Kulturpolitik

Gefördert, um gesehen zu werden

Gefördert, um gesehen zu werden

von am 08.07.2019

Diskussion über die Novellierung des Filmförderungsgesetzes hat begonnen

08.07.2019. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Bei einem Spaziergang durch Berlin-Friedrichshain im Jahr 2006 hatten Regisseur Andreas Dresen und seine Co-Autorin Laila Stieler die Idee für einen Film über Gerhard Gundermann, den ostdeutschen Liedermacher und Bergmann. Zwölf Jahre später, im August 2018 war Premiere. Im Mai 2019 erhielt der Kinofilm den Deutschen Filmpreis als bester deutscher Film. 350.000 Besucher haben den Film bis Juni gesehen und vielfach gelobt. Lange mussten der namhafte Regisseur und seine Drehbuchautorin um diesen Erfolg kämpfen: Acht Drehbuchfassungen waren nötig, um einen Produzenten und auch Filmförderer von dem Projekt zu überzeugen, TV-Sender als weitere Finanzierungspartner sowie ein Verleih mussten gefunden werden. Sechs Fördereinrichtungen und zwei öffentlich-rechtliche Sender wurden schließlich überzeugt, sich an den Herstellungskosten zu beteiligen. Allein von drei regionalen Förderern, dem Bund und der FFA wurde der Film mit 4,1 Mio. Euro unterstützt. Dazu kamen Mittel von den Sendern und dem Verleih.
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„Mehr Förderbudgets für die Vermarktung in neuen Medien“

„Mehr Förderbudgets für die Vermarktung in neuen Medien“

von am 04.07.2019

Kinderfilme müssen noch früher und besser vermarktet werden

04.07.2019. Interview mit Nicola Jones, Geschäftsführerin / Festivalleiterin GOLDENER SPATZ

Ende Juni trafen sich in Weimar über 80 Experten für Kindermedien zum 3. KIDS Regio Forum. Zu den Kernthemen der Konferenz gehörten die Verbreitung sowie der Zugang zu europäischen Kinderfilmen über seine Landesgrenzen hinaus, die Vermarktung der Werke sowie eine positive Imagebildung des Kinderfilms als Kulturgut mit wesentlicher gesellschaftlicher Relevanz. Den Organisatoren der europäischen Lobby-Initiative KIDS Regio ist es ein besonderes Anliegen, die aktuelle Situation des Kinderfilms durch ein enges europäisches Netzwerk zu verbessern.
Kurz zuvor erlebt eines der wichtigsten deutschen Kinder Medien Festivals, der
GOLDENE SPATZ, sein 40-jähriges Jubiläum. Auch hier wurden aktuelle Herausforderungen und neue Entwicklungen bei Kindermedien diskutiert. Nicola Jones, Geschäftsführerin des GOLDENEN SPATZ würde sich beim deutschen Kinderfilm noch größere Themenvielfalt z.B. einen historischen oder auch mal einen sperrigeren Stoff wünschen und mehr Mut von den Filmemachern, Fragen aufzuwerfen und Widersprüche zu verdeutlichen. „Die Vermarktung von Filmen – insbesondere von originären Kinderfilmen“ so Jones in einem medienpolitik.net-Interview, „benötigt zusätzliche Unterstützung und sollte im Idealfall bereits mit der Entwicklung beginnen.“ [mehr…]

„Wir brauchen eine echte Arthouse-Strategie“

„Wir brauchen eine echte Arthouse-Strategie“

von am 25.06.2019

Kinobetreiber fordern Paradigmenwechsel bei der Filmförderung und das Kino besser zu unterstützen und zu schützen

25.06.2019. Interview mit Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino

Gegenwärtig beginnt die Diskussion zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes, das 2020 ausläuft. Für die AG Kino, den Interessensverband der Filmkunst- und Arthousekinos, geht es um einen „Paradigmenwechsel“. „Dies bedeutet erstens, die Unwucht in der Förderung zu Lasten von Vertrieb und Kino endlich zu beheben. Vor allem muss zweitens auch die etablierte und funktionierende Struktur der Medienchronologie gestärkt und drittens das Kino als kultureller Ort und Herzkammer des Kinofilms besser gefördert und geschützt werden“, erläutert Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino, in einem medienpolitik.net-Interview. Die Umwälzungen des globalen Film- und Kinomarkts schritten rapide und immer aggressiver voran, während der deutsche Film sich im Klein-klein verliere und Investition und Ertrag der Filmförderung nicht übereinstimmten. Zugleich sei die Erlösstruktur der Geschäftsmodelle von unabhängigen Filmverleihern und traditionellen Kinos nicht ausreichend, um gebotene Investitionen in Infrastruktur und Marketing zu tätigen, so Bräuer. Zudem stellt Bräuer mit Blick auf die Finanzierung der FFA die Frage, ob die Abgabemaßstäbe in allen Gruppen richtig gesetzt seien. Auch eine Fördermittelverlagerung unter Betrachtung der gesamten Filmförderung des Bundes dürfe kein Tabu sein.
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Demokratie braucht Rückhalt und Rückgrat

