Kulturpolitik

Eine Hauptrolle für das Kino

Eine Hauptrolle für das Kino

von am 18.10.2019

Im 1. Quartal 2020 soll das Zukunftsprogramm Kino starten

18.10.2019. Von Prof. Monika Grütters, CDU, Staatsministerin für Kultur und Medien

Nach den ein wenig unbefriedigenden Umsatz- und Besucherzahlen des Kinojahres 2018 und der - sagen wir es mal vorsichtig - nicht immer optimistisch stimmenden Berichterstattung dazu in den Feuilletons freuen wir, die wir mit Filmpolitik und Filmförderung zu tun haben, uns doch nach diesen goldenen Oktobertagen ausnahmsweise mal über einen herbstlichen Wetterbericht. Ausgedehnte Tiefdruckgebiete mit nasskaltem Schauerwetter verheißen in der Regel ja gut gefüllte Kinosäle. Und wenn das Kinoprogramm dann auch noch mit fesselnden Geschichten und außergewöhnlichen Leinwanderlebnissen aufwartet, wenn über Filme kontrovers diskutiert wird, dann dürfte das Gemeinschaftserlebnis Kino deutlich verlockender sein als der einsame Serienkonsum auf der heimischen Couch. Genau das jedenfalls muss unser Ziel sein, eine Hauptrolle für das Kino, wenn es um Filmgenuss geht!

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„Die Kinos müssen den Zeitgeist besser erfassen“

„Die Kinos müssen den Zeitgeist besser erfassen“

von am 23.09.2019

Neue HDF-Kino-Chefin fordert mehr Förderung und Sicherung der Exklusivität der Kinos

23.09.2019. Interview mit Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino

Seit August ist Christine Berg neue Vorstandsvorsitzende des HDF Kino, des größten Interessenverbandes der Kinobetreiber. Christine Berg, die zuletzt seit 2012 als stellvertretender Vorstand der FFA für den gesamten Förderbereich verantwortlich zeichnete war davor unter anderem Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein (MSH) und Intendantin der Nordischen Filmtage Lübeck. In einem ausführlichen Gespräch mit medienpolitik.net beschreibt sie die aktuelle Situation der Kinos und erläutert die dringendsten Aufgaben, vor denen der Verband steht. Im Zusammenhang mit der Novellierung des FFG formuliert sie drei wichtige Ziele: „Erstens muss der Fokus des FFG ganz klar weiterhin auf dem Kinofilm liegen. Zweitens muss die Exklusivität der Kinos gewährleistet bleiben, damit alle nachfolgenden Auswertungsstufen davon profitieren können. Das Kino veredelt den Film. Das wissen auch Streamingdienste wie Netflix. Warum hätten sie auf einmal so ein Interesse ihre Filme – zumindest kurzfristig – in den Kinos zu zeigen? Wir sehen das natürlich auch als eine Anerkennung für die Arbeit der Kinobetreiber*innen. Drittens muss die Kinoförderung reformiert werden und dafür muss das FFG die Rahmenbedingungen schaffen.“
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Das gebrochene Versprechen

Das gebrochene Versprechen

von am 17.09.2019

Der „Kultur“-Begriff ist aus der EU-Kommission verschwunden

17.09.2019. Von Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Die EU-Kulturförderung soll in der neuen EU-Kommission bei der designierten Kommissarin Marya Gabriel (Bulgarien) angesiedelt werden. Der Titel der Generaldirektion soll „Innovation and Youth“ lauten, von Kultur kein Wort mehr. Diese Entwicklung ist die Fortführung einer negativen Entwicklung in der Kulturförderung der EU, die sich schon seit vielen Jahren abzeichnet. Doch diese Entwicklung ist ein großer Fehler, weil das vereinigte Europa gerade auch ein gemeinsames Kulturprojekt ist. Doch bei der europäischen Kulturförderung kann ich eine Wertschätzung für Kultur nicht erkennen. Für das kommende Jahr stehen aus den EU-Kulturförderprogrammen für alle Mitgliedsstaaten (27 bzw. mit GB 28) sowie assoziierte Staaten wie Norwegen oder Island gerade einmal 78,8 Millionen Euro zur Verfügung. Im Vergleich, allein in Deutschland wurden im Jahr 2015 mehr als zehn Milliarden Euro für Kulturförderung ausgegeben.
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„Vom entspannt zurücklegen sind wir weit entfernt“

