Privater Rundfunk

„Neue Angebote nur bei Überprüfung bisheriger Angebote“

„Neue Angebote nur bei Überprüfung bisheriger Angebote“

von am 17.05.2022

Berlin sieht keine Gefahr für Unterhaltung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

17.05.2022. Interview mit Dr. Severin Fischer (SPD), Chef der Berliner Senatskanzlei

Bei ihrer jüngsten Sitzung am 4. Mai hat sich die Rundfunkkommission der Länder weitgehend über die Auftragsreform für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verständigt. So besteht, nach Informationen aus Teilnehmerkreisen, die Hoffnung, dass die Regierungschefinnen und – chefs auf ihrer Tagung am 2. Juni 2022, den Entwurf einmütig billigen, dem anschließend die Landesparlamente zustimmen müssen. Kernpunkt der Reform ist eine verringerte Beauftragung linearer Programme. In einem Gespräch mit medienpolitik.net sagte dazu Dr. Severin Fischer, Chef der Berliner Senatskanzlei: „Der erweiterte Spielraum soll jedoch nicht dazu führen, dass das Angebot einfach nur vergrößert wird. Neue Angebote müssen einhergehen mit einer kritischen Überprüfung bisheriger Angebote.“ Alle Beteiligten, so Fischer, müssten sich bewusst sein, dass ein Wechsel auf nicht-lineare Verbreitungswege und der damit einhergehende Ausbau digitaler Angebote nicht zu Einsparungen bei den Anstalten führen werde. Berlin strebe langfristig einen möglichst stabilen Rundfunkbeitrag an und sei für einen ergebnisoffenen Prozess unter Berücksichtigung der gesamten Parameter, um eine „relative Beitragsstabilität“ zu erreichen, die mit einer „höchstens moderaten Beitragsanpassungen“ einhergeht.
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„Der politische Wind hat sich gedreht“

„Der politische Wind hat sich gedreht“

von am 11.04.2022

DAB+ erfährt in den Ländern und auch bei privaten Veranstaltern mehr Unterstützung

11.04.2022. Interview mit Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM)

DAB+ gehört zu den Gewinnern der aktuellen Untersuchung der Reichweiten von Hörfunksendern. Im weitesten Hörerkreis kommt DAB+ mittlerweile auf einen Anteil von 24,5 Prozent (Hörer ab 14 Jahre, ma 2021 Audio: 20,4 Prozent). Allerdings ist die Relevanz dieser Ergebnisse für die Zukunft des Radios weiter umstritten. So sagte Marco Maier, Geschäftsführer von Radio/Tele FFH in einem medienpolitik.net-Gespräch: „Die drei Übertragungswege (UKW, IP, DAB+) werden mit veränderten Gewichtungen noch sehr lange parallel existieren.“ Vor allem mangelnde finanzielle Unterstützung wird von den privaten Hörfunkanbietern kritisiert. Bayern gehört zu den stärksten Befürwortern und Förderern von DAB+. Seit einem Jahr können alle UKW-Radioprogramme in Bayern auch über DAB+ empfangen werden. So werden von privaten Anbietern aktuell mehr als 80 lokale, landesweite und bundesweite DAB+ -Programme verbreitet. Zusammen mit den Digitalradioprogrammen des Bayerischen Rundfunks sind es insgesamt mehr als 100 DAB+ - Programme. Nach Einschätzung von Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) verliert UKW seit Jahren an Relevanz, während die Reichweite von DAB+ kontinuierlich wächst. Dies lässt sich auch immer besser kommerzialisieren. Dabei verweist Schmiege auch auf die höheren Kosten bei der UKW-Verbreitung.
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„Die Entwicklung des Radios muss technologieneutral erfolgen“

„Die Entwicklung des Radios muss technologieneutral erfolgen“

von am 05.04.2022

DAB+ ist für private Radios weiterhin kein Geschäftsmodell

05.04.2022. Interview mit Marco Maier, Geschäftsführer von Radio/Tele FFH und stellvertretender VAUNET-Vorstandsvorsitzender

