Aktuelle Themen

„An der Vernetzung von Audio und Auto führt kein Weg vorbei“

„An der Vernetzung von Audio und Auto führt kein Weg vorbei“

05.08.2021

Das Auto ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt, um mobil Musik und Nachrichten zu konsumieren

05.08.2021. Interview mit Simone Jost-Westendorf, Leiterin des Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW

Die Landesanstalt für Medien NRW führt in Kooperation mit dem VAUNET – Verband Privater Medien, sowie der RTL Radio Deutschland GmbH und dem MedienNetzwerk Bayern das Forschungsprojekt „On Track – Studien zu Audio und Mobilität“ durch. Damit soll die mobile Audionutzung, das heißt die Nutzung von Audioinhalten außerhalb des eigenen Zuhauses, untersucht werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzung während der Autofahrt. Damit soll eine Forschungslücke geschlossen und Handlungsempfehlungen für die Audiobranche und Automobilindustrie gegeben werden. In einer repräsentativen Befragung wurden 1.700 Personen ab 14 Jahren in Deutschland mit Internetanschluss von April bis Mai 2021 befragt. Zu den ersten Ergebnissen der Studie gehört, dass Jüngere sehr intensiv unterwegs Audioinhalte. Während bei den 14-29-Jährigen 88 Prozent außerhalb des eigenen Zuhauses diese Medienangebote abrufen, sind es bei den über 50-Jährigen nur 52 Prozent. Zu 74 Prozent erfolgt diese Nutzung über das Smartphone; bei den Jüngeren sogar zu 94 Prozent. Das Autoradio ist vor allem für die Älteren noch immer das meistgenutzte Audio-Gerät.
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„Eine öffentliche Förderung kann nur eine Stützung der Infrastruktur bedeuten“

„Eine öffentliche Förderung kann nur eine Stützung der Infrastruktur bedeuten“

04.08.2021

In der Pandemie konnten mehr Kunden für hochwertigen, kostenpflichtigen, digitalen Journalismus gewonnen werden als zuvor

04.08.2021. Interview mit Christian Eggert, Leiter Verlagswirtschaft des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)

Die Vertriebsumsätze der Tageszeitungen stiegen im vergangenen Jahr hauptsächlich durch Preiserhöhungen um fünf Prozent auf 4,23 Milliarden Euro. Ihre Anzeigenerlöse gingen jedoch um 17,4 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro zurück. Insgesamt verloren die Verlage mit 5,71 Milliarden Euro knapp zwei Prozent an Umsatz. Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich, dass die Regionalverlage rückläufige Anzeigenumsätze zumindest weitgehend durch eine Steigerung der Vertriebserlöse ausgleichen konnten. Die überregionalen Zeitungen steigerten ihre Gesamtumsätze um ein Prozent auf 539 Millionen Euro. Nach Auffassung von Christian Eggert, Leiter Verlagswirtschaft des BDZV habe sich das Geschäftsmodell der Zeitungsverlage als krisenfest erwiesen: Die Zahl der Print-Leser habe sich, verglichen mit der Entwicklung in den Vorjahren, stabilisiert, die Zahl der neuen Kunden für digitalen Journalismus steige. Stabile Vertriebsumsätze konnten den zeitweiligen Einbruch bei den Anzeigen und Beilagen abfedern. Eine öffentliche Zeitungsförderung, so Eggert, könne immer nur eine Stützung der Infrastruktur bedeuten, gleichsam eine Demokratieverstärkung in der Fläche. Grundsätzlich sei das Geschäftsmodell jedes Verlags in Deutschland darauf ausgerichtet, wirtschaftlich aus eigener Kraft zu bestehen, schon um die publizistische Unabhängigkeit zu bewahren.

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Angst vor Desinformation und Manipulation steigt im Wahlkampf

Angst vor Desinformation und Manipulation steigt im Wahlkampf

82 Prozent haben Sorge, dass Desinformationskampagnen Wahlergebnisse manipulieren können

03.08.2021. Im dritten Jahr in Folge hat die Landesanstalt für Medien NRW das Meinungsforschungsinstitut forsa beauftragt, eine Erhebung zur Wahrnehmung von Desinformation und politischer Werbung durchzuführen. Die Angst vor Beeinflussung der Wahlen durch Desinformationskampagnen aus dem In- und Ausland ist enorm. 91 Prozent der Befragten Internetnutzerinnen und -nutzer geben an, dass sie befürchten, dass andere sich durch politische Desinformation beeinflussen lassen. Aufgrund der bevorstehenden Bundestagswahl führt die Medienanstalt in diesem Jahr zwei Erhebungen durch, eine erste Welle mehrere Wochen vor der Wahl und eine zweite Welle in der Schlussphase des Wahlkampfs.

