Medienförderung

Die nächste Reform muss grundlegender sein

Die nächste Reform muss grundlegender sein

von am 26.05.2021

Grüne Vorschläge zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes

26.05.2021. Von Tabea Rößner, MdB, Netz- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Die Filmbranche in Deutschland ist unter Druck - nicht erst seit der Pandemie. Die Ursachen liegen nicht zuletzt in den Strukturen der Filmförderung. Turnusgemäß muss das Filmförderungsgesetz des Bundes jetzt novelliert werden. Zu einem großen Wurf ist es indes – pandemiebedingt – nicht gekommen. Vielmehr hat der Bundestag eine Mini-Novelle verabschiedet, die nur an einigen wenigen Punkten ansetzt. Problematisch ist dabei, dass zwar einige zentrale Fragen der Filmförderung adressiert werden, die Lösungen nicht zu Ende gedacht erscheinen oder erst gar nicht versucht werden.
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„Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional“

„Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional“

von am 25.05.2021

Der Journalismus in Deutschland benötigt eine systematische Innovationspolitik

25.05.2021. Interview mit Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow, Juniorprofessor für „Organisation und vernetzte Medien“ Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar

Als Ende April die Bundesregierung die geplante Presseförderung absagte, bekam die Debatte über das Für und Wider dieser Hilfe für den Journalismus einen neuen Schub. Die FAZ, schrieb von einem Schock für die Verlage und keinem guten Tag für die Pressefreiheit. „Ein guter Tag für die Pressefreiheit wäre es, hätte sich die Bundesregierung eine faire Presseförderung einfallen lassen, die niemanden benachteiligt“, so die Zeitung. Bereiteis im September 2020 hatten Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow und Prof. Dr. Christian-Mathias Wellbrock (Universität zu Köln) in einem Gutachten festgestellt, dass die beste Hilfe für den professionellen Journalismus eine Innovationsförderung wäre. Die Wissenschaftler hatten eine erhebliche Finanzierungslücke für Innovationen im Journalismus ausgemacht: Während private Mittel für Neugründungen und einzelne Medienschaffende kaum verfügbar sind investieren etablierte Verlage ihre Innovationsbudgets offenbar schwerpunktmäßig in digitalen Geschäftsfeldern abseits des Journalismus. Angesichts dieses Finanzierungsproblems ist die direkte finanzielle Unterstützung von journalistischer Innovation durch die öffentliche Hand geboten. Fragen an Christopher Buschow zum Scheitern der Presseförderung und den Schlussfolgerungen.
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„Journalismusförderung ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer“

„Journalismusförderung ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer“

von am 19.05.2021

Lokale Zeitungsverlage fordern: Bei einer Förderung, kein Einfluss auf Inhalte und den Tendenzschutz

19.05.2021. Interview mit Martin Wieske, Geschäftsführer, Verband Deutscher Lokalzeitungen

Wissenschaftler des Mainzer Medieninstituts halten in einem Gutachten eine staatliche Förderung von lokal- und regionaljournalistischen Angeboten für möglich. So wäre beispielsweise eine Bundesförderung durch einen Innovationsfonds und einer Produktionsunterstützung verfassungsrechtlich grundsätzlich unbedenklich. Eine schwerpunktmäßige Ausrichtung auf den wirtschaftlichen Wettbewerb sei dafür jedoch die Bedingung. Anlass für das Gutachten im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen waren die gescheiterten Pläne der Bundesregierung für eine einmalige Presseförderung in Höhe von 220 Millionen Euro. Aufgrund rechtlicher Bedenken wird sie vom Bundeswirtschaftsministerium nun nicht realisiert. Die angespannte Corona-Situation und die Verteuerung der Zustellkosten, hätten die Zeitungen an die Belastungsgrenze gebracht, so Martin Wieske, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen. „Wir benötigen daher dringend eine Förderung der Zustellung“, so Wieske. „Journalismusförderung ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer. Die Unabhängigkeit der Presse ist ein unschätzbares und einzigartiges Gut. Hier hat der Staat im Grundsatz nichts zu verloren“, betont der Verbandschef der Lokalzeitungen. Finanzielle Einmalhilfen, wie in der Studie vorgeschlagen, würden auch im Nonprofitbereich und im Bereich der reinen Onlinemedien nicht dazu beitragen, dauerhaft hochwertigen Journalismus anzubieten.
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„Die Filmindustrie braucht das Kino“

„Die Filmindustrie braucht das Kino“

von am 18.05.2021

Fehlende strategische Planbarkeit als größtes Problem der Filmwirtschaft

18.05.2021. Interview mit Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA)

Für Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt, ist für die Filmwirtschaft gegenwärtig die fehlende Planbarkeit das größte Problem. Dazu zählten nicht nur die kurzfristigen Fragen, wann und zu welchen Bedingungen die Kinos wieder öffnen und Festivals und Märkte international wieder bei voller Kapazität liefen, sondern auch die mit der Pandemie einhergehende Verunsicherung. „Welchen tektonischen Verschiebungen sehen wir uns filmwirtschaftlich in den nächsten 1 bis 2 Jahren ausgesetzt? Welche Rolle werden die VoD-Plattformen spielen, welche die Kinos? Werden aus dieser Pandemie übermächtige, dominierende Player entstehen wie nach der Spanischen Grippe in den USA vor hundert Jahren? Und: Wer hat genügend wirtschaftliche Reserven, diese Situation überhaupt zu überstehen“, fragt Peter Dinges. Die FFA spielt bei den Corona-Hilfsmaßnahmen eine wichtige Rolle, mehr als eine halbe Milliarde Euro liefen dafür, so Dinges, über seine Einrichtung.
2020 hatte die Filmförderungsanstalt deutlich weniger Filme gefördert, bedingt auch durch verschobene Projekte. Derzeit, so der FFA-Chef, normalisierten sich Antrags- wie Förderzahlen zunehmend, so dass er nicht von einem Minus ausgehe.
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„Diese Förderung ist jeden Cent wert“

„Diese Förderung ist jeden Cent wert“

von am 19.04.2021

Thüringen baut Förderung lokaler Bürgerradios und TV-Sender aus

19.04.2021 Interview mit Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM)

Thüringen hat nahezu zeitgleich zwei Hilfs- und Förderprogramme für regionale und lokale Rundfunkmedien beschlossen: Die „Pandemiehilfe“ und den „Aktionsplan lokale Vielfalt“, mit jeweils 0,7 Mio. Euro, also insgesamt 1,4 Mio. Euro. Einerseits geht es um die dringend notwendige finanzielle Hilfe für landesweite und lokal-regionale Rundfunkveranstalter in Corona-Zeiten. Andererseits, um ein schon länger laufendes politisches Projekt der Stärkung lokaler Vielfalt im Freistaat. Die Pandemiemittel sind für die in Thüringen zugelassenen Rundfunkveranstalter bestimmt. Die Mittel aus dem Aktionsplan stehen sechs Bürgerradios und den sechs „großen“ Lokalfernsehveranstaltern zur Verfügung. Zum „Aktionsplan“ erklärte Jochen Fasco, Direktor der TLM gegenüber medienpolitik.net: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der kommerziellen lokalen Medien sind in fast allen Bundesländern schon seit Jahren schwierig. Das hat u. a. mit den schrumpfenden Werbeeinnahmen und Kabelreichweiten zu tun.“ Für die Medienvielfalt in Thüringen habe der landesweite und der lokale Rundfunk angesichts der Presselandschaft eine ganz besondere Bedeutung. Nicht nur wegen nahezu fehlende Konkurrenz auf dem Thüringer Zeitungsmarkt, sondern auch, weil sich immer weniger Menschen eine Tageszeitung leisten könnten oder abonnieren wollten.

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„Die Situation vieler Sender ist prekär, teilweise existenzbedrohend“

„Die Situation vieler Sender ist prekär, teilweise existenzbedrohend“

von am 30.03.2021

Private Rundfunkanbieter kritisieren fehlende wirtschaftliche Unterstützung durch den Bund

30.03.2021. Interview mit Olaf Hopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) und Geschäftsführer von ENERGY Deutschland

Für die privaten Radios sowie des lokalen und regionalen TV-Sender ist die wirtschaftliche Lage zu Beginn des zweiten Pandemiejahres noch schwieriger als vor einem Jahr, beim ersten Stillstand der Wirtschaft der Fall. Viele Kunden zumal in der Region haben nicht mehr genügend Liquidität, um Werbung zu schalten, auch wenn das angesichts der absehbaren stufenweisen Öffnung sinnvoll wäre. In den vergangenen Monaten sei ein großes Ungleichgewicht im dualen Rundfunksystem entstanden", so Olaf Hopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR). "Während die Öffentlich-Rechtlichen durch den Rundfunkbeitrag abgesichert sind, haben die Privaten mit massiven Werbeausfällen zu kämpfen. Weitere Maßnahmen von Seiten der Politik sind dringend vonnöten, um das duale System in Deutschland zu schützen und die Medienvielfalt in ihrer jetzigen Form zu erhalten."
Für den APR sei es „unverständlich“, dass der nicht ausgeschöpfte Betrag aus dem Hilfsprogramm des vergangenen Jahres nicht in das Jahr 2021 übertragen wurde und der private Rundfunk im zweiten "Hilfspaket Kultur" nicht mehr berücksichtigt werde. Hier fordert die APR dringend Nachbesserungen.
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„Die großen Fragen nicht aus dem Auge verlieren“

„Die großen Fragen nicht aus dem Auge verlieren“

von am 12.03.2021

Medienanstalt Berlin-Brandenburg ist Vorreiter bei der Förderung lokaler Inhalte

12.03.2021. Interview mit Dr. Anja Zimmer, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB)

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Frage, ob eine Regulierung erfolgreich ist, keine Frage von Zentralisierung oder Dezentralisierung ist. Viel wichtiger ist, dass wir die nötige Power auf die Straße bringen, also genügend Ressourcen für die überregionalen Aufgaben bereitstellen“, so das Resümee von Dr. Anja Zimmer, bis 14. März 2021 Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Die Medienanstalten müssten aufpassen, sich nicht zu verzetteln und sich mit liebevoller Gründlichkeit kleinen, sicher auch wichtigen Projekten vor Ort widmen und dabei die großen Fragen aus den Augen verlieren – insbesondere auch die Frage, wie reguliert werden soll. Anja Zimmer, die auch Koordinatorin des Fachausschusses Regulierung der Medienanstalten war, hätte sich in Bezug auf den Medienstaatsvertrag, in einigen Bereichen „schlankere Verfahren und härtere Sanktionen gewünscht. Und an der einen oder anderen Stelle auch klarere Regelungen z.B. bei politischer Werbung. Regelungen sollten hier beispielsweise auch die globalen Plattformen verpflichten.“ Für einen Erfolg der Regulierungsdiskussion hält sie es, dass Intermediäre ihre Verantwortungen in einigen Bereichen besser wahrnehmen als früher.
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„Digitaler Journalismus muss am Markt refinanzierbar sein“

„Digitaler Journalismus muss am Markt refinanzierbar sein“

von am 24.02.2021

Erstmals erzielen die Zeitschriftenverlage mit Paid Content 2020 mehr als 200 Millionen Euro Umsatz

24.02.2021. Interview mit Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)

Für 2021 erwarten die Zeitschriftenverlage nach Einschätzung von Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des VDZ, ein Wachstum von 10 bis 20 Prozent bei den digitalen Lesereinnahmen. Die Nachfrage nach redaktionellen vertrauenswürdigen Inhalten steige und die Verlage hätten die passenden Angebote. Das wäre nach dem schwierigen Jahr 2020 ein Lichtblick. Der Abverkauf an Flughäfen und Bahnhöfen ging deutlich zurück – insgesamt fehlten im Vertrieb rund 8 Prozent. Gleichzeitig summieren sich die Rückgänge im Anzeigengeschäft auf etwa 10 Prozent. Positiv ist, dass digitale Bezahlinhalte mehr nachgefragt werden. Erstmals erzielen die Zeitschriftenverlage mit Paid Content 2020 mehr als 200 Millionen Euro Umsatz. Gleichzeitig legten die digitalen Reichweiten um bis zu 30 Prozent zu. Prognosen würden jedoch zeigen, so Scherzer, dass kurzfristig 70 Prozent der globalen Digitalerlöse bei den Megaplattformen landen. Der VDZ fordert deshalb eine Regulierungsbehörde auf europäischer Ebene und in den Mitgliedsstaaten mit dem entsprechenden Rechtsrahmen. Sie müsse schnell und wirksam auf Marktverstöße der Torwächterplattformen reagieren können.

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„Wir warten immer noch auf den Entwurf der Förderrichtlinie“

„Wir warten immer noch auf den Entwurf der Förderrichtlinie“

von am 09.02.2021

Tageszeitungsverlage rechnen für 2020 bei Anzeigen mit einem Minus von 20 Prozent

09.02.2021. Interview mit Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer
Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger e.V. (BDZV)

Während der Corona-Pandemie ist die Nutzung der digitalen Angebote schneller gewachsen als bisher. 17,1 Millionen Internetnutzer ab 16 Jahren nutzen jeden Tag die Digitalangebote der Zeitungen. Nimmt man die durchschnittlichen Monatswerte, verzeichnen die digitalen Zeitungen 49,5 Millionen Nutzer. Das sind 71,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren, so eine Analyse der ZMG Zeitungsmarktforschung Gesellschaft. Wie Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger in einem Gespräch mit medienpolitik.net analysiert, sieht die Bilanz für 2020 für die Verlage aus wirtschaftlichem Blickwinkel allerdings anders aus: Im April, Mai und Juni und dann wieder im Herbst mussten Zeitungsverlage hohe Einbußen bei den Anzeigenerlösen von 60 bis 80 Prozent hinnehmen. Über das ganze Jahr gesehen schrumpfte das Anzeigengeschäft der Zeitungsverlage um schätzungsweise 20 Prozent. Die Verleger, so Wolff hätten immer darauf gedrängt, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setze. Bei der vom Gesetzgeber erzwungene Umstellung von Stück- auf Stundenlohn in der Zeitungszustellung müsse man weiter nach Lösungen – auch außerhalb einer direkten Förderung – suchen. Grundsätzlich blieben medienpolitische Maßnahmen immer das Mittel der ersten Wahl.
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„Der Kinofilm gehört zu den großen Leidtragenden der Corona Krise“

„Der Kinofilm gehört zu den großen Leidtragenden der Corona Krise“

von am 04.02.2021

Nicht verausgabte Mittel des DFFF von 2020 sollten auf 2021übertragen werden

04.02.2021 Interview mir Dr. Christoph Palmer, Vorsitzender der Produzentenallianz

Seit Januar ist der Ausfallfons II für Fernsehproduktionen endlich in Kraft, seit September vergangenen Jahres bereits der Ausfallfonds I für Kinofilme und High-End-Serien. Beide Ausfallfonds, so Dr. Christoph Palmer, Vorsitzender der Produzentenallianz, seien für die Branche von großer Bedeutung. „Weil sich Produktionsunternehmen gegen Pandemie-bedingte Ausfälle nicht versichern können, sind sie ohne Ausfallfonds existenziellen Risiken ausgesetzt.“ Die Ausfallfonds, für die die Produzentenallianz lange gekämpft habe, gehörten zu den Instrumenten, die möglichen Insolvenzen, mit denen laut einer Umfrage viele Produktionsunternehmen rechnen, entgegenwirken sollen. Um die wirtschaftliche Situation der Produzenten zu verbessern, regt Palmer an, die Vorschläge im Entwurf des FFG Verlängerungsgesetzes, die mehr Flexibilität der Kinoauswertung bei höherer Gewalt vorsehen, schon rückwirkend ab Jahresbeginn 2021 anzuwenden. Zudem fordert er, dass 2020 nicht verausgabte Mittel des DFFF in das Jahr 2021 übertragen und zusätzlich zur Verfügung stehen sollten und die Förderung durch den DFFF durchgehend auf 30 Prozent angehoben werde.
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