe. Danach haften Internetzugangsanbieter grundsätzlich nicht für die Inhalte, die über ihre Netze übertragen werden. „Wir erwarten“, so die ANGA, „dass der DSA diesen Ansatz beibehalten wird“. Auf nationaler Ebene zeigten aktuelle Entwicklungen, dass es jedoch zunehmend Ausnahmen von dem genannten Grundsatz gäbe.
Dem game, dem Verband der Deutschen Games-Branche ist es vor allem wichtig, dass die im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP genannten Ziele konsequent umgesetzt werden. „Für die Games-Branche bedeutet dies vor allem die Verstetigung der Games-Förderung und die Stärkung des Games-Standorts Deutschland“, so der Geschäftsführer Felix Falk. Games spielten seit vielen Jahren gesellschaftlich, kulturell, wirtschaftlich und technologisch eine immer größere Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen. Dieses Potenzial müsse von der Politik noch besser gefördert und genutzt werden.
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„Die Kompetenz der Mitgliedstaaten darf nicht in Frage gestellt werden“

„Die Kompetenz der Mitgliedstaaten darf nicht in Frage gestellt werden“

von am 10.01.2022

Kritik Bayerns an EU-Regulierungsvorhaben für Plattformen und Intermediäre

10.01.2022. Fragen an Staatsminister Dr. Florian Herrmann (CSU), Chef der Staatskanzlei Bayerns

„Es ist uns ein großes Anliegen, die Medien- und Meinungsvielfalt auch im digitalen Zeitalter für Bayern, für Deutschland und für Europa zu erhalten. Dafür brauchen wir eine Allianz zwischen Medien und Politik für Qualitätsjournalismus und Unabhängigkeit der Medien“, so Dr. Florian Herrmann, Chef der Staatskanzlei Bayerns, zu den wichtigsten medienpolitischen Schwerpunkten 2022. Dazu müssten die die funktionierenden Informationsstrukturen der vielfältigen Medienlandschaft künftig besser geschützt und gestärkt werden. Dies gelte gerade in einem Umfeld hoher wirtschaftlicher Dynamik und zunehmender Konvergenz der Medien und Dienste, so Herrmann. Kritik übt der Chef der Bayerischen Staatskanzlei an einigen Vorhaben der EU zur Regulierung des Internets: Die Kompetenz der Mitgliedstaaten dürfe nicht in Frage gestellt werden. Der EU-Gesetzgeber müsse mit ausdrücklich formulierten Öffnungsklauseln gegensteuern. Eine Zentralisierung dieser Fragen bei der EU sei kein Allheilsversprechen. In Bezug auf die Novellierung des Medienstaatsvertrags hätten sich die Prioritäten des Freistaates nicht geändert: „Bayern will den Auftrag auf den Kern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fokussieren, also auf Information, Bildung und Kultur.“
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„Medienpolitik wird ein immer wichtigeres Feld der Politik“

„Medienpolitik wird ein immer wichtigeres Feld der Politik“

von am 04.01.2022

Umfrage von medienpolitik.net zu den medienpolitischen Schwerpunkten der Länder für 2022

04.01.2022. Fragen an Rudolf Hoogvliet (B90/Grüne), Staatssekretär für Medienpolitik und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund

medienpolitik.net fragt seit einigen Jahren die für Medienpolitik Verantwortlichen in den Senats- und Staatskanzleien der Bundesländer nach den medienpolitischen Schwerpunkten des neuen Jahres. Zudem interessierte uns auch, ob und wie die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks möglicherweise verändert wird und inwieweit die von der EU-Kommission geplante Regulierung von Plattformen die Konzepte der Bundesländer zur Vielfaltssicherung tangiert. Mit den heutigen Antworten von Rudolf Hoogvliet, Medienstaatssekretär in Baden-Württemberg beginnend, werden wir die medienpolitischen Vorhaben der Länder für 2022 in den nächsten Tagen publizieren. Neben der Reform von Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sieht Hoogvliet die Förderung des Lokal – und Regionaljournalismus sowie die Bekämpfung von Hass und Hetze im Internet als wichtige Aufgabe an. Im Zusammenhang mit dem Digital Services Act und Digital Markets Act bestehen für ihn „aufgrund der Vorstellungen der EU-Kommission erhebliche Dissonanzen mit den für die Medienregulierung zuständigen deutschen Ländern.“ Dazu sei „eine gute Abstimmung und ein intensiver Austausch“ mit dem Bund notwendig.
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Smartphones im Vollzeitjob

