Infrastruktur

„Privat vor Staat“

„Privat vor Staat“

von am 05.10.2021

Gigabit-Konnektivität als Voraussetzung einer erfolgreichen Digitalisierung

05.10.2021. Von Dr. Andrea Huber, Geschäftsführerin ANGA Der Breitbandverband e.V.

Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung flächendeckender und hochleistungsfähiger digitaler Infrastrukturen in das Zentrum der politischen Aufmerksamkeit gerückt. Ob mobiles Arbeiten, Homeschooling oder Online-Entertainment, all diese Anwendungen sind nur mit leistungsfähigen Netzen bis in die Wohnungen möglich. Die ANGA-Netzbetreiber investieren in eigene, hochleistungsfähige Infrastrukturen: Mehr als 25 Millionen Haushalte haben Zugang zu Gigabit-Anschlüssen über ihre Netze. Trotz der Fortschritte beim Netzausbau bleibt der flächendeckende Gigabit-Ausbau aber ein großes Thema für die neue Wahlperiode.
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Digitale Innovation und Transformation – aber wie?

Digitale Innovation und Transformation – aber wie?

von am 23.09.2021

(Mit) Vertrauen in die digitale Transformation – Ein Blick nach Asien

23.09.2021. Von Katharina Naumann, Pencho Kuzev, Christian Echle

Eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur, eine moderne Verwaltung, einfallsreicher Umgang mit Daten und effektiver Datenschutz sind Schlüssel zu Innovation und Wachstum. Jedoch schöpfen wir hierzulande das Potenzial, das in der Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Staat liegt, bei Weitem nicht aus. Da neben US-amerikanischen Techgiganten vor allem asiatische Unternehmen und Staaten an der Spitze der digitalen Transformation stehen, lohnt sich ein vergleichender Blick nach Asien als führende Wachstums- und Innovationsregion der Welt. Datenschutz, der oftmals als Hemmschuh für europäische Innovation angeführt wird, ist dabei nicht der entscheidende Faktor. Der Blick nach Asien zeigt: Im Bereich der digitalen Innovation spielt es eine entscheidende Rolle, wie Innovation angestoßen wird. Zudem ist es wichtig, wie das Vertrauen der Menschen in staatliche Stellen und Unternehmen ausgeprägt ist und für wie kompetent sie diese halten, mit neuen Technologien umzugehen.
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„An der Vernetzung von Audio und Auto führt kein Weg vorbei“

„An der Vernetzung von Audio und Auto führt kein Weg vorbei“

von am 05.08.2021

Das Auto ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt, um mobil Musik und Nachrichten zu konsumieren

05.08.2021. Interview mit Simone Jost-Westendorf, Leiterin des Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW

Die Landesanstalt für Medien NRW führt in Kooperation mit dem VAUNET – Verband Privater Medien, sowie der RTL Radio Deutschland GmbH und dem MedienNetzwerk Bayern das Forschungsprojekt „On Track – Studien zu Audio und Mobilität“ durch. Damit soll die mobile Audionutzung, das heißt die Nutzung von Audioinhalten außerhalb des eigenen Zuhauses, untersucht werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzung während der Autofahrt. Damit soll eine Forschungslücke geschlossen und Handlungsempfehlungen für die Audiobranche und Automobilindustrie gegeben werden. In einer repräsentativen Befragung wurden 1.700 Personen ab 14 Jahren in Deutschland mit Internetanschluss von April bis Mai 2021 befragt. Zu den ersten Ergebnissen der Studie gehört, dass Jüngere sehr intensiv unterwegs Audioinhalte. Während bei den 14-29-Jährigen 88 Prozent außerhalb des eigenen Zuhauses diese Medienangebote abrufen, sind es bei den über 50-Jährigen nur 52 Prozent. Zu 74 Prozent erfolgt diese Nutzung über das Smartphone; bei den Jüngeren sogar zu 94 Prozent. Das Autoradio ist vor allem für die Älteren noch immer das meistgenutzte Audio-Gerät.
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„Die UKW-Verbreitung wird ohne gesetzlichen Zwang beendet sein“

„Die UKW-Verbreitung wird ohne gesetzlichen Zwang beendet sein“

von am 19.07.2021

In zehn Jahren könnte der Hörfunk von der Produktion bis zum Empfang durchgängig digital sein

19.07.2021. Interview mit Helmut G. Bauer, Rechtsanwalt

Am 1. August 2011 wurde in Regensburg der Startknopf für den ersten bundesweiten DAB+– Multiplex gedrückt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der DAB+-Radioprogramme und der DAB +Radiogeräte vervielfacht. Immer mehr Menschen hören inzwischen Radio über DAB+ und das Internet. Die UKW-Radionutzung geht schrittweise zurück. Anlass für einen Rückblick und um einen Ausblick zu wagen. Helmut G. Bauer hat diese Entwicklung von Anfang an begleitet.