„Vom entspannt zurücklegen sind wir weit entfernt“

von am 16.09.2019

Situation der Kinos ein wenig besser als 2018, Kinoförderung muss dennoch dringend erhöht werden

16.09.2019. Interview mit Dr. Christian Bräuer Vorstandsvorsitzender der AG Kino

In Leipzig beginnt heute die 19. Filmkunstmesse, eine Veranstaltung der AG Kino – Gilde. Die Filmkunstmesse Leipzig ist ein europaweit einzigartiges Forum für den partnerschaftlichen Austausch zwischen Kinobetreibern, Verleihern und Fachleuten aus der Arthouse-Branche. Sie bietet eine Plattform, auf der Fachleute weit vor Bundesstart Filme sichten, über Marketing und Potential der einzelnen Filme diskutieren und gemeinsam in Seminaren, Workshops und Diskussionsrunden Strategien für die Zukunft der Filmkunst entwickeln. Mit 72 Filmen zeigt die Filmkunstmesse wieder einen großartigen Querschnitt durch das deutsche, europäische und unabhängige amerikanische Kino. Zu jedem der Filme findet in Form von moderierten Gesprächen über Marktpositionierung, Zielgruppenorientierung und Marketingstrategien ein ausgiebiger Austausch zwischen allen Beteiligten statt. Zur Eröffnung wird die Komödie von Richard Linklater „Bernadette“ gezeigt. Fragen an Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino und selbst Kinobetreiber, zur aktuellen Situation der Kinos, zu den Besucherzahlen, dem Zukunftsfonds Kino, dem Filmangebot und dem Marketing für kleinere Kinos. Das Fazit von Dr. Christian Bräuer: „Untergangsszenarien sind daher ebenso unangebracht, wie die strukturellen Marktveränderungen, denen wir Kinos uns stellen müssen, zu ignorieren.“
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Neue Chancen für die Kulturwirtschaft

Neue Chancen für die Kulturwirtschaft

von am 11.09.2019

Initiative Urheberrecht erwartet bei Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie guten Willen auf allen Seiten für eine faire Lösung im Interesse der Urheber

11.09.2019. Von Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht

Nach Auffassung der Initiative Urheberrecht muss bei der Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie der EU die „Strategie der Kommission für einen digitalen Binnenmarkt in Europa“ vom 6.5.2015 zu Grunde gelegt werden. Dort heißt es nämlich: „Das Urheberrecht ist die Grundlage für Europas Kulturindustrie und Kreativität“ und daraus folgt die Absicht der Kommission, „Maßnahmen zur Sicherung einer gerechten Vergütung für Urheber zu ergreifen“.
Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung in ihrer Protokollerklärung zur Verabschiedung der Richtlinie im Rat. In deren Ziff. 3 wird ausgeführt: „Im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen die Künstlerinnen und Künstler, die Urheberinnen und Urheber, letztlich alle Kreative“ und, so im Folgenden, „die Durchsetzung der angemessenen Vergütung der Urheber und ausübenden Künstler, deren Werke und Leistungen im Netz genutzt werden.“
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Gefördert, um gesehen zu werden