Es müsse eine Finanzierung des Umstiegs auf DAB+ für beide Seiten des dualen Radiosystems geben und nicht nur für die in vielen Bereichen deutlich besser ausgestatteten ARD-Radiowellen, so Marco Maier stellvertretender VAUNET-Vorstandsvorsitzender in einem medienpolitik.net-Gespräch. Laut den Ergebnissen der aktuellen ma-Analyse Audi I 2022 erreichten klassische Radioangebote pro Werktag – montags bis freitags – rund 74Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. DAB+ komme auf eine Tagesreichweite von 11,9 Prozent und 11 Prozent der Hörer nutzen IP-basierte Audioangebote (Webradio). „Damit ist der Vorsprung bei den terrestrischen Verbreitungswegen von UKW auf DAB+ weiterhin enorm“, der Geschäftsführer von Radio/Tele FFH. Bei der jüngsten Abstimmung im „Digitalradio Board“ hatte sich die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab hatte für den DAB-Ausbau stark gemacht. Marco Maier kritisiert im Interview jedoch fehlende Voraussetzungen durch die Länder und den Bund: Der Zusatzaufwand für den Umstieg auf DAB+ sei für die Privatradios über Werbung nicht zu finanzieren. Das Digitalradio-Board hatte 2021 deshalb eine DAB+ -Infrastrukturförderung von jährlich ca. 60 Mio. Euro als angemessen erachtet.
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„Mit größtmöglicher Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit“

„Mit größtmöglicher Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit“

von am 28.03.2022

Tageszeitungen mit hoher Glaubwürdigkeit bei der Vermittlung der Wahrheit über den Ukraine-Krieg

28.03.2022. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Seit 33 Tagen ist Krieg in der Ukraine. Soziale Netzwerke vermitteln über diesen ungleichen Kampf um die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes ein vielfältiges, oft aber auch ein von beiden Kriegsparteien interessengeleitetes Bild, und verbreiten auch Fake News. Deshalb ist es wichtig, dass die Presse und der Rundfunk mit eigenen Korrespondenten vor Ort und kompetenten Beobachtern das Kriegsgeschehen und die Auswirkung schildern und bewerten. Wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, vertrauen die meisten Menschen den klassischen Medien bei ihren Informationen über den Ukraine-Krieg. Tageszeitungen, Hörfunk- und TV-Sender informieren sowohl über die klassischen Verbreitungswege als auch auf ihrer Website und in sozialen Netzwerken nahezu rund um die Uhr aktuell und ausführlich über diesen Überfall durch Russland. Eine wichtige Rolle bei der Berichterstattung über den Krieg, die politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und kulturellen Auswirkungen, die Einordnung in unseren gesellschaftlichen Wertekanon, kommt dabei nicht nur dem Fernsehen, sondern vor allem bei der Vermittlung von Hintergründen und Zusammenhängen, den überregionalen Tages- und Wochenzeitungen zu.
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Großes Informationsbedürfnis und Angst vor digitaler Eskalation

Großes Informationsbedürfnis und Angst vor digitaler Eskalation

von am 23.03.2022

Bei Informationen über den Ukraine-Krieg vertraut die Mehrheit klassischen Medien

23.03.2022. Die Bevölkerung eint ein großes Informationsbedürfnis zum Ukraine-Krieg: So gibt es niemanden, der sich nach eigenen Angaben nicht über die aktuelle Lage informiert. Viele nutzen eine große Auswahl von Medienangeboten. Wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, vertrauen die meisten Menschen dabei den klassischen Medien. So gaben 98 Prozent der Befragten an, ihr Wissen über den Krieg aus Radio oder Fernsehen zu beziehen, 82 Prozent aus persönlichen Gesprächen und mehr als die Hälfte der Menschen (51 Prozent) aus Printmedien. Etwa zwei Drittel (62 Prozent) gaben Online-Nachrichtenseiten als wichtigste Informationsquelle an. Den sozialen Netzwerken vertrauen nur 42 Prozent. Mit Videoclips informieren sich 27 Prozent über den Krieg, 19 Prozent greifen auf Messenger-Dienste und 18 Prozent auf Podcasts zurück. Lediglich 10 Prozent informieren sich in Blogs und 5 Prozent auf Webseiten von Ministerien oder Behörden über das aktuelle Geschehen.
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Die Meinungsvielfalt sichern

