Medienregulierung

Von Plattform zu Plattform

Von Plattform zu Plattform

von am 24.01.2020

Warum eine öffentlich-rechtliche Plattform als „Dritte Säule“ der falsche Weg ist

24.01.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net

Ein oft gehörter Spruch aus der Politik lautet: „Wenn man nicht mehr weiter weiß – gründet man ‘nen Arbeitskreis“. Bezogen auf die aktuelle Debatte zur Medienordnung könnte man den Spruch abwandeln: „Fällt einem nichts Neues mehr ein – muss es eine Plattform sein.“ Seit einigen Tagen geistert eine Idee von Lutz Hachmeister, durch einige Medien. Der ehemaligen Leiter des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik schlägt vor, eine „Dritte Säule" neben öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern zu schaffen. Das klingt nach der Vision eines Dritten Weges, über die in den 60er und 70er Jahren als gesellschaftspolitisches Modell gestritten wurde und die sich als Illusion erwies.
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„Seismograph für die Entwicklung der digitalen Medienordnung“

„Seismograph für die Entwicklung der digitalen Medienordnung“

von am 23.01.2020

Medienanstalten erhalten mit dem Medienstaatsvertrag neue und erweiterte Aufgaben

23.01.2019. Interview mit Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Direktor der Landesanstalt für Kommunikation (LFK)

Ein Seismograph ist laut Wikipedia ein Gerät, das Bodenerschütterungen von Erdbeben und anderen seismischen Wellen registrieren kann. Als eine solche Institution verstehen sich die Landesmedienanstalten, wie der neue Vorsitzende Dr. Wolfgang Kreißig in einem Gespräch mit medienpolitik.net erläutert. Er benennt auch die „Erschütterungen“ und „Erdbeben“ die das Internet in unserer Gesellschafts- und Medienordnung ausgelöst hat: Bedrohung der Meinungsfreiheit und demokratischen Meinungsbildung, Desinformation und Hassrede, die Gefahr der „Aushöhlung“ des Jugendschutzes und der Regulierung von Inhalteanbietern. Kreißig sieht es als vordringliche Aufgabe der Medienanstalten an sicherzustellen, dass „die Medienvielfalt bei den Nutzerinnen und Nutzern ankommt.“ Deshalb sei es konsequent, dass der Medienstaatsvertrag erstmals einen Rechtsrahmen schaffe, der das Verhältnis zwischen Inhalteanbietern und Intermediären konkret regele und Bestimmungen zur Auffindbarkeit von Inhalten schaffe. In Bezug auf die Sicherstellung der Meinungsvielfalt im lokalen und regionalen Bereich fordert der DLM-Vorsitzende, dass bei Fördermaßnahmen „immer auch die Unabhängigkeit und Freiheit der Presse zu wahren ist, damit sie ihre gesellschaftspolitische Funktion weiterhin erfüllen kann.“
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„Den Rundfunkanstalten mehr Eigenverantwortung geben“

„Den Rundfunkanstalten mehr Eigenverantwortung geben“

von am 17.01.2020

Länder wollen 2020 bei Neuregelung von Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein Ergebnis erzielen

17.01.2020. Fragen an Axel Wintermeyer, CDU, Chef der Staatskanzlei Hessens; Christian Gaebler, SPD, Chef der Senatskanzlei Berlins und Nathanael Liminski, CDU, Chef der Staatskanzlei in NRW

Wir beenden heute die Umfrage unter allen 16 Bundesländern zur Medienpolitik 2020 mit den Antworten aus Hessen, Berlin und NRW. Die Umfrage belegt, dass allen Ländern klar ist, dass sich in diesem Jahr bei der Novellierung des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks etwas bewegen muss, weil sonst nicht nur ARD, ZDF und Deutschlandradio an Akzeptanz verlieren könnten, sondern auch die Medienpolitik an Glaubwürdigkeit. Einig ist man sich, dass der Auftrag „fokussiert“ und „flexibilisiert“ werden soll. Wie das aber genau aussehen kann, ohne gegen die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu verstoßen, ist nicht klar.
Die Länder wollen zudem das Medienkonzentrationsrecht modernisieren und den Jugendmedienschutz in den Fokus nehmen. Bei beiden Themen droht die Gefahr, dass die Länder, wenn sie nicht handeln, hier ihre Medienkompetenz an den Bund verlieren. Für Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei Hessens betrifft „die Gefahr vorherrschender Meinungsmacht nicht nur klassische Medienangebote, sondern zunehmend auch Intermediäre und Plattformen.“
„Im Jahr 2020 werden“, betont Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei Berlins, auch die Weichen gestellt für die Novellierung des Filmförderungsgesetzes des Bundes.“ Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei in NRW, sieht die größte Herausforderung bei der Reform des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks darin, dass Vertrauen gestärkt und wiederhergestellt werden muss.