Demokratie braucht Rückhalt und Rückgrat

von am 09.05.2019

70 Jahre Grundgesetz: Kunst, Kultur und Medien tragen wesentlich zur Stabilisierung unserer Demokratie bei

09.05.2019. Von Prof. Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien

Das 70jährige Jubiläum unseres Grundgesetzes bietet zweifellos eine Menge Anknüpfungspunkte, um über die Verfassung unserer Demokratie im Allgemeinen und die faktische Geltung der Grundrechte im Besonderen nachzudenken. Denn so klar und einfach der Geltungsanspruch der Grundrechte formuliert ist, so strittig und schwierig bleibt ihre Verwirklichung im gesellschaftlichen Zusammenleben. Die Festschreibung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Artikel 3 beispielsweise, die wir insbesondere den vier „Müttern des Grundgesetzes“ (vor allem der Hartnäckigkeit der Sozialdemokratin Elisabeth Selbert) im Parlamentarischen Rat verdanken, war nur der Ausgangspunkt eines steinigen Weges der Gleichstellung, auf dem wir immer noch unterwegs sind – und es auch bleiben müssen! Theodor Heuss, Ehemann der Frauenrechtlerin Elly Heuss-Knapp, gehörte dabei wenn schon nicht zu den Pionieren, so doch zumindest zu den Einsichtigen – und einmal mehr übrigens auch zu den für die Kraft der Sprache Sensiblen. „Eigentlich müsste man anregen“, sagte er einmal, „eigentlich müsste man anregen, dass alle unverheirateten Männer fortgeschrittenen Alters mit ,Herrlein‘ angeredet werden. Da wären dann die unverheirateten Frauen, die aus sich und ihrem Leben etwas gemacht haben, bald die Anrede ,Fräulein‘ los!“
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„Die ARD ist auch eine Lerngemeinschaft“

„Die ARD ist auch eine Lerngemeinschaft“

von am 06.05.2019

rbb startet Plattform rbbKultur mit Fokus auf Berlin und Brandenburg

06.05.2019. Interview mit Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor des rbb

Als erste ARD-Anstalt startet der rbb heute eine Kultur-Plattform. Damit geht zugleich die neue Kulturmarke des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) "rbbKultur" an den Start. Für den rbb ist dies, nach eigenen Angaben, nach dem Informationsangebot rbb24 der nächste Schritt auf dem Weg, Inhalte crossmedial zu planen und multimedial zu verbreiten.
Herzstück von rbbKultur sind das Kulturradio, das seinen Namen in rbbKultur ändert, rbbKultur - Das Magazin im rbb Fernsehen und im Netz auf rbbkultur.de sowie in der neuen rbbKultur-App. Hier finden die Angebote aus Radio und Fernsehen zusammen. Wissenschaftsthemen bereichern das umfassende Online-Angebot. Kulturinteressierte finden hier vielfältige Themendossiers, Rezensionen und Empfehlungen zu aktuellen Kulturereignissen in der Region. "Deine Ohren werden Augen machen" - so der Claim der neuen Marke – ist ein Versprechen, Kultur auf neue und ungewöhnliche Weise erleben zu können.

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Kinos unter Druck

Kinos unter Druck

von am 25.04.2019

Zusätzliche Kinoförderung für 2020 durch Bund und Länder geplant

25.04.2019. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Die Bundesregierung will den Kinos stärker finanziell unter die Arme greifen. Wie Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters die Kinoverbände jetzt informierte, sind im Regierungsentwurf des Bundeshaushaltes für 2020 15 Millionen Euro Förderung im Rahmen des Zukunftsprogramms Kino eingeplant. Allerdings sollen sich die Länder in gleicher Höhe an diesem Programm beteiligen. Für dieses Jahr stehen Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro aus dem Etat des Bundeslandwirtschaftsministeriums für Kinos in Gemeinden bis zu 25.000 Einwohnern zur Verfügung. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern war das Kinojahr 2018 in Deutschland katastrophal, so die Meinung zahlreicher Kinobetreiber, Verleiher und Produzenten. Inzwischen hat eine kritische Debatte über die Ursachen begonnen, die auch von Monika Grütters mit ihrer Rede auf der Jahresversammlung der Produzentenallianz befeuert worden ist. Grütters kritisierte, dass trotz gestiegener Fördermittel die Zahl der Kinobesucher und die Kinoumsätze rückläufig seien. [mehr…]

Es wird Zeit für konstruktive und pragmatische Lösungen

Es wird Zeit für konstruktive und pragmatische Lösungen

von am 15.04.2019

Das Ende der Meinungsfreiheit ist nicht in Sicht, wenn Nutzungsverträge mit Urhebern oder deren Leistungsverwertern abgeschlossen werden müssen

