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„Diskriminierungsfreie Förderung von Zeitschriften und Zeitungen Gebot der Stunde“

„Diskriminierungsfreie Förderung von Zeitschriften und Zeitungen Gebot der Stunde“

von am 24.01.2022

Zeitungs- und Zeitschriftenverbände sehen dringenden politischen Handlungsbedarf

24.01.2022. Fragen an Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des BDZV, Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des VDZ und Dr. Jörg Eggers, Hauptgeschäftsführer des BVDA

„Es besteht nicht nur Prüfungs-, sondern auch Handlungsbedarf auf Seiten der Politik“ formuliert Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des BDZV die Erwartungen des Verbands an die Politik. Das gelte auch für die weitere Regulierung der Gatekeeper im Internet. Der Vorschlag der EU-Kommission hierzu für einen so genannten Digital Market Act der EU wäre eher ein Plattformschutzgesetz. Es werde Aufgabe des EU-Parlamentes und auch der Mitgliedstaaten sein, im laufenden Trilog hieraus tatsächlich eine Regulierung zu formen, die Marktvielfalt in der digitalen Welt garantiert und Meinungsvielfalt sichere.
Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des VDZ, sieht die „Zeitschriften im Sturm“. Die Kosten für die digitale Transformation seien enorm, Preise für Papier stiegen. Das Erscheinen einzelner Titel sei schon in den kommenden Monaten nicht mehr gesichert. Deshalb sei es richtig und notwendig, dass die Koalition mit der Gewährleistung der „Versorgung mit periodischen Presseprodukten“ diskriminierungsfrei Zeitschriften und Zeitungen fördern will. Die Lage der Zeitschriftenmedien werde durch die Dominanz digitaler Monopolplattformen weiter verschärft, die in Teilen und allmählich klassische Pressedistribution substituierten.
Dr. Jörg Eggers, Hauptgeschäftsführer des BVDA) erwartet von der Ampel-Koalition, dass sie ihrem Bekenntnis zur Sicherung der Versorgung mit periodisch erscheinenden Presseprodukten auch Taten folgen lässt. Dazu gehöre, dass sie zügig eine Infrastrukturförderung auf den Weg bringt, die diesen Namen auch verdient - gerade auch mit Blick auf die postulierte Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land.
1. Vor welchen wichtigen Herausforderungen steht Ihre Branche 2022?
2. Was erwarten Sie an medienpolitischen Entscheidungen und Initiativen im Jahr 2022?
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„Maß und Mitte dürfen in der Politik nicht verloren gehen“

„Maß und Mitte dürfen in der Politik nicht verloren gehen“

von am 17.01.2022

Der Werbemarkt könnte 2022 das Vor-Corona-Niveau übertreffen

17.01.2022. Interview mit Dr. Bernd Nauen, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW)

Die Werbewirtschaft geht für 2021 von einem Wachstum von rund fünf Prozent aus. Damit sei sie aber nicht wieder auf Vor-Corona-Niveau, Dr. Bernd Nauen, Hauptgeschäftsführer des ZAW in einem medienpolitik.net-Gespräch betont. Wegen Omikron stehe die Branche aber derzeit aber vor nicht absehbaren weiteren Herausforderungen. Dennoch rechnet der ZAW für das laufende Jahr mit einem Wachstum von drei Prozent, womit der Gesamtmarkt das Vor-Corona-Niveau erstmals übertreffen könnte. Um dieses Ziel zu erreichen, würden die politischen Rahmenbedingungen für die Werbeträger mit ihren unterschiedlichen Entwicklungen eine besonders gewichtige Rolle spielen. Gesetzliche Werbeverbote, Vorabgenehmigungserfordernisse oder ausufernde Informationspflichten dürften beispielsweise „nicht einfach postuliert werden“, so Nauen. Hier müsse genau abgewogen werden. Gerade der Beitrag von Werbeverboten zur Lösung gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen ist bei evidenzbasierter Betrachtung sehr schmal. „Der Koalitionsvertrag spricht davon, wie wichtig funktionierende Medien für diese Gesellschaft sind. Dann darf, wenn es um ihre ökonomischen Grundlagen geht, in anderen Politikbereichen aber nicht Maß und Mitte verloren gehen.“

