Social Media

„ZDF-Nachrichten – eine Strategie für jedes Alter“

„ZDF-Nachrichten – eine Strategie für jedes Alter“

von am 30.06.2020

ZDF erreicht mit ZDFheute online Rekordwerte

30.06.2020. Interview mit Bettina Schausten, Stellvertretende ZDF-Chefredakteurin und Leiterin der Hauptredaktion Aktuelles

Am 16. Juni lief die letzte Ausgabe der ZDF-Nachrichtensendung „heute+“ „News online, on air und zum Mitreden“, so charakterisierte das ZDF die Sendung auf seiner Webseite. „heute+“ war ein experimentelles Nachrichtenformat, das sich seit 2015 vor allem an junge Zuschauer richtete. Die Spätnachrichten wurden sowohl gegen Mitternacht im TV, als auch auf Social-Media-Kanälen ausgestrahlt. Wie die Stellvertretende ZDF-Chefredakteurin und Leiterin der Hauptredaktion Aktuelles gegenüber medienpolitik.net informierte, soll am 7.September stattdessen ein 15-minütiges Nachrichtenmagazin starten. Es soll einen kompakten Überblick über das Tagesgeschehen geben, dazu eigene Akzente setzen, u.a. durch Interviews.
Währenddessen präsentiert das ZDF seit Ende März aktuelle Nachrichten auf einer neuen zentralen Online-Plattform. Aus der bisherigen Webseite „heute.de“ ist ZDFheute entstanden. „Die Nutzung stieg sprunghaft. In den ersten Corona-Monaten konnten mitunter mehr als dreimal so viele Aufrufe, sprich Visits, erzielt werden wie im jeweiligen Vergleichszeitraum 2019. Auch gegenwärtig liegt ZDFheute häufig auf einem doppelt so hohen Wert wie zuvor“, betont Bettina Schausten. Auch bei Instagram und YouTube gab es starke Zuwächse.
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Fake it to make it

Fake it to make it

von am 23.06.2020

Fake News sind nicht grundsätzlich straffrei

23.06.2020. Von Tae Joung Kim, Rechtsanwalt der Kanzlei SBS LEGAL

Fake News setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. „Fake“ heißt so viel „gefälscht“ oder „Fälschung“ und „News“ heißt „Nachrichten“. Demnach handelt es sich bei Fake News also um gefälschte Nachrichten. Besonders mit reißerischen Schlagzeilen, gefälschten Bildern und Behauptungen werden so Lügen und Propaganda verbreitet. Dies geschieht allerdings mit dem Ziel, dem Leser vorzugaukeln, dass es sich um echte Nachrichten handelt. Immer mehr wird in den letzten Jahren der öffentliche Fokus maßgeblich auf den Wahrheitsgehalt in Presse und Politik gelegt. Nach dem allgemein anerkannten Kontext haben Fake News das Ziel, politische und gesellschaftliche Gegebenheiten zu beeinflussen und zu verändern.
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„Der Journalismus muss sein Erscheinungsbild im Internet überdenken“

„Der Journalismus muss sein Erscheinungsbild im Internet überdenken“

von am 18.06.2020

Klassische journalistische Medien beschädigen mit ihren Inhalten in sozialen Netzwerken oft ihre Glaubwürdigkeit

18.06.2020. Interview mit Dr. Sascha Hölig, Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut

Die deutliche Mehrheit der erwachsenen Onliner in Deutschland ist der Ansicht, dass ein unab-hängiger Journalismus für das Funktionieren einer Gesellschaft wichtig ist (79 %). Auffällig sind die Meinungsunterschiede in den Altersgruppen. Während fast 90 Prozent der über 55-Jährigen einen unabhängigen Journalismus für wichtig halten (88 %), sind es in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen lediglich 56 Prozent. Insgesamt betrachtet fast jeder Neunte dieser Altersgruppe unabhängigen Journalismus als unwichtig (11 %), und 15 Prozent haben keine Meinung dazu. Dies sind Ergebnisse des Reuters Institute Digital News Reports, dessen deutsche Teilstudie vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg erarbeitet wurde. Insgesamt basiert die Studie auf 80.155 Befragten aus 40 Ländern auf sechs Kontinenten. Das Nachrichteninteresse und die Nachrichtennutzungshäufigkeit bleiben auf hohem Niveau stabil. 94 Prozent der erwachsenen Onliner nutzten im Januar 2020 mindestens mehrmals pro Woche die Nachrichten (2019: 95 %) und 71 Prozent sagen, dass sie sehr oder überaus an Nachrichten interessiert sind (2019: 68 %). Merklich gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind die Anteile der interessierten 18- bis 24-Jährigen (50 %, +7 Prozentpunkte) und 25- bis 34-Jährigen (66 %, +9).
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„Plattformbetreiber sollten nicht zu Richtern werden“

