Medienwirtschaft

„Mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit ‚alte Zöpfe‘ abschneiden“

„Mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit ‚alte Zöpfe‘ abschneiden“

von am 21.01.2022

Thüringen will nicht nur eine inhaltliche, sondern auch eine finanzielle Flexibilisierung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern erreichen

21.01.2022 Fragen an Malte Krückels (Die Linke), Medienstaatssekretär in Thüringen

Thüringen sieht die medienpolitischen Schwerpunkte für 2022 auf drei Ebenen: europapolitisch, bundesweit, landesbezogen. Europapolitisch gibt Malte Krückels, Medienstaatssekretär in diesem Bundesland im Zusammenhang mit dem „Verordnungsvorschlag über die Transparenz und die Ausrichtung politischer Werbung“ sowie dem DSA und DMA, zu bedenken, dass Fehlentwicklungen in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten nicht zu allgemeinen europäischen Regelungen führen dürfen, die funktionierende Regelungssysteme in anderen EU-Mitgliedsstaaten aushebeln. Bundesweit bleibt die „Auftrags- und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ besonders wichtig. Dabei erwarte Krückels, dass die Rundfunkanstalten „ihre angedachten neuen Möglichkeiten mit mutiger und gleichzeitig sparsamer Weitsicht gebrauchen.“ Thüringen werbe im Länderkreis dafür, eine klare Budgetierung zu erreichen, die es den Anstalten ermöglichen würde, ihre Mittel unabhängiger und langfristiger, aber selbstverständlich entsprechend ihres Auftrages zu verwenden. Zur Stärkung des Medienstandortes Thüringen trage auch der Start der ARD-Kulturplattform, welche die ARD in Weimar in Gestalt einer Gemeinschaftseinrichtung der ARD ansiedeln wird, bei.
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„Es ist weitaus mehr Transparenz nötig als bisher“

„Es ist weitaus mehr Transparenz nötig als bisher“

von am 20.01.2022

Schenk und Robra fordern eine Begrenzung der Ausgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

20.01.2022. Fragen an Oliver Schenk (CDU), Chef der Staatskanzlei in Sachsen und Rainer Robra (CDU), Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur in Sachsen-Anhalt

Für die Chefs der Staatskanzleien in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einer der Schwerpunkte für dieses Jahr. Dabei geht es nicht nur um die Novellierung des Auftrags, die bis Ende 2022 beschlossen werden soll, sondern auch um eine zweite Phase, eine Reform Beitragsfestsetzungsverfahrens. Für Oliver Schenk geht es dabei nicht nur um „vielfältige organisatorische Maßnahmen“ sondern auch um eine Begrenzung der Ausgaben. „Einer Diskussion über die Kopplung einer Indexierung an einen Entwicklungskorridor oder unter Berücksichtigung eines Rationalisierungsabschlages wird sich Sachsen nicht verschließen“, so der CDU-Politiker.
Rainer Robra sieht im Verfassungsgrundsatz, dass die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seinem Auftrag folgt, keine Einbahnstraße. Die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler wollten wissen, wie die Mittel eingesetzt werden. Von den Rundfunkanstalten müssen kontinuierlich Einspar- und Strukturoptimierungsmöglichkeiten erkannt und konsequent genutzt werden. Durch die Reform von Auftrag und Struktur müsse die Akzeptanz für Angebote und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besonders im Osten Deutschlands zunehmen.

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„Trotz Produktionswachstums, sinkende Gewinne“

„Trotz Produktionswachstums, sinkende Gewinne“

von am 19.01.2022

Aufträge internationaler VoD-Plattformen machen zehn Prozent des deutschen TV-Produktionsvolumens aus