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„Kooperationen sind die Regel, nicht die Ausnahme“

„Kooperationen sind die Regel, nicht die Ausnahme“

„Zeit für Local Heroes“: Dokumentarisches Gemeinschaftsprojekt von Bayerischem Rundfunk und Rundfunk Berlin-Brandenburg

29.07.2021. Interview mit Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb)

Der rbb und der Bayerische Rundfunk haben am Montag ein crossmediales Doku-Projekt zu kommunalpolitischen Themen gestartet. Über ein halbes Jahr hinweg begleiten Autoren und Reporter des beider ARD-Anstalten politische Akteurinnen und Akteure an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland und tauchen ein in die Themen und Konflikte vor Ort. Das crossmediale Doku-Projekt „Zeit für Local Heroes“ stellt das Engagement dieser Menschen in den Mittelpunkt und wirft Schlaglichter auf politische Entscheidungsprozesse vor Ort. Die dokumentarischen Beobachtungen dieser "Helden der Demokratie" münden in einer großen TV-Dokumentation im Ersten und einer Podcast-Reihe von radioeins und Bayern 2 im Rahmen der ARD-Themenwoche „Stadt. Land. Wandel.“ im November dieses Jahres. Zudem gibt es einen eigens gestalteten Instagram-Kanal „Zeit.fuer.LOCAL.HEROES“.
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Tageszeitungen sind immer schwieriger zu finanzieren

Tageszeitungen sind immer schwieriger zu finanzieren

BDZV: Zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Zeitungen

28.07.2021. Branchenbeitrag 2021 von Dr. Dieter Keller (Text) und Christian Eggert (Statistik)

Journalistisch und wirtschaftlich war und ist die Corona-Pandemie für die Zeitungsverlage eine große Herausforderung. Publizistisch haben sie sich 2020 bewährt: Die Zeitungen konnten mehr als drei Millionen zusätzliche Leserinnen und Leser pro Woche gewinnen. Fast 60 Millionen Deutsche ab 14 Jahren lesen regelmäßig die gedruckte Zeitung oder nutzen mindestens wöchentlich ein digitales Zeitungsangebot. Der Zugewinn gelang mit digitalen Angeboten, die 63 Prozent wöchentlich ansehen, während 56 Prozent regelmäßig die gedruckte Zeitung lesen, ergab eine große Befragung von über 30.000 Bundesbürgern.
Das zeigt das Spannungsfeld, in dem die Zeitungsverlage unverändert stehen: Sie gelten gerade in einer schweren Krise als vertrauenswürdige Informationsquelle. Doch es fällt immer schwerer, dies zu finanzieren: Digitale Wege gewinnen an Erfolg, tragen sich aber noch nicht eigenständig. Die gedruckte Zeitung bleibt die Basis, auch wenn die Auflagen sinken und der bundesweite Vertrieb immer größere Probleme bereitet.
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„Der Programmauftrag gilt auch für ältere Zielgruppen“

„Der Programmauftrag gilt auch für ältere Zielgruppen“

Kritik an geplanten Programmänderungen im Ersten hält an

26.07.2021. Interview mit Prof. Dr. sc. pol. Erika Bock-Rosenthal, Vorsitzende des Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Köln

Es gab in den vergangenen Tagen von verschiedenen Interessensgruppen und Verbänden Kritik an Überlegungen der neuen ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, die Programmstruktur des Ersten zu verändern. Zu den Kritikern gehört auch der Initiativkreis öffentlich-rechtlicher Rundfunk Köln. So appellieren die Mitglieder an die ARD, die Pläne der Verlegung des Weltspiegels und der
Reduzierung der Auslandsberichterstattung fallen zu lassen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben:
„Dabei handelt es sich nicht um einfache Programmentscheidungen sondern um die Gefährdung von journalistischen Rahmenbedingungen für die Zukunft. In der Epidemie ist uns allen deutlich vor Augen geführt worden, wie sehr wir auf die internationale Vernetzung angewiesen sind. Die Globalisierung wird sich nicht zurückdrehen lassen. Und der europäische Zusammenhalt muss immer wieder neu diskutiert und gestaltet werden. Die Auslandsberichterstattung im Zuge des digitalen Umbaus zurück zu fahren ist daher nicht sinnvoll.“ Dem Initiativkreis, der 1994 gegründet worden ist, gehören unter anderem emeritierte Professoren, ehemalige Mitarbeiter des WDR und Mitglieder des WDR-Rundfunkrates an. Fragen zum Appell an Prof. Dr. sc. pol. Erika Bock-Rosenthal, Vorsitzende des Initiativkreises.