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Verschwindende Vielfalt

Verschwindende Vielfalt

von am 28.06.2021

28.06.2021. Von Prof. Dr. Stefan Sporn, Honorar-Professor der TH Köln und Sprecher des Beirats der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht*

Ob man im Leben bestimmte Dinge wirklich braucht, weiß man leider immer erst dann, wenn sie weg sind – meist unwiederbringlich. Im Zeitungsmarkt sind in den vergangenen Jahren viele Zeitungen bzw. ihre überregionalen Mäntel verschwunden. Fehlen sie? Daneben hat jetzt wohl ein weiterer unumkehrbarer Prozess des medialen Verschwindens eingesetzt: Der des Ver-schwindens von linearem Fernsehen. Sowohl die Kabel-/IP-Netzbetreiber als Verbreiter als auch die Veranstalter selbst schalten Sender ab. In Deutschland hat einer der größten Netzbetreiber jüngst mitgeteilt, eine ganze Reihe von TV-Sendern nicht mehr weiterzuverbreiten.

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„Der DAB+ Erfolg in Deutschland hat viele Mütter und Väter“

„Der DAB+ Erfolg in Deutschland hat viele Mütter und Väter“

von am 11.03.2021

Stefan Raue: Kein Strategiewechsel bei DAB+

11.03.2021. Interview mit Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios und Vorsitzender Digitalradio Deutschland e.V.

Im umsatzstärksten Jahr seit der Einführung von DAB+ wurden in Deutschland 2020 mehr als 1,83 Mio. DAB+ Empfänger abgesetzt. Wie der HEMIX (Home Electronics Market Index) belegt, entspricht dies einem Wachstum von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Umsatz mit DAB+ Radios wuchs mit 13 Prozent zweistellig: von 216 Mio. Euro in 2019 auf die aktuelle Bestmarke in Höhe von 244 Mio. Euro in 2020. Die Nutzung des digital-terrestrischen Radios hat 2020 bei der Tagesreichweite relativ um rund 50 Prozent zugelegt. Das macht DAB+ zum Radioverbreitungsweg mit dem derzeit stärksten Wachstum. In einem Gespräch mit medienpolitik.net bekräftigt Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios, dass die Politik weiterhin eine wichtige Rolle für die Akzeptanz von DAB+ spiele. So definiere das Digitalradio Board der Bundesregierung grundlegende Bedingungen für den beschleunigten Aus- und Aufbau von DAB+ in Deutschland. Auf Irritationen im Zusammenhang mit dem neuen RBB-Staatsvertrag angesprochen, erklärt Raue: „Wir erkennen keine Strategieänderung. Die ARD und das Deutschlandradio halten an DAB+ und der Digitalisierung der Radioprogramme fest.“ Dabei gelte ein hybrider Ansatz: DAB+ als robustes Rückgrat der Programmverbreitung und IP-Radio als Ergänzung.

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Eine Strategie der Marktabschottung

Eine Strategie der Marktabschottung

von am 21.12.2020

Nebenkostenprivileg – eine alte Verpflichtung zu Lasten zeitgemäßer Mediennutzung

21.12.2020. Von Prof. Dr. Tobias Gostomzyk, Professur für Medienrecht, TU Dortmund

Nebenkostenprivileg – ein sperriges Wort. Die Nebenkosten beziehen sich auf zu zahlende Mietnebenkosten. Dazu gehören bislang nicht nur Kosten wie für das Beseitigen von Müll oder das Warten von Aufzügen, sondern auch die laufenden monatlichen Grundkosten für den Kabelanschluss. Unter Privilegierung ist zu verstehen, dass diese Kosten laut Betriebskostenverordnung (BetrK-VO) auf Mieter*innen umgelegt werden dürfen. So können Kabelnetzbetreiber und vor allem Wohnungseigentumsgesellschaften Verträge schließen, die sie für günstig befinden, Mieter*innen aber verpflichten. Das gilt unabhängig davon, ob Letztere Kabelfernsehen tatsächlich nutzen oder lieber Fernsehen über Satellitenempfang oder IP-basiert beziehen. Damit werden Mieter*innen seit langem in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt. Denn wer über einen anderen Weg als Breitbandkabel fernsehen möchte, muss für diesen Zugang zumindest zusätzlich zahlen. Kosten für den Kabelanschluss sollen künftig nur zeitlich befristet als Mietnebenkosten angesetzt werden dürfen. Mieter*innen erhalten so eine größere Freiheit auszuwählen, über welchen technischen Weg sie Rundfunkinhalte nutzen möchten. Vertreter einiger Medienanstalten, der Verband für private Medien Vaunet sowie die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz sehen hierin eine Vielfaltsgefährdung. Stimmt das?
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„Der point of no return ist bei DAB+ längst überschritten“

„Der point of no return ist bei DAB+ längst überschritten“

von am 02.10.2020

Media Broadcast baut zweites bundesweites Digitalradionetz für 67 Millionen Hörer

