Kommunikationswissenschaft

Regionale Tageszeitungen sind „Local Hero“

Regionale Tageszeitungen sind „Local Hero“

von am 22.07.2021

Die regionale Tageszeitung wird als kompetenter und glaubwürdiger Medienkanal angesehen

22.07.2021. Die regionale Tageszeitung hat ihren festen Platz in der Mediennutzung der Menschen, wird intensiv gelesen und gezielt als Kaufimpulsgeber genutzt. Die Nutzung der regionalen Tageszeitung steigt leicht an (+ 3 Prozent im Jahresvergleich). Treiber sind E-Paper- und Digital-Nutzung. 72 Prozent der Befragten finden, dass die regionale Tageszeitung von allen Medien am besten weiß, was in der Region passiert. Ein Fünftel der Print-Leser schaut sich Anzeigen ihrer regionalen Tageszeitung ganz bewusst an. 68 Prozent der Regional-Tageszeitungs-Leser wiederum nutzen regelmäßig Beilagen. Die regionale Tageszeitung wird als der kompetenteste (54 Prozent), glaubwürdigste (54 Prozent), engagierteste (47 Prozent) und objektivste Medienkanal (41 Prozent) angesehen. 72 Prozent der Befragten finden, dass die regionale Tageszeitung von allen Medien am besten weiß, was in der Region passiert.
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„Das Geschäftsmodell von Facebook und Twitter verhindert eine vernünftige Debattenkultur“

„Das Geschäftsmodell von Facebook und Twitter verhindert eine vernünftige Debattenkultur“

von am 21.07.2021

Soziale Netzwerke werden den Wahlkampf stärker beeinflussen als früher

21.07.2021. Interview mit Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Abgeordneter des Deutschen Bundestages

Ruprecht Polenz war von 1994 bis 2013 Abgeordneter des Deutschen Bundestages, 2000 Generalsekretär der CDU und von 2005 bis 2013 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. Er war während seiner politischen Tätigkeit vierzehn Jahre Mitglied und Vorsitzender des ZDF-Fernsehrats; seit einigen Jahren betätigt er sich in den Sozialen Medien und gilt vor allem bei Twitter als Political Influencer.
Der Algorithmus der jeweiligen Plattformen, so Ruprecht Polenz im Interview, fördere ein „Schwarz-Weiß“ bzw. „Freund-Feind-Denken“. „Insofern teile ich die Einschätzung derjenigen, die sagen, dass in der Tendenz Soziale Medien eher die Wirkung haben werden, unseren demokratischen Diskurs zu zerstören - bei allem, was sie auch Positives ermöglichen. Wir dürfen uns nicht so große Hoffnungen machen, dass man das grundsätzlich ändern kann, solange die Algorithmen so funktionieren, wie sie das tun. Und da Facebook und Twitter die Geschäftsmodelle im Zweifel in nächster Zeit nicht ändern werden, befürworte ich die Bemühungen, die in die Richtung einer öffentlich-rechtlichen sozialen Plattform gehen.“ Deshalb sollte, so Polenz, auch über die „Anonymität“ im Internet nachgedacht werden.
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Vertrauen in Nachrichtenmedien gestiegen

Vertrauen in Nachrichtenmedien gestiegen

von am 30.06.2021

Fast die Hälfte der Internetnutzer erhält Falschinformationen zum Coronavirus

30.06.2021. Fast die Hälfte der erwachsenen Onliner in Deutschland (46 %) gibt an, innerhalb einer Woche falsche oder irreführende Informationen zu Covid-19 gesehen zu haben. Die größten Sorgen, auf Falschinformationen zum Coronavirus zu treffen, bestehen gegenüber Facebook (28 %) und Messenger-Apps (14 %) sowie gegenüber Aktivistinnen und Aktivisten als Absender (31 %). Journalistische Akteure spielen dabei aus Sicht der Befragten nur eine äußerst geringe Rolle (6 %). Das sind Ergebnisse des Reuters Institute Digital News Report 2021, dessen deutsche Teilstudie vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg durchgeführt wurde. Insgesamt basiert die Studie auf 92.372 Befragten aus 46 Ländern auf sechs Kontinenten.
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Mehr Hass im Netz im Corona-Jahr

Mehr Hass im Netz im Corona-Jahr

von am 04.06.2021

Neue Fakten zur Wahrnehmung von Hasskommentaren im Internet

04.06.2021. Mehr als drei Viertel der Deutschen erleben Hass im Netz. Das zeigen die neuesten Zahlen einer forsa-Studie zur Wahrnehmung von Hassrede im Internet im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW. Gleichzeitig steigt die Angst vor Hasskommentaren, aber auch die Wut über die Verfasserinnen und Verfasser solcher Kommentare. Die Landesanstalt für Medien NRW führt seit 2016 einmal jährlich eine Umfrage zum Thema Hate Speech bzw. Hasskommentare im Internet durch. In der aktuellen Umfrage 2021 geben rund drei Viertel der Befragten (76%) an, schon einmal Hate Speech bzw. Hasskommentaren im Internet begegnet zu sein. Zum Vorjahr stieg dabei der Anteil derjenigen von 34 Prozent auf 39 Prozent, die Hasskommentare sehr häufig oder häufig wahrnahmen – ein neuer Höchstwert. Der Anteil derer, denen kein Hass im Netz begegnet ist, liegt bei 22 Prozent. Dieser Wert entspricht dem aus der Umfrage in 2018.
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„Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional“

„Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional“

von am 25.05.2021

Der Journalismus in Deutschland benötigt eine systematische Innovationspolitik

25.05.2021. Interview mit Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow, Juniorprofessor für „Organisation und vernetzte Medien“ Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar

Als Ende April die Bundesregierung die geplante Presseförderung absagte, bekam die Debatte über das Für und Wider dieser Hilfe für den Journalismus einen neuen Schub. Die FAZ, schrieb von einem Schock für die Verlage und keinem guten Tag für die Pressefreiheit. „Ein guter Tag für die Pressefreiheit wäre es, hätte sich die Bundesregierung eine faire Presseförderung einfallen lassen, die niemanden benachteiligt“, so die Zeitung. Bereiteis im September 2020 hatten Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow und Prof. Dr. Christian-Mathias Wellbrock (Universität zu Köln) in einem Gutachten festgestellt, dass die beste Hilfe für den professionellen Journalismus eine Innovationsförderung wäre. Die Wissenschaftler hatten eine erhebliche Finanzierungslücke für Innovationen im Journalismus ausgemacht: Während private Mittel für Neugründungen und einzelne Medienschaffende kaum verfügbar sind investieren etablierte Verlage ihre Innovationsbudgets offenbar schwerpunktmäßig in digitalen Geschäftsfeldern abseits des Journalismus. Angesichts dieses Finanzierungsproblems ist die direkte finanzielle Unterstützung von journalistischer Innovation durch die öffentliche Hand geboten. Fragen an Christopher Buschow zum Scheitern der Presseförderung und den Schlussfolgerungen.
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„Eine Flexibilisierung des Auftrags ist wünschenswert“

„Eine Flexibilisierung des Auftrags ist wünschenswert“

von am 04.05.2021

Zugriffe auf digitale KiKA-Plattformen stiegen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um über 40 Prozent

04.05.2021. Interview mit Dr. Astrid Plenk, Programmgeschäftsführerin des Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKA)

Die Mediennutzung während der Corona-Pandemie sorgt auch für Bewegung im Markt der Kindermedien. Angebote von kostenpflichtigen Streaminganbietern werden inzwischen von 34 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen. Dennoch behauptete der KiKA seine führende Marktposition. Den April konnte der KiKA linear – wie schon in den vergangenen Monaten und Jahren in seiner Sendezeit – mit der Marktführerschaft bei den Drei- bis 13-Jährigen abschließen. Im 1. Quartal war der Kinderkanal von ARD und ZDF in allen Altersgruppen Marktführer – im Vorschulsegment mit 21,7 Prozent, bei den 6- bis 9-Jährigen mit 17,5 Prozent und bei den Preteens mit 10,5 Prozent. Die Zugriffe auf die digitalen KiKA-Plattformen erhöhten sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um über 40 Prozent. Den März 2021 schlossen die nonlinearen Ausspielwege mit 9 Millionen Visits ab – damit erzielten sie in beiden Kategorien die drittbesten Werte nach den Rekord-Monaten April 2020 und Januar 2021. Im Januar wurde mit 9,9 Millionen Visits der Vorjahreswert fast verdoppelt.
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Die Hälfte der Jugendlichen ist nicht an News interessiert

Die Hälfte der Jugendlichen ist nicht an News interessiert

von am 29.04.2021

UseTheNews-Studie: Jugendlichen fehlt bei Nachrichten oft der Bezug zur Lebenswirklichkeit

29.04.2021. Eine bundesweite Studie offenbart eine tiefe Informationskluft in der nachwachsenden Generation: Die Hälfte der Jugendlichen hält es nicht für wichtig, sich über Neuigkeiten und aktuelle Ereignisse zu informieren. Sie sind zugleich deutlich schlechter informiert als ihre Altersgenossen, die regelmäßig auch journalistische Nachrichtenquellen nutzen. Journalistische Angebote sind allerdings nur noch eine von vielen genutzten Informationsquellen. Zu diesen Ergebnissen kommt die #UseTheNews-Studie „Nachrichtennutzung und Nachrichtenkompetenz im digitalen Zeitalter“, initiiert von dpa und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien. Durchgeführt wurde die Studie vom Leibniz-Institut für Medienforschung. Die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hält es nicht für wichtig, sich über Neuigkeiten und aktuelle Ereignisse zu informieren. Bei journalistischen Nachrichten fehlt ihnen oft der Bezug zu ihrem persönlichen Alltag. Das sagen beispielsweise in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen mehr als zwei Drittel der Nicht-Journalistisch Informationsorientierten (67 Prozent). In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind es etwas weniger (59 Prozent). Aber auch bei den Journalistisch Informationsorientierten – also den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die den stärksten Bezug zu klassischen Medien haben – ist der Wert in beiden Altersgruppen mit jeweils knapp 40 Prozent vergleichsweise hoch.
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Information als Waffe

