Kreativwirtschaft

Das Kino ist wieder da

Das Kino ist wieder da

von am 19.05.2022

Kinobranche fordert auf Kongress in Baden-Baden weitere finanzielle Unterstützung durch die Politik

19.05.2022. Nach drei Tagen geht heute der Kinokongress in Baden-Baden zu Ende. Die Branche widmete sich in zahlreichen Panels, Workshops und Präsentationen den Zukunftsthemen der Kinos. Die Themen reichen von ordnungspolitischen Fragen wie die künftige Regelung der Kinoauswertung, über Anforderungen an das Produkt deutscher Kinofilm und wie sein Marktanteil gesteigert werden kann, bis hin zur Entwicklung neuer operativer Standards, z.B. im Bereich Nachhaltigkeit. Mit insgesamt 900 akkreditierten Messebesuchern, über 40 Speakern, elf Filmverleihern, die ihr Jahresprogramm präsentieren, sowie über 75 Ausstellern ist die KINO 22 in ihrer 50-jährigen Geschichte eine der bisher größten Veranstaltungen und bewegt sich wieder auf dem Niveau von 2019. Christine Berg, Vorstand HDF KINO, betonte in ihrer Eröffnungsrede sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen, vor der die Branche nach zwei Jahren Pandemie stünde. Aber auch die Politik müsse ihre finanzielle Unterstützung fortsetzen.
[mehr…]

„Die kulturelle Vielfalt ist Europas DNA“

„Die kulturelle Vielfalt ist Europas DNA“

von am 02.05.2022

30 Jahre Arte: Zahl der Partnersender soll von neun auf 13 erweitert werden

02.05.2022. Interview mit Bruno Patino, französischer ARTE-Präsident und Peter Weber, stellvertretender deutscher ARTE-Präsident

Am 30. Mai wird ARTE 30.Für das Jahr 2021 blickt der Sender auf eine erfreuliche Reichweitenbilanz zurück, sowohl im linearen als auch im nichtlinearen Bereich. ARTE erzielte im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 1,3 Prozent in Deutschland und 2,9 Prozent in Frankreich. Allein für die Mediathek wurde zwischen 2019 und 2021 ein Reichweitenzuwachs von 68 Prozent verzeichnet. Das gesamte digitale Programmangebot auf arte.tv, YouTube, Facebook, Instagram und weiteren Drittplattformen erzielte 2021 mehr als 1,8 Milliarden Videoaufrufe. Außerhalb Deutschlands und Frankreichs wurden im Jahr 2021 pro Monat durchschnittlich ca. 30 Millionen Videoaufrufe generiert, was einer Zunahme von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das mehrsprachige Angebot in Englisch, Spanisch, Polnisch und Italienisch verzeichnete zwischen 2020 und 2021 ein Wachstum von 140 Prozent, mit etwa 5,5 Millionen Videoaufrufen pro Monat. ARTE hat gleich nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine weite Strecken seines Programms freigeräumt und zusätzliche Reportagen, Analysen und Hintergrundberichte zur Verfügung gestellt. Arte.tv bietet zudem eine Auswahl an Sendungen in ukrainischer und russischer Sprache an.
[mehr…]

„Bei der Filmförderung muss ‚Klasse statt Masse‘ gelten“

„Bei der Filmförderung muss ‚Klasse statt Masse‘ gelten“

von am 28.04.2022

Kinobetreiber fordern Fortführung des Zukunftsprogramms Kino um den Fortbestand vieler Kinos zu sichern