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Verlagsbranche an der Spitze der Digitalisierungsoffensive in der Wirtschaft

Verlagsbranche an der Spitze der Digitalisierungsoffensive in der Wirtschaft

von am 08.11.2021

08.11.2021. Zeitschriftenverlage setzen auf Reader Revenue, Nachhaltigkeit und Prozess-Optimierung

Die Zeitschriftenverlage haben die gewaltigen Herausforderungen seit Beginn der Corona-Krise Anfang 2020 in weiten Teilen erfolgreich gemeistert und arbeiten derzeit intensiv daran, ihr Unternehmen, ihre Geschäftsfelder und ihre Arbeitsweisen zukunftsfest neu auszurichten. Dies zeigt die aktuelle „Verlagsstudie 2021: Aufbruch mit Reader Revenue – Innovationen, Strategien, Prioritäten“ des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Zusammenarbeit mit KPMG und der Ludwig-Maximilians-Universität München, die auf der Befragung von 102 Verlagshäusern basiert. Die strategischen Handlungsfelder mit höchster Priorität sind danach die Optimierung von Prozessen und Arbeitsabläufen (82 Prozent), die Verbesserung der Innovationsfähigkeit (77 Prozent) und die Optimierung der hauseigenen IT-Infrastruktur (75 Prozent). Ein Jahr zuvor wurde die strategische Priorität dieser Felder in den Verlagen mit 70, 66 bzw. 53 Prozent noch deutlich niedriger eingeschätzt. „Die krisenerprobte Verlagsbranche befindet sich mitten in der Transformation der Geschäftsfelder und liegt an der Spitze der Digitalisierungsoffensive in der Wirtschaft“, so Lutz Drüge, Geschäftsführer Print und Digitale Medien im VDZ.
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Staatspresse ist grundsätzlich verfassungswidrig

Staatspresse ist grundsätzlich verfassungswidrig

von am 05.11.2021

Verleger fordern von Ampel-Koalition belastbare Bedingungen für gedruckte wie für digitale Zeitschriftenangebote

05.11.2021. Von Dr. Rudolf Thiemann, Präsident des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und geschäftsführender Gesellschafter der Liborius-Verlagsgruppe

Wie alle anderen auch müssen wir mit Auflagen leben, mit Freiheitsbeschränkungen, an die wir uns möglicherweise gewöhnt haben, die wir allerdings so bald wie möglich hinter uns bringen sollten. Wie so oft kommt es darauf an, Rechtsgüter abzuwägen, in diesem Fall Gesundheit versus Freiheit, und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Was richtig ist oder falsch, in dieser Frage gehen die Meinungen bekanntlich auseinander. Also empfehle ich die Verständigung auf das Angemessene. „In der Pandemie hat unsere Branche Resilienz bewiesen“, so Philipp Welte, Sprecher der Publikumszeitschriften im VDZ. Medienmarken der Zeitschriftenverleger haben sich behaupten können, ihre Position in der Informationshierarchie der Bundesbürger gefestigt sowie digital signifikante Zuwächse erzielt. Es ist zudem kein Geheimnis, dass die Pandemie den Strukturwandel in unserer Branche noch einmal beschleunigt hat. Die Nachfrage am Lesermarkt jedoch, funktionierende 360 Grad – Geschäftsmodelle und die nach wie vor ungebrochene Innovationskraft unserer Mitglieder gepaart mit unternehmerischem Mut beweisen die Zukunftsfähigkeit der Verlagsunternehmen.
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„Der digitale Wandel schwächt Bereiche mit hohen analogen Umsätzen“

„Der digitale Wandel schwächt Bereiche mit hohen analogen Umsätzen“

von am 19.10.2021

Bereits 2022 wird die Entertainment- und Medienbranche das Niveau von 2019 erreichen