15.04.2019. Von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburgs

Demokratie bedeutet, dass unterschiedliche Interessen zu einem Ausgleich gebracht werden. Demokratie bedeutet auch, ausgleichende oder regulierende Gesetzgebungen für sich widerstrebende Grundrechte zu finden – also beispielsweise Meinungsfreiheit auf der einen und Urheberrecht auf der anderen Seite. Demokratie bedeutet vor allem, die Fähigkeit zum Kompromiss und eine gute Debattenkultur. In dem Buch “How democracies die“ beschreiben die Autoren Steven Levitzky und David Ziblatt, dass die Fähigkeit, den jeweils anderen in seiner Position anzuerkennen, eine “guardrail of democracy“ sei. Wenn das verloren ginge, dann sei auch die Demokratie in Gefahr.

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Verlagsbranche soll gestärkt werden

Verlagsbranche soll gestärkt werden

von am 13.03.2019

Eine künftige Verlagsbeteiligung müsste deutlich unter 50 Prozent liegen

12. 03. 2019, Von Rechtsanwalt Christian Solmecke

Die Diskussion um die EU-Urheberrechtsreform ist in vollem Gange. Vornehmlich geht es um Artikel 13 und die Upload-Filter, auch über Artikel 11 und das Leistungsschutzrecht wird debattiert. Zu kurz kommt dabei ein anderer Artikel, der – anders als das vermeintliche Ziel der neuen Richtlinie – nicht die Stärkung der Urheber, sondern die der Verlagsbranche bezwecken möchte: Artikel 12. Was darin steht und was er bewirken soll, erfahren Sie in dieser ausführlichen Analyse.
„Artikel 12 zwingt die Autoren (die durchschnittlich nicht viel Geld verdienen) einen Teil ihres Einkommens mit ihren Verlegern zu teilen (die ein sehr viel höheres Einkommen haben). Man verteilt also quasi von den Armen zu den reichen“ – so in etwa schreibt es Julia Reda (Original engl., eigene Übersetzung der Redaktion), Gegnerin der jetzt beschlossenen Version der Reform des EU-Urheberrechts auf Twitter über die Pläne der EU, die Verlage wieder an den Einnahmen der Verwertungsgesellschaften zu beteiligen. Doch was steckt wirklich dahinter?
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„Geschichten, die die Menschen bewegen“

„Geschichten, die die Menschen bewegen“

von am 21.02.2019

Hessische Filmförderung unterstützt verstärkt Dokumentarfilme und preist Frankfurt am Main als attraktiven Drehort

21.02.2019. Interview mit Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer, HessenFilm und Medien GmbH

Die Film- und Medienförderung Hessens, die vor drei Jahren gegründet worden ist, ist mit einem Budget von 11,3 Millionen Euro ein mittelgroßer regionaler Förderer. Zu den Schwerpunkten der HessenFilm und Medien GmbH gehört die Förderung des Dokumentarfilms. In einem medienpolitik.net-Gespräch bewertet der Geschäftsführer Hans Joachim Mendig die Verwertungssituation deutscher Dokumentarfilme kritisch: Beim Fernsehen gäbe es einen hohen Quotendruck und die Kinobetreiber müssten hart kalkulieren, um ihr Überleben zu sichern. Dennoch sei das Fernsehen für den Dokumentarfilm weiterhin sehr wichtig und es müsste „auf jeden Fall mehr Sendeplätze“ geben. [mehr…]

„Erfolg lässt sich nicht allein an Zuschauerzahlen messen“

„Erfolg lässt sich nicht allein an Zuschauerzahlen messen“

von am 17.02.2019

Produzentenallianz weist pauschale Kritik der Kulturstaatsministerin zurück

17.02.2019. Interview mit Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz

Damit künftig mehr zugkräftige Filme aus deutscher Produktion auch mehr Zuschauer ins Kino locken, will Kulturstaatsministerin Monika Grütters gemeinsam mit der Branche die Verfahren und Strukturen der wirtschaftlichen Filmförderung diskutieren. Dies kündigte die Staatsministerin auf dem Deutschen Produzententag der Produzentenallianz in Berlin an. Grütters kritisierte, dass trotz gestiegener Fördermittel die Zahl der Kinobesucher und die Kinoumsätze rückläufig seien. Sie sehe ein gewisses Missverhältnis zwischen Investition und Ertrag, zwischen dem massiven Ausbau der deutschen Filmförderung einerseits und der Strahlkraft des deutschen Films wie auch der Zahl deutscher Filmerfolge andererseits. Für die öffentliche Filmförderung stehe aktuell so viel Geld wie nie zuvor zur Verfügung, so Grütters. Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz wies die pauschale Kritik der Kulturstaatsministerin in einem medienpolitik.net-Gespräch zurück. [mehr…]