Kreativwirtschaft

„Kooperationen sind die Regel, nicht die Ausnahme“

„Kooperationen sind die Regel, nicht die Ausnahme“

von am 29.07.2021

„Zeit für Local Heroes“: Dokumentarisches Gemeinschaftsprojekt von Bayerischem Rundfunk und Rundfunk Berlin-Brandenburg

29.07.2021. Interview mit Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb)

Der rbb und der Bayerische Rundfunk haben am Montag ein crossmediales Doku-Projekt zu kommunalpolitischen Themen gestartet. Über ein halbes Jahr hinweg begleiten Autoren und Reporter des beider ARD-Anstalten politische Akteurinnen und Akteure an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland und tauchen ein in die Themen und Konflikte vor Ort. Das crossmediale Doku-Projekt „Zeit für Local Heroes“ stellt das Engagement dieser Menschen in den Mittelpunkt und wirft Schlaglichter auf politische Entscheidungsprozesse vor Ort. Die dokumentarischen Beobachtungen dieser "Helden der Demokratie" münden in einer großen TV-Dokumentation im Ersten und einer Podcast-Reihe von radioeins und Bayern 2 im Rahmen der ARD-Themenwoche „Stadt. Land. Wandel.“ im November dieses Jahres. Zudem gibt es einen eigens gestalteten Instagram-Kanal „Zeit.fuer.LOCAL.HEROES“.
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Tageszeitungen sind immer schwieriger zu finanzieren

Tageszeitungen sind immer schwieriger zu finanzieren

von am 28.07.2021

BDZV: Zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Zeitungen

28.07.2021. Branchenbeitrag 2021 von Dr. Dieter Keller (Text) und Christian Eggert (Statistik)

Journalistisch und wirtschaftlich war und ist die Corona-Pandemie für die Zeitungsverlage eine große Herausforderung. Publizistisch haben sie sich 2020 bewährt: Die Zeitungen konnten mehr als drei Millionen zusätzliche Leserinnen und Leser pro Woche gewinnen. Fast 60 Millionen Deutsche ab 14 Jahren lesen regelmäßig die gedruckte Zeitung oder nutzen mindestens wöchentlich ein digitales Zeitungsangebot. Der Zugewinn gelang mit digitalen Angeboten, die 63 Prozent wöchentlich ansehen, während 56 Prozent regelmäßig die gedruckte Zeitung lesen, ergab eine große Befragung von über 30.000 Bundesbürgern.
Das zeigt das Spannungsfeld, in dem die Zeitungsverlage unverändert stehen: Sie gelten gerade in einer schweren Krise als vertrauenswürdige Informationsquelle. Doch es fällt immer schwerer, dies zu finanzieren: Digitale Wege gewinnen an Erfolg, tragen sich aber noch nicht eigenständig. Die gedruckte Zeitung bleibt die Basis, auch wenn die Auflagen sinken und der bundesweite Vertrieb immer größere Probleme bereitet.
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„Der Programmauftrag gilt auch für ältere Zielgruppen“

„Der Programmauftrag gilt auch für ältere Zielgruppen“

von am 26.07.2021

Kritik an geplanten Programmänderungen im Ersten hält an

26.07.2021. Interview mit Prof. Dr. sc. pol. Erika Bock-Rosenthal, Vorsitzende des Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Köln

Es gab in den vergangenen Tagen von verschiedenen Interessensgruppen und Verbänden Kritik an Überlegungen der neuen ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, die Programmstruktur des Ersten zu verändern. Zu den Kritikern gehört auch der Initiativkreis öffentlich-rechtlicher Rundfunk Köln. So appellieren die Mitglieder an die ARD, die Pläne der Verlegung des Weltspiegels und der
Reduzierung der Auslandsberichterstattung fallen zu lassen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben:
„Dabei handelt es sich nicht um einfache Programmentscheidungen sondern um die Gefährdung von journalistischen Rahmenbedingungen für die Zukunft. In der Epidemie ist uns allen deutlich vor Augen geführt worden, wie sehr wir auf die internationale Vernetzung angewiesen sind. Die Globalisierung wird sich nicht zurückdrehen lassen. Und der europäische Zusammenhalt muss immer wieder neu diskutiert und gestaltet werden. Die Auslandsberichterstattung im Zuge des digitalen Umbaus zurück zu fahren ist daher nicht sinnvoll.“ Dem Initiativkreis, der 1994 gegründet worden ist, gehören unter anderem emeritierte Professoren, ehemalige Mitarbeiter des WDR und Mitglieder des WDR-Rundfunkrates an. Fragen zum Appell an Prof. Dr. sc. pol. Erika Bock-Rosenthal, Vorsitzende des Initiativkreises.