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„Medienpolitik und Medienregulierung sind ganz klar Ländersache“

„Medienpolitik und Medienregulierung sind ganz klar Ländersache“

von am 16.01.2020

Medienplattformen, Medienkonzentrationsrecht und regionale Vielfalt im Fokus der Länder

16.01.2020. Fragen an Staatsminister Dr. Florian Herrmann, CSU, Chef der Staatskanzlei Bayerns; Staatsrat Dr. Olaf Joachim, SPD, Bevollmächtigter der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Medien und Malte Krückels, Die Linke, Medienstaatssekretär in Thüringen

In unserer Umfrage zur Medienpolitik 2020 und zur Entwicklung des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, veröffentlichen wir heute die Antworten aus Bayern, Bremen und Thüringen. Den Abschluss aller 16 Statements werden morgen Berlin, Hessen und NRW bilden.
Bayern erklärt, ebenso wie Baden-Württemberg, den Aufbau von unabhängigen Medienplattformen als ein erstrangiges Ziel der Medienpolitik 2020. So will der Freistaat die Entwicklung neuer regionaler, nationaler und europäischer Medienplattformen unterstützen, wie Dr. Florian Herrmann, Chef der Staatskanzlei Bayerns erläutert. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk plädiert er – wie andere Staatskanzleichefs auch - für einen „flexibilisierten und zugleich fokussierten Auftrag, der eine bessere Unterscheidbarkeit von privaten Angeboten bietet.“ Für eine stärkere Flexibilisierung spricht sich auch Dr. Olaf Joachim, Bevollmächtigten für Medien Bremens aus. Ein neues Angebot sollte von der Abschaffung eines alten abhängig gemacht werden. Nach dem Abschluss des Medienstaatsvertrages sieht Thüringen die Länder jetzt beim Medienkonzentrationsrecht sowie Stärkung der regionalen Vielfalt in der Pflicht.
Malte Krückels, Medienstaatssekretär in Thüringen fordert zudem, dass das Programm des öffentlich-rechtliche Rundfunks „unabhängig von Einschaltquoten und Werbeaufträgen“ sein müsse.
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30 Jahre Lokalradio in Nordrhein-Westfalen – und jetzt?

30 Jahre Lokalradio in Nordrhein-Westfalen – und jetzt?

von am 15.01.2020

Der NRW-Radiomarkt steht vor einem gravierenden Umbruch

15.01.2020. Von Rechtsanwalt Helmut G. Bauer

Der lokale Hörfunk in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist etwas Besonderes. Am 01. April 1990 startete mit Radio Duisburg das erste nach dem „Zwei-Säulen-Modell“ konstruierte Lokalradio. Es gestal-tete acht Stunden Programm vor Ort und übernahm in der übrigen Zeit das Mantelprogramm von radio NRW. Kurz vor seinem 30. Geburtstag steht das System erstmals vor großen Herausforde-rungen. Im Rahmen einer Strategie „RADIO IN NRW 2022“ will die Landesregierung auf den Fre-quenzen von BFBS den nordrhein-westfälischen Radiomarkt bald für ein kommerzielles UKW-Programm, das Teile von NRW erreicht, öffnen. Zugleich will die Landesanstalt für Medien (LfM) Übertragungskapazitäten für landesweite und lokale Programme über DAB+ ausschreiben.
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„Wir müssen die gesellschaftliche Akzeptanz von ARD und ZDF sichern“

„Wir müssen die gesellschaftliche Akzeptanz von ARD und ZDF sichern“

von am 13.01.2020

Weiterhin Differenzen unter den Ländern bei der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

13.01.2020. Fragen an Theresa Schopper, B90/Grüne, Staatsministerin, verantwortlich für die politische Koordination im Staatsministerium Baden-Württembergs, Henrik Eitel, CDU, Chef der Staatskanzlei des Saarlandes und Dr. Heiko Geue, SPD, Chef der Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern

Mit Blick auf die Medienpolitik 2020 erwartet Baden-Württemberg weitere Reformen unserer Medienordnung, da sich die Medienwelt in einem „disruptiven Veränderungsprozess“ befindet. Deshalb unterstütze ihr Land auch die Überlegungen für eine europäische Medienplattform, die sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Angebote bündelt und um weitere kommunikative Elemente ergänzt, betont Theresa Schopper, Staatsministerin im Staatsministerium Baden-Württembergs. Es gehe darum, mit einem europäischen Angebot den europäischen Diskurs und damit auch die europäische Demokratie zu stärken. Für Henrik Eitel, Chef der Staatskanzlei des Saarlandes, muss es medienpolitisches Ziel sein, die gesellschaftliche Akzeptanz von ARD und ZDF zu sichern: „Denn wenn kein Bürger mehr den Rundfunkbeitrag zahlen würde oder kein Bürger sich mehr für die beitragsfinanzierten Angebote interessieren würde, dann hätte sich das Duale Rundfunksystem auch überlebt.“
Mecklenburg-Vorpommern, das wie Baden-Württemberg, zusammen mit anderen sechs Ländern ein Reformprogramm vorgelegt hatte, das eine Indexierung vorsah, will bei den weiteren Beratungen zur Auftragsnovellierung an diesem „Gesamtpaket“ festhalten. Es gehe, so Dr. Heiko Geue, Chefs der Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern, darum, „perspektivisch von der starren, staatsvertraglich verankerten konkreten Beauftragung von Programmen dort abzuweichen, wo die Anstalten vor dem Hintergrund eines konvergenten, ständigen Veränderungen unterworfenen Medienmarkts flexibler als bisher aufgestellt sein sollten.“

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„Wir wollen das Narrativ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neu schreiben“

„Wir wollen das Narrativ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neu schreiben“

von am 10.01.2020

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Keine Quotenvorgabe und keine Konzentration auf wenige Bereiche

10.01.2020. Fragen an Dr. Carsten Brosda, SPD, Senator für Kultur und Medien Hamburgs und Oliver Schenk, CDU, Chef der Staatskanzlei Sachsens

Bei der Debatte um den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die von den Ländern in diesem Jahr forciert geführt werden soll, ist für Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Medien-Senator entscheidend, dass in diesen Diskussionen der Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht beschädigt werde. „In Zeiten, in denen viel von Fake News und Filterblasen die Rede ist, müssen wir alle Medienangebote, die mit qualitativ hochwertigen Inhalten versuchen, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, stärken. Sie sind Grundlage und Garant der demokratischen Verständigungsorientierung, auf die unserer Gemeinwesen aufgebaut ist. Damit darf niemand leichtfertig spielen“, betont Brosda. Die Länder stünden vor der Aufgabe das Narrativ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, mithin seine gesellschaftliche Begründung, neu zu schreiben und zu festigen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll aber auch „weiterhin unter ausdrücklicher Einbeziehung von Unterhaltung und Sport ein breites inhaltliches Spektrum abdecken, nur eben noch stärker orientiert an den eigenen Stärken und nicht dem Quotenwettlauf mit den privaten Rundfunkveranstaltern“, erläutert dazu Oliver Schenk, Chef der Staatskanzlei, die Position Sachsens.

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„Öffentlich-rechtliche Angebote sollen nicht marktwirtschaftlichen Anreizen folgen“

„Öffentlich-rechtliche Angebote sollen nicht marktwirtschaftlichen Anreizen folgen“

von am 08.01.2020

Debatte über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk soll in diesem Jahr Ergebnisse bringen

08.01.2020. Fragen an Dr. Benjamin Grimm, SPD, Staatssekretär für Medien und Digitalisierung Brandenburgs, Rainer Robra, CDU, Staatsminister für Kultur und Chef der Staatskanzlei in Sach-sen-Anhalt und Dr. Jörg Mielke, SPD, Chef der Staatskanzlei Niedersachsens