19.10.2021. Interview mit Werner Ballhaus, Global Entertainment & Media Sector
Leader, PricewaterhouseCoopers GmbH

Die deutsche Entertainment- und Medienbranche verzeichnete im Jahr 2020 starke Umsatzeinbußen. Mit einem Rückgang von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Gesamtumsatz bei 55,4 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Umsatzrückgang in der Geschichte des German Entertainment & Media Outlooks. Nichtsdestotrotz verbuchten die digitalen Segmente im Jahr 2020 ein sprunghaftes Wachstum. Die mobile Onlinewerbung übertraf mit einem Zuwachs von 12,6 Prozent erstmals die TV-Werbung. Wie asymmetrisch die Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Segmente auch sind, für das Jahr 2021 ist bereits wieder ein Anstieg des Branchenumsatzes auf 59 Milliarden Euro zu erwarten. Bis 2025 sollen die Umsätze bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent auf 69 Milliarden Euro steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt der "German Entertainment & Media Outlook 2021-2025" (GEMO) der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der GEMO ist die umfangreichste Studie zur Medien- und Unterhaltungsbranche in Deutschland und wird seit 2002 von PwC erstellt und herausgegeben.
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Kein europäisches Plattformschutzgesetz!

Kein europäisches Plattformschutzgesetz!

von am 14.10.2021

Rahmenbedingungen für die Zukunft der Presse in der digitalen und analogen Welt

14.10.2021. Von Helmut Verdenhalven, Leiter Medienpolitik, Mitglied der Geschäftsleitung des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)

Mit 344 gedruckten Titeln und 2.800 digitalen journalistischen Angeboten der Zeitungsverlage (u.a. Zeitungswebsites, E-Paper-Apps, Podcasts, redaktionelle Newsletter, News-Apps) verfügt Deutschland über eine lokale, regionale und überregionale Zeitungsvielfalt wie kaum ein anderes Land in der Welt. Die Gesamtauflage der gedruckten Zeitungen liegt bei rund 16 Millionen. Zusätzlich steigt der Verkauf digitaler Abos deutlich. So werden mit digitalen und Printprodukten im Monatsschnitt etwa 90 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren erreicht. Auch wenn die digitalen Umsätze noch vergleichsweise gering sind, wachsen sie doch überproportional.
Mit dem Wachstum des digitalen Journalismus und des digitalen Handels sind zum Teil neue (Markt-)Regeln entstanden. Die hieraus entstehenden Chancen für neue journalistische Produkte werden schon jetzt mit zum Teil grundlegenden Änderungen der Arbeitsweise in den Verlagen genutzt. Hierzu sind aber auch die richtigen rechtlichen und medienpolitischen Rahmenbedingungen zentral.
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Allein das Bekenntnis zur Freiheit der Presse reicht nicht

Allein das Bekenntnis zur Freiheit der Presse reicht nicht

von am 04.10.2021

Merkpunkte zum Koalitionsvertrag des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger

04.10.2021. Von Prof. Dr. Christoph Fiedler, VDZ-Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik

Berlin und Brüssel ersetzen zunehmend bürgerliche und unternehmerische Freiheiten durch staatliche Planung und Verbote. Damit ist eine beachtliche Selbstermächtigung der handelnden Politiker und Beamten verbunden. Pandemiebekämpfung, Klimarettung und der Kampf gegen Desinformation sind nur einige der hehren Ziele, die die Ausdehnung des Staates in alle Lebensbereiche rechtfertigen sollen. Es ist zu hoffen, dass die neue Bundesregierung um die Gefahren für unsere Freiheit wie für unsere Demokratie weiß, wenn sie dieses Politikverständnis auf die Medien überträgt. Für beide ist eine freie, staatsunabhängige Zeitschriften- und Zeitungspresse unverzichtbar. Und die kann nur erhalten werden, wenn die ökonomischen und publizistischen Rahmenbedingungen der Fach- und Publikumsverlage gestärkt und nachhaltig geschützt werden. Allein das Bekenntnis zur Freiheit der Presse reicht nicht. Es müssen eine angemessene Einordnung der Herausforderungen und Taten folgen.