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Regionale Tageszeitungen sind „Local Hero“

Regionale Tageszeitungen sind „Local Hero“

Die regionale Tageszeitung wird als kompetenter und glaubwürdiger Medienkanal angesehen

22.07.2021. Die regionale Tageszeitung hat ihren festen Platz in der Mediennutzung der Menschen, wird intensiv gelesen und gezielt als Kaufimpulsgeber genutzt. Die Nutzung der regionalen Tageszeitung steigt leicht an (+ 3 Prozent im Jahresvergleich). Treiber sind E-Paper- und Digital-Nutzung. 72 Prozent der Befragten finden, dass die regionale Tageszeitung von allen Medien am besten weiß, was in der Region passiert. Ein Fünftel der Print-Leser schaut sich Anzeigen ihrer regionalen Tageszeitung ganz bewusst an. 68 Prozent der Regional-Tageszeitungs-Leser wiederum nutzen regelmäßig Beilagen. Die regionale Tageszeitung wird als der kompetenteste (54 Prozent), glaubwürdigste (54 Prozent), engagierteste (47 Prozent) und objektivste Medienkanal (41 Prozent) angesehen. 72 Prozent der Befragten finden, dass die regionale Tageszeitung von allen Medien am besten weiß, was in der Region passiert.
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„Das Geschäftsmodell von Facebook und Twitter verhindert eine vernünftige Debattenkultur“

„Das Geschäftsmodell von Facebook und Twitter verhindert eine vernünftige Debattenkultur“

Soziale Netzwerke werden den Wahlkampf stärker beeinflussen als früher

21.07.2021. Interview mit Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Abgeordneter des Deutschen Bundestages

Ruprecht Polenz war von 1994 bis 2013 Abgeordneter des Deutschen Bundestages, 2000 Generalsekretär der CDU und von 2005 bis 2013 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. Er war während seiner politischen Tätigkeit vierzehn Jahre Mitglied und Vorsitzender des ZDF-Fernsehrats; seit einigen Jahren betätigt er sich in den Sozialen Medien und gilt vor allem bei Twitter als Political Influencer.
Der Algorithmus der jeweiligen Plattformen, so Ruprecht Polenz im Interview, fördere ein „Schwarz-Weiß“ bzw. „Freund-Feind-Denken“. „Insofern teile ich die Einschätzung derjenigen, die sagen, dass in der Tendenz Soziale Medien eher die Wirkung haben werden, unseren demokratischen Diskurs zu zerstören - bei allem, was sie auch Positives ermöglichen. Wir dürfen uns nicht so große Hoffnungen machen, dass man das grundsätzlich ändern kann, solange die Algorithmen so funktionieren, wie sie das tun. Und da Facebook und Twitter die Geschäftsmodelle im Zweifel in nächster Zeit nicht ändern werden, befürworte ich die Bemühungen, die in die Richtung einer öffentlich-rechtlichen sozialen Plattform gehen.“ Deshalb sollte, so Polenz, auch über die „Anonymität“ im Internet nachgedacht werden.
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„Die UKW-Verbreitung wird ohne gesetzlichen Zwang beendet sein“

„Die UKW-Verbreitung wird ohne gesetzlichen Zwang beendet sein“

In zehn Jahren könnte der Hörfunk von der Produktion bis zum Empfang durchgängig digital sein

19.07.2021. Interview mit Helmut G. Bauer, Rechtsanwalt

Am 1. August 2011 wurde in Regensburg der Startknopf für den ersten bundesweiten DAB+– Multiplex gedrückt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der DAB+-Radioprogramme und der DAB +Radiogeräte vervielfacht. Immer mehr Menschen hören inzwischen Radio über DAB+ und das Internet. Die UKW-Radionutzung geht schrittweise zurück. Anlass für einen Rückblick und um einen Ausblick zu wagen. Helmut G. Bauer hat diese Entwicklung von Anfang an begleitet.

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Jegliche Nabelschau beenden

Jegliche Nabelschau beenden

Neue Märkte, neue Player – die Branche im Umbruch

08.07.2021. Von Arne Birkenstock, Dokumentarfilmer, Geschäftsführer von Fruitmarket Kultur und Medien

Covid-19 war eine Vollbremsung für uns alle, schädlich für die meisten, existenzbedrohend für viele von uns. Pandemie und Lockdown wirkten aber auch wie ein Brennglas auf Entwicklungen, die lange vorher begonnen haben. Und in dieser Hinsicht ist Covid-19 vielleicht eine Chance für uns Dokumentarfilmer, die wir uns der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit verschrieben haben. Die Chance nämlich, nicht weiter ausgerechnet jene Wirklichkeit zu ignorieren, die den Konsum und die Auswertung unserer Filme prägt: Pandemie und Lockdown haben eine Entwicklung verschärft und verdeutlicht, die wir Dokumentarfilmer schon seit einigen Jahren schmerzhaft spüren: Einerseits steigt dank der Streamer die Nachfrage nach hochwertigen, inhaltlich komplexen und aufwändig produzierten Dokumentarfilmen und -Serien, andererseits funktioniert die klassische Auswertungskaskade für unser Genre schon lange nicht mehr.
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