28.04.2022. Interview mit Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V., Geschäftsführer bei Yorck-Kino

Die deutschen Kinos haben laut Comscore auch im 1. Quartal dieses Jahres durch die Corona-Restriktionen mit einem unbefriedigenden Besucherergebnis abgeschlossen. Es lag um fast 50 Prozent unter jenem des Jahresauftakts 2019, als knapp 27,4 Mio. Besucher und gut 234 Mio. Euro Boxoffice gezählt worden sind. Insgesamt gingen im 1. Quartal nur etwa 14,5 Mio. Besucher in die Kinos, was einen Ticketumsatz von knapp 133 Mio. Euro Ticketumsatz bedeutet. Damit zeichnen sich bereits für das dritte Jahr rückläufige Ergebnisse ab. „Nach zwei Jahren Pandemie sind viele unabhängige Kinos und Verleiher finanziell ausgezehrt“, erläutert Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino die aktuelle Situation bei den Arthouse-Kinos. Die Nachbesserung und Fortführung des Zukunftsprogramm Kino werde entscheidend für den Fortbestand vieler Kinos sein. Bezugnehmend auf den Wandel der Mediennutzung und die stärkere Streamingnutzung stellt Christian Bräuer fest: „Das europäische Kino wird entweder erfolgreich seine Vielfalt an künstlerischen Stilen, Sprachen und Formaten angenommen haben und diese mit Stolz unterstützen und ausbauen, gestützt und getragen durch eine mittelständische Filmwirtschaft mit fairen und klaren Marktbedingungen. Oder es verschwindet.“ Bei der Filmförderung sollte man dem Beispiel anderer europäischer Länder folgen und Leitziele sowie Maßstäbe für Erfolg definieren, damit eine Vielfalt von Filmen auch eine Vielfalt im Publikum findet.
[mehr…]

„Das Jobportal ist praktische Solidarität“

„Das Jobportal ist praktische Solidarität“

von am 06.04.2022

Jobplattform für ukrainische Geflüchtete stößt auf großes Interesse

06.04.2022. Interview mit Dr. Christoph Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Produzentenallianz

Am 31.März ist das Jobportal für ukrainische Geflüchtete new-start.media an den Start gegangen. Zu den Initiatoren der Plattform gehört die Produzentenallianz, in enger Zusammenarbeit mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften der Kultur-, Film- und Medienbranche entstanden. Auf der Portalseite werden Kultur-, Film-, und Medienschaffenden aus der Ukraine offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt mehrsprachig (ukrainisch, deutsch, englisch oder russisch) zusammengestellt. Bereits jetzt verfügt die Branche über knapp 50.000 offene Stellen. Ziel ist durch eine effektive Netzwerk-Arbeit laufend Stellen hinzuzugewinnen und die Plattform langfristig durch Community-Seiten und Sprachkurse auszubauen und weiterzuentwickeln. „Ganz praktisch Solidarität zu zeigen und in Anerkennung der häufig professionellen Kompetenzen der Ankommenden, wollten wir mit einer Plattform einen Baustein schaffen, der nachhaltig unterstützt“, so Christoph Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Produzentenallianz gegenüber medienpolitik.net.
[mehr…]

Förderung zahlt sich aus

Förderung zahlt sich aus

von am 01.04.2022

Nordrhein-Westfalen baut seine Position als führender TV-Standort in Deutschland weiter aus

01.04.2022. Nordrhein-Westfalen liegt beim Produktionsvolumen im TV-Bereich weiterhin an der Spitze: 2020 entstanden nahezu die Hälfte (46 Prozent) der 720.000 deutschlandweit produzierten Programmminuten in Nordrhein-Westfalen. Das ist ein Ergebnis der Studie „Film- und Fernsehproduktion in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu anderen Bundesländern 2019 und 2020“. Die aktuelle Studie folgt auf die seit 1998 bisher vom Formatt-Institut in Dortmund durchgeführte Untersuchung. Wie in den Studien zuvor wurde auch diesmal – durch Prof. Dr. Klaus Goldhammer und Prof. Dr. Oliver Castendyk – das Volumen deutscher Produktionsunternehmen in Minuten erfasst. Enthalten sind neben TV-Produktionen, die den größten Anteil ausmachen, auch Kinofilme sowie Inhalte für Streaming-Plattformen.
2020 wurden insgesamt rund 720.000 Programmminuten produziert, ein Rückgang gegenüber 2019 (746.000 Minuten) und 2018 (771.000). Nordrhein-Westfalen konnte als einziges Bundesland in den Jahren 2019 / 2020 sein Produktionsvolumen trotz der Corona-Pandemie steigern – von 317.255 Minuten in 2019 auf 327.615 Minuten in 2020.
[mehr…]