„Plattformbetreiber sollten nicht zu Richtern werden“

von am 12.05.2020

Soziale Medien haben ihren Charakter durch die Corona-Krise nicht verändert

12.05.2020. Interview mit Dr. Jan-Hinrik Schmidt, Senior Researcher digitale interaktive Medien & politische Kommunikation, Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

Während der Corona-Pandemie wurden Video-Chats zwischen Großeltern und ihren Enkeln, Videos mit Grußbotschaften, die über soziale Netzwerke geteilt wurden, als wichtige seelsorgerische Mittel in der Corona-Krise gelobt und wegen ihrer positiven Rolle bei der Bewältigung der Krise gepriesen. Von Hate Speech und Drohungen war kaum mehr etwas zu hören oder zu lesen. Wandeln sich soziale Netzwerke, weil sie mehr für Alltagskontakte und Informationen genutzt werden, zu Friendly Speech anstelle von Hate Speech? Nach Auffassung von Dr. Jan-Hinrik Schmidt habe sich die Nutzung selbst nicht grundlegend verändert, sondern nur der Blick auf die sozialen Medien. „Soziale Medien waren und sind vorrangig Medien der Alltagskommunikation, mit deren Hilfe sich Menschen in ihren erweiterten sozialen Netzwerken über Themen von persönlicher Relevanz austauschen“, so der Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut.
Der Informationsbedarf habe sich mittlerweile aufgefächert, insbesondere bei denjenigen Gruppen in der Bevölkerung, die nach alternativen Erklärungen und Sichtweisen suchen, werden eher in den sozialen Medien fündig, so Schmidt.

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Verschwörungstheorien statt Falschmeldungen

Verschwörungstheorien statt Falschmeldungen

von am 05.05.2020

Kommunikationswissenschaftler analysieren Facebook-Posts von alternativen Nachrichtenmedien

05.05.2020. In Zeiten der Corona-Pandemie haben sogenannte alternative Nachrichtenmedien im deutschsprachigen Raum nur wenige Falschmeldungen (Fake News) verbreitet – stattdessen neigen sie stärker zur Veröffentlichung von Verschwörungstheorien. Zu diesem Ergebnis kommen Kommunikationswissenschaftlerinnen und Kommunikationswissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) in einer aktuellen Untersuchung. Das vierköpfige Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Quandt untersuchte 120.000 Posts, die von Anfang Januar bis zum 22. März über den Social-Media-Kanal „Facebook“ veröffentlicht wurden – davon 15.000 von den alternativen Nachrichtenmedien, der Rest von klassischen Medienhäusern. Die Studie ist online erschienen.
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„Jedes Format lernt gegenwärtig viel über seine Zielgruppe“

„Jedes Format lernt gegenwärtig viel über seine Zielgruppe“

von am 30.04.2020

Weitere FUNK-Creatoren sollen in das Erste der ARD wechseln

30.04.2020. Interview mit Florian Hager, Programmgeschäftsführer von FUNK und stellvertretender Programmdirektor der ARD
Auch FUNK, das junge Angebot von ARD und ZDF, hat sich flexibel auf die Corona-Pandemie eingestellt. Um die Zeit für die junge Zielgruppe so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, hat funk #mitfunkzuhause gestartet. In täglichen Livestreams können die User sich so mit Creatoren aus unterschiedlichen funk-Formaten austauschen. „Wir merken“, so Florian Hager, Programmgeschäftsführer von FUNK in einem medienpolitik.net-Interview, „dass nicht nur die Nutzung bei Informationsformaten ansteigt, sondern auch bei unseren Orientierungs- und Unterhaltungsformaten eine höhere Nutzung zu verzeichnen ist.“ Beispielsweise hätten sich die Nutzungszahlen auf Facebook im März im Vergleich zum Vormonat fast verdoppelt - damit seien die Zahlen auf Facebook so hoch wie nie zuvor. „An den Abrufzahlen für die Videos im Informationsbereich sehen wir“, erläutert Hager, „wie relevant es für die Zielgruppe ist, verlässliche Informationen zu erhalten.“ Beispiele dafür seien die Beiträge von maiLab mit Mai Thi Nguyen-Kim, MrWissen2Go mit Mirko Drotschmann, STRG_F oder auch die FUNK-Hubs wie beispielsweise der Instagram-Hub, der innerhalb der letzten zwei Monate seine Abonnentenzahlen mehr als verdoppeln konnte.
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„Bei uns wird nicht zugespitzt sondern zugehört“