19.01.2022 Interview mit Dr. Christoph Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Allianz Deutscher Produzenten

Die Pandemie 2020 und 2021 hat durch Corona-bedingte Verschiebungen von Produktionen und durch die hohen Hygienekosten die Gewinne der Produktionsunternehmen schrumpfen lassen. Viele Produzentinnen und Produzenten hätten 2020 rote Zahlen geschrieben. Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr, trotz eines Wachstums an Produktionen, hätten diese Verluste aus 2020 nicht ausgleichen können. So die Analyse von Christoph Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Produzentenallianz. Negativ auf die Budgets würde sich auch der Wandel der normalen TV-Produktion zu einer Mediathekennutzung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern auswirken. Aufträge von internationalen Plattformen wie Netflix oder Amazon seien für die deutschen Produzenten immer wichtiger und sollen nach Schätzung der Produzentenallianz fast 10 Prozent des Produktionsvolumens für den TV-Bereich erreicht haben. Für solche VoD-Plattformen fordern die Produzenten Investitionsverpflichtungen nach französischen Beispiel. Das würde eine Verpflichtung zu europäischen und in deutscher Sprache gedrehten Produktionen, eine Regelung zugunsten unabhängiger Produzenten und eine Regelung, die die extrem ungleich verteilte Verhandlungsmacht zwischen derartigen, oft weltweit agierenden Milliarden-Unternehmen und den Produzentinnen und Produzenten etwas ausgleicht, bedeuten, erläutert Palmer.

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„Der KEF kommt weiterhin eine zentrale Rolle zu“

„Der KEF kommt weiterhin eine zentrale Rolle zu“

von am 14.01.2022

Mit der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks soll auch die Rundfunkfinanzierung verändert werden

14.01.2022. Fragen an Axel Wintermeyer (CDU), Chef der Staatskanzlei Hessens und Dr. Jörg Mielke (SPD), Chef der Staatskanzlei Niedersachsens

Sowohl für Axel Wintermeyer, aus Hessens als auch Dr. Jörg Mielke aus Niedersachsen zählt die Auftrags- und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu den wichtigsten medienpolitischen Themen in diesem Jahr. Beide Staatskanzleichefs betonen im Zusammenhang mit möglichen Veränderungen bei der Rundfunkfinanzierung in der 2. Phase der Reform die zentrale Position der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten). So ist Axel Wintermeyer der Auffassung, dass den Controlling-Vorgaben der KEF in Zukunft noch mehr Beachtung zu schenken sei, so dass sie zu einer echten Controlling-Instanz bei der digitalen Transformation werden könnte. Auf der einen Seite müssten die Länder die bereits aufgezeigte Einsparpotenziale von den Sendern weiter einfordern. Auf der anderen Seite müsste bei weiteren Reformüberlegungen berücksichtigt werden, dass Karlsruhe sowohl das Finanzierungsmodell des Rundfunkbeitrags bestätigt als auch das KEF-Verfahren gestärkt habe. Jörg Mielke sagt, dass Dank der Kompetenz und unabhängigen Stellung zwischen Anstalten, Ländern sowie Beitragszahlern der KEF weiterhin eine zentrale Rolle zu komme. Dies würde auch dann gelten, wenn es zu einer wie auch immer ausgestalteten Veränderung der Rundfunkfinanzierung kommen sollte.
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„Medienpolitik wird ein immer wichtigeres Feld der Politik“

„Medienpolitik wird ein immer wichtigeres Feld der Politik“

von am 04.01.2022

Umfrage von medienpolitik.net zu den medienpolitischen Schwerpunkten der Länder für 2022

04.01.2022. Fragen an Rudolf Hoogvliet (B90/Grüne), Staatssekretär für Medienpolitik und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund

medienpolitik.net fragt seit einigen Jahren die für Medienpolitik Verantwortlichen in den Senats- und Staatskanzleien der Bundesländer nach den medienpolitischen Schwerpunkten des neuen Jahres. Zudem interessierte uns auch, ob und wie die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks möglicherweise verändert wird und inwieweit die von der EU-Kommission geplante Regulierung von Plattformen die Konzepte der Bundesländer zur Vielfaltssicherung tangiert. Mit den heutigen Antworten von Rudolf Hoogvliet, Medienstaatssekretär in Baden-Württemberg beginnend, werden wir die medienpolitischen Vorhaben der Länder für 2022 in den nächsten Tagen publizieren. Neben der Reform von Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sieht Hoogvliet die Förderung des Lokal – und Regionaljournalismus sowie die Bekämpfung von Hass und Hetze im Internet als wichtige Aufgabe an. Im Zusammenhang mit dem Digital Services Act und Digital Markets Act bestehen für ihn „aufgrund der Vorstellungen der EU-Kommission erhebliche Dissonanzen mit den für die Medienregulierung zuständigen deutschen Ländern.“ Dazu sei „eine gute Abstimmung und ein intensiver Austausch“ mit dem Bund notwendig.
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Ein erfolgreiches und freundliches Jahr 2022!