„Eine digitale Heimat für Kultur“

„Eine digitale Heimat für Kultur“

von am 23.03.2022

Der MDR hat die Kulturkoordination der ARD übernommen und will den Kulturbegriff in allen Facetten beleuchten

23.03.2022. Interview mit Jana Brandt, Programmdirektorin des MDR und Kulturkoordinatorin der ARD

Ende November 2021 hatten die ARD-Intendantinnen und Intendanten beschlossen, dass die ARD-Kulturkoordination vom Bayerischen Rundfunk zum MDR wechselt. Die MDR-Programmdirektorin Jana Brandt hat damit die Koordination der gemeinschaftlichen Kulturformate für Das Erste sowie für „ttt“, Social Media, die Kuratierung der ARD Mediathek für Kulturangebote sowie für ARD Kultur übernommen. Die neue Gemeinschaftseinrichtung ARD Kultur startet in diesem Jahr in Weimar. Das Online-Portal soll künftig alle kulturellen TV- und Hörfunk-Angebote der ARD-Anstalten vereinen. Gegenüber medienpolitik.net stellt Jana Brand klar, dass es in der ARD keinen Bann über russische Kreative gäbe, kein schwarz-weiß-Denken. „Wir bemühen uns um eine differenzierte, konkrete Sicht, sowohl auf den Künstler als auch auf das kulturelle Ereignis“, so die neue ARD-Kultur-Koordinatorin. Während der Pandemie war Kultur im Programm „viel unmittelbarer, direkter und oft auch live vertreten“. „Kultur“ habe sich bisher vor allem als Berichterstattung über die Kultur verstanden. Während der Corona-Pandemie fielen aber viele Konzerte, Theateraufführungen usw. aus, Galerien und Museen waren geschlossen. Damit wurden die für Kultur zuständigen Redakteurinnen und Redakteure Brückenbauer zu den Künstlern, um deren Ideen und kreative Kompetenz für das Programm weiter zu nutzen.
[mehr…]

Investitionsverpflichtungen für den Erhalt der deutschen Filmwirtschaft?

Investitionsverpflichtungen für den Erhalt der deutschen Filmwirtschaft?

von am 17.03.2022

Studie der FFA weist Verwerfungen im Markt durch globale VoD-Plattformen nach

17.03.2022. Die FFA hat durch ein unabhängiges Gutachten untersuchen lassen, welche Veränderungen der deutschen Produktionslandschaft durch nationale und internationale VoD-Anbieter entstanden sind und ob die Einführung einer Investitionsverpflichtung auch in Deutschland möglich und sinnvoll wäre. Hierfür hat sich Goldmedia GmbH Strategy Consulting als Gutachterin ausgesprochen. Nachdem die EU-Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) vom November 2018 den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit gibt, nationale und internationale Video-on-Demand-Anbieter zu Investitionen in unabhängige nationale oder europäische Produktionen zu verpflichten, haben zahlreiche europäische Staaten so eine Investitionsverpflichtung bereits umgesetzt oder bereiten dies vor. Die Studie kommt zu dem Schluss, "dass eine Investitionsverpflichtung für Video-on-Demand-Anbieter in Deutschland auf Basis der europäischen AVMD-Richtlinie ein geeignetes und angemessenes Instrument darstellt, um die Unabhängigkeit und Vielfalt der Produktionslandschaft in Deutschland - ebenso wie die gesamte Film- und Kinowirtschaft - vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung der Video-on-Demand-Anbieter zu schützen und zu fördern". Durch die wachsende Marktmacht globaler VoD-Plattformen komme es zu erhebliche Verwerfungen in den Produktions- und Vertriebsstrukturen der deutschen Filmwirtschaft, so die Studie.
[mehr…]

Eine angemessene, nutzungsbezogene Vergütung ist unverzichtbar

Eine angemessene, nutzungsbezogene Vergütung ist unverzichtbar

von am 04.03.2022

Novellierung des Auftrags kann existenzbedrohende Auswirkungen für unabhängige Produzenten haben