„Bei uns wird nicht zugespitzt sondern zugehört“

von am 15.04.2020

PHOENIX-Videos wurden im 1. Quartal auf YouTube rund 19 Millionen Mal aufgerufen

15.04.2020. Interview mit Michaela Kolster und Eva Lindenau, PHOENIX-Programmgeschäftsführerinnen

„Die Zuschauer können sich somit bei PHOENIX einen eigenen, sehr authentischen Eindruck des Krisenmanagements der Bundesregierung und der Länder verschaffen“, beschreibt Eva Lindenau, PHOENIX-Programmgeschäftsführerin, die gegenwärtig wichtigste Funktion des Ereignis- und Dokumentationskanals von ARD und ZDF. Dazu wurden und werden weiterhin alle wichtigen Pressekonferenzen der Bundes- und Landesregierungen sowie des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Corona-Krise live oder leicht zeitversetzt gezeigt. Dazu kommen die Pressestatements der Bundesminister und Ministerpräsidenten. Die Ereignisse würden jedoch nie für sich allein stehen, sondern vertieft und ergänzt, durch Hintergrundinformationen in Dokumentationen und Reportagen, durch Analysen, Interviews, Expertenmeinungen im Studio sowie durch Diskussions- und Gesprächssendungen, erläutert Michaela Kolster. Insgesamt erreichte der Sender im 1. Quartal einen Zugewinn von 400.000 Zuschauern täglich. In den sozialen Netzwerken haben insbesondere die Live-Videos der Pressekonferenzen einen hohen Zuspruch.
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Facebook’s Hausgericht

Facebook’s Hausgericht

von am 14.04.2020

Ein Oversight Board soll entscheiden, welche Inhalte verbreitet werden dürfen

14.04.2020. Von Prof. Dr. Otfried Jarren, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung Universität Zürich und Prof. Dr. Tobias Gostomzyk, Institut für Journalistik TU Dortmund

Facebook errichtet derzeit ein Quasi-Gericht. Es soll verbindlich darüber entscheiden, welche Inhalte auf dem sozialen Netzwerk verbreitet werden dürfen – und welche nicht. Verlieren staatliche Gerichte ihre Entscheidungskompetenzen in Fragen der Meinungsfreiheit? Facebook ist mit der katholischen Kirche vergleichbar: Das Unternehmen ist global tätig, wie die Weltkirche. Die Setzung von Gemeinschaftsstandards erfolgt zentral und hierarchisch, nicht in einem demokratischen Prozess.
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„Ganze Zivilgesellschaften müssen jetzt radikal umdenken“

„Ganze Zivilgesellschaften müssen jetzt radikal umdenken“

von am 26.03.2020

Online-Angebote der Deutschen Welle mit Rekordzahlen bei der Nutzung

26.03.2020. Interview mit Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle

Auf die Verunsicherung vieler User weltweit angesichts des Coronavirus reagiert die Deutsche Welle mit mehreren neuen Social-Media-Angeboten, die im Laufe dieser Woche starten. Die DW-Accounts bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube in vielen Sprachen verzeichnen derzeit hohe Abrufzahlen. Im täglichen COVID-19 Special im englischsprachigen TV-Programm und auf dem YouTube-Kanal von DW News analysieren internationale Experten, überwiegend Wissenschaftler, vielfältige Pandemie-Themen. Die erste Ausgabe befasst sich unter anderem mit der sogenannten Herdenimmunität. Eine Reportage zeigt, wie sich das Biotech-Unternehmen Qiagen auf die hohe Nachfrage nach seinem neu entwickelten Corona-Schnelltest einstellt. Wie Peter Limbourg in einem medienpolitik.net-Interview betont, stiegen die die Abrufe und Klickzahlen besonders stark in den Ländern, in denen es nur begrenzte Informationen zu Corona gäbe. „Sehr eindrucksvolle Zahlen gibt es dazu aus der Türkei, aber auch Abrufe aus Indien an unseren englischsprachigen Artikeln zum Thema sind kräftig angestiegen“; so der Intendant der Deutschen Welle.
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„Selbstregulierung ist in diesem Fall nicht effektiv“

„Selbstregulierung ist in diesem Fall nicht effektiv“

von am 25.02.2020

Der Gesetzgeber muss „Desinformation“ bei sozialen Netzwerken klar definieren

25.02.2020. Interview mit Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW

In einem Gutachten im Auftrag der EU-Kommission stellen vier Landesmedienanstalten fest, dass Plattformen wie Facebook, Twitter und Google ihre eigenen Selbstverpflichtungen, die sie gegenüber der Europäischen Union abgegeben haben, nicht einhalten würden. Demnach wird die bisherige Selbstregulierung der Plattformen weder als effektiv noch als verhältnismäßig eingestuft. Die Landesmedienanstalt NRW sieht sogar ein „Systemversagen Sie empfehlen deshalb weitreichendere Regulierungsmaßnahmen für soziale Netzwerke. Mehrere Social-Media-Konzerne hatten mit einer Selbstverpflichtung im Oktober 2018 unter anderem die bessere Bekämpfung von Fake-Accounts versprochen. Nach Auffassung von Dr. Tobias Schmid, Direktor der am Gutachten beteiligten Landesanstalt für Medien NRW versagt folglich das System, „weil die Kennzeichnungen nicht dienstübergreifend funktionieren und es außerdem keine verbindlichen Regeln für die Kennzeichnung von politischer Werbung gibt. Wir lernen einmal mehr daraus, dass es nicht die Aufgabe der Plattformen sein kann, diese Regeln zu setzen.“

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