02.10.2020. Interview mit Arnold Stender, Geschäftsführer Media Broadcast

Media Broadcast errichtet gegenwärtig das Sendernetz für die zweite nationale DAB+ Plattform. Danach sollen rund 67 Millionen Hörer bis zu 16 Programme über die Plattform von Antenne Deutschland mobil empfangen können. Über 71 Standorte werden somit rund 83 Prozent der Bevölkerung versorgt. Je nach Region werden die Programme auf unterschiedlichen Frequenzen übertragen. DAB+ Radiogeräte wechseln automatisch auf den Kanal mit dem jeweils besten lokalen Empfang, so dass für den Hörer ein bundesweit durchgängiger Empfang sichergestellt wird. Bereits in der ersten Ausbaustufe des neuen nationalen Sendernetzes wird von 71 Standorten gesendet. Diese Standorte werden alle zum Sendestart im Oktober 2020 oder in Einzelfällen kurz danach in Betrieb gehen. Ein weiterer Ausbau ist mit steigender DAB+ Nutzung im Laufe der kommenden Jahre geplant. „Wir glauben“, so Arnold Stender, Geschäftsführer Media Broadcast, in einem medienpolitik.net-Interview, dass die zweite bundesweite Plattform mit ihren attraktiven Programmen ein wichtiger Baustein für den Erfolg von DAB+ sein wird.

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„Disney+ wird den Wettbewerb neu entfachen“

„Disney+ wird den Wettbewerb neu entfachen“

von am 25.03.2020

Der Start von Disney+ in Deutschland wird nicht zulasten von Netflix gehen

25.03.2020. Interview mit Dr. Florian Kerkau, Geschäftsführer Goldmedia Custom Research GmbH

Die Corona-Krise verändert das Mediennutzungsverhalten. Nach Informationen der Marktforschungsplattform Appinio gaben 45 Prozent der Umfrageteilnehmer an, in ihrer Freizeit wieder mehr TV zu sehen. 35 Prozent der Befragten nutzen das Streaming über VoD-Plattformen stärker. 44 Prozent surft deutlich mehr im Internet. Damit das Netz aufgrund der verstärkten Nutzung vor allem von Bewegtbildangeboten nicht zusammenbricht, haben große Streaming-Plattformen europaweit die Qualität ihrer Videos vermindert, um weniger Datenmengen zu beanspruchen. In dieser Boomzeit für Video-on-Demand-Anbieter ist gestern, wie geplant, die neue Plattform Disney+ in Deutschland freigeschaltet worden. Obwohl der Streaming-Dienst erst im November 2019 in den USA startete, ist Disney+ im vergangenen Jahr bereits auf Platz 8 der am meisten heruntergeladenen Video-Streaming-Apps (iOS und Google Play) gelandet. Im Dezember wurde die App weltweit auf Platz 6 der Apps mit den höchsten Verbraucherausgaben der Non-Gaming-Apps gerankt. Nach Einschätzung von Dr. Florian Kerkau, Geschäftsführer Goldmedia Custom Research GmbH, sei das Interesse an dem neuen Dienst sehr groß. Einen Nachteil für Netflix sieht er nicht: Zwei Drittel der potenziellen Disney+-Kunden wollen den Dienst zusätzlich zu ihren bestehenden Abonnements beziehen.
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„Eine zeitgemäße Regulierung bleibt der Entwurf weiter schuldig“

„Eine zeitgemäße Regulierung bleibt der Entwurf weiter schuldig“

von am 16.08.2019

Technologieorientierte Branchenverbände haben Gutachten zum Medienstaatsvertrag in Auftrag gegeben

16.08.2019. Fragen an Marie Anne Nietan, Referentin für Medienpolitik, Bitkom

Die Branchenverbände ANGA, Bitkom, eco und ZVEI haben erhebliche Bedenken gegen den Entwurf des Medienstaatsvertrages in seiner jetzigen Fassung: Insbesondere die geplanten Vorgaben für die Gestaltung und Nutzung des TV-Bildschirms verhindern nach Auffassung der Verbände Innovationen und bevormunden Verbraucher. Die vier Verbände haben in diesem Zusammenhang ein Gutachten zur europarechtlichen Einordnung dieser Vorgaben beim Europäischen Institut für Medienrecht (EMR) in Auftrag gegeben, das Ende August vorgestellt werden soll. Gegenüber medienpolitik.net erklärte dazu Marie Anne Nietan, Referentin für Medienpolitik, Bitkom dass die Änderungen am 1. Entwurf aus Bitkom-Sicht „eher negativ als positiv“ zu bewerten seien. Dazu zähle die vorgeschlagene Regelung für eine „Basisauffindbarkeit“ von linearen Rundfunkprogrammen und ein Regelungsvorschlag für eine privilegierte Auffindbarkeit von bestimmten Angeboten. „Das Geschäftsmodell von Plattformenanbietern basiert auf dem Konzept, ihren Nutzern möglichst viele Angebote und Inhalte möglichst einfach auffindbar zu machen und dabei die Interessen des Nutzers in den Mittelpunkt zu stellen. Die privilegierte Auffindbarkeit einzelner Angebote bedeutet immer auch eine Benachteiligung anderer Angebote/Inhalte sowie insgesamt eine unangemessene Bevormundung der Nutzer“, erläutert Marie Anne Nietan.

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