Ein erfolgreiches und freundliches Jahr 2022!

von am 21.12.2021

Das Medienjahr 2022: Von Reform bis Trilog

21.12.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Das neue Jahr 2022 hält auch für die Medienpolitik wieder Themen und Entscheidungen parat, die für gesellschaftspolitische Debatten wie geschaffen sind. Dazu zählt an erster Stelle die Verständigung über die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bis März sollen die Ergebnisse der laufenden Online-Konsultation ausgewertet und in einem neuen Entwurf des Medienänderungsstaatsvertrages berücksichtigt sein. Auch dieser muss wieder durch alle Landesparlamente. Ob er das erforderliche Placet erhält und ab 1. Januar 2023 in Kraft treten kann, mit einer Flexibilisierung bei der Beauftragung als Kern, ist also noch offen.

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„Der Modernisierungsprozess ist ein Abenteuer“

„Der Modernisierungsprozess ist ein Abenteuer“

von am 20.12.2021

Der MDR will 2022 mehr exklusive Angebote für die Mediathek produzieren und das lineare Programm reformieren

20.12.2021. Interview mit Klaus Brinkbäumer, Programmdirektor des MDR

Klaus Brinkbäumer ist seit dem 15. Januar 2021 Programmdirektor des MDR. In einem Interview mit medienpolitik.net verweist er auf Erfolge und Probleme bei der digitalen Transformation. So werde der MDR 2022 eine höhere Anzahl von speziell für die Mediathek entwickelten Angeboten produzieren, aber auch am linearen Programm Veränderungen vornehmen. „Dieser Modernisierungsprozess ist im ganzen Haus spürbar und ein Abenteuer“, so Brinkbäumer. Auf der einen Seite seien die Mitarbeitenden sehr erfolgreich und hätten zurecht ein großes Selbstbewusstsein – der MDR produziert erfolgreich fürs Erste und sende das stärkste dritte Programm –, und auf der anderen Seite führe die Transformation zur Verunsicherung. Der MDR-Programmdirektor sieht in einer möglichen Eingrenzung von Unterhaltungsangeboten durch den neuen Medienstaatsvertrag keine Beschränkungen für seinen Sender, dessen Unterhaltung einen Mehrwert für die Nutzer und damit einen kulturellen Wert hätten und einen respektvollen Umgang mit Menschen transportierten. Der MDR würde deshalb auch die Zusammenarbeit mit Florian Silbereisen gern fortsetzen, der ein sehr junges Publikum zu den Öffentlich-Rechtlichen gebracht habe. Das sei Unterhaltung in einer modernen, leidenschaftlichen und humorvollen Art.
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Die Desinformationswelle sozialer Netzwerke brechen

Die Desinformationswelle sozialer Netzwerke brechen

von am 08.12.2021

Die neue Bundesregierung muss sich stärker um die Inhalte gesellschaftlicher Kommunikation kümmern

08.12.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Der neue Bundeskanzler ist gewählt, der Koalitionsvertrag unterschrieben. Nun kann die Regierung beginnen, das 177 Seiten umfassende Vier-Jahres-Programm umzusetzen. Die Vorhaben zum Thema Medien finden sich auf der Seite 124, 27 Zeilen mit 222 Wörtern. Nimmt man noch die Bereiche Filmförderung und Urheberrecht hinzu sind es 42 Zeilen mit 353 Wörtern. Doch entscheidend ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der künftigen Agenda. Im Abschnitt „Medien“ stehen viele Worthülsen, die wir aus der Medienpolitik der jüngsten Zeit kennen: freie und unabhängige Medien, Pluralität und Vielfalt, staatsferne Medienaufsicht und Regulierung, Medienplattform, faire Regulierung der Plattformen und Intermediäre sowie kommunikative Chancengleichheit. Es findet sich auch der Satz „Wir bekämpfen Hassrede und Desinformation“. „Wie“, fragt man sich allerdings. Während für die anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche teilweise sehr detaillierte Maßnahmen festgeschrieben sind, fehlt diese Konkretheit beim Thema Medien. Bleiben Medien und Kommunikation weiterhin nur von sekundärer Bedeutung für die Regierung?
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Mit digitalem Turbo aus dem Corona-Tief

Mit digitalem Turbo aus dem Corona-Tief

von am 07.12.2021

Ein medienpolitischer Jahresrückblick auf 2021

07.12.2021. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

„RTL Deutschland übernimmt Gruner + Jahr - konkret die deutschen Magazine und Marken wie "Stern", "Brigitte", "Geo", "Capital", "Schöner Wohnen", "Eltern" oder "Art" für einen Kaufpreis von 230 Millionen Euro. Für Bertelsmann ist es der konsequente nächste Schritt, nachdem die beiden Töchter in den vergangenen Jahren ihre Zusammenarbeit in immer mehr Bereichen in der Ad Alliance, der Content Alliance und der Data Alliance ausgebaut hatten.“ „Bei RTL lief das TV-Werbegeschäft im zweiten Quartal prächtig, die Umsätze stiegen rasant, der Gewinn lag im ersten Halbjahr auf Rekordniveau. Für das gesamte erste Halbjahr gibt die RTL Group einen Umsatzanstieg um 13,7 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro an. Der Umsatz lag bei den fortgeführten Geschäften über dem, was im Vor-Corona-Jahr 2019 erwirtschaftetet worden ist.“ Beide Pressemeldungen stammen vom gleichen Tag, vom 6. August 2021. Sie illustrieren den Wandel in der Medienbranche, der 2021 weiter an Fahrt gewann.

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„KiKA versteht sich als multimedialer Contentanbieter“

„KiKA versteht sich als multimedialer Contentanbieter“

von am 05.12.2021

Kinderkanal von ARD und ZDF baut digitale Angebote weiter aus.

05.12.2021. Interview mit Dr. Astrid Plenk, Programmgeschäftsführerin des KiKA

Der öffentlich-rechtliche Kinderkanal plant, seine digitalen Angebote auszubauen. So sollen im nächsten Jahr der KiKA-Player und kika.de stärker auf Grundschüler ausgerichtet werden. Auch das Portfolio für die 10-13-Jährigen werde überarbeitet und konsequenter an die Erwartungen dieser Altersgruppe ausgerichtet und damit profiliert, so Dr. Astrid Plenk, Programmgeschäftsführerin des KiKA, gegenüber medienpolitik.net. Auch wenn sich in den Zielgruppen die Mediennutzung weiter zu den digitalen Angeboten verschiebe, stehe das Lineare immer noch an erster Stelle bei Kindern und Eltern. KiKA ist in seiner Sendezeit von 6:00 bis 21:00 Uhr in mehreren Publikumssegmenten Marktführer und das gehe wesentlich auf unsere lineare Präsenz zurück, sagt Plenk. Eine Nichtbeauftragung, wie durch den neuen Medienstaatsvertrag vorgesehen, führe nicht zur Abschaltung des linearen Programms am 1. Januar 2023. „Wir werden das Programm solange weiter linear verbreiten, wie es unser Publikum auf diesen Weg erreicht und es auch erwartet wird. Entscheidend ist für uns, dass wir zusätzliche digitale Angebote entwickeln können, wenn wir einen Bedarf sehen, ohne dass jedes Mal ein Staatsvertrag geändert werden muss“, so die KiKA Programmgeschäftsführerin.
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