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Jegliche Nabelschau beenden

Jegliche Nabelschau beenden

von am 08.07.2021

Neue Märkte, neue Player – die Branche im Umbruch

08.07.2021. Von Arne Birkenstock, Dokumentarfilmer, Geschäftsführer von Fruitmarket Kultur und Medien

Covid-19 war eine Vollbremsung für uns alle, schädlich für die meisten, existenzbedrohend für viele von uns. Pandemie und Lockdown wirkten aber auch wie ein Brennglas auf Entwicklungen, die lange vorher begonnen haben. Und in dieser Hinsicht ist Covid-19 vielleicht eine Chance für uns Dokumentarfilmer, die wir uns der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit verschrieben haben. Die Chance nämlich, nicht weiter ausgerechnet jene Wirklichkeit zu ignorieren, die den Konsum und die Auswertung unserer Filme prägt: Pandemie und Lockdown haben eine Entwicklung verschärft und verdeutlicht, die wir Dokumentarfilmer schon seit einigen Jahren schmerzhaft spüren: Einerseits steigt dank der Streamer die Nachfrage nach hochwertigen, inhaltlich komplexen und aufwändig produzierten Dokumentarfilmen und -Serien, andererseits funktioniert die klassische Auswertungskaskade für unser Genre schon lange nicht mehr.
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„Nachwuchsförderung muss neu gedacht und ihr Stellenwert erhöht werden“

„Nachwuchsförderung muss neu gedacht und ihr Stellenwert erhöht werden“

von am 07.07.2021

Viele Nachwuchsfilmschaffende können von ihrem erlernten Beruf nicht leben

07.07.2021. Interview mit Alexandra Krampe, Produzentin und Saralisa Volm, Produzentin und Schauspielerin, Leiterinnen der Nachwuchssektion des Produzentenverbandes

Für den überwiegenden Teil der Nachwuchsfilmschaffenden ist es nach ihrem Studium an einer der sieben staatlichen Filmhochschulen nicht leicht, „den Lebensunterhalt mit dieser hauptberuflichen Tätigkeit als Produzent, Regisseur oder Drehbuchautor zu finanzieren“, das ist das Fazit einer Studie der Goldmedia Strategy Consulting, die der Produzentenverband im Rahmen des Filmfest München 2021 präsentierte. Nachwuchsfilmschaffende gaben wiederholt an, parallel verschiedene Berufe ausüben zu müssen. Besonders schwierig sei es für Frauen im Bereich Produktion: 71 Prozent der Männer stünden nur 38 Prozent der Frauen gegenüber, die in diesem Bereich mit ihrem Beruf ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Es handelt sich um die erste Studie, die sich mit dem Thema Nachwuchsförderung in Deutschland auseinandersetzt. Durch die differenzierte Betrachtung der Entwicklung der letzten 10 Jahre und der aktuellen Situation soll die "Nachwuchsstudie“ eine Grundlage für einen ergebnisorientierten Branchendialog bilden. Fragen an die Initiatorinnen der Studie, Alexandra Krampe und Saralisa Volm, die die Nachwuchssektion des Produzentenverbandes leiten, zur Situation des Nachwuchses und der Verantwortung der Branche.
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„Das Kino steht an einem Wendepunkt“