Gefördert, um gesehen zu werden

von am 08.07.2019

Diskussion über die Novellierung des Filmförderungsgesetzes hat begonnen

08.07.2019. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Bei einem Spaziergang durch Berlin-Friedrichshain im Jahr 2006 hatten Regisseur Andreas Dresen und seine Co-Autorin Laila Stieler die Idee für einen Film über Gerhard Gundermann, den ostdeutschen Liedermacher und Bergmann. Zwölf Jahre später, im August 2018 war Premiere. Im Mai 2019 erhielt der Kinofilm den Deutschen Filmpreis als bester deutscher Film. 350.000 Besucher haben den Film bis Juni gesehen und vielfach gelobt. Lange mussten der namhafte Regisseur und seine Drehbuchautorin um diesen Erfolg kämpfen: Acht Drehbuchfassungen waren nötig, um einen Produzenten und auch Filmförderer von dem Projekt zu überzeugen, TV-Sender als weitere Finanzierungspartner sowie ein Verleih mussten gefunden werden. Sechs Fördereinrichtungen und zwei öffentlich-rechtliche Sender wurden schließlich überzeugt, sich an den Herstellungskosten zu beteiligen. Allein von drei regionalen Förderern, dem Bund und der FFA wurde der Film mit 4,1 Mio. Euro unterstützt. Dazu kamen Mittel von den Sendern und dem Verleih.
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„Mehr Förderbudgets für die Vermarktung in neuen Medien“

„Mehr Förderbudgets für die Vermarktung in neuen Medien“

von am 04.07.2019

Kinderfilme müssen noch früher und besser vermarktet werden

04.07.2019. Interview mit Nicola Jones, Geschäftsführerin / Festivalleiterin GOLDENER SPATZ

Ende Juni trafen sich in Weimar über 80 Experten für Kindermedien zum 3. KIDS Regio Forum. Zu den Kernthemen der Konferenz gehörten die Verbreitung sowie der Zugang zu europäischen Kinderfilmen über seine Landesgrenzen hinaus, die Vermarktung der Werke sowie eine positive Imagebildung des Kinderfilms als Kulturgut mit wesentlicher gesellschaftlicher Relevanz. Den Organisatoren der europäischen Lobby-Initiative KIDS Regio ist es ein besonderes Anliegen, die aktuelle Situation des Kinderfilms durch ein enges europäisches Netzwerk zu verbessern.
Kurz zuvor erlebt eines der wichtigsten deutschen Kinder Medien Festivals, der
GOLDENE SPATZ, sein 40-jähriges Jubiläum. Auch hier wurden aktuelle Herausforderungen und neue Entwicklungen bei Kindermedien diskutiert. Nicola Jones, Geschäftsführerin des GOLDENEN SPATZ würde sich beim deutschen Kinderfilm noch größere Themenvielfalt z.B. einen historischen oder auch mal einen sperrigeren Stoff wünschen und mehr Mut von den Filmemachern, Fragen aufzuwerfen und Widersprüche zu verdeutlichen. „Die Vermarktung von Filmen – insbesondere von originären Kinderfilmen“ so Jones in einem medienpolitik.net-Interview, „benötigt zusätzliche Unterstützung und sollte im Idealfall bereits mit der Entwicklung beginnen.“ [mehr…]

„Wir brauchen eine echte Arthouse-Strategie“

„Wir brauchen eine echte Arthouse-Strategie“

von am 25.06.2019

Kinobetreiber fordern Paradigmenwechsel bei der Filmförderung und das Kino besser zu unterstützen und zu schützen