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Das Smartphone wird zum wichtigsten Gerät der Mediennutzung

Das Smartphone wird zum wichtigsten Gerät der Mediennutzung

von am 21.09.2021

German Entertainment & Media Outlook 2021-2025: Deutsche Entertainment- und
Medienbranche wächst weiter

21.09.2021. Die deutsche Entertainment- und Medienbranche verzeichnete im Jahr 2020 starke Umsatzeinbußen. Mit einem Rückgang von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Gesamtumsatz bei 55,4 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Umsatzrückgang in der Geschichte des German Entertainment & Media Outlooks. Wie asymmetrisch die Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Segmente auch sind, für das Jahr 2021 ist bereits wieder ein Anstieg des Branchenumsatzes auf 59 Milliarden Euro zu erwarten. Bis 2025 sollen die Umsätze bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent auf 69 Milliarden Euro steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt der „German Entertainment & Media Outlook 2021-2025" (GEMO) der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der GEMO ist die umfangreichste Studie zur Medien- und Unterhaltungsbranche in Deutschland und wird seit 2002 von PwC erstellt und herausgegeben.
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Die Generation Z besser informieren

Die Generation Z besser informieren

von am 01.09.2021

#UseTheNews - Gemeinschaftsprojekt verschiedener Medienhäuser für neue Nachrichtenangebote für die unter 30-Jährigen

01.09.2021. Wie informieren sich junge Menschen in Deutschland und wie entwickelt man zeitgemäße Nachrichtenangebote für die Generation Z? Mit dem Projekt #UseTheNews gehen Medien und Medienforschung der veränderten Nachrichtennutzung auf den Grund und entwickeln neue Informationsangebote speziell für unter 30-Jährige. Das jetzt veröffentlichte Playbook liefert zu diesem Thema wertvolle Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse. Herausgeber sind die dpa Deutsche Presse-Agentur und der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) unterstützt das Projekt.Neben Basiswissen über veränderte Einstellungen und Nutzungsgewohnheiten bietet das Playbook Inspiration und konkrete Handlungsempfehlungen für die Entwicklung neuer Nachrichtenangebote. Darüber hinaus gibt es Einblicke in den Stand einer zeitgemäßen Nachrichtenkompetenz-Vermittlung in Schulen. Im rund 150-seitigen Buch teilen über fünfzig Expertinnen und Experten ihr Wissen.
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Die Medienkompetenz ist bei Kindern gewachsen

Die Medienkompetenz ist bei Kindern gewachsen

von am 11.08.2021

Neue Studie: Lineares Fernsehen ist bei Kindern weiterhin die wichtigste Quelle für Bewegtbild

11.08.2021. Medien sind aus dem Alltag von Mädchen und Jungen zwischen vier und 13 Jahren nicht mehr wegzudenken. Abhängig vom jeweiligen Alter nutzen sie regelmäßig ein vielfältiges Medienrepertoire: Zuschauen, zuhören, lesen, chatten sind fest im Kinderalltag verankert. Die Nase vorn haben dabei klassische Medien wie lineares TV und Print. Die digitale Medienkompetenz der Kids hat, aus Sicht der Eltern, durch Lockdown und Homeschooling einen echten Boost erfahren. Das sind Ergebnisse des KINDER MEDIEN MONITOR 2021. So ist das lineare Fernsehen die wichtigste Quelle für Bewegtbild bei Kindern: 80 Prozent der Kinder sehen Serien, Filme und Videos mindestens mehrmals pro Woche genau dann, wenn sie gerade im Fernsehen laufen. YouTube und ähnliche Videoplattformen sind ab neun Jahren relevant, wohingegen die kostenpflichtigen Streamingdienste auch schon jüngere Kinder erreichen. Bei Grundschülern besonders beliebt sind Apps oder Mediatheken der Fernsehsender, die zeitversetzt die aus dem TV bekannten Inhalte anbieten. Wenn es ums Zuhören geht, ist Musik der Inhalt, der bei Klein und Groß den meisten Zuspruch erhält.
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