04.03.2022. Die Rundfunkkommission der Länder hatte Mitte November einen Diskussionsentwurf zu Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgelegt. Auch der Produzentenverband e.V. hat, als die maßgebliche Vertretung der unabhängigen Kino-, Streaming- und Fernsehproduzenten in Deutschland, im Rahmen der Online-Anhörung bis zum 14. Januar 2022 Stellung genommen. Die vorgeschlagene Novellierung ist aus Sicht des Produzentenverbandes jedoch nicht weitreichend genug, um Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachhaltig zu optimieren und kann existenzbedrohende Auswirkungen für unabhängige Produzenten haben. Unabhängige Produzenten möchten auch zukünftig die öffentlich-rechtliche Programmvielfalt mit ihren Produktionen stärken. Jedoch muss dies mit einer angemessenen und realistischen Finanzierung der Produktionen und einer angemessenen, nutzungsbezogenen Vergütung eingeräumter Rechte einhergehen.
[mehr…]

„Die Palette an Risiken ist breit“

„Die Palette an Risiken ist breit“

von am 22.02.2022

Medienanstalten prüfen Verstöße gegen den Jugendmedienschutz bei Games

22.02.2022. Interview mit Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz

Die Landesmedienanstalten haben bei ihrer regelmäßig durchgeführten Schwerpunktuntersuchung erstmals jugendschutzrelevante Aspekte von Online-Games breit beleuchtet. So haben sie – auch im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) – fast 400 Spiele aller Genres gesichtet und dokumentiert. Genreübergreifend wurden drei zentrale Problemfelder identifiziert: unterschiedliche Alterseinstufungen bei unterschiedlichen Stores, Kostenrisiken und die Förderung exzessiver Nutzung. Auch auf inhaltlicher Ebene wurden Verstöße entdeckt, unter anderem Pornografie und Darstellungen von Minderjährigen in unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltungen. Die Medienanstalten haben knapp 70 Spiele vertiefend geprüft. In 47 Fällen wurde ein Anfangsverdacht auf einen Verstoß gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) gesehen. Eine Erkenntnis der Untersuchung ist, dass sich Alterseinstufungen für dieselben Spiele zwischen den verschiedenen Plattformen unterscheiden. In vielen Fällen sind die Altersangaben auch zu niedrig. Fragen an Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und Direktor der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz, zu den Konsequenzen, die sich aus der Untersuchung ergeben.
[mehr…]

Flexibilisierung nach Gutsherrenart

Flexibilisierung nach Gutsherrenart

von am 21.02.2022

Kosten für Telemedienangebote steigen bis 2024 um fast ein Drittel

21.02.2022. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Der 23. Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) barg keine Überraschungen. Der Rundfunkbeitrag beträgt bis Ende 2024 weiterhin monatlich 18,36 Euro, ein Ausgleich für den Ausfall aus der verzögerten Beitragsanpassung mit rund 224,3 Mio. erfolgt nicht und die KEF mahnt zu weiteren Einsparungen und mehr Transparenz. Der bisherige KEF-Vorsitzende Dr. Heinz Fischer-Heidlberger hatte bereits vor Wochen darauf hingewiesen, dass keine Gebührenanhebung erfolgen werde. Die Kommission erkennt für 2021 bis 2024 einen finanzbedarfswirksamen Gesamtaufwand von insgesamt 38,7 Mrd. Euro an. Davon entfallen auf die ARD 27,7 Mrd. Euro auf das ZDF 10,1 Mrd. Euro und auf das Deutschlandradio 1,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem für 2017 bis 2020 errechneten Gesamtaufwand von insgesamt 36,3 Mrd. Euro ist dies eine Steigerung von 2,5 Mrd. Euro oder 6,7 Prozent bzw. 1,6 Prozent pro Jahr. Ob eine Beitragsstabilität auch für die Gebührenperiode von 2025 bis 2028 erreicht werden kann, ist allerdings fraglich. Denn die KEF verweist darauf, dass die Kosten für Telemedien und Livestreams auch in der Periode 2021 bis 2024 „erheblich“ ansteigen. Sieht man sich die neuen Angebotserweiterungen der ARD an, ist hier das Ende noch lange nicht erreicht.
[mehr…]