Smartphones im Vollzeitjob

von am 18.11.2021

Smartphone-Nutzung ist ungebrochen hoch, Bildschirmzeit steigt vor allem in der jüngeren Zielgruppe an

18.11.2021. Die mobile Internetnutzung ist durch die Corona-Pandemie noch ein Stück universeller geworden – vor allem beim Einsatz des Smartphones. Ein Rückschluss, den die Kernergebnisse der aktuellen "Mobile 360° Studie" zulässt. Die etablierte Grundlagenstudie der Ad Alliance widmet sich der Einordnung sowie den Entwicklungen und Trends des Smartphone-Marktes. Mehr als 1.400 Nutzende wurden zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Dabei wurden die genutzten Inhalte, die Nutzungshäufigkeit, -situation und -motivation genauer untersucht. Der mobile Alleskönner ist ein sehr persönliches Endgerät und entsprechend präsent bei Nutzern: 96 Prozent greifen mehrmals täglich nach ihrem Smartphone und vor allem in der jungen Zielgruppe der bis zu 29-Jährigen (35%) hat sich die Bildschirmzeit auf mehr als fünf Stunden am Tag gesteigert. Durch seine vielfältigen Funktionalitäten hat das Smartphone geradezu einen Vollzeitjob eingenommen.
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Relevanz der Intermediäre für die Meinungsbildung steigt weiter

Relevanz der Intermediäre für die Meinungsbildung steigt weiter

von am 27.10.2021

Neue Studie „Intermediäre und Meinungsbildung“ der Medienanstalten

27.10.2021. Seit Jahren belegen die Ergebnisse der Studie „Intermediäre und Meinungsbildung“ der Medienanstalten die zunehmende Relevanz von Angeboten wie Google, Facebook & Co. Der fünfte Vielfaltsbericht bekräftigt diese Entwicklung. Mehr als 46 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Deutschland informieren sich an einem Durchschnittstag, indem sie die Medienintermediäre nicht nur als Kontakthersteller nutzen, sondern auch Informationen direkt auf den Diensten wahrnehmen. Mit einem Plus von 44 Prozent gegenüber 2019 zeigt die Informationsnutzung über Medienintermediäre sogar einen deutlich stärkeren Zuwachs als die Informationsnutzung über die crossmedialen Angebote klassischer Medien und das Internet gesamt (38% bzw. 36%). Am häufigsten kommen Suchmaschinen zu informierenden Zwecken zum Einsatz. Googles Suchmaschine liegt in allen Altersgruppen an erster Stelle mit 32,7 Prozent, gefolgt von YouTube, das sich mit einer informierenden Tagesreichweite von 12,1 Prozent erstmals knapp vor Facebook mit 11,9 Prozent platziert.
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Diversität im Audiomarkt oder warum Audio Zukunft hat

Diversität im Audiomarkt oder warum Audio Zukunft hat

von am 07.09.2021

Vierter Digitalisierungsbericht Audio zeigt höheres Tempo bei der Ausstattung der Haushalte mit DAB+- Empfängern

07.09.2021. Von Ruth Meyer, Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland

In Deutschland wird verstärkt digitales Radio empfangen. Dies geht aus dem aktuellen Digitalisierungsbericht Audio 2021 der Medienanstalten hervor. Die Zahl der DAB+-Radios hat um mehr als 5 Millionen zugenommen und liegt nunmehr bei knapp 21,7 Millionen. Bei gut 8,5 Mio. dieser Geräte handelt es sich um Autoradios. Damit empfängt mittlerweile knapp ein Fünftel der Autoradios über den digital-terrestrischen Standard. Vor dem Hintergrund der Digitalradiopflicht für Neuwagen ist zu erwarten, dass die Digitalisierung des Hörfunkempfangs im Auto in den kommenden Jahren weiter an Fahrt aufnehmen und vor allem DAB+ davon profitieren wird. War noch in den 2010ern Video der Trendsetter, gibt es längst ein spannendes Revival und neues Wachstum im Audiosektor. Woher kommt dieser Trend, wohin kann er führen und wie können wir diesen vielfaltsrelevanten Zukunftsmarkt fördern? So fragt Ruth Meyer, Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland, in ihrem Begleittext zum Digitalisierungsbericht, den wir hier nachfolgend veröffentlichen.
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