Die Meinungsvielfalt sichern

von am 16.03.2022

KEK veröffentlicht Konzentrationsbericht

16.03.2022. Die KEK hat ihren 7. Medienkonzentrationsbericht vorgestellt. Sie hat bei dieser Gelegenheit eine positive Bilanz ihrer bisherigen 25-jährigen Tätigkeit gezogen. Den neuen Herausforderungen für die Vielfaltssicherung wird die KEK jedoch nur begegnen können, wenn das auf den Fernsehbereich fokussierte Medienkonzentrationsrecht durch ein zukunftsoffenes, deutlich weiter gefasstes Modell abgelöst wird. Mit ihrem siebten Konzentrationsbericht stellt die KEK medienkonzentrationsrechltich relevante Entwicklung im Medienbereich dar. Der Bericht gibt einen detaillierten Überblick über die Marktverhältnisse im privaten Rundfunk sowie den weiteren medienrelevanten verwandten Märkten. Dies umfasst die Bereiche Hörfunk, Print und Online sowie die Inhalteproduktion und den Rechte- und Werbemarkt. Der Bericht enthält zudem Informationen zu Geschäftszahlen, Beteiligungsverhältnissen, Senderbeteiligungen, weiteren Medienaktivitäten und aktuellen Entwicklungen der für den deutschen Medienmarkt besonders relevanten Medienunternehmen. Ferner berichtet die Kommission über die Anwendung der ihrer Prüfpraxis zugrundeliegenden medienrechtlichen Vorschriften.
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„Wenn Informationen nicht gesichert sind, wird dies transparent gemacht“

„Wenn Informationen nicht gesichert sind, wird dies transparent gemacht“

von am 03.03.2022

Sender verifizieren die Informationen über den Krieg gegen die Ukraine sehr genau

03.03.2022. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Seite einer Woche befinden sich die Medien in Deutschland in einem Ausnahmezustand. Am 24. Februar um vier Uhr morgens rückten russische Militärfahrzeuge von Norden, Osten und Süden auf ukrainisches Staatsgebiet vor. Dem Vormarsch ging ein Beschuss ukrainischer Ziele, darunter bei Kiew, mit weitreichenden Waffen voraus. Von dieser Stunde an informieren Tageszeitungen, Hörfunk- und TV-Sender sowohl über die klassischen Verbreitungswege als auch auf ihrer Website und in sozialen Netzwerken aktuell und ausführlich über diesen Überfall durch Russland. Der Krieg gegen die Ukraine ist das Schwerpunktthema der Nachrichten- und Magazinsendungen sowie täglicher Sondersendungen. Ein zunehmendes Problem stellen unbestätigte Bilder und Informationen dar, vor allem aus sozialen Netzen, die überprüft werden müssen. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Auslandskorrespondenten zu, die die oft schwierige Nachrichtenlage mit eigener Analyse und teilweise aus hautnahem Erleben einordnen können. Das Informationsbedürfnis über die russische Invasion ist auch in den jüngeren Altersgruppen sehr hoch. So wurde am gestrigen Mittwoch durch die 1,83 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauer der "Brennpunkt" um 20.15 Uhr die meistgesehene Sendung des Tages. Die höchste informierende Tagesreichweite verzeichnet gegenwärtig das Fernsehen, gefolgt von Internet und Radio.
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ARD-Vorstoß gefährdet die Medienvielfalt