„Das Kino steht an einem Wendepunkt“

von am 06.07.2021

Am ersten Wochenende nach Wiedereröffnung hatten die Kinos 830.000 Besucher

06.07.2021. Interview mit Holger Pfaff, Geschäftsführer des Cinedom Köln

Seit erstem Juli sind die Kinos in Deutschland wieder geöffnet. Zwar konnten aufgrund der geltenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen nur reduzierte Sitzplatzkapazitäten angeboten werden, dennoch strömten am ersten Besucherwochenende von Donnerstag bis Sonntag bundesweit bereits wieder knapp 830.000 Besucher in die Kinos – ein unter den bestehenden Auflagen sehr gutes Ergebnis. Von den insgesamt zehn Neustarts überschritten gleich vier Filme die sechsstellige Besucherzahlgrenze. Zu den geöffneten Kinos zählt auch das Cinedom in Köln. Mit 3511 Sitzplätze in 14 Sälen ist es das fünftgrößte deutsche Kino seiner Art. Für Cinedom-Geschäftsführer Holger Pfaff stehe das Kino aufgrund der Pandemie an einem Wendepunkt, der auch viele Chancen bietet. „Wir müssen mit den Trends und Anforderungen dieser Zeit mitgehen, ohne dabei das Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren. Es wird langfristig jedoch nicht ausreichen nur Filme zu zeigen. Bei der Gestaltung des Kinos der Zukunft wird es entscheidend sein, Besucher und ihre Bedürfnisse und Anforderungen mehr in den Mittelpunkt zu rücken“, so Pfaff.
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Norbert Himmler, der letzte ZDF-Intendant?

Norbert Himmler, der letzte ZDF-Intendant?

von am 05.07.2021

Die Plattformstrategie ist die entscheidende medienpolitische Herausforderung

05.07.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Wenn Dr. Norbert Himmler im März nächsten Jahres Intendant des ZDF wird, ist er der sechste Intendant dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt seit 1962. Er wird möglicherweise auch der letzte Leiter des Zweiten Deutschen Fernsehens sein. Norbert Himmler ist 50 Jahre alt und hat damit die Chance auf drei Amtsperioden mit jeweils fünf Jahren. Wie wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk 2037 aussehen? Werfen wir einen Blick 15 Jahre zurück: Im Februar 2007 hatte Netflix eine Milliarde DVDs verschickt. Und fing dennoch an, sein Geschäftsmodell umzustellen. Als Netflix im Jahr 2007 begann, den Abonnenten Streaming anzubieten, konnten anfangs nicht mehr als 1000 Filme und TV-Shows angeboten werden - 1 % im Vergleich zu seinem DVD-Postversand-Angebot. Heute hat Netflix weltweit 208 Millionen Abonnenten und die Veränderung der Mediennutzung schreitet noch schneller voran.
Gegenwärtig diskutieren die Bundesländer über eine Novellierung des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die nächsten Jahre. Inwieweit das allerdings bereits die Weichenstellungen auch für das nächste Jahrzehnt wird, ist zu bezweifeln.
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„Mit Mittelware durchmogeln war schon vor der Pandemie vorbei“

„Mit Mittelware durchmogeln war schon vor der Pandemie vorbei“

von am 29.06.2021

Kinobetreiber fordern schnell bundeweit einheitliche Regelungen für die Wiedereröffnung der Kinos

29.06.2021. Interview mit Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino und Geschäftsführer der Yorck-Kino GmbH in Berlin und der Programmkino Ost GmbH in Dresden

Am 1. Juli wollen die Kinos bundesweit wieder öffnen. Bereits Mitte Mai hatten sich die Kino- und Verleihverbände auf diesen langfristig planbaren Öffnungstermin verständigt. Dennoch fehlen in den meisten Bundesländern bis heute verbindliche Planungsparameter für die Kinos.
Aktuell sind die Kinos mit einem föderalen Flickenteppich von Auflagen konfrontiert. Die Anpassung der Auflagen erfolgt oft in spontanen, wenig transparenten Verfahren, die den Kinos keine Planungssicherheit ermöglichen. Aus Sicht der AG Kino hat die Regelungsflut nur noch wenig mit Infektionsschutz zu tun, den alle Kinobetreiber ausdrücklich befürworten. Es seien willkürliche politische Momententscheidungen, die ein Engagement vorgaukeln sollen, zunehmend rechtlich fragwürdig sind und das verantwortliche Engagement der privatwirtschaftlichen Kulturanbieter geringschätzen, so der Kino-Verband. „Der Trend zur Konzentration von Marktmacht hat sie beschleunigt, auch wenn er vorher schon vorhanden war. Wir beobachten auf Studio-und Verleih-Seite, dass immer weniger Entscheidungen überhaupt noch in Deutschland getroffen werden.“ So Dr. Christian Bräuer. Für den globalen Markt mag das alles funktionieren, aber wenn nur noch fünf Unternehmen bestimmten, was wir für Geschichten sehen – die auch noch kompatibel mit jeweiligen Produktplattformen sein müssten – gehe der Menschheit etwas verloren. Die essenzielle Herausforderung sei daher ein moderner Umgang mit Plattformen und Marktmacht auf Seiten des Gesetzgebers.
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„Kinoanbieter haben auf dem Streamingmarkt eine schwierige Zukunft“

„Kinoanbieter haben auf dem Streamingmarkt eine schwierige Zukunft“

von am 09.06.2021

Offensive der Streamingplattformen wird den Kinos schwer zu schaffen machen

09.06.2021. Interview mit Gabriel Mohr, Principal bei der Strategieberatung Arthur D. Little und Experte für die Entwicklungen in der Medienbranche

Die Unterhaltungsindustrie erlebt gewaltige Umbrüche. Auf dem US-Markt entsteht derzeit ein neuer Riese. AT&T legt sein Mediengeschäft mit dem Anbieter Discovery zusammen. Gleichzeitig wird Amazon sein Prime-Angebot mit der Übernahme von Metro-Goldwyn-Mayer weiter stärken. Es ist absehbar, dass die Streaming-Player sich in den kommenden Monaten und Jahren einen harten Kampf um Marktanteile und Kunden liefern müssen, um die eigenen Angebote bestmöglich skalieren zu können. Neben exklusiven, neuen Inhalte können auch die Archivschätze vermehrt zu Kriterien im Ringen um Kunden werden. Es scheint fraglich, welche Rolle das aufgrund der Pandemie ohnehin schon angeschlagene Kino mittelfristig noch spielen wird. Schon im letzten Jahr hatten einige Content-Anbieter die Exklusivität des Kinos untergraben, indem Inhalte exklusiv bzw. parallel zum Kinostart auch auf den eigenen Plattformen zu sehen waren. „Exklusive Premieren auf Streamingplattformen wird es nach wie vor geben, obwohl dies natürlich im Coronajahr 2020 eine einzigartige Möglichkeit war, um dem breiten Publikum trotz geschlossener Kinos neue Inhalte zu präsentieren. Gerade aufgrund des intensivierten Verteilungskampf könnte diese Strategie ein probates Mittel darstellen, sich von Konkurrenten abzugrenzen“, sagt Gabriel Mohr von der Strategieberatung Arthur D. Little.

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„Was beauftragt ist, muss auch bezahlt werden“

„Was beauftragt ist, muss auch bezahlt werden“

von am 07.06.2021

Konsens der Ländergemeinschaft: Weitere Beauftragung des ZDF-Vollprogramms, des „Ersten“ und der „Dritten Programme“

07.06.2021. Interview mit Dr. Carsten Brosda (SPD), Senator für Kultur und Medien Hamburgs

Wie im März vereinbart, wird sich die Rundfunkkommission der Länder in dieser Woche mit einem Vorschlag für die Änderung des Medienstaatsvertrages zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks befassen. Einer der Kernpunkte der Reform soll eine bessere Unterscheidbarkeit von Inhalten privater Anbieter sein „Die ‚Unterscheidbarkeit‘ des öffentlich-rechtlichen Angebots“, so Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Mediensenator, „basiert gerade auf der unabhängigen, am Bedarf ausgerichteten Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag. Dadurch wird eine andere Produktionslogik möglich als in der freien Marktlogik: Hochqualitative Beiträge zu den besten Sendezeiten, umfassende Berichterstattung zu allen relevanten Themenbereichen und in angemessenem Umfang auf kleinere, sonst nicht berücksichtigte Zielgruppen zugeschnitten, führen zu einer Mischung, die ein kommerziell orientierter Anbieter nicht bedienen kann.“ Skeptisch zeigt sich der Hamburger Senator, dass ein neuer Auftrag auch unmittelbar zu Einsparungen führe: „Klar ist: was beauftragt ist, muss auch bezahlt werden.“ Wenn die Anstalten über ihre Budgets eigenverantwortlich entscheiden könnten und Reste nicht von der KEF am Ende der Beitragsperiode in Abzug gebracht würden, wären sie noch freier in der Programmgestaltung. Dann könnte die Einstellung oder Überführung eines Programms für neue Formate genutzt werden.
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