25.06.2019. Interview mit Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino

Gegenwärtig beginnt die Diskussion zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes, das 2020 ausläuft. Für die AG Kino, den Interessensverband der Filmkunst- und Arthousekinos, geht es um einen „Paradigmenwechsel“. „Dies bedeutet erstens, die Unwucht in der Förderung zu Lasten von Vertrieb und Kino endlich zu beheben. Vor allem muss zweitens auch die etablierte und funktionierende Struktur der Medienchronologie gestärkt und drittens das Kino als kultureller Ort und Herzkammer des Kinofilms besser gefördert und geschützt werden“, erläutert Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino, in einem medienpolitik.net-Interview. Die Umwälzungen des globalen Film- und Kinomarkts schritten rapide und immer aggressiver voran, während der deutsche Film sich im Klein-klein verliere und Investition und Ertrag der Filmförderung nicht übereinstimmten. Zugleich sei die Erlösstruktur der Geschäftsmodelle von unabhängigen Filmverleihern und traditionellen Kinos nicht ausreichend, um gebotene Investitionen in Infrastruktur und Marketing zu tätigen, so Bräuer. Zudem stellt Bräuer mit Blick auf die Finanzierung der FFA die Frage, ob die Abgabemaßstäbe in allen Gruppen richtig gesetzt seien. Auch eine Fördermittelverlagerung unter Betrachtung der gesamten Filmförderung des Bundes dürfe kein Tabu sein.
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Demokratie braucht Rückhalt und Rückgrat

Demokratie braucht Rückhalt und Rückgrat

von am 09.05.2019

70 Jahre Grundgesetz: Kunst, Kultur und Medien tragen wesentlich zur Stabilisierung unserer Demokratie bei

09.05.2019. Von Prof. Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien

Das 70jährige Jubiläum unseres Grundgesetzes bietet zweifellos eine Menge Anknüpfungspunkte, um über die Verfassung unserer Demokratie im Allgemeinen und die faktische Geltung der Grundrechte im Besonderen nachzudenken. Denn so klar und einfach der Geltungsanspruch der Grundrechte formuliert ist, so strittig und schwierig bleibt ihre Verwirklichung im gesellschaftlichen Zusammenleben. Die Festschreibung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Artikel 3 beispielsweise, die wir insbesondere den vier „Müttern des Grundgesetzes“ (vor allem der Hartnäckigkeit der Sozialdemokratin Elisabeth Selbert) im Parlamentarischen Rat verdanken, war nur der Ausgangspunkt eines steinigen Weges der Gleichstellung, auf dem wir immer noch unterwegs sind – und es auch bleiben müssen! Theodor Heuss, Ehemann der Frauenrechtlerin Elly Heuss-Knapp, gehörte dabei wenn schon nicht zu den Pionieren, so doch zumindest zu den Einsichtigen – und einmal mehr übrigens auch zu den für die Kraft der Sprache Sensiblen. „Eigentlich müsste man anregen“, sagte er einmal, „eigentlich müsste man anregen, dass alle unverheirateten Männer fortgeschrittenen Alters mit ,Herrlein‘ angeredet werden. Da wären dann die unverheirateten Frauen, die aus sich und ihrem Leben etwas gemacht haben, bald die Anrede ,Fräulein‘ los!“
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„Die ARD ist auch eine Lerngemeinschaft“

„Die ARD ist auch eine Lerngemeinschaft“

von am 06.05.2019

rbb startet Plattform rbbKultur mit Fokus auf Berlin und Brandenburg

06.05.2019. Interview mit Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor des rbb

Als erste ARD-Anstalt startet der rbb heute eine Kultur-Plattform. Damit geht zugleich die neue Kulturmarke des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) "rbbKultur" an den Start. Für den rbb ist dies, nach eigenen Angaben, nach dem Informationsangebot rbb24 der nächste Schritt auf dem Weg, Inhalte crossmedial zu planen und multimedial zu verbreiten.
Herzstück von rbbKultur sind das Kulturradio, das seinen Namen in rbbKultur ändert, rbbKultur - Das Magazin im rbb Fernsehen und im Netz auf rbbkultur.de sowie in der neuen rbbKultur-App. Hier finden die Angebote aus Radio und Fernsehen zusammen. Wissenschaftsthemen bereichern das umfassende Online-Angebot. Kulturinteressierte finden hier vielfältige Themendossiers, Rezensionen und Empfehlungen zu aktuellen Kulturereignissen in der Region. "Deine Ohren werden Augen machen" - so der Claim der neuen Marke – ist ein Versprechen, Kultur auf neue und ungewöhnliche Weise erleben zu können.

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