ARD-Vorstoß gefährdet die Medienvielfalt

von am 24.02.2022

Keine Notwendigkeit für einen ARD-Nachrichtenkanal

24.02.2022. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Sowohl ARD und ZDF als auch RTL und ProSiebenSat.1 informieren ausführlich über die aktuelle Entwicklung im Russland-Ukraine-Konflikt in den Nachrichtenausgaben und auch in Sondersendungen. Diese Informationsangebote stoßen erwartungsgemäß auf breites Interesse: 6,21 Millionen Menschen sahen am Dienstag den "Brennpunkt" um 20:15 Uhr, was einem Marktanteil von 20,2 Prozent entsprach. Das Erste erreichte so die meisten Zuschauer. Auf dem zweiten Platz lag die „Tagesschau“ um 20.00. "heute“ im ZDF, kam mit 4,85 Millionen Zuschauer auf einen Marktanteil von 19,6. "ZDF Spezial" im Anschluss interessierte 4,68 Millionen Zuschauer. Doch auch die Specials bei RTL, Sat.1. und ProSieben fanden ein großes Publikum, vor allem bei jüngeren Zuschauern. Die beiden Nachrichtensender n-tv und „Welt“ verdoppelten an diesem Tag nahezu ihre durchschnittlichen Marktanteile mit 2,1 bzw. 1,9 Prozent. Umfangreich wird auch auf den Websites der Rundfunkanstalten und Tageszeitungen den ganzen Tag über aktuell berichtet. Nichts spricht dafür, dass ein spezieller ARD-Nachrichtenkanal vermisst wird.
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„Große Relevanz der Audio- und audiovisuellen Medien für die Gesellschaft“

„Große Relevanz der Audio- und audiovisuellen Medien für die Gesellschaft“

von am 03.02.2022

Audio- und audiovisuelle Mediennutzung steigt in Deutschland erstmals auf 10 Stunden pro Tag

03.02.2022. Die Nutzung audiovisueller Medien in Deutschland ist nach dem Beginn der Corona-Pandemie auch 2021 im zweiten Jahr in Folge gestiegen und hat einen neuen Rekordwert erreicht: Erstmals haben die ab 14-Jährigen in Deutschland durchschnittlich 10 Stunden pro Tag mit dem Konsum audiovisueller Medien verbracht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die tägliche Nutzung von Fernsehen, Radio und anderen audiovisuellen Medien um 13 Minuten (2020: 9 Stunden und 47 Minuten) – verglichen mit der Vorkrisennutzung im Jahr 2019 sogar um 54 Minuten (2019: 9 Stunden und 6 Minuten). Dies geht aus der aktuellen VAUNET-Mediennutzungsanalyse 2021 hervor, die der VAUNET – Verband Privater Medien auf Basis von Sekundärquellen veröffentlicht hat.
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„Ohne die Kreativwirtschaft wird es nicht gehen“

„Ohne die Kreativwirtschaft wird es nicht gehen“

von am 26.01.2022

VAUNET kritisiert Entwurf des Medienstaatsvertrages als zu „unbestimmt“ / Musikindustrie fordert von der Politik, die Branche „ernst zu nehmen“

26.01.2022. Fragen an Daniela Beaujean, Geschäftsführerin sowie Frank Giersberg, Geschäftsführer, VAUNET und Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer BVMI

„Die privaten audiovisuellen Medien leisten seit vielen Jahren einen unerlässlichen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und werden das auch künftig tun“, so der VAUNET zu den Schwerpunkten für 2022. Die große politische Herausforderung dieses Jahres werde es sein, die Grundlagen für die Finanzierung und Ausgestaltung der Geschäftsmodelle über alle Regulierungsinitiativen hinweg zu sichern und zu stärken. Mit dem Entwurf der Auftragsnovelle würden Länder nichts weniger „als eine Reform des gesamten Mediensystems“ diskutieren, in dem beide Säulen von „Trusted Media“ gestärkt werden müssten. Der VAUNET sieht im aktuellen Diskussionsentwurf durchaus positive Ansätze, aber insgesamt sei er immer noch zu unbestimmt, um konkret definierte und planbare Auftragsnormen hervorzubringen.
Der Staat allein werde die von der Pandemie zum Teil massiv geschädigten Kulturbereiche nicht dauerhaft auf Basis von Steuermitteln aufrechterhalten können, so Dr. Florian Drücke im Namen der Musikindustrie. Hier werde es ohne die Kreativwirtschaft als Partner der Kreativen und insofern als wesentlicher Teil der Infrastruktur für Kulturschaffende, nicht gehen, im Gegenteil: „Entsprechend sollte und muss die Branche mit ihren spezifischen Bedürfnissen ernst genommen und berücksichtigt werden.“

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