Der zeitgemäße Auftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk treibt die Länder weiter um. Dadurch, dass das Index-Modell innerhalb der Länder keine Mehrheit fand, ist die Debatte über das künftige Leistungsspektrum von ARD, ZDF und Deutschlandradio nicht beendet. Im Gegenteil: Man gewinnt in unserer Umfrage unter den Staats- und Senatskanzleien eher den Eindruck, dass man jetzt, befreit von der Beitragsdebatte, schneller zu mehrheitsfähigen, profilprägenden Überlegungen finden kann. Für Dr. Benjamin Grimm, Staatssekretär für Medien und Digitalisierung Brandenburgs ist die entscheidende Frage, „wie man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer Zeit neu aufstellt, in der sich das Mediennutzungsverhalten dramatisch verändert hat, unter anderem mit dem Effekt, dass das lineare Angebot viele Benutzergruppen überhaupt nicht erreicht.“ Rainer Robra, Staatsminister für Kultur und Chef der Staatskanzlei in Sachsen-Anhalt erwartet von den Anstalten, „dass sie sich auf der Grundlage der Erkenntnisse der KEF selbst zu weiteren Anstrengungen verpflichten. Wir brauchen von ihnen ein Signal: wir haben verstanden, dass langfristige Beitragsstabilität erreicht werden muss.“ Nach Auffassung von Dr. Jörg Mielke, Chef der Staatskanzlei Niedersachsens „sollen öffentlich-rechtliche Angebote im Rahmen eines Gesamtangebots ein Profil aufweisen, dass nicht marktwirtschaftlichen Anreizen folgt.“

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„Wir wollen Medienpolitik zukunftsgerichtet gestalten“

„Wir wollen Medienpolitik zukunftsgerichtet gestalten“

von am 07.01.2020

Medienpolitische Schwerpunkte 2020: Reform des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Novellierung des Medienkonzentrationsrechts

07.01.2020. Fragen an Heike Raab, SPD, Medien-Staatssekretärin in Rheinland-Pfalz und Dirk Schrödter, CDU, Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein.

Medienpolitik.net hatte alle Staatskanzleien bzw. Senatskanzleien gebeten, zwei Fragen zur Medienpolitik in diesem Jahr zu beantworten: 1. Wie sollte Ihrer Meinung nach der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks reformiert bzw. modernisiert werden? 2. Wo liegen die medienpolitischen Themen und Schwerpunkte für 2020?
Für Heike Raab, ist die Weiterführung der Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einer der Schwerpunkte. „Für eine vollumfängliche Erfüllung seines Auftrags kann sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht allein auf die Verbreitung via Radio und Fernsehen konzentrieren und anderen die Präsenz im Internet überlassen. Eine solche Aufteilung stünde im krassen Widerspruch zu seinem Auftrag. Ziel einer Reform muss es daher sein, auch diese Säule der Verbreitung anzunehmen und sich hier zukunftsfähig aufzustellen.“ Zudem zählt die Medien-Staatssekretärin in Rheinland-Pfalz die Ratifizierung des Medienstaatsvertrages und die Anpassung des Jugendmedienschutzes zu den vorrangigen Zielen.
Nach Auffassung von Dirk Schrödter sind zur Reform des Auftrags weiterhin die beiden Leitplanken „Fokussierung“ und „Flexibilisierung“ maßgeblich. Für ihn stünden dabei Angebote der Bereiche Information, Bildung und Kultur im Mittelpunkt. Im Bereich der Digital- und auch Spartenprogrammen seien Veränderungen denkbar. Mit Nachdruck setzt sich der Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein für eine baldige Änderung des Medienkonzentrationsrechts ein.

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„Die Länder müssen sich ehrlich machen“

„Die Länder müssen sich ehrlich machen“

von am 07.01.2020

Umfrage unter den Staats- und Senatskanzleien zur Medienpolitik 2020

07.01.2020. Von Helmut Hartung, Chefredakteur medienpolitik.net.

„Das Jahr 2020 wird medienpolitisch geprägt sein von der Frage, ob und wie die Reformdiskussion zu Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weitergeführt werden soll“, beschreibt Dr. Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern einen der medienpolitischen Schwerpunkte für dieses Jahr. „Die vor allem in den letzten zwei Jahren intensiv geführte Debatte um Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat uns einem Reform-Staatsvertrag nicht nähergebracht. Dass die Diskussion zuletzt auf die Frage des Systemwechsels von der Bedarfsermittlung durch die KEF hin zu einem Indexmodell reduziert wurde, hat die eigentliche Aufgabe verdeckt“, betont Dr. Benjamin Grimm, Beauftragter für Medien in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg. „Die Länder müssen sich ehrlich machen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Zukunft aussehen soll“, bemerkt dazu Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein. Medienpolitik.net hatte alle Staatskanzleien bzw. Senatskanzleien gebeten, zwei Fragen zur Medienpolitik in diesem Jahr zu beantworten: 1. Wie sollte Ihrer Meinung nach der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks reformiert bzw. modernisiert werden? 2. Wo liegen die medienpolitischen Themen und Schwerpunkte für 2020?
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