Information als Waffe

von am 22.03.2021

Studie belegt: Russische Medienoffensive ist Teil eines Informationskrieges gegen den Westen

22.03.2021. „Die russischen Medien in Deutschland sind eine Waffe im von Russland geführten Informationskrieg“, so Dr. Susanne Spahn, Autorin der Studie „Russische Medien in Deutschland“, der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Die Theorien des Informationskrieges wurden von russischen Militärs entwickelt, so Spahn. Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Ausland sei ein offizielles Ziel der Außenpolitik, das in der außenpolitischen Konzeption von 2016 klar benannt werde. Allerdings werde hier nicht von Desinformation gesprochen, sondern von einer „objektiven Wahrnehmung“ Russlands in der Welt. Tatsächlich handele es sich hier aber um Desinformation, denn die russischen Staatsmedien berichten tendenziös und arbeiten mit Falschdarstellungen, wie an zahlreichen Beispielen in der Studie gezeigt werde. Die Berichterstattung verfolge das Ziel, Gegner der russischen Staatsführung zu schwächen und Fürsprecher medial zu unterstützen. Ganz oben auf der Liste der perzipierten Feinde rangierten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung. Auf der anderen Seite werde vor allem über Politikerinnen und Politiker der Parteien Alternative für Deutschland (AfD) und Die Linke positiv berichtet, analysiert die Autorin der Studie. Hier ein Ausschnitt aus der Studie „Russische Medien in Deutschland“:
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„Man trifft einfach beim Surfen auf Informationen“

„Man trifft einfach beim Surfen auf Informationen“

von am 16.03.2021

Die 14-29-Jährigen verfügen über ein breites Informationsportfolio

16.03.2021. Interview mit Martina Winicker, Managing Directorin und Johanna Mihm, Projektleiterin, IFAK Institut

Die Mehrheit der 14- bis 29-Jährigen hat Interesse an aktuellen, politisch und gesellschaftlich relevanten Themen. Dazu zählen aktuell die Corona-Pandemie, aber auch Themen aus den Bereichen Politik, Umwelt und Klima. Soft News, beispielsweise Meldungen über Prominente, sind im Durchschnitt weniger relevant. Je älter die Befragten, desto höher ist das Bedürfnis nach Information und desto stärker ist das Interesse an gesellschaftspolitischen Themen. Klassische Medien spielen auch in der jungen Zielgruppe eine Rolle, aber mehrheitlich nicht mehr auf dem klassischen Verbreitungsweg. Das sind einige Ergebnisse der Studie „Always on – jung, digital und informiert?“ des IFAK-Instituts für die Medienanstalten zum Informationsverhalten der Generation Z während der Corona-Pandemie. Die Studie habe gezeigt, dass die bekannten klassischen Medienmarken als vertrauenswürdig bei den 14-29-Jährigen verankert seien, erläutert dazu die Projektleiterin Johanna Mihm in einem medienpolitik.net – Interview. Ihnen werde hohe Informationskompetenz und Seriosität zugeschrieben. Es werden altbewährte Angebote online genutzt, die aufgrund ihrer Bekanntheit und ihres Images als verlässliche Informationsquellen dienen.
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„Für die KEK den Zugang zu Daten aller Streaming-Anbieter sichern“

„Für die KEK den Zugang zu Daten aller Streaming-Anbieter sichern“

von am 15.03.2021

Fragen zum Gutachten zur Nutzungserfassung von Video-Streaming-Angeboten

15.03.2021. Interview mit Prof. Dr. Georgios Gounalakis, Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Medienrecht, Philipps-Universität Marburg

Video-Streaming-Angebote prägen zunehmend die Medienlandschaft. In der Form des Live-Streamings handelt es sich um Rundfunk, in der nichtlinearen Form des Video-on-Demand (VoD) besteht eine deutliche Nähe zum linearen Fernsehen. Das lineare Fernsehen steht bislang im Zentrum der medienkonzentrationsrechtlichen Regulierung. Demgegenüber fehlt es im Hinblick auf Video-Streaming-Angebote an einer umfassenden Erhebung und Ausweisung von Nutzungsdaten. Streaming-Anbieter verfügen grundsätzlich über Messdaten, die für eine medienkonzentrationsrechtliche Nutzungserfassung verwendet werden können. Für eine anbieterübergreifende Vergleichbarkeit der Daten bedarf es jedoch einheitlicher Standards bei der Datenerhebung. Zudem ist eine gesetzliche Regelung erforderlich, durch die der KEK ein Zugang zu diesen Daten eröffnet wird. Dies sind einige Erkenntnisse aus dem Gutachten „Ansätze für eine Nutzungserfassung von Video-Streaming-Angeboten“, das das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS (Berlin) im Auftrag der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) erstellt hat. Die Gutachter empfehlen, eine technische Vollerhebung anzustreben und diese um ein repräsentatives Panel anzureichern. So könnte eine Video-Gesamtnutzung ausgewiesen werden.
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