Medienwissenschaft

„Die Reform geht in die richtige Richtung“

„Die Reform geht in die richtige Richtung“

von am 01.08.2019

Nur wenige substantielle Änderungen beim 2. Entwurf des Medienstaatsvertrages

01.08.2019. Fragen an Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut (HBI)

Anfang Juli hat die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz den 2. Entwurf eines Medienstaatsvertrages veröffentlicht. Bis 9. August kann dazu Stellung genommen werden. Im Herbst wollen die Länder über einen endgültigen Text entscheiden. Mit dem Medienstaatsvertrag sollen die drei Bereiche Rundfunk, Plattformen und Medienintermediäre zeitgemäß reguliert werden. Am ursprünglichen Entwurf hat sich substantiell nicht viel geändert. Künftig sollen kleinere Stream-Angebote mit wenigen Zuschauern oder keinen für die Meinungsbildung relevanten Inhalten keine Rundfunklizenz mehr benötigen. Auch soll es den Medienanstalten gestattet werden, regionale und lokale journalistische Angebote finanziell zu fördern. Damit wäre es möglich, dass kommerzielle private Anbieter Programmittel aus dem Rundfunkbeitrag erhalten. Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung kritisiert, dass auch im zweiten Entwurf nicht klar sei, welche Angebote unter ein Regelungsregime fallen sollen und dass eine Diskriminierungsregelung wie für Intermediäre vorgeschlagene, nicht nur schwierig umzusetzen sei, sondern auch die Grenzen des rundfunkrechtlichen Regelungsregimes deutlich mache. Das Hans-Bredow-Institut hat mit einem Gutachten wesentliche Grundlagen für die Beratung der Bund-Länder-Kommission als auch für den Entwurf eines Medienstaatsvertrages gelegt
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Neulandgestaltung – Herausforderung und Chance

Neulandgestaltung – Herausforderung und Chance

von am 22.07.2019

Kommunikationsverantwortung in Zeiten der Plattformökonomie

22.07.2019. Von Prof. em. Dr. Otfried Jarren, IKMZ - Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Universität Zürich

Das „Neuland Internet“ hat die politischen Führungsspitzen erreicht, doch noch weiß man nicht so recht, wie man mit diesen unfreiwilligen Entdeckungen umgehen soll. Vor allem weiß man noch nicht, ob es sich um eine kulturelle wie politische Bereicherung handelt. Also vorsorgliche Kolonialisierung? Die historischen Erfahrungen damit sind aber schlecht. Und klar ist: So einfach lässt sich dieses neue Land nicht besetzen. Und die Wilden dort sind die eigenen Bürgerinnen und Bürger. Sie kann – und sollte man – nicht unterwerfen (wollen). Nicht alle, aber sehr viele Bürgerinnen und Bürger wie auch weiteren Menschen nutzen national wie global die Möglichkeiten von Plattformen, um sich kennenzulernen, auszutauschen, Beziehungen zu pflegen, Bewertungen individuell wie in der Gruppe vorzunehmen, Informationen wie Wissen mit anderen zu teilen, um Spass zu haben – und um Forderungen aufzustellen oder Kritik zu äussern. So kommt es zu neuen, globalen Kommunikationsphänomenen wie der „Me too-“ oder der Klimabewegung – mit unmittelbaren und raschen Folgen auch für die nationale Politik. [mehr…]

„Im Krieg der Desinformationen“

„Im Krieg der Desinformationen“

von am 18.07.2019

Dritte Ausgabe des Forschungsmonitors zu Informationsintermediären

18.07.2019. Auch die neueste Ausgabe des Forschungsmonitors zu Informationsintermediären, herausgegeben von der Landesanstalt für Medien NRW, gibt einen Überblick zu neuen Veröffentlichungen, aktuellen Forschungsprojekten und Veranstaltungshinweisen. Das vorliegende Papier legt dieses Mal seinen Schwerpunkt auf den Einfluss algorithmischer Entscheidungsprozesse auf die politische Meinungsbildung. Insbesondere das Thema Desinformation wurde im Kontext der Europawahl intensiv bearbeitet und die Forschung thematisiert zunehmend Strukturen eines „Informationskriegs“. Dabei arbeiten auf der einen Seite Trolle, engagiert von Staaten oder Parteien, aktiv an der Schwächung einzelner Personen und Meinungen, während auf der anderen Seite die Verteidigerinnen und Verteidiger des freien und demokratischen Diskurses für dessen Erhalt kämpfen. Daran schließen sich natürlich unmittelbar die spannenden Fragen an, wer für diesen Krieg verantwortlich ist und wie die Rollen darin zukünftig verteilt sein können.
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Google ist gefühlt von Anfang an da(bei)

Google ist gefühlt von Anfang an da(bei)

von am 28.05.2019

In der Bevölkerung existiert ein unkritisches und naives Bild von Intermediären und Algorithmen

28.05.2019. Interview mit Prof. Dr. Birgit Stark, Institut für Publizistik Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Direktorin des Mainzer Medieninstituts

Algorithmen sind als digitale Komponenten in vielen Bereichen unseres Lebens im Einsatz und prägen einen Großteil unserer Informations- und Kommunikationssituationen. Eine zentrale Eigenschaft von Algorithmen besteht darin, dass sie im Hintergrund agieren und sich größtenteils unserer Kontrolle entziehen. Diese mangelnde Transparenz sowie das massive Einflusspotential von Algorithmen sind Gegenstand einer breiten Debatte über die gesellschaftlichen Folgen algorithmischer Entscheidungen. Doch was wissen Nutzerinnen und Nutzer über Algorithmen? Welche Vorstellungen haben sie von deren Funktionsweisen und wie beeinflusst diese Wahrnehmung ihr Nutzungsverhalten? Das Institut für Publizistik Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist diesen Fragen in einer aktuellen Studie nachgegangen. „Die Ergebnisse bestätigten“, erläutert Prof. Dr. Birgit Stark, Direktorin des Mainzer Medieninstituts in einem mdienpolitik.net-Gespräch, „ein durchweg unkritisches, naives Bild von Google als Unternehmen, das sich auch im Umgang mit der Suchmaschine spiegelt. In der alltäglichen Nutzung vertrauen viele Nutzer blind auf die Auswahl- und Rangentscheidungen, ohne diese kritisch zu evaluieren.“ Die Menschen sollten verstehen lernen, so Stark, dass Themen und Meinungen in sozialen Medien nicht als Stimmungsbarometer der Gesamtgesellschaft zu deuten seien.
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„Wir wollen Mediennutzer schützen“

„Wir wollen Mediennutzer schützen“

von am 27.02.2019

Landesanstalt für Medien NRW veröffentlicht Forschungsergebnisse zu personalisierter politischer Kommunikation in sozialen Netzwerken

27.02.2019. Interview mit Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW

Microtargeting ist seit der Anwendung in den letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfen von Barack Obama oder Donald Trump nicht nur in den USA, sondern auch darüber hinaus von großer Bedeutung für die Online-Kommunikation. Eng ausgewählte Gruppen von Menschen werden gezielt angesprochen und die gewünschte (Werbe-)Botschaft genau auf sie und ihre Interessen abgestimmt. So gelingt es, digitale Kommunikation trotz der begrenzten Ressourcen der Öffentlichkeitsarbeit so effizient und effektiv wie möglich einzusetzen.
Aktuell ist der Forschungsstand in diesem Themenbereich in Deutschland und Europa im Vergleich zu den USA ausbaufähig. [mehr…]

Dem Entstehen von Meinungsmacht entgegenwirken

Dem Entstehen von Meinungsmacht entgegenwirken

von am 17.01.2019

Vielfalt in der digitalen Gesellschaft
17.01.2019. Von Prof. Dr. Birgit Stark, Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie, denn sie setzen Themen, liefern Hintergrundinformationen und stellen verschiedene Standpunkte zu politischen Fragen dar. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger eine eigene, fundierte Meinung bilden und am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben können. Diese Vermittlungsleistung obliegt im digitalen Zeitalter nicht mehr ausschließlich den klassischen Medien, sondern auch Intermediären wie Facebook oder Google. [mehr…]

<h4>Medienpolitik:</h4>„Das ist ziemlich einmalig“

Medienpolitik:

„Das ist ziemlich einmalig“

von am 26.09.2018

Direktor des Hans-Bredow-Instituts kritisiert, dass der Medienstaatsvertrag das Medienkonzentrationsrecht ausklammert

26.09.18 Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung

Im Oktober 2014 veröffentlichten Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, und Prof. Dr. Winfried Kluth, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Gutachten „ und regulatorische Folgen“. Das Gutachten bildete die Grundlage [mehr…]

<h4>Netzpolitik: </h4>„Auf sozialen Medien gibt es keinen Schutz“

Netzpolitik:

„Auf sozialen Medien gibt es keinen Schutz“

von am 09.05.2018

Für Algorithmen sollten Verhaltensregeln festgelegt werden, die transparent sind

09.05.18 Interview mit Prof. Dr. Katharina Anna Zweig, Fachbereich Informatik der Technischen Universität Kaiserslautern

Wenn Mediennutzer - insbesondere in sozialen Medien – immer ähnliche Meinungen präsentiert bekommen, ist schnell von „Filterblase“ die Rede. Offenbar etwas zu schnell, so ein Resümee von Prof. Dr. Katharina Zweig [mehr…]

<h4>Netzpolitik:</h4> „Wir brauchen keine digitale Ethik“

Netzpolitik:

„Wir brauchen keine digitale Ethik“

von am 19.03.2018

Das Grundgesetz hat auch in der digitalen Welt Gültigkeit

19.03.18 Interview mit Prof. Dr. Sven Jöckel, Universität Erfurt, Philosophische Fakultät, Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft

Die Digitalisierung der Gesellschaft hat eine Dimension erreicht, die neue Formen der Datennutzung, der künstlichen Intelligenz und der kommunikativen [mehr…]

<h4>Medienwirtschaft:</h4> Ein tektonischer Wandel

Medienwirtschaft:

Ein tektonischer Wandel

von am 13.03.2018

Wie sich Markt und Nutzung von Video-on-Demand in Deutschland entwickeln

14.03.18 Von Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer Goldmedia GmbH

Im Bewegtbildmarkt ist ein tektonischer Wandel im Gange. Der Digitalisierungsbericht der Medienanstalten 2017 und die dortigen Daten zum Fernsehnutzungsverhalten liefern eindrucksvolle Zahlen: Gefragt nach der durchschnittlichen Nutzung von linearen und non-linearen [mehr…]