Medienwirtschaft

Eine Hauptrolle für das Kino

Eine Hauptrolle für das Kino

von am 18.10.2019

Im 1. Quartal 2020 soll das Zukunftsprogramm Kino starten

18.10.2019. Von Prof. Monika Grütters, CDU, Staatsministerin für Kultur und Medien

Nach den ein wenig unbefriedigenden Umsatz- und Besucherzahlen des Kinojahres 2018 und der - sagen wir es mal vorsichtig - nicht immer optimistisch stimmenden Berichterstattung dazu in den Feuilletons freuen wir, die wir mit Filmpolitik und Filmförderung zu tun haben, uns doch nach diesen goldenen Oktobertagen ausnahmsweise mal über einen herbstlichen Wetterbericht. Ausgedehnte Tiefdruckgebiete mit nasskaltem Schauerwetter verheißen in der Regel ja gut gefüllte Kinosäle. Und wenn das Kinoprogramm dann auch noch mit fesselnden Geschichten und außergewöhnlichen Leinwanderlebnissen aufwartet, wenn über Filme kontrovers diskutiert wird, dann dürfte das Gemeinschaftserlebnis Kino deutlich verlockender sein als der einsame Serienkonsum auf der heimischen Couch. Genau das jedenfalls muss unser Ziel sein, eine Hauptrolle für das Kino, wenn es um Filmgenuss geht!

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„Unsere Fiction-Highlights werden weiterhin linear und non-linear angeboten“

„Unsere Fiction-Highlights werden weiterhin linear und non-linear angeboten“

von am 15.10.2019

ZDF: Längere Verweildauer in der Mediathek bereits ab nächstem Jahr

15.10.2019. Interview mit Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF

Das ZDF will mehr Inhalte ausschließlich im Internet zeigen und seine Sendungen außerdem länger im Netz zur Verfügung stellen. Das ermöglicht das im Mai in Kraft getretene Telemediengesetz. Für die Änderungen des Telemedienkonzepts des ZDF muss ein Drei-Stufen-Test durchgeführt werden. Das ZDF will in der Mediathek künftig auch Videos anbieten, die keinen Bezug zu linear ausgestrahlten Sendungen aufweisen. So könnten beispielsweise in den Bereichen Kultur und Wissenschaft mit Online-Only-Inhalten eigenständige Rubriken geschaffen werden, oder aktuelle Nachrichteninhalte im Internet zur Verfügung gestellt werden. Auch bei der Sportberichterstattung und dem Kinderprogramm möchte das ZDF seine Aktivitäten im Netz ausbauen. Die Sieben-Tage-Frist, die für die meisten Mediathek-Inhalte gilt, soll abgeschafft werden. So sollen fiktionale Inhalte ein Jahr abrufbar sein. Allerdings, so ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut, werde die lineare Verbreitung noch lange Zeit die wichtigste Säule des ZDF bleiben. „Veränderungen bei der Mediennutzung sehen wir vor allem bei den jüngeren Menschen.“
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„Disruptive Geschäftsmodelle nicht mit Avantgarde verwechseln“

„Disruptive Geschäftsmodelle nicht mit Avantgarde verwechseln“

von am 07.10.2019

Branche erwartet weitere Konsolidierung der Filmwirtschaft

07.10.2019. Fragen an Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und Erwin M. Schmidt, Geschäftsführer, Produzentenverband e.V.

Unter dem Motto "2024 – Produzieren für Kino, Streaming und TV" trafen sich Ende September Produzenten, Kreative und filmpolitische Akteure zur ersten "Explorer Konferenz" in der Hamburger Kunsthalle. Der Kongress beleuchtete neue Trends und analysierte die Herausforderungen und Chancen des aktuellen Umbruchs in der Filmbranche. Die Explorer Konferenz war eingebettet in das FILMFEST HAMBURG, das vom 26. September bis 5. Oktober 2019 in der Stadt lief. Nach Auffassung von Helge Albers, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, wird sich die Frage nach den Geschäftsmodellen im Bereich der Independents „noch mehr als bisher in den Vordergrund schieben und da kann es für verschiedene Produzenten durchaus unterschiedliche Ansätze geben. Die Konzentrationstendenzen, die wir schon seit einer Zeit sehen, werden sich fortsetzen.“ Erwin M. Schmidt, Produzentenverband, geht davon aus, dass die Technologie eine immer größere Rolle spielen werde. Mit ihrer Hilfe werden sich Zielgruppen leichter ansprechen und bedienen lassen, sie müssen im Umkehrschluss aber auch entsprechend bedient werden, weil sie sich sonst abwenden.“ Vor allem Produzenten seien gefordert, viel stärker an Zielgruppen zu denken und zielorientiert für sie zu produzieren.
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„Die Kinos müssen den Zeitgeist besser erfassen“

„Die Kinos müssen den Zeitgeist besser erfassen“

von am 23.09.2019

Neue HDF-Kino-Chefin fordert mehr Förderung und Sicherung der Exklusivität der Kinos

23.09.2019. Interview mit Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino

Seit August ist Christine Berg neue Vorstandsvorsitzende des HDF Kino, des größten Interessenverbandes der Kinobetreiber. Christine Berg, die zuletzt seit 2012 als stellvertretender Vorstand der FFA für den gesamten Förderbereich verantwortlich zeichnete war davor unter anderem Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein (MSH) und Intendantin der Nordischen Filmtage Lübeck. In einem ausführlichen Gespräch mit medienpolitik.net beschreibt sie die aktuelle Situation der Kinos und erläutert die dringendsten Aufgaben, vor denen der Verband steht. Im Zusammenhang mit der Novellierung des FFG formuliert sie drei wichtige Ziele: „Erstens muss der Fokus des FFG ganz klar weiterhin auf dem Kinofilm liegen. Zweitens muss die Exklusivität der Kinos gewährleistet bleiben, damit alle nachfolgenden Auswertungsstufen davon profitieren können. Das Kino veredelt den Film. Das wissen auch Streamingdienste wie Netflix. Warum hätten sie auf einmal so ein Interesse ihre Filme – zumindest kurzfristig – in den Kinos zu zeigen? Wir sehen das natürlich auch als eine Anerkennung für die Arbeit der Kinobetreiber*innen. Drittens muss die Kinoförderung reformiert werden und dafür muss das FFG die Rahmenbedingungen schaffen.“
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EU-Urheberrechtsrichtlinie wird das Internet in Teilen verändern – zum Guten

EU-Urheberrechtsrichtlinie wird das Internet in Teilen verändern – zum Guten

von am 19.09.2019

Die Verbraucher gewinnen mehr Rechte und mehr Rechtssicherheit durch die Richtlinie

19.09.2019. Von René Houareau, Geschäftsführer Recht & Politik, Bundesverband Musikindustrie e. V.

Die Verabschiedung der sogennanten DSM-Richtlinie durch den Rat der Europäischen Union am 15. April 2019 beendete einen langwierigen Gesetzgebungsprozess, der Ende 2016 mit dem ers-ten Vorschlag der Kommission begonnen hatte. Ebenso spannend war die öffentliche Auseinan-dersetzung unter teilweiser Außerachtlassung von rechtlichen und vor allem wirtschaftlichen Fakten. Hier findet sich der Versuch, diese verschiedenen Stränge aus der Sicht der Musikindust-rie erneut einzuordnen. Auch wenn man die (teilweise diffusen) Befürchtungen der User ernst nehmen und sachlich diskutieren muss, kommt man bei vertiefter Auseinandersetzung mit der Richtlinie zu dem eindeutigen Schluss, dass der User nach Umsetzung der Richtlinie besser da-stehen wird. Denn diese gibt auch den Usern auf zweierlei Weise mehr Rechtssicherheit. Sie be-sagt ausdrücklich, dass die den Plattformen gewährten Lizenzen sich auch auf die Haftung ihrer Nutzer in Bezug auf die von der Lizenz umfassten Handlungen und deren Umfang erstreckt. Dar-über hinaus müssen die Dienste den Usern ein Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahren zur Verfügung stellen, um zu gewährleisten, dass Inhalte nicht ungerechtfertigt gesperrt werden.

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„Vom entspannt zurücklegen sind wir weit entfernt“

„Vom entspannt zurücklegen sind wir weit entfernt“

von am 16.09.2019

Situation der Kinos ein wenig besser als 2018, Kinoförderung muss dennoch dringend erhöht werden

16.09.2019. Interview mit Dr. Christian Bräuer Vorstandsvorsitzender der AG Kino

In Leipzig beginnt heute die 19. Filmkunstmesse, eine Veranstaltung der AG Kino – Gilde. Die Filmkunstmesse Leipzig ist ein europaweit einzigartiges Forum für den partnerschaftlichen Austausch zwischen Kinobetreibern, Verleihern und Fachleuten aus der Arthouse-Branche. Sie bietet eine Plattform, auf der Fachleute weit vor Bundesstart Filme sichten, über Marketing und Potential der einzelnen Filme diskutieren und gemeinsam in Seminaren, Workshops und Diskussionsrunden Strategien für die Zukunft der Filmkunst entwickeln. Mit 72 Filmen zeigt die Filmkunstmesse wieder einen großartigen Querschnitt durch das deutsche, europäische und unabhängige amerikanische Kino. Zu jedem der Filme findet in Form von moderierten Gesprächen über Marktpositionierung, Zielgruppenorientierung und Marketingstrategien ein ausgiebiger Austausch zwischen allen Beteiligten statt. Zur Eröffnung wird die Komödie von Richard Linklater „Bernadette“ gezeigt. Fragen an Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino und selbst Kinobetreiber, zur aktuellen Situation der Kinos, zu den Besucherzahlen, dem Zukunftsfonds Kino, dem Filmangebot und dem Marketing für kleinere Kinos. Das Fazit von Dr. Christian Bräuer: „Untergangsszenarien sind daher ebenso unangebracht, wie die strukturellen Marktveränderungen, denen wir Kinos uns stellen müssen, zu ignorieren.“
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EuGH-Urteil ist sachlich überholt

EuGH-Urteil ist sachlich überholt

von am 13.09.2019

Warum die Bundesregierung das Leistungsschutzrecht für Presseverleger schnell umsetzen sollte

13.09.2019. Von Dr. Joachim Jobi, Leiter Politik, VG Media Gesellschaft zur Verwertung der Urheber- und Leistungsschutzrechte von Sendeunternehmen und Presseverlegern mbH

Gestern hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Rechtsstreit der VG Media gegen die Google LLC Recht gesprochen. Damit kommt ein seit 2014 laufender Rechtsstreit zu einem nur vorläufigen Ende. Denn Gegenstand der Entscheidung des EuGH ist nicht die Frage, ob die von der VG Media geltend gemachten Ansprüche der deutschen Presseverleger gegen Google begründet sind – dies hatte das Landgericht Berlin bereits in seinem Vorlagebeschluss 2017 teilweise anerkannt. In dem Rechtsstreit ging es vielmehr um die formale Frage, ob das deutsche Presseleistungsschutzrecht (§§ 87 f ff UrhG) der Europäischen Kommission gegenüber hätte notifiziert werden müssen. Entgegen der Einschätzung von Bundesregierung, Europäischer Kommission und anderer EU-Mitgliedstaaten hatte Google dies im Verfahren behauptet. Der EuGH ist nun dieser Auffassung gefolgt. Die Entscheidung ist vor allem aus einem wichtigen Grund problematisch. Der europäische Gesetzgeber hat inzwischen im April 2019 nämlich ein eigenes Leistungsschutzrecht beschlossen, das inhaltlich über die deutsche Regelung noch hinausgeht. Mit der Folge, dass das nun vorliegende Urteil des EuGH sachlich überholt ist. Und es ist sehr gewagt anzunehmen, die §§ 87 f ff UrhG würden entgegen der klar formulierten Absicht des Gesetzgebers Vorgaben für das technische Ausspielen von Diensten wie Google News oder Search machen.
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EU-Urheberrechtsrichtlinie kann das Internet für immer verändern

EU-Urheberrechtsrichtlinie kann das Internet für immer verändern

von am 12.09.2019

eco: Kritik zum europäischen Urheberrecht reißt nicht ab

12.09.2019. Von Oliver J. Süme - eco Vorstandsvorsitzender

Das neue Urheberrecht bleibt umstritten. Die EU-Mitgliedstaaten Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Finnland und Schweden hatten gegen die Reform gestimmt. Belgien, Estland und Slowenien enthielten sich. Deutschlands Zustimmung war letztlich das Zünglein an der Waage und für die notwendige Mehrheit ausschlaggebend. Polen hat gegen die umstrittene EU-Richtlinie zum Urheberrecht vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bereits Klage eingereicht.
Mit dem neuen Urheberrecht wird das Gegenteil dessen erreicht, was zuvor wiederholt als das Ziel der Richtlinie ausgegeben wurde. Statt der eigentlichen Urheber profitieren nur die großen Verwertungsgesellschaften und Presseverleger sowie die großen Plattformen. Uploadfilter und das Leistungsschutzrecht sind eine reale Bedrohung für Autoren, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Internetnutzer gleichermaßen. Die Urheberrechtsrichtlinie hat das Potential, das Internet, wie wir es kennen, für immer zu verändern.
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Neue Chancen für die Kulturwirtschaft

Neue Chancen für die Kulturwirtschaft

von am 11.09.2019

Initiative Urheberrecht erwartet bei Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie guten Willen auf allen Seiten für eine faire Lösung im Interesse der Urheber

11.09.2019. Von Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht

Nach Auffassung der Initiative Urheberrecht muss bei der Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie der EU die „Strategie der Kommission für einen digitalen Binnenmarkt in Europa“ vom 6.5.2015 zu Grunde gelegt werden. Dort heißt es nämlich: „Das Urheberrecht ist die Grundlage für Europas Kulturindustrie und Kreativität“ und daraus folgt die Absicht der Kommission, „Maßnahmen zur Sicherung einer gerechten Vergütung für Urheber zu ergreifen“.
Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung in ihrer Protokollerklärung zur Verabschiedung der Richtlinie im Rat. In deren Ziff. 3 wird ausgeführt: „Im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen die Künstlerinnen und Künstler, die Urheberinnen und Urheber, letztlich alle Kreative“ und, so im Folgenden, „die Durchsetzung der angemessenen Vergütung der Urheber und ausübenden Künstler, deren Werke und Leistungen im Netz genutzt werden.“
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Für eine planbare und langfristige Games-Förderung

Für eine planbare und langfristige Games-Förderung

von am 10.09.2019

Anteil deutscher Spiele-Produktionen auf dem Heimatmarkt sinkt seit Jahren

10.09.2019. Von Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche

In dieser Woche starten die Debatten um den Bundeshaushalt 2020 im Deutschen Bundestag. Von der deutschen Games-Branche werden sie besonders aufmerksam verfolgt. Denn die im vergangenen Jahr erstmals zur Verfügung gestellten Mittel von 50 Millionen Euro für eine bundesweite Games-Förderung fehlten überraschend im Ende Juni veröffentlichten Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2020. Dabei ist die Förderung unter anderem aufgrund der noch ausstehenden EU-Notifizierung bislang noch nicht einmal richtig gestartet. Jetzt bleibt nur noch das parlamentarische Verfahren, damit die Games-Förderung nicht schon vor ihrem Start wieder am Ende ist.
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