Kreativwirtschaft

„Die Künstler müssen die Verfügungsgewalt über ihr Werk haben“

„Die Künstler müssen die Verfügungsgewalt über ihr Werk haben“

von am 03.12.2019

Werknutzung auf Plattformen – medienpolitische Aspekte

03.12.2019. Von Dr. Carsten Brosda, SPD, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.

Der Streit anlässlich der Reform des Urheberrechts wird von den unterschiedlichsten Akteuren quer durch die Branche und quer durch die Gesellschaft geführt. Ich habe die große Hoffnung, dass wir diesen Streit beilegen und gemeinsam zu einer konstruktiven Lösung finden. In welcher Situationen befinden wir uns, wie ist sie entstanden und wie können wir sie zusammen meistern? Als Herr Oettinger ankündigte, er nehme das jetzt in die Hand – mit entsprechenden Zeitplänen – waren viele sicher, dass dies eine Verdreifachung des in der Europäischen Union üblichen Tempos bei solchen Entscheidungsprozessen bedeuten würde. Insofern war es zwar einerseits eine schwere, andererseits aber auch fast schon wieder eine Sturzgeburt. Vielleicht hängen die Komplikationen und die Geschwindigkeit, trotz der zwischenzeitlichen Blockaden, ja zusammen. Denn wir haben gesellschaftlich noch keinen Konsens darüber, wie wir eigentlich mit urheberechtlichen Fragen umgehen wollen.
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„Qualität vor Quantität“

„Qualität vor Quantität“

von am 29.11.2019

SPD-Bundestagsfraktion fordert von VoD-Plattformen angemessenen Beitrag zur Filmförderung

29.11.2019. Interview mit Martin Rabanus, MdB, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion

Die SPD-Bundestagsfraktion möchte mit der geplanten Novelle des Filmförderungsgesetzes (FFG) den deutschen Film als Kultur- und Wirtschaftsgut stärken sowie die Qualität und Vielfalt des deutschen Filmschaffens unterstützen. Das Gesetzgebungsverfahren startet im Frühjahr 2020, das Gesetz soll am 01.01.2022 in Kraft treten. Bis dahin plant sie einen regelmäßigen Austausch mit allen Interessengruppen um die Expertise der Branche zu nutzen. Als Basis für den Gesetzentwurf der Novelle des Filmförderungsgesetzes will die SPD-Fraktion zudem gemeinsam mit der Unionsfraktion ein Eckpunktepapier erarbeiten. Nach Auffassung des SPD-Politikers Martin Rabanus, geht es in der deutschen Förderlandschaft darum, die verschiedenen Fördertöpfe auf Bundesebene (FFA, DFFF 1 & 2, GMPF und die kulturelle Filmförderung) besser zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. „In diesem Zusammenhang“, so der Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, „müssen wir auch darüber diskutieren, ob sich die FFA auf Kernaufgaben reduzieren sollte und wenn ja, welche Aufgaben ihren Kern bilden.“ Rabanus sprach sich auch dafür aus, das „Zukunftsprogramm Kino“ deutlich aufzustocken.

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„Wir brauchen mehr Klasse statt Masse“

„Wir brauchen mehr Klasse statt Masse“

von am 20.11.2019

Debatte um FFG-Novelle: Fördermittel umschichten

20.11.2019. Interview mit Yvonne Magwas, MdB, filmpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich in dieser Legislaturperiode bereits mehrfach mit der Filmwirtschaft befasst. So diskutierten kürzlich die Medienpolitiker dieser Fraktion bei einem Expertengespräch über die anstehende Novelle des Filmförderungsgesetzes. Die Koalitionsfraktionen wollen ein Eckpunktepapier erarbeiten, das die Basis für den Gesetzentwurf zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes dienen soll. In einem Interview mit medienpolitik.net betonte Yvonne Magwas, filmpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, dass die Branche an gemeinsamen Lösungen interessiert sei, so wurde bei dem Expertengespräch u.a. angekündigt, sich intern zum zukünftigen Verhältnis von Produktions- und Herausbringungsförderung zu einigen. Für die Hebung der Qualität des deutschen Films benötige man, so Magwas, nicht mehr Geld, sondern eine bessere Verteilung der ohnehin gut gefüllten Fördertöpfe. Dafür müsse man „natürlich auch an anderen Stellschrauben drehen, z.B. bei der Gewinnbeteiligung der Produzenten am Film.“
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„Im Netz treffen Dokfilme auf ein jüngeres Publikum“

„Im Netz treffen Dokfilme auf ein jüngeres Publikum“

von am 19.11.2019

MDR wünscht sich mehr Vorschläge für investigative Dokfilme von den Produzenten

19.11.2019. Interview mit Dr. Katja Wildermuth, Programmdirektorin des MDR für Kultur und Wissen sowie die Jungen Angebote des MDR und MDR JUMP

Der Dokumentarfilm-Wettbewerb der ARD, „Top of the Docs“, zieht von Berlin nach Leipzig und gesellt sich ab 2020 zu dem dortigen Filmfest im Herbst. Während des Dokumentarfilm-Festivals DOK Leipzig sollen künftig die Kandidaten präsentiert und der Sieger verkündet werden. 2020 wird der Preisträger letztmalig bei der Berlinale in Berlin bekanntgegeben. An dem Wettbewerb „Top of de Docs“ sind die Landesrundfunkanstalten der ARD beteiligt. Sie übernehmen Produktionskosten in Höhe von 250.000 Euro. Außerdem gibt es für den ausgewählten Film einen Sendeplatz im Ersten. Sie sehen, der Stellenwert von Dokumentarfilmen ist bei uns plattformübergreifend hoch und nachhaltig. Wie Dr. Katja Wildermuth, Programmdirektorin des MDR, in einem Interview mit medienpolitik.net betont, sei der Stellenwert von Dokumentarfilmen beim MDR „plattformübergreifend hoch und nachhaltig“. Sie wünsche sich jedoch noch mehr Vorschläge für investigative Dokumentarfilme. „Denn aus meiner Sicht ist der Dokfilm als Genre geradezu prädestiniert, die aktuellen Themen unserer Zeit kritisch aufzugreifen.“
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Ein Meilenstein europäischer Demokratiegeschichte

Ein Meilenstein europäischer Demokratiegeschichte

von am 13.11.2019

Die EU-Urheberrechtsrichtlinie ist wegweisend für die Wirtschaftsordnung der Kultur- und Kreativwirtschaft im digitalen Zeitalter

13.11.2019. Von Prof. Monika Grütters, CDU, Staatsministerin für Kultur und Medien

Das engagierte Werben mit der Kraft guter Argumente hat sich zum Glück gelohnt. Und man muss kein Volljurist, keine Volljuristin sein, um der Reform einen prominenten Platz auch in der juristischen Fachliteratur zu prognostizieren. Dafür sorgt allein schon die Komplexität dieses Gesetzeswerks, vor allem aber der Umstand, dass man es mit Fug und Recht als wegweisend für die Wirtschaftsordnung der Kultur- und Kreativwirtschaft im digitalen Zeitalter bezeichnen darf. Einen prominenten Platz verdient die neue EU-Urheberrechtsrichtlinie aber auch in den Geschichtsbüchern - als Meilenstein europäischer Demokratiegeschichte. Denn hier wurde nicht nur der Ausgleich unterschiedlicher wirtschaftlicher Interessen, sondern auch die Frage verhandelt, ob demokratische Errungenschaften wie die Pressefreiheit im digitalen Zeitalter Bestand haben - oder anders formuliert: ob Regeln, die in Deutschland aus gutem Grund Verfassungsrang genießen, der Macht und den Geschäftsmodellen digitaler Plattformen Grenzen setzen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass genau das dringend notwendig ist, dann wäre das beste Beispiel der Verlauf der Debatte zu diesem Thema auf eben diesen digitalen Plattformen: das Nebeneinander von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Falschbehauptungen, von Information und Manipulation.

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Die Urheber kämpfen für die Freiheit der Meinungsäußerung

Die Urheber kämpfen für die Freiheit der Meinungsäußerung

von am 12.11.2019

Urheberrechtskonferenz: Forderung nach fairer Aufteilung der Vergütungen zwischen Urhebern und ausübenden Künstlern einerseits und Verlagen und Produzenten andererseits

12.11.2019. Von Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht

Urheber und Künstler wollen das Internet und die Plattformen als Transportmedium für Kunstwerke aller Art, nutzen, es ist die Basis ihrer Kommunikation mit den Usern, den Fans, das beste Mittel zur Verbreitung ihrer Werke. In seinem jetzigen rechtlichen Zustand ist es allerdings auch eine große Herausforderung: bewährte Geschäftsmodelle brechen zusammen, neue entwickeln sich unter den Bedingungen des Raubtierkapitalismus – ich erinnere nur an ein gerade erschienenes Gespräch in der FAZ vom 8. November 2019 zu manchen Praktiken bei Facebook unter dem Titel „Die Märkte sollen nicht die menschliche Zukunft verkaufen“. Wir sind hier noch weit entfernt von den geregelten Verhältnissen in der analogen Vergangenheit, in der nicht nur für demokratische Binnenstrukturen in der Medienwirtschaft Sorge getragen wird sondern - mehr oder weniger effizient – auch dafür, dass die professionellen Kreativen von ihrer Arbeit, von der Nutzung ihrer Werke durch die Öffentlichkeit und private Nutzer angemessen leben können, was uns in der Initiative Urheberrecht naturgemäß ganz besonders interessiert.
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„Die Freiheit und Vielfalt der Medien wird infrage gestellt“

„Die Freiheit und Vielfalt der Medien wird infrage gestellt“

von am 04.11.2019

SPD will mit „Aktionsprogramm für freie und unabhängige Medien“ auch die Rechte von Journalisten stärken und deren Arbeitsbedingungen verbessern

04.11.2019. Interview mit Martin Rabanus, SPD, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion

Angesichts öffentlich-rechtlicher Sparzwänge nimmt der Anteil von freien Mitarbeiter bei ARD und ZDF weiter zu. Für die soziale Absicherung der Betroffenen gilt das jedoch nur bedingt. Beim RBB arbeiten rund 1.500 arbeitnehmerähnliche Freie, die den rund 1.900 Festangestellten gegenüberstehen. Der Verdienst der Freien liegt im Schnitt um 20 Prozent unter den Tarifgehältern von Festangestellten. Schlechter gestellt sind sie in der Regel auch bei den sozialen Leistungen. Ganz zu schweigen von der Arbeitsplatzsicherheit. Zwar komme man bei ARD und ZDF „normalerweise“ ohne betriebsbedingte Kündigungen aus. Aber die Festen Freien würden als Reservoir von Beschäftigten gelten, deren Arbeitsvolumen bei Bedarf ausgedünnt werden könne. Um die „Arbeitsbedingungen für ‚Feste Freie’ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ ging es beim „Medienpolitischen Dialog“ der SPD-Bundestagsfraktion. „Für Medienschaffende“, so Martin Rabanus, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion“, müssen der zuverlässige Schutz und die Unterstützung des Staates jederzeit eine Selbstverständlichkeit sein, damit sie entsprechend ihrem verfassungsgemäßen Auftrag frei und ungehindert arbeiten können.“
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Kontroversen um Medien- und Kommunikationsbericht

Kontroversen um Medien- und Kommunikationsbericht

von am 28.10.2019

Entschließung des Bundestages: Bundesregierung soll Medienkompetenz-Angebote ausbauen

28.10.2019. Der Bundestag hat am Freitag, 25. Oktober 2019, eine Entschließung angenommen, durch die die Bundesregierung unter anderem aufgefordert ist, Angebote für mehr Medienkompetenz von Menschen in jedem Alter auszubauen. Er folgte damit einer entsprechenden Beschlussempfehlung des Ausschusses für Kultur und Medien. Mit Nein stimmten Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die FDP. Gegenstand der Entschließung war der Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2018. Im Fokus des Medien- und Kommunikationsberichts stehen laut Bundesregierung drei Schwerpunkthemen: So geht es zum Ersten darum, wie Phänomenen von Hassrede, Cyber-Mobbing und Desinformation in Sozialen Netzwerken begegnet werden kann. Das zweite Thema betreffe den Zugang von Bürgern zur öffentlichen Kommunikation als Grundlage für eine freie Meinungsbildung. Hier wolle die Regierung mit einem passenden wettbewerbsrechtlichen Umfeld noch stärkere Anreize setzen. Zugleich sollen Soziale Netzwerke und Plattformen stärker in die Verantwortung genommen werden. Dritter Schwerpunkt des Berichts ist die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seiner Medienangebote. Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Zusammenarbeit mit den Länder in der Medienpolitik zu vertiefen, den Medien- und Kommunikationsbericht künftig alle zwei Jahre vorzulegen und schwerpunktbezogen zu berichten.
medienpolitik.net dokumentiert die Reden in der Bundestagsdebatte von Doris Achelwilm, DIE LINKE und Margit Stumpp, Bündnis 90/Die Grünen.

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Eine Hauptrolle für das Kino

Eine Hauptrolle für das Kino

von am 18.10.2019

Im 1. Quartal 2020 soll das Zukunftsprogramm Kino starten

18.10.2019. Von Prof. Monika Grütters, CDU, Staatsministerin für Kultur und Medien

Nach den ein wenig unbefriedigenden Umsatz- und Besucherzahlen des Kinojahres 2018 und der - sagen wir es mal vorsichtig - nicht immer optimistisch stimmenden Berichterstattung dazu in den Feuilletons freuen wir, die wir mit Filmpolitik und Filmförderung zu tun haben, uns doch nach diesen goldenen Oktobertagen ausnahmsweise mal über einen herbstlichen Wetterbericht. Ausgedehnte Tiefdruckgebiete mit nasskaltem Schauerwetter verheißen in der Regel ja gut gefüllte Kinosäle. Und wenn das Kinoprogramm dann auch noch mit fesselnden Geschichten und außergewöhnlichen Leinwanderlebnissen aufwartet, wenn über Filme kontrovers diskutiert wird, dann dürfte das Gemeinschaftserlebnis Kino deutlich verlockender sein als der einsame Serienkonsum auf der heimischen Couch. Genau das jedenfalls muss unser Ziel sein, eine Hauptrolle für das Kino, wenn es um Filmgenuss geht!

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„Disruptive Geschäftsmodelle nicht mit Avantgarde verwechseln“

„Disruptive Geschäftsmodelle nicht mit Avantgarde verwechseln“

von am 07.10.2019

Branche erwartet weitere Konsolidierung der Filmwirtschaft

07.10.2019. Fragen an Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und Erwin M. Schmidt, Geschäftsführer, Produzentenverband e.V.

Unter dem Motto "2024 – Produzieren für Kino, Streaming und TV" trafen sich Ende September Produzenten, Kreative und filmpolitische Akteure zur ersten "Explorer Konferenz" in der Hamburger Kunsthalle. Der Kongress beleuchtete neue Trends und analysierte die Herausforderungen und Chancen des aktuellen Umbruchs in der Filmbranche. Die Explorer Konferenz war eingebettet in das FILMFEST HAMBURG, das vom 26. September bis 5. Oktober 2019 in der Stadt lief. Nach Auffassung von Helge Albers, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, wird sich die Frage nach den Geschäftsmodellen im Bereich der Independents „noch mehr als bisher in den Vordergrund schieben und da kann es für verschiedene Produzenten durchaus unterschiedliche Ansätze geben. Die Konzentrationstendenzen, die wir schon seit einer Zeit sehen, werden sich fortsetzen.“ Erwin M. Schmidt, Produzentenverband, geht davon aus, dass die Technologie eine immer größere Rolle spielen werde. Mit ihrer Hilfe werden sich Zielgruppen leichter ansprechen und bedienen lassen, sie müssen im Umkehrschluss aber auch entsprechend bedient werden, weil sie sich sonst abwenden.“ Vor allem Produzenten seien gefordert, viel stärker an Zielgruppen zu denken und zielorientiert für